Marktbericht 11:45 Uhr

Marktbericht neutral

Kurzfristige Stabilisierung Dax: Das muss für heute reichen!?

von Angela Göpfert

Stand: 19.05.2017, 11:45 Uhr

Der Dax geht zum Wochenschluss in den Erholungsmodus über. Nun hat er offenbar wieder ein Niveau erreicht, mit dem auch die Akteure an den Terminmärkten gut leben können.

Weltweit werden am heutigen Freitag an allen großen Aktienmärkten Optionen auf Aktien und Indizes abgerechnet. In der Börsengeschichte wurden wichtige Hoch- oder Tiefpunkte häufig rund um Verfallstage ausgebildet.

In Lauerstellung

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.305,11
Differenz relativ
+0,33%

Im Vorfeld bewegt sich der Dax in einer - mit Blick auf die vergangenen Tage - vergleichsweise engen Bandbreite zwischen 12.596 und 12.651 Punkten. Es scheint, als hätten sich die Profis an den Terminmärkten auf eine Abrechnung der Dax-Optionen und Futures oberhalb von 12.600 Punkten, aber unterhalb wichtiger Widerstände "eingeschossen".

Für eine nachhaltige Entlastung würde allerdings erst die Rückeroberung der gen Süden verlassenen alten Schiebezone bei 12.660 Punkten sowie der knapp darüber verlaufenden oberen Begrenzung des alten Aufwärtstrendkanals sorgen.

Angstbarometer VIX mahnt zur Vorsicht

Spannend wird es auf alle Fälle am Montag, wenn die engen Zügel des Verfallstages gelockert werden. Dann wird sich weisen, ob die heutigen Schnäppchenjäger ein gutes Händchen hatten – oder vielleicht ein wenig zu voreilig waren.

Zur Vorsicht mahnt dabei nach wie vor der Sprung im Volatilitätsindex VIX, der die erwartete Schwankungsbreite der Kurse im Weltleitindex S&P 500 misst. Dieser war zur Wochenmitte um 46 Prozent in die Höhe geschnellt.

Kein Panik-Tag, keine echte Wende?

"Meist ist ein solch hoher Wert mit mehr Schwäche oder zumindest einer Konsolidierungsphase verbunden", betont Marktexperte Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest".

Was für eine nachhaltige Wende nach oben weiterhin fehlt, ist zudem ein echter Panik-Tag mit einem Abwärtsvolumen von 90 Prozent oder besser noch 95 Prozent, welcher den Markt bereinigt.

Euro/Dollar wieder auf Vor-Trump-Niveau

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1726
Differenz relativ
+0,67%

Hinzu kommt der starke Euro als Belastungsfaktor für die stark gewichteten Exportwerte im Dax. Die europäische Gemeinschaftswährung steigt zum Wochenschluss bis auf 1,1165 Dollar – das ist der höchste Stand seit sechs Monaten.

Der Trump-Trade am Devisenmarkt wurde damit komplett zurückgehandelt. Solche Niveaus gab es zuletzt vor der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November 2016.

Öl und Gold im Aufwind

Der Dollarverfall kommt naturgemäß dem Goldpreis zugute, der Preis für das gelbe Edelmetall war gestern noch in der Spitze auf 1.265 Dollar gestiegen. Zur Mittagszeit notiert der Goldpreis bei aktuell 1.251 Dollar erneut höher.

Vom Dollarverfall und der wieder anziehenden Risikoneigung der Anleger können auch die Ölpreise profitieren. Zudem treibt die Aussicht auf eine Verlängerung der Förderkürzung auf dem Opec-Treffen nächste Woche in Wien die Preise für Brent und WTI.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,77
Differenz relativ
+1,66%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,58
Differenz relativ
+1,84%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.260,50
Differenz relativ
+0,92%

RWE lotet Überkreuzbeteiligung mit Engie aus

Größter Dax-Gewinner zur Mittagszeit ist die RWE-Aktie. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von Insidern erfahren, dass RWE ein Bündnis mit dem französischen Versorger Engie prüft. Demzufolge könnte der Energiekonzern seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an Engie abgeben und im Gegenzug an dem französischen Versorger beteiligt werden.  

