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Marktbericht 10:09

Erneute Kursverluste

Dax: Bären reiten neue Attacke

von Angela Göpfert

Die erhoffte Stabilisierung ist ausgeblieben. Der Dax rutscht rund ein Prozent ab. Die Bullen haben damit eine wichtige Chance vergeben. Schon wieder!

Dabei hatte der Freitag noch vorsichtige Hoffnungen genährt. Konnte sich der Dax doch im Tagesverlauf von seinem Tief bei 9.656 Zählern lösen und sogar knapp oberhalb seines Eröffnungskurses schließen.

Auch die Wall Street stärkte – wie schon so häufig in jüngster Zeit – den Bullen den Rücken. Dort hatten die Profis, das so genannte "smart money", in den letzten beiden Handelsstunden ordentlich zugegriffen, sodass sich die US-Indizes nahe ihrer Tageshöchststände ins Wochenende verabschiedeten.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
17113.54
Differenz absolut
61.81
Differenz relativ
+0.36%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
1983.53
Differenz absolut
9.90
Differenz relativ
+0.50%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
3961.62
Differenz absolut
27.49
Differenz relativ
+0.70%

Bullenfalle wirkt nach

Doch die Bullen schaffen es am Montag einfach nicht, ihre Chancen zu nutzen und die guten Vorgaben aus den USA auf den Dax umzumünzen. Der Dax notiert zur Eröffnung fast unverändert bei 9.711 Punkten. Statt dies als Sprungbrett nach oben zu nutzen, dreht der Dax rasch ins Minus und fällt in der ersten Handelsstunde bis auf 9.611 Zähler.

Aus technischer Perspektive würde nun eine neue Attacke der Bären wenig wundern, nachdem sich in der vergangenen Woche der Ausflug über die Marke von 9.800 Punkten als Bullenfalle erwiesen hatte.

Heiliger Schreck!

Damit hat das aus der Toppbildung ableitbare Abschlagspotenzial von rund 250 Punkten nichts von seiner Bedeutung verloren. Nachdem der Dax nun das jüngste Bewegungstief bei 9.617 durchbrochen hat, müssen sich Anleger auf ein Wiedersehen mit der 200-Tage-Linie (aktuell bei 9.439 Punkten) einstellen.

Aus fundamentaler Perspektive drücken weiterhin Ukraine- und Nahost-Krise auf das Gemüt der Anleger. Zu allem Überdruss hat nun auch noch die portugiesische Unternehmensgruppe Espírito Santo International (ESI), die indirekt an der kriselnden Großbank BES beteiligt ist, die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Banken im Fokus

Wegen der jüngsten Entwicklungen in Portugal rücken am Morgen auch im Dax erneut die Banken in den Fokus der Anleger. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte allerdings, dass die Ansteckungsgefahr heute "viel geringer" sei. Zudem seien die Banken gut für den anstehenden Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) gewappnet, so Schäuble zum "Handelsblatt".

Philips meldet Ergebniseinbruch

Die Siemens-Aktie kann sich zu Handelsauftakt den schlechten Neuigkeiten aus der Branche nicht entziehen. Eine Flaute im Geschäft mit Medizintechnik hat dem Rivalen Philips die Bilanz zum zweiten Quartal ordentlich verhagelt. Weil sich das operative Ergebnis in der größten Sparte fast halbierte, musste Philips einen Ebita-Einbruch von 30 Prozent auf 415 Millionen Euro hinnehmen. Unterm Strich ging der Überschuss von 317 auf 243 Millionen Euro zurück.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
93.65
Differenz absolut
0.11
Differenz relativ
+0.12%

Allianz: Not macht erfinderisch

Unterdessen schaut sich die Allianz wegen der anhaltenden Niedrigzinsen auch abseitigere Anlagefelder an. So arbeite man etwa an Finanzierungen, bei denen auch Eisenbahnen oder Flugzeuge als Sicherheiten dienten, erklärte Günther Thallinger, Chef von Allianz Investment Management (AIM), der "Börsen-Zeitung". Das kann