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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht positiv

US-Arbeitsmarktdaten machen Mut

Dax bleibt auf Klettertour

Bis auf 9.721 Punkte ist der Dax am Freitag gestiegen - und damit nur noch 73 Punkte von seinem im Januar erreichten Rekordhoch. Zwar konnt er dieses Niveau nicht bis zum Schluss halten, doch auf Wochensicht bleibt ein sattes Plus.

Die amerikanische Wirtschaft hat im März zwar etwas weniger Stellen geschaffen als erwartet. Allerdings wurde zugleich der Jobaufbau für Januar und Februar nach oben revidiert. Das genügte, um dem Dax einen weiteren Schub zu verleihen.

Der Leitindex gewann am Freitag 0,7 Prozent oder 67 Punkte dazu und schloss bei 9.696,77 Zählern. Das sind auf Wochensicht 1,13 Prozent mehr. Gleichzeitig ist es der höchste Schlusskurs seit fünf Wochen. Im Späthandel musste der Dax allerdings einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben. Es blieb ein Plus von 0,36 Prozent bei 9.667 Zählern.

An der Wall Street gingen die Kurse nach anfänglichen Gewinnen leicht zurück. Nachdem der Dow Jones-Index zu Handelsbeginn auf eine neue Bestmarke von 16.629,90 Punkten geklettert war, bröckelten die Kurse im weiteren Verlauf etwas ab und der Dow rutschte ins Minus. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow 0,6 Prozent tiefer bei 16.475 Punkten. Vor allem die Technologiebörse Nasdaq rutschte deutlich ab. Die Stimmung am Markt sei keinesfalls gekippt, sagte Händler Michael Matousek von U.S. Global Investors. "Aber die größeren Überflieger aus der Technologieszene versetzen ihm einen herben Schlag." Dies deute darauf hin, dass einige Börsianer ihre Strategie geändert hätten.

Die deutlichsten Verluste fuhr die Technologiebörse Nasdaq 100 mit minus 2,24 Prozent auf 3.556,19 Punkte ein. Damit steuert der Index auf den größten Tagesverlust seit Anfang Februar zu. In der Nähe von Rekordständen würden die Anleger vor dem Wochenende eher vorsichtig, sagte ein Händler an der Wall Street. Gewinne mitzunehmen sei in einer solchen Situation keine schlechte Strategie

Solide Zahlen auch in Zukunft erwartet

Wegen des anhaltenden Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt dürfte die US-Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter zurückfahren. Die Fed stimuliert die Konjunktur derzeit noch mit Geldspritzen im Volumen von 55 Milliarden Dollar im Monat, fasst jedoch bereits für nächstes Jahr eine Zinserhöhung ins Auge.

Diese Aussicht hat den Euro am Freitag unter Druck gebracht. Er fiel nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen unter die Marke von 1,37 Dollar und rutschte bis auf ein Tagestief von 1,3688 Dollar ab. Später pendelt er um die Marke von 1,37 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3700 Dollar fest, nach 1,3771 am Donnerstag.

Aussicht auf Megadeal in Zementbranche sorgt für Fantasie

Im Dax haben sich die Aktien des Baustoffkonzerns HeidelbergCement an die Spitze geschoben. Grund sind die bestätigten Fusionsverhandlungen zwischen dem Schweizer Zemethersteller Holcim und dem Weltmarktführer Lafarge aus Frankreich. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium und könnten immer noch scheitern, mahnten die beiden Firmen. Trotzdem bringe die Nachricht Übernahmefantasie in den Sektor, sagte ein Händler.

Lufthansa und Cobank auf Höhenflug

Zu den stärksten Werten gehören auch die Aktien der Lufthansa. Sie notieren auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren. Die Airline beziffert den Schaden des Piloten-Ausstands auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Kräftig zulegen kann auch die Commerzbank. Manche Analysten erwarten eine Kursrally, weil die Aktie wichtige Widerstandslinien durchbrochen habe. Ebenfalls dynamisch präsentieren sich Daimler: Der Autobauer hat im ersten Quartal so viele Mercedes-Benz-Pkw verkauft wie nie zuvor. Zudem lockt in der kommenden Woche eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie.

Siemens 4.0

Auch die Siemens-Aktie legt zu. Um die Entwicklung einer digital vernetzten Produktion voranzutreiben, will der Konzern das Industriegeschäft mit Zukäufen stärken. "Wenn wir etwas Geeignetes und zu uns Passendes finden, werden wir zuschlagen", sagte Spartenchef Siegfried Russwurm der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Münchner arbeiten wie auch die Rivalen General Electric oder ABB an der sogenannten Industrie 4.0. Die soll es möglich machen, dass Maschinen und Anlagen in Produktion und Entwicklung über das Internet miteinander kommunizieren.

Henkel leidet unter Krim-Krise

Die Henkel-Aktie gehört heute ebenfalls zu den Gewinnern, notiert aber deutlich niedriger als noch zu Jahresbeginn. Die Auswirkungen der Krim-Krise bereiten dem stark in Osteuropa engagierten Konsumgüterriesen Henkel Kopfschmerzen. Die Turbulenzen belasteten "aktuell nicht nur die internationale Politik", sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Freitag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Der russische Rubel habe etwa seit Beginn der Krise um rund 20 Prozent abgewertet - Henkel dürfte die Auswirkungen in der Bilanz zu spüren bekommen. Mögliche Belastungen durch Sanktionen des Westens gegen Russland seien zudem "heute noch nicht genau zu beziffern".