Zudem hat die US-Investmentbank Morgan Stanley das Kursziel für den Versorger von 15,50 auf 18,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Analyst Nicholas Ashworth ist mit seinen Free-Cashflow-Prognosen bis 2019 um bis zu 21 Prozent optimistischer als der Markt. Der Free-Cashflow ist neben dem Nettogewinn der entscheidende Faktor für die Höhe der Dividende.

BMW & Co.: Millionenschwerer Vergleich im Takata-Rechtsstreit

Die BMW-Aktie gehört ebenfalls zu den größten Dax-Gewinnern. Im Rechtsstreit um defekte Airbags des japanischen Zulieferers Takata haben sich BMW und drei weitere Autobauer in den USA auf einen Vergleich mit Sammelklägern verständigt. BMW, Toyota Motor, Mazda Motor und Subaru wollen zur Beilegung des Verfahrens zusammen 553 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Toyota müsse dabei den größten Teil mit 278,5 Millionen Dollar stemmen. Auf BMW kommen 131 Millionen Dollar zu, auf Mazda 76 Millionen und auf Subaru 68 Millionen Dollar. Die Takata-Aktie schießt nach der Einigung in Tokio um rund 20 Prozent in die Höhe.

VW und die Zeit nach Müller

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
136,60
Differenz relativ
+1,90%

Volkswagen-Vorstandschef Matthias Müller stellt die Weichen für die Zeit nach seinem Weggang vom weltgrößten Autokonzern. "Ich spreche schon jetzt mit dem Aufsichtsrat darüber, wer mein Nachfolger werden könnte", sagte Müller dem "Handelsblatt". Müller hat den Angaben zufolge noch einen Vertrag bis Mitte 2020. Den Vorwurf der Marktmanipulation der Staatsanwaltschaft Stuttgart weist Müller zurück. "Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen."

Deutsche-Bank-Aktionäre für zweite Amtszeit von Achleitner

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,60
Differenz relativ
+1,22%

Das Vorstandsvergütungssystem der Deutschen Bank hat im zweiten Anlauf die Zustimmung der Aktionäre gefunden. Die Aktionäre gaben auf der gestrigen Hauptversammlung Vorstand und Aufsichtsrat auch für weitere große Kapitalerhöhungen freie Hand. Zudem bleibt Paul Achleitner für weitere fünf Jahre Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Drei weitere Sonderprüfungen ihrer Rechtsstreitigkeiten bleiben der Bank erspart.

T-Mobile US bringt sich für Fusionen in Stellung

Die Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile US macht sich für die erwartete Fusionswelle auf dem US-Mobilfunkmarkt bereit. Bei möglichen anstehenden Deals wolle man eine Schlüsselrolle spielen, sagten Manager des schnell wachsenden Anbieters auf einer Konferenz in New York am Donnerstagabend. Der logischste Partner sei der Mobilfunkrivale Sprint, sagte Finanzchef Braxton Carter.

SAP-Rivale Salesforce wird optimistischer

Der US-Softwarehersteller Salesforce will den guten Lauf aus dem ersten Geschäftsquartal mit ins ganze Jahr nehmen. Statt bis zu 10,2 Milliarden US-Dollar Umsatz rechnet der SAP-Rivale nun mit 10,25 bis 10,3 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr (Ende Januar). Auch unter dem Strich will Konzernchef Marc Benioff mehr verdienen - nun werden 6 bis 8 (zuvor: 5 bis 7) Cent je Aktie angepeilt.

Spekulationen auf IPO von Salzgeschäft beflügeln K+S

K+S
K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22,58
Differenz relativ
+1,14%

Spekulationen auf einen Börsengang des Salzgeschäfts treiben die Aktien von K+S an. Firmenchef Burkhard Lohr sagte auf einer Investorenkonferenz, das Management werde bis zum Herbst entscheiden, wie es mit dem Salzgeschäft weitergehe. "Anleger hoffen nun darauf, dass es zu einem Börsengang kommt", sagte ein Aktienhändler. "Die Sache scheint sich zu beschleunigen."

