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Marktbericht 11:36 Uhr

Marktbericht negativ

Neues Jahrestief +++ Ausverkaufsstimmung +++ 200 Punkte im Minus

Dax: Die Dämme sind gebrochen!

von Angela Göpfert

Der Dax ist am Freitag auf den tiefsten Stand seit elf Monaten gefallen. Die Bullen haben jetzt nur noch einen allerletzten winzigen Strohhalm, an den sie sich klammern können.

Die große Hoffnung hört auf den Namen Fehlausbruch. Das würde bedeuten, dass das heutige Unterschreiten der wichtigen Unterstützungszone bei 8.903/8.913 Punkten – hier verlaufen die Tiefs von August und März – nicht "so ernst gemeint" war und diese Marken rasch zurückerobert werden.

Ganz genau hinsehen!

Fakt ist: Widerlegt der Markt die eigene Meinung, sollte man sich schnellstens anpassen – oder man zahlt kräftig Lehrgeld! Erzwungene Eindeckungen von Shorties könnten den Markt rasch nach oben katapultieren.

Große Bedeutung kommt vor diesem Hintergrund dem heutigen Tagesschlusskurs zu: Sollte der Dax auf Tagesschlusskursbasis die 8.903/8.913 Punkte verteidigen können, so wäre dies durchaus positiv einzuschätzen.

Ausverkauf im Dax

Wohlgemerkt: Im Moment ist ein solcher Fehlausbruch aber nicht mehr als ein theoretisches Szenario, ein Gedankenspiel, das man im Hinterkopf behalten sollte. Der Markt selbst spricht aktuell eine ganz andere, deutlich "bearishere" Sprache:

Der Dax fällt bis zum Mittag bis auf 8.793 Punkte – ein Minus von 2,3 Prozent oder 212 Punkten in der Spitze! Der Rutsch unter die bisherigen Jahrestiefs bei 8.913/8.903 Punkten kam dabei eigentlich nicht sonderlich überraschend, bedenkt man, wie wenig die Bullen den Bären schon an den vergangenen Tagen entgegenzusetzen hatten.

Wichtige Marken im Visier

Der Dax setzt damit einen Schlussstrich unter eine knapp einjährige Toppbildungsphase. Nun droht ein in seinen Ausmaßen beeindruckender Ausverkauf. Denn die nächste ernstzunehmende Unterstützung ist erst bei 8.558 Punkten (Hoch vom Mai 2013) auszumachen.

Sollte der Dax auch diese Unterstützung reißen, wäre die Tür gen 2007er-Tief (8.151 Punkte) sperrangelweit offen.

Bullard sorgt für Ernüchterung

Vorangegangen waren dem heutigen Kurssturz der größte Tagesverlust im Dow Jones im laufenden Börsenjahr nach ernüchternden Aussagen von US-Notenbankern. Eigentlich hatten die Märkte nach dem jüngsten Fed-Protokoll ja erst Mitte 2015 mit einer Leitzinsanhebung gerechnet.

Doch der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, stellte klar, dass mit einer ersten Leitzinserhöhung weiterhin im ersten Quartal 2015 zu rechnen sei:

»Ich bin darüber besorgt, dass die Markterwartungen dem tatsächlichen Zinspfad der Fed hinterherlaufen. Die Märkte machen einen Fehler, wenn sie die Zinsprojektionen der Fed ignorieren.«

Infineon übernimmt rote Laterne

Größter Verlierer im Dax ist die Infineon-Aktie. Aussagen des Konkurrenten Microchip Technology drücken Infineon-Papiere um mehr als sechs Prozent in die Tiefe. Laut Microchip steht der Sektor am Anfang eines Nachfragerückgangs. "Diese Korrektur wird sich in naher Zukunft auf die gesamte Industrie ausbreiten", betonte Firmenchef Steve Sanghi.

Zykliker auf den Verkaufslisten ganz oben

Neben der Infineon-Aktie zählen Anteilsscheine von Zyklikern zu den größten Kursverlierern. Papiere von ThyssenKrupp, BMW, Continental, Daimler, Lufthansa und Volkswagen verlieren jeweils mehr als drei Prozent.

FMC von Merrill Lynch belobigt

Vom negativen Markttrend können sich einzig zwei Aktien nach oben absetzen. Die Fresenius-Aktie kann von ihrem defensiven Charakter und einer Kaufempfehlung durch Merrill Lynch profitieren.

SAP nimmt Bären den Wind aus den Segeln

SAP
SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
51.00
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Auch die SAP-Aktie stemmt sich gegen den Trend. SAP-Chef Bill McDermott soll laut Medienberichten auf Fragen nach dem Auftragsbestand für das dritte und vierte Quartal geantwortet haben, das Geschäft der Software-Schmiede sei noch nie stärker gewesen.

LEG nach Kapitalerhöhung unter Druck

Im MDax blickt LEG nach einem Wohnungszukauf optimistischer auf das kommende Geschäftsjahr. Zudem sammelte die Immobiliengesellschaft am Donnerstagabend mit einer Kapitalerhöhung 205 Millionen Euro ein. Anleger werteten dies klar negativ.

Südzucker: Immer noch kein Boden in Sicht!

Nach dem dramatischen 11,5-prozentigen Kurssturz infolge der gestrigen Zahlenvorlage kann die Südzucker-Aktie auch heute keinen Boden gutmachen. Die nächste bedeutsame Unterstützung ist erst bei 9,85 Euro (2000er-Tief) auszumachen. Negativer Schub kommt auch von Analystenseite: Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel von 10,50 auf 8,80 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen.

Givaudan ist Symrise keine Stütze

Die Symrise-Aktie kann von positiven Quartalszahlen des Wettbewerbers Givaudan nicht profitieren. Der Schweizer Riechstoff- und Aromenhersteller hat im dritten Quartal dank der anhaltenden Nachfrage nach Düften für Parfüms seinen Umsatz um 2,6 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken steigern können.

Symantec: Mach's wie Ebay!

Nach Ebay und Hewlett-Packard will sich nun auch der Sicherheitssoftware-Anbieter Symantec in zwei unabhängige Firmen aufspalten. In eine solle das Kerngeschäft mit Sicherheitssoftware kommen, die zweite vor allem Datenspeicher-Dienste anbieten. Symantec-Aktien legten nachbörslich um 1,5 Prozent zu.

Kehrtwende: Amazon geht offline?!

Geradezu skurril mutet diese Meldung von Amazon an: Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" zieht es ausgerechnet den weltgrößten Online-Händler unter die stationären Händler. Amazon wolle einen Laden in New York eröffnen. Dort sollen Kunden unter anderem online bestellte Waren abholen und nicht mehr erwünschte Artikel zurückgeben können.

War Apples Knechtschaft schuld?

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Immer mysteriöser wird die Geschichte um GT Advanced Technologies. Der Apple-Zulieferer hat überraschenderweise auch vor Gericht zum Hintergrund seiner Pleite geschwiegen und auf Vertraulichkeitsabkommen mit dem iPhone-Hersteller verwiesen. Experten spekulieren, dass die harte Politik der Kalifornier gegenüber den Zulieferern eine Rolle gespielt haben könnte.

Tesla enthüllt neues Modell "D"

Am Donnerstagabend hat zudem der US-Elektroautopionier Tesla eine erweiterte Modellreihe vorgestellt - die zuvor hochgeschraubten Erwartungen an eine Weltsensation jedoch enttäuscht. Firmenchef Elon Musk enthüllte eine "D" getaufte neue Version des bisherigen Top-Modells "S". Wichtigste Neuerung: ein Allradantrieb, der für eine besonders rasante Beschleunigung des Sportwagens sorgt.

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Tesla Motors - hier wird die Elektroauto-Vision wahr

Automobile

Tesla Roadster

Das ist er, der Grundstein für den Erfolg von Tesal Motors: Der Roadster, das erste Serienfahrzeug des Hauses, ein zweisitziger Sportwagen mit einem 292 PS starken Elektromotor im Heck. Die Kleinserienproduktion begann im März 2008. Sportwagenliebhaber fuhren ab auf die Ähnlichkeit mit dem Lotus Elise, von dem viele Bauteile übernommen wurden. Happig allerdings der Preis: 109.000 Dollar - für die Basisausstattung. Viele Promis legten sich das Prestigeobjekt zu. Der damalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, und Schauspieler George Clooney waren Fans der ersten Stunde.

Tesla-Aktie (in Euro): Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 2 Jahre

Tesla-Aktie (in Euro)

Stand: 10.10.2014, 11:36 Uhr

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ARD-Börse: Daimler auf dem Weg in eine goldene Zukunft?

Tagestermine am Donnerstag, 23. Oktober

Unternehmen:
Daimler: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
MTU: Q3-Zahlen
Unilever: Q3-Zahlen, 8 Uhr
Credit Suisse: Q3-Zahlen, 6:45 Uhr
Eli Lilly: Q3-Zahlen
Krones: Q3-Zahlen
Amadeus Fire. Q3-Zahlen
Nokia: Q3-Zahlen, 12 Uhr
General Motors: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
Caterpillar: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
Microsoft: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Amazon: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Kering: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Axa: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
St. Gobain: Umsatz Q3
Konjunktur:
China: HSBC PMI Industrie, Oktober vorläufig, 3:45 Uhr
Paris:Geschäftsklima, Oktober, 8:45 Uhr
Berlin: Markit Einkaufsmanagerindex deutschland, Oktober, vorläufig, 9:30 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Woche, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren, September, 16 Uhr

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