FMC enttäuscht

FMC-Aktien tragen dagegen die rote Laterne im Dax. Grund ist die für manche Marktteilnehmer enttäuschende Gewinnprognose. Danach sollen die Gewinne von 2015 bis 2020 jährlich im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Nach Einschätzung von Händlern ist diese Perspektive enttäuschend. Die meisten Analysten trauen der Aktie aber weiterhin mehr zu als dem Gesamtmarkt und empfehlen das Papier zu kaufen beziehungsweise überzugewichten.

Fresenius will Danone-Teil verspeisen

Der Gesundheitskonzern Fresenius und der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé haben Finanz- und Branchenkreisen zufolge im Rennen um eine milliardenschwere Übernahme die Nase vorne. Beide Unternehmen seien die letzten verbliebenen Bieter für das Geschäft mit medizinischer Ernährung, das der Lebensmittelkonzern Danone zum Verkauf gestellt hat, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Übernahmefantasie hilft Stada

Im MDax können Stada-Aktien punkten. Ein Händler verwies auf einen Bericht der "Financial Times", wonach sich der Konkurrent Mylan mit einer Übernahme in Schweden stärken will. Das sorge für Fantasie und stütze entsprechend die Stada-Titel, kommentierte ein Händler.

Talanx hoch gelobt

Zu den stärksten Werten im MDax gehören auch die Papiere des Versicherers Talanx. Die US-Bank JPMorgan hat die Aktie von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 24,50 auf 30,20 Euro angehoben. Die Aktie werde nach dem Listing in Warschau vom Interesse polnischer Anleger an Versicherern mit Ergebnisschwerpunkt in Euro profitieren, schrieb Analyst Michael Huttner. Talanx-Papiere seien vernünftig bewertet und böten eine relativ hohe Dividendenrendite. Das sehen die Investoren heute ähnlich, die Aktie steigt.

SGL tendenziell Ramsch

Schwächster Wert im MDax ist dagegen die Aktie von SGL Carbon. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bonitätsnote des verlustträchtigen Spezialgrafit-Herstellers aus Wiesbaden gesenkt, der Ausblick ist negativ. Ein Sparprogramm soll bis Ende 2015 rund 150 Millionen Euro einbringen. Sollten die Erfolge des Sparkurses bis 2015/16 ausbleiben oder sich das Marktumfeld nicht verbessern, könne der MDax-Konzern die hohe Schuldenlast möglicherweise nicht mehr tragen, warnte S&P.

Carl Zeiss Meditec an TecDax-Spitze

Die Aktien von Carl Zeiss Meditec können ihre jüngsten Kursgewinne am Freitag weiter ausbauen. Die Papiere scheinen sich in einem zumindest vorübergehenden Aufwärtstrend zu befinden, sagte ein Händler. Seit ihrem Mehrjahres-Hoch im Juli 2013 hatten die Titel des Medizintechnikunternehmens bis zu ein Viertel an Wert verloren. Seit Mitte März des laufenden Jahres haben sie sich nun um mehr als zwölf Prozent erholt.

Rekordhoch bei United Internet

Auch die Anteile von United Internet legen überdurchschnittlich zu, nachdem JPMorgan das Kursziel von 36 auf 42 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen hat. Analyst Hannes Wittig hob seine Schätzung für das operative Ergebnis (Ebitda) bis 2016 an. Bis 2018 sei eine Verdopplung des Ebitda möglich. Allein im bisherigen Jahresverlauf haben die Titel des Internetanbieters um mehr als 15 Prozent zugelegt. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs fast verdoppelt.

Bank of America vor Vergleich

Bank of America: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
11.55
Differenz absolut
-0.14
Differenz relativ
-1.21%

Die US-Großbank Bank of America (BofA) steht in einem Kreditkarten-Streit offenbar kurz vor einem millionenschweren Vergleich mit der Verbraucherschutzbehörde. Die Behörde hat sich bereits mit anderen Kreditkarten-Anbietern geeinigt. Ihnen wird vorgeworfen, Kunden bei zusätzlichen Produkten rund um die Kreditkarten wie dem Schutz vor Identitätsdiebstahl in die Irre geführt zu haben. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, dass die Bank of America mehr als 800 Millionen Dollar zur Beilegung des Streits bezahlen könnte.

Suzlon: Deutsche Tochter bald wieder an der Börse?

Der angeschlagene indische Windenergie-Konzern Suzlon will seine deutsche Tochterfirma Senvion Medienberichten zufolge möglicherweise wieder an die Börse bringen. Der geplante Verkauf von rund einem Drittel der Anteile an dem Hamburger Unternehmen - zuvor als Repower bekannt - könnte rund 600 Millionen Euro einbringen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag berichtete.

WMF vor Stellenabbau

Der schwäbische Küchengeräte-Experte WMF stellt vor dem Hintergrund seines Konzernumbaus Hunderte Stellen auf den Prüfstand. "Wir gehen bislang davon aus, dass konzernweit 370 bis 390 Stellen von der Umstrukturierung betroffen sein werden", sagte ein WMF-Sprecher am Freitag in Geislingen/Steige. Das Unternehmen hat insgesamt 6.100 Mitarbeiter.

lg

Stand: 04.04.2014, 20:02 Uhr

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Mattel: Q1-Zahlen, 12:00 Uhr
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MorganStanley: Q1-Zahlen, 13:15 Uhr
Goldman Sachs: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Honeywell: Q1-Zahlen
Philip Morris: Q1-Zahlen
Schlumberger: Q1-Zahlen
AMD: Q1-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunkturdaten:
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Deutschland: Erzeugerpreise im März, 08:00 Uhr
EU: EZB-Leistungsbilanz im Februar, 10:00 Uhr
USA: wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Industrieindex Philly Fed im April, 16:00 Uhr

Sonstiges:
ACEA: Auto-Neuzulassungen in Europa im März, 08:00 Uhr

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