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Marktbericht 11:40 Uhr

Marktbericht neutral

Standardwerte kippen ins Minus

Dax: Das hat was zu heißen

von Angela Göpfert

Stand: 17.07.2017, 11:40 Uhr

Die Dax-Bullen haben die Chance verpasst, an die Rekordjagd an der Wall Street anzuknüpfen. Ihr Zögern spricht Bände - und wird von den Bären selbstverständlich ausgenutzt.

Ganz offensichtlich schafft es das Bullen-Lager nicht, die jüngste Bodenbildung in eine taugliche Aufwärtsbewegung umzusetzen. Auf die Rally vom vergangenen Mittwoch haben sie bislang nichts mehr draufsetzen können.

Schwer zu überwinden

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.240,06
Differenz relativ
-1,66%

Der Dax ist damit an der nachhaltigen Überwindung der Widerstandszone bei 12.621/12.637 Punkten – resultierend aus dem Zwischentief von Mitte Juni und der 38-Tage-Linie – vorerst gescheitert.

Das eröffnet den Dax-Bären eine Gelegenheit zum Gegenschlag. Die deutschen Standardwerte drehen zu Wochenbeginn nach anfänglichen Gewinnen rasch ins Minus. Das vorläufige Tagestief liegt bei 12.542 Punkten – das ist ein Verlust von 0,7 Prozent in der Spitze.

Die Möglichkeit besteht…

Waren die Kursgewinne der Vorwoche etwa nur eine Gegenreaktion auf einen ersten Abwärtsimpuls? Und folgt jetzt ein zweiter, der uns noch tiefer führen wird? Diese Fragen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig beantworten.

Fakt ist: Der Sturz unter das Freitag-Tief (12.577 Zähler) bedeutet kurzfristig eine negative Weichenstellung. Dies könnte schon bald einen erneuten Test der zentralen Unterstützung bei 12.500 Punkten nach sich ziehen. An dieser Marke dürfte sich das Schicksal des Dax dann einmal mehr entscheiden.

Nervosität vor EZB-Sitzung

Unter den Anlegern macht sich zu Wochenbeginn zunehmend Nervosität breit vor der am Donnerstag anstehenden EZB-Sitzung. Zwar wird mit einem Einstieg in den Ausstieg der lockeren Geldpolitik erst für die Sitzung im September gerechnet.

Doch dass Mario Draghi das Zeug dazu hat, die Börsen auch mit kleinen Nebensätzen zu bewegen, hatte der EZB-Chef erst vor zwei Wochen eindrücklich demonstriert, als er mit seinen Aussagen die Renditen der Bundesanleihen befeuerte.

Mario Draghi auf der EZB-Pressekonferenz am 8. 9. 2016 in Frankfurt

tagesschau24 Eröffnungsbericht vom 17.07.2017

"Euro gut unterstützt"

"Zieht die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen stärker an als ihr US-Pendant, dann ist der Euro gut unterstützt", unterstreicht Börsen-Experte Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" in einer aktuellen Analyse.

Dieses Szenario lässt am Devisenmarkt seit Jahresbeginn beobachten. Aktuell notiert die europäische Gemeinschaftswährung etwas leichter bei 1,1446 Dollar – bleibt damit aber noch in Schlagweite zu ihrem 14-Monats-Hoch bei 1,1489 Dollar.

Positive Daten aus China

Vor diesem Hintergrund verblassen die positiven Konjunkturdaten aus China. Die Volkswirtschaft in dem Reich der Mitte ist im zweiten Quartal offiziellen Statistiken zufolge um 6,9 Prozent gewachsen – und damit etwas stärker, als Analysten prognostiziert hatten.