Morphosys punktet mit positiven Studiendaten

Im TecDax ist die Morphosys-Aktie gefragt. Der Antikörperspezialist hat den ersten Teil einer klinischen Phase 1-Studie zum Wirkstoff MOR107 erfolgreich vorzeitig abgeschlossen. Demnach wurden in allen verabreichten Dosierungen nur milde und vorübergehende unerwünschte Nebenwirkungen festgestellt. Interessanter als der Nebenwirkungsaspekt sei jedoch die noch ungeklärte Frage der Wirksamkeit, gab ein Händler zu bedenken.

Hypoport: Berenberg sieht Kurspotenzial von 48 Prozent

Ein positiver Kommentar der Privatbank Berenberg treibt die Aktien des Finanzdienstleisters Hypoport an. Analyst Gerhard Orgonas sieht in dem von Hypoport geschaffenen Versicherungsmarktplatz InsurTech großes Potenzial und hebt deshalb sein Kursziel von 105 auf 154 Euro an. Angesichts des Kurspotenzials von fast 48 Prozent stuft er die Aktien mit "Buy" ein. Hypoport-Papiere steigen im SDax auf ein neues Rekordhoch von 111,05 Euro.

Aurelius kauft Premium-Katamaran-Hersteller

Die jüngst von Short-Sellern in die Mangel genommene Beteiligungsgesellschaft Aurelius hat den französischen Katamaran-Hersteller Privilège gekauft. Aurelius bestrebt damit, das Marken-Portfolio der Tochter HanseYachts AG zu ergänzen. Philosophie und Herstellungsverfahren von HanseYachts und Privilège seien sich in weiten Teilen sehr ähnlich. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen bewahrt.

Danone: Die Marge soll es wieder machen

Der weltgrößte Joghurthersteller Danone will nach der milliardenschweren Übernahme des Konkurrenten Whitewave deutlich profitabler werden. 2020 will der französische Konzern bei der operativen Marge aus dem laufenden Geschäft dann mehr als 16 Prozent erzielen nach zuletzt knapp 14 Prozent. Dabei sollen insbesondere Kostensenkungen helfen.

US-Finanzminister gegen Zerschlagung großer Banken

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat sich im Namen der Regierung gegen eine Zerschlagung großer Banken ausgesprochen. "Wir unterstützen die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken nicht", sagte Mnuchin am Donnerstag bei einer Anhörung im Bankenausschuss des Senats. Den Geldhäusern die Kreditvergabe an Privatkunden und das Investmentbanking unter einem Dach zu verbieten, bezeichnete der ehemalige Goldman-Sachs-Angestellte als "großen Fehler".

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 26. Juli

Unternehmen:
Daimler: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
VW: außerordentliche Aufsichtsratssitzung
Deutsche Börse: Q2-Zahlen, nach Xetra-Schluss
Kion Group: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Klöckner & Co: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Gea Group: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Vossloh: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Telefonica Deutschland: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Puma: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
LafargeHolcim: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Lonza: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Orange: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Thales: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
KPN: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
PSA (Peugeot Citroen): Q2-Zahlen, 07:45 Uhr
STMicroelectronics: Q2-Zahlen, 08:30 Uhr
Endesa: Q2-Zahlen, 08:30 Uhr
Telecom Italia: Q2-Zahlen
Coca Cola: Q2-Zahlen, 12:55 Uhr
Glaxosmithkline: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Ford Motors: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Boeing: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
LVMH: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Siemens Gamesa: Q2-Zahlen, 18:00 Uhr
Nasdaq: Q2-Zahlen
Nintendo: Q1-Zahlen
Paypal: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Facebook: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Großbritannien: BIP Q2, 10:30 Uhr
USA: Eigenheimabsatz im Juni, 16:00 Uhr
USA: Zinsentscheid der Federal Reserve Bank (Fed), 20:00 Uhr

Sonstiges:
DSW und Nieding+Barth: PK zum VW-Abgasskandal, 11:00 Uhr

Darstellung: