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Marktbericht 9:17 Uhr

Marktbericht neutral Bulle scharrt mit Hufen

Gewinnmitnahmen zu Handelsauftakt

Dax: Bewährungsprobe für die Bullen

von Angela Göpfert

Nach der fulminanten Montags-Rally ist der Dax in einer wichtigen Zielzone angekommen. War der jüngste Anstieg über die 200-Tage-Linie nichts als eine Bullenfalle? Oder der Startschuss zu etwas wirklich Großem?

Der Dax startet mit Gewinnmitnahmen in den neuen Handelstag. Zu Xetra-Auftakt notiert der deutsche Leitindex moderate 0,3 Prozent tiefer bei 9.485 Punkten. In den ersten Handelsminuten weitet sich das Minus bis auf 9.469 Zähler aus.

Am Montag war der deutsche Leitindex noch um 1,8 Prozent auf 9.510 Punkte geklettert, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi verkündet hatte, er werde die immer niedrigere Inflation in der Euro-Zone nötigenfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln erhöhen und so die Wirtschaft ankurbeln.

Spurensuche zu Handelsauftakt

Der schwache Handelsauftakt ist ein Mini-Punktsieg für die Bären, muss der Dax damit doch die erst am Vortag zurückeroberte 200-Tage-Linie (aktuell bei 9.507 Punkten) schon wieder preisgeben. Noch dazu geschieht dies im Rahmen eines Abwärtsgaps, einer Kurslücke zu Handelsauftakt.

Sollte diese Kurslücke (9.510 auf 9.481 Punkte) nun nicht rasch geschlossen werden, wäre dies ein erstes Indiz, dass es sich bei der gestrigen Rückeroberung der 200-Tage-Linie um einen Fehlausbruch und damit um eine Bullenfalle gehandelt hat.

Bislang nur eine Gegenbewegung

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Börse 09.05 Uhr

Ohnehin müssen sich Anleger klar vor Augen führen: Alles, was wir bislang an steigenden Dax-Notierungen seit dem bisherigen Korrekturtief (8.903) Punkte gesehen haben, ist nicht mehr als ein Pullback an das Ausbruchslevel und damit nur eine Gegenbewegung innerhalb eines ansonsten noch intakten Abwärtstrends.

Am Montag hat der Dax mit einem Schlussstand von 9.510 Punkten die "natürliche Zielzone" einer Gegenbewegung erreicht: Bei 9.477 Zählern verläuft das 50-Prozent-Fibonacci-Retracement der jüngsten Korrektur (von 10.052 auf 8.903 Punkte), bei 9.498 Punkten die 200-Tage-Linie.

Bullen in der Beweispflicht

Bis hierher ist es den Bullen leicht gefallen, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Jetzt müssen sie beweisen, dass die jüngste Rally mehr ist als eine Gegenbewegung im Rahmen eines laufenden Abwärtstrends.

Dazu müsste die 200-Tage-Linie auf Tagesschlusskursbasis hinreichend deutlich überwunden werden.

Gewinnmitnahmen in Asien

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
15424.59
Differenz absolut
-35.27
Differenz relativ
-0.23%

Auch in Asien stehen die Zeichen am Morgen auf Gewinnmitnahmen. Die Verluste belaufen sich auf 0,6 Prozent beim Nikkei und 1,0 Prozent beim SSE Composite. Am Montag hatte der S&P 500 bei 2.002 Punkten ein frisches Allzeithoch markiert.

Dagegen konnten sowohl der Dow Jones Index als auch der Dow Transportation Index keine neuen Rekordhochs verbuchen. Diese negative Divergenz lässt aufhorchen: Handelt es sich beim Anstieg des S&P 500 über die 2.000er-Marke um einen Fehlausbruch?

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2003.37
Differenz absolut
6.63
Differenz relativ
+0.33%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
17098.45
Differenz absolut
18.88
Differenz relativ
+0.11%
Dow Transportation Index: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
8408.02
Differenz absolut
2.64
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+0.03%

Euro auf Zwölf-Monats-Tief

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.3133
Differenz absolut
-0.01
Differenz relativ
-0.39%

Am Devisenmarkt präsentiert sich der Euro am Morgen nahezu unverändert, nachdem er im fernöstlichen Devisenhandel zunächst mit 1,3178 Dollar auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen war. Hier wirken die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi nach. Zudem belastet die Regierungskrise in Frankreich.