Im vergangenen Jahr war Chinas Wirtschaft nur um 6,7 Prozent gewachsen - so langsam wie seit 26 Jahren nicht mehr. Für dieses Jahr hatte die Regierung ein Ziel von "rund 6,5 Prozent" oder wenn möglich auch mehr vorgegeben

Gold weiter auf Erholungskurs

Verhaltene Impulse für den Aktienhandel kommen vom Rohstoffmarkt. Die Ölpreise haben ihre frühen Gewinne nicht halten können. Die Preise für Brent und WTI haben ins Minus gedreht.

Der Goldpreis kann aus dem fallenden Dollar-Kurs naturgemäß weiteres Potenzial schlagen. Der Preis für das gelbe Edelmetall zieht zu Wochenbeginn auf aktuell knapp 1.231 Dollar je Feinunze an.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.254,05
Differenz relativ
-0,07%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,14
Differenz relativ
-2,69%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
45,81
Differenz relativ
-2,32%

Deutsche Börse: Gewinnmitnahmen nach Abstufung

Größter Dax-Verlierer zur Mittagszeit ist die Aktie der Deutschen Börse. Die britische RBC Capital hat den Börsenbetreiber von "Outperform" auf "Sector Perform" herabgestuft und das Kursziel von 105 auf 102 Euro gesenkt. Die Aktie gehörte mit einem Kursplus von rund einem Drittel seit Jahresbeginn bislang zu den Outperformern im Dax.

Deutsche-Bank-Großaktionäre im Visier der EZB

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,62
Differenz relativ
-1,36%

Die EZB-Bankenaufseher erwägen laut "SZ" eine Überprüfung der beiden Großaktionäre der Deutschen Bank aus China und Katar. Es könne ein Inhaberkontrollverfahren geben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtskreise. Die beiden Teilhaber – die chinesische HNA und die Herrscherfamilie von Katar – würden womöglich erheblichen Einfluss ausüben.

Vonovia-Chef gibt sich ehrgeizig

Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia will jährlich etwa 2.000 neue Wohnungen in Eigenregie bauen. Er könne sich auch eine noch größere Zahl vorstellen, sagte Vorstandschef Buch der "WamS". "Aber erst mal müssen wir die entsprechenden Kapazitäten aufbauen." Er könne sich auch weitere Übernahmen vorstellen.

Gea nach Prognosesenkung unter Druck

Im MDax steht die Gea-Aktie unter Druck. Der Anlagenbauer hat am Wochenende seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr wegen höherer Zusatzkosten heruntergeschraubt. Für 2017 rechnet Gea nun mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 600 bis 640 Millionen Euro. Bisher hatte Gea hier 620 bis 670 Millionen Euro angepeilt.

Gea Unternehmenszentrale

Börse 7.00 Uhr Gea senkt Gewinnerwartung

Aurubis profitiert von Kupfer-Rally

Im MDax gehört die Aktie von Aurubis zur Mittagszeit zu den gefragtesten Werten. Die Papiere des Kupferproduzenten profitieren vom steigenden Kupferpreis. An der Londoner Warenterminbörse stieg der Preis für das Edelmetall auf den höchsten Stand seit Anfang März und handelte im Tageshoch von 5.991,75 US-Dollar nur noch knapp unter der Marke von 6.000 Dollar.

Axel Springer streicht 755 Millionen Euro ein

Der Medienkonzern Axel Springer verkauft seinen Berliner Neubau und die nahegelegene Axel-Springer-Passage für insgesamt 755 Millionen Euro. Käufer des Neubaus mit 13 Stockwerken, der Ende 2019 fertig werden soll, ist der Norwegische Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management. Die Passage geht an einen Fonds der Finanzinvestoren Blackstone und Quincap Investment Partners.

Späte Genugtuung für Constantin Medien

Im jahrelangen Streit um den Bestechungsskandal bei der Formel 1 zahlt die BayernLB einem Medienbericht zufolge eine Millionensumme an Constantin Medien und die Erben des verstorbenen Unternehmers Leo Kirch. Ein Sprecher der staatlichen Bank bestätigte die Zahlung, ohne eine Summe zu nennen. Über die Details des Vergleichs sei Stillschweigen vereinbart worden.

Ceconomy umgarnt Aktionäre

Der Elektronik-Einzelhändler Ceconomy will perspektivisch den halben Jahresgewinn an seine Aktionäre ausschütten. "Wir planen mittelfristig, eine Dividende in Höhe von 45 bis 55 Prozent des Nettoergebnisses vor Sonderfaktoren zu zahlen", sagte Unternehmenschef Pieter Haas "Euro am Sonntag". "Wir behalten uns aber vor, davon bei Vorliegen profitabler Investitionsmöglichkeiten nach oben oder unten abzuweichen", schränkte der Manager ein.

Siltronic-Chef schürt Dividenden-Hoffnungen

Der Halbleiter-Grundstoff-Spezialist Siltronic könnte seine Aktionäre zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Ausschüttung erfreuen. "Langfristig sind Dividenden möglich", sagte Unternehmenschef Christoph von Plotho "Euro am Sonntag". Das kommt am Markt gut an. Zudem hat Kepler Cheuvreux das Kursziel für Siltronic von 84 auf 100 Euro angehoben und das "Buy"-Rating bestätigt.

Easyjet verliert seine Chefin

Der britische Billigflieger Easyjet verliert mitten im Brexit-Wirbel seine Chefin an den Fernsehsender ITV. Wie ITV ankündigte, soll Carolyn McCall ihren neuen Job am 8. Januar 2018 antreten. Für McCall ist der Posten an der Spitze der ITV-Gruppe nicht der erste Job in der Medienbranche. Vor ihrem Führungsjob bei Easyjet leitete sie den Zeitungsverlag Guardian Media Group.

SGS überspringt Umsatzmarke von drei Milliarden Franken

Die anziehende Nachfrage von Automobilherstellern hat die Geschäfte des Schweizer Inspektions- und Prüfkonzern SGS angeschoben. Der Umsatz des Weltmarktführers kletterte im ersten Halbjahr 2017 um 4,9 Prozent auf 3,05 Milliarden Franken. Der Konzerngewinn sei um sieben Prozent auf 276 Millionen Franken gestiegen und traf damit die Analystenerwartungen.

Buffetts nächster großer Deal?

Da die Fusionsbemühungen von T-Mobile US auf Eis liegen, lotet Sprint nun andere Möglichkeiten aus. Insidern zufolge prüfen die Gesellschaften Berkshire Hathaway von US-Starinvestor Warren Buffett sowie Liberty Media von US-Medienmogul John Malone Investitionen von 10 bis 20 Milliarden Dollar bei dem viertgrößten US-Mobilfunkanbieter.

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Wer sind die Größten der Größten?

Das Duell Apple gegen Google/Alphabet

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Apple

Apple bleibt Spitze. Der iPhone-Konzern hat seine Position als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt verteidigt. Laut einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft PwC, die den Börsenwert per Ende März heranzieht, bringt Apple 754 Milliarden Dollar auf die Börsen-Waage und ist damit auf Platz 1. Danach war es noch einiges mehr, doch dann warnte Goldman Sachs vor einem möglichen Platzen der Tech-Blase und minderte den Wert. Aktuell sind es aber immer noch 751 Milliarden Dollar Marktkapitalsierung. Das reicht weiterhin für den Spitzenplatz.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. Juli

Unternehmen:
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Reckitt Benckiser: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Mitsubishi Motor: Q1-Zahlen
TF1: Halbjahreszahlen
Luxottica: Halbjahreszahlen
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:50 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 14:30 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Markit Einkaufsmanagerindex für Juli, 09:30 Uhr
EU: Markit Einkaufsmanagerindex Euro-Zone für Juli, 10:00 Uhr
Deutschland: Monatsbericht der Bundesbank für Juli, 12:00 Uhr
USA: PMI Verarbeitendes Gewerbe für Juli, 15:45 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Brüssel: Treffen der EU-Finanzminister (Ecofin)

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