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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Kurz über 12.000 Punkten

Dax: Rekord rückt näher

Stand: 22.02.2017, 20:02 Uhr

Zweimal ist es dem Dax am Mittwoch gelungen, die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten zu überspringen. Am Ende verließ die Anleger dann wieder der Mut. Dabei sehen die Funadementaldaten so gut aus wie lange nicht.

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Börse 20.15 Uhr

So ist der Ifo-Geschäftsklimaindex, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, überraschend von 109,9 auf 111,0 Punkte geklettert. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 109,6 Zähler gerechnet. Zudem zeigt sich, dass die Dax-Konzerne, die bislang Zahlen präsentiert haben, ihr operatives Ergebnis (Ebit) 2016 um 15 Prozent auf 58 Milliarden Euro gesteigert haben, wie aus einer Auswertung des Beratungsunternehmen EY hervorgeht. "Für die Mehrzahl der Dax-Konzerne war 2016 ein erfolgreiches Jahr", erklärte EY-Partner Mathieu Meyer.

Chartverlauf Ifo-Geschäftsklimaindex Juni 2016 bis Februar 2017

Börse 12.00 Uhr: ifo-Index, Fresenius

"Wenn man dazu noch ins Feld führt, dass jetzt die Kündigung von Bausparverträgen zunehmen dürfte, kann man sich an einer Hand abzählen, dass die niedrigen Zinsen den Sparern beginnen weh zu tun", meint Jochen Stanzl von CMC Markets. Man müsse derzeit auch nicht besonders tief in die Trickkiste greifen, um von Aktien zu profitieren, da viele Titel nahe ihrer Allzeithochs notierten.

Angst vor Le Pen

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.978,29
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Die Mehrheit der Experten geht daher davon aus, dass der Dax weiter zulegen dürfte. Der Weg nach Norden sein nun frei, heißt es. Rückschläge sollten aber einkalkuliert werden. Der mögliche Sieg rechtsextremer Parteien bei den nahenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich macht vielen Anlegern Sorge. Dabei hat etwa Marine Le Pen in Frankreich rein mathematisch nicht die geringste Chance, die künftige Präsidentin des Landes zu werden. Dazu fehlen ihr mehrere Millionen Stimmen.

Am Mittwoch stieg der Dax zunächst auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 12.031,11 Punkten. Kursverluste des Index-Schwergewichts Bayer sowie die Sorge vor den Wahlen drückten ihn wieder unter die psychologisch wichtige 12.000er Marke. Am Ende schloss er 0,3 Prozent höher bei 11.998,59 Zählern.

An der Wall Street lassen es die Anleger am Mittwoch ruhiger angehen: Der Dow Jones-Index markiert zwar bei 20.778 Punkten ein neues Rekordhoch. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert er bei 20.775 Punkten, 32 Punkte höher als gestern. Gestützt wird der Dow vom Chemieriesen DuPont. Die EU-Kommission will Insidern zufolge der 130 Milliarden Dollar schweren Fusion mit dem Rivalen Dow Chemical grünes Licht erteilen.

Der Euro und der Bayrou-Effekt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,0575
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Beflügelt wurde der Dax heute auch vom Devisenmarkt: Der Euro ist zeitweise unter die Schwelle von 1,05 Dollar gefallen. Dann kam die Wende. Der Verzicht des zentristischen französischen Politikers Francois Bayrou auf eine eigene Kandidatur im ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen am Nachmittag befeuerte die Gemeinschaftswährung wieder Bis zum Handelsende in Frankfurt stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,0538 Dollar. Bayrou will Macron unterstützen. Dies erhöht laut Beobachtern die Wahlaussichten für den früheren Wirtschaftsminister. Frankreichkenner können sich zwar nur wundern, dass es ausgerechnet einem so drittrangigen Politiker wie Bayrou gelingt den Euro zu beflügeln, aber die angelsächsischen Devisenhändler sehen das offenbar anders.

Gewinnmitnahmen bei Bayer

Im Dax ist die Bayer-Aktie bis zum Schluss einer der größten Verlierer. Marktbeobachter sprechen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kursrally, konnte der Konzern mit seinen Zahlen doch sogar die Erwartungen der Analysten übertreffen: Im vierten Quartal 2016 kletterte das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) um fast 14 Prozent auf 2,179 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank jedoch wegen Sonderaufwendungen um mehr als ein Viertel auf 453 Millionen Euro.

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Börse 08.00 Uhr: Gute Geschäftszahlen von Fresenius und Bayer

RWE: Anleger nur ein bisschen enttäuscht

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Stammaktionäre von RWE haben ihre anfängliche Enttäuschung über die erneute Nullrunde bei der Dividende für 2016 schnell überwunden. Trotzdem sprach Goldman Sachs-Analyst Alberto Gandolfi von positiven Ankündigungen des Energiekonzerns. Damit meinte er die für 2017 in Aussicht gestellte Dividende. Zudem bleibe die Gewinnentwicklung in Schwung. Die Aktie verliert nur 0,7 Prozent.

ThyssenKrupp: Endlich raus aus Brasilien

Größter Gewinner im Dax ist dagegen ThyssenKrupp. Nach mehr als einem Jahrzehnt beendet die Thyssenkrupp-Stahltochter endgültig die verlustträchtige Expansion nach Amerika. Das brasilianische Stahlwerk CSA wird für 1,5 Milliarden Euro an das in Luxemburg ansässige Unternehmen Ternium verkauft. Die gescheiterte Expansion in die USA und nach Brasilien kostete unter dem Strich rund acht Milliarden Euro.

Fresenius: Neue Übernahmen im Visier

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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76,70
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Der Übernahmehunger des Gesundheitskonzerns Fresenius ist nach dem Kauf des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud noch nicht gestillt. Das Unternehmen sei offen für weitere milliardenschwere Akquisitionen, sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. "Wenn sich die richtige Gelegenheit ergäbe, wäre ich durchaus bereit, mir das sehr genau anzuschauen. Hinsichtlich der finanziellen Kapazität würde ich mir da keine Sorgen machen." Der langjährige Finanzvorstand hat im Juli 2016 die Nachfolge von Ulf Mark Schneider angetreten. Gut zwei Monate später tütete er die 5,8 Milliarden Euro schwere Übernahme von Quironsalud ein.

FMC mit kräftigem Gewinnsprung

FMC
FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Beim weltgrößten Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) geht es nach drei Jahren mit rückläufigen Gewinnen wieder bergauf. Dank Sparmaßnahmen und großen Zuwächsen im Versorgungsgeschäft rund um die Blutwäsche stieg der Überschuss im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 1,24 Milliarden Dollar. Die Dividende soll auf 0,96 Euro je Aktie steigen nach 0,80 Euro vor Jahresfrist.

Ströer wird ehrgeiziger

Der Werbevermarkter Ströer hat nach einem guten Start ins laufende Jahr die Umsatzprognose für 2017 leicht angehoben auf rund 1,3 Milliarden Euro. Bislang hatte der Konzern, der im vergangenen Jahr in das Kreuzfeuer des umstrittenen Hedgefonds und Leerverkäufers Muddy Waters geraten war, einen Umsatz zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro prognostiziert.

Airbus: A400M verhagelt Gewinn

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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69,00
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2,30
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Die stetigen Probleme mit dem Militärtransporter A400M haben den Gewinn des Flugzeugkonzerns Airbus im vergangenen Jahr deutlich absacken lassen. Trotz brummender Geschäfte mit Passagierfliegern brach der Überschuss auf knapp eine Milliarde von 2,7 Milliarden im Vorjahr ein. Allein 2,2 Milliarden an Belastungen aus dem Programm A400M verbuchte Airbus im abgelaufenen Jahr.

Deutsche Wohnen: Kapitalmaßnahmen drücken Kurs

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Wohnen die für die Branche wichtige Kenngröße Funds from Operations (FFO) 2016 um rund 20 Prozent auf knapp 384 Millionen Euro gesteigert. Die gleichzeitig vermeldeten Kapitalmaßnahmen drücken aber auf den Kurs: Der Immobilienkonzern platzierte eine Wandelanleihe im Volumen von 800 Millionen Euro und nahm über eine Kapitalerhöhung weitere 545 Millionen Euro ein.

Telefónica Deutschland halbiert Verlust

Der Telekomkonzern Telefónica Deutschland hat seinen Verlust im vergangenen Jahr auf 176 Millionen Euro halbiert und will bald mehr aus der E-Plus-Übernahme herausholen. 2019 sollen die jährlichen Einsparungen von 800 auf 900 Millionen Euro steigen, wie das TecDax-Schwergewicht am Mittwoch mitteilte. Dabei rechnet das Unternehmen Kostensenkungen und Umsatzchancen aus der Fusion zusammen.