Deutsche Bank top, Versorger flop

Unter den Einzeltiteln im Dax verbuchen Papiere von RWE, Eon und Henkel die größten Kursverluste, dagegen führen Aktien von Deutsche Bank zunächst die Gewinnerliste im Dax an.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.04
Differenz absolut
-0.08
Differenz relativ
-0.29%
RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
29.78
Differenz absolut
0.18
Differenz relativ
+0.61%
Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.83
Differenz absolut
0.06
Differenz relativ
+0.44%

Lufthansa: Streik-Termin weiter offen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.18
Differenz absolut
-0.18
Differenz relativ
-1.38%

Die Lufthansa-Aktie gibt mit dem Markt nach. Frühestens heute dürfte es nähere Informationen geben, wann und wie lange die Flugkapitäne streiken werden. Die Lufthansa will Arbeitsniederlegungen in letzter Minute abwenden.

Chancen für Siemens-Schiffstechnik?

Unterdessen sieht Siemens vor dem Hintergrund strengerer Umweltvorschriften in der Schifffahrt gute Chancen für seine Schiffszulieferungen. Die Reeder wünschten sich vor allem Energieeffizienz, um Treibstoffkosten zu sparen, sagte Stefan Kraus, Strategiedirektor der Siemens-Sparte Marine & Shipbuilding. Der Siemens-Konzern setzt mit Schiffstechnik einen dreistelligen Millionenbetrag um.

Analystenlob für Salzgitter

Salzgitter: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28.42
Differenz absolut
-0.04
Differenz relativ
-0.14%

Im MDax kann sich die Salzgitter-Aktie gegen den Markttrend stemmen und an der Index-Spitze haussieren. Die UBS hat den Titel von "Sell" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 27 auf 34 Euro angehoben. Die Restrukturierung werde von den Anlegern zu vorsichtig beurteilt, die Aktien seien attraktiv bewertet, hieß es zur Begründung.

Keine Panik wegen BVB-Kursminus!

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
4.78
Differenz absolut
0.05
Differenz relativ
+1.04%

Im SDax werden die Aktien von Borussia Dortmund ex Bezugsrecht gehandelt. Voraussichtlich bis zum 8. September haben Altaktionäre die Möglichkeit, für jeweils elf ihrer Anteile vier junge Aktien zu je 4,66 Euro zu beziehen. Ein Handel der Bezugsrechte findet nicht statt. Die jungen Aktien sollen anschließend bis zur nächsten Hauptversammlung separat (ISIN DE000A11QXQ6) gehandelt werden.

Aurelius mag eigene Aktien

Aurelius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28.75
Differenz absolut
-0.30
Differenz relativ
-1.03%

Jenseits der großen Aktienindizes macht Aurelius auf sich aufmerksam. Bis zum 30. Juni 2015 will die Gesellschaft insgesamt bis zu 3.168.000 eigene Aktien – jedoch begrenzt auf einen Wert von höchstens 15 Millionen Euro – zurückkaufen. Die Kursstützungsbemühungen des Aurelius-Managements kommen am Markt gut an, ein frisches Kaufsignal würde der Titel aber erst mit einem Anstieg über das Allzeithoch bei 30,67 Euro senden.

Buffetts Burger-Deal

Für Furore sorgt diese Meldung: Laut dem "Wall Street Journal" steckt Warren Buffett hinter der geplanten Verlagerung des Burger-King-Firmensitzes nach Kanada zu Steuersparzwecken. Buffetts Holding Berkshire Hathaway soll die zu diesem Zwecke geplante Übernahme von Tim Hortons zu 25 Prozent finanzieren. Der Höhenflug der Burger-King-Aktie geht weiter.

Berkshire Hathaway A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
154200.00
Differenz absolut
196.00
Differenz relativ
+0.13%
Burger King: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.68
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2.12
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+9.39%

Amazon zeigt Google, was eine Harke ist

Amazon hat Google das Spieleportal Twitch vor der Nase weggeschnappt. Knapp eine Milliarde Dollar blätterte Amazon für Twitch hin, laut Insidern soll auch Google Übernahmegespräche mit der Online-Spieleplattform geführt haben. Für Amazon ist es einer der größten Zukäufe überhaupt. Es unterstreicht zugleich die Ambitionen von Konzernchef Jeff Bezos, über das angestammte Handelsgeschäft hinaus zu einem wichtigen Anziehungspunkt im Netz zu werden.

Vienna Insurance mit Gewinnschub

Gute Nachrichten für die Versicherungsbranche kommen aus Wien: Der Versicherungskonzern Vienna Insurance hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr kräftig gesteigert. Vor Steuern legte das Ergebnis um 41 Prozent auf 291 Millionen Euro zu. Grund für das starke Plus waren deutlich niedrigere Kosten durch Naturkatastrophen.

Stand: 26.08.2014, 09:17 Uhr

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