Drillisch: Ausblick enttäuscht

Einer der schwächsten Werte im TecDax ist Drillisch. Der Mobilfunkanbieter hat die Zahl der Handykunden sei 2016 um knapp 30 Prozent auf 3,4 Millionen gesteigert. Das Betriebsergebnis(Ebitda) zog gleichzeitig um 14 Prozent auf 120 Millionen Euro an. Die Dividende wird um 5 Cent auf 1,80 Euro je Titel für 2016 angehoben. Der Ebitda-Ausblick für das laufende Jahr 2017 liegt mit 160 bis 170 Millionen Euro auf dem Niveau der Konsensschätzung, sorgt einem Händler zufolge aber nicht gerade für Euphorie.

Rocket: Investor steigt aus

Rocket Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,84
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-16,42%

Der schwedische Investor Kinnevik stellt die Hälfte seiner Beteiligung an der Berliner Internet-Holding Rocket Internet zum Verkauf. Kinnevik sucht mit Hilfe der Investmentbank Bank of America Merrill Lynch neue Eigentümer für 10,9 Millionen Rocket-Aktien. Er nimmt dabei sogar einen ungewöhnlich deutlichen Abschlag auf den Xetra-Schlusskurs von 21,35 Euro in Kauf. Die Papiere würden zu 19 bis 20 Euro angeboten, teilte die Bank mit. Kinnevik könnte auch noch mehr Aktien abgeben. Der Investor hält bisher gut 13 Prozent an Rocket Internet. Im Frankfurter Späthandel brachen die Papiere um neun Prozent auf 19,99 Euro ein.

Modekette Esprit macht wieder Gewinn

Die Modekette Esprit ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im ersten Geschäftshalbjahr erzielte der Konzern einen Nettogewinn von umgerechnet 7,4 Millionen Euro. Vor einem Jahr war noch ein Verlust von 29 Millionen Euro angefallen. Zum positiven Ergebnis habe vor allem die Schließung unrentabler Filialen beigetragen. Die Kürzungen haten allerdings auch einen Rückgang des Umsatzes um mehr als zehn Prozent auf rund eine Milliarde Euro zur Folge.

Washtec öffnet die Schatulle

Der Maschinenbauer Washtec will seine Aktionäre an seinem Erfolg teilhaben lassen. Dadurch soll die Dividende von 1,70 Euro auf 2,10 Euro angehoben werden. Das Geschäftsjahr 2016 war mit einem Konzernergebnis von 30,6 Millionen Euro (Vorjahr 24,6) und einem Ergebnis pro Aktie von 2,29 Euro (Vorjahr 1,78 Euro) ein Erfolg.

Lloyds mit höchstem Gewinn seit 10 Jahren

Die britische Großbank Lloyds hat 2016 den höchsten Gewinn seit einem Jahrzehnt eingefahren. Vor Steuern verdiente sie 4,2 Milliarden Pfund (rund fünf Milliarden Euro), wie das Management am Mittwoch mitteilte. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2015. Der führende Hypothekenanbieter ist stärker als die Konkurrenz auf der Insel von der britischen Wirtschaft abhängig. 97 Prozent des Geschäfts entfallen auf den Heimatmarkt. Experten verweisen bereits auf erste Warnsignale, dass sich die Lage bald verschlechtern könnte.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 23. Februar

Unternehmen:
Swiss Re: Jahreszahlen, 7 Uhr
DIC Asset: Jahreszahlen, 7 Uhr
Aareal Bank: Jahreszahlen, 7 Uhr
ADVA Optical: Jahreszahlen, 7 Uhr
TAG Immobilien: Jahreszahlen, 7 Uhr
Axa: Jahreszahlen, 7 Uhr
Aixtron: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Henkel: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Xing: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Dürr: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Telefonica: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Orange: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Veolio: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
PSA: Jahreszahlen, 7:45 Uhr
Glencore: Jahreszahlen, 8 Uhr
ProSieben:Jahreszahlen, 8 Uhr
MTU: Jahreszahlen, 8 Uhr
Barclays: Jahreszahlen, 8 Uhr
Dialog Semiconductor:Jahreszahlen, 8 Uhr
Gerry Weber: Bilanz-Pk
MLP:Bilanz-Pk, 10:30 Uhr

Konjunktur:
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, Woche, 14:30 Uhr
USA: CFNA-Index 14:30 Uhr
USA: FHFA-Index 12/16, 15:00 Uhr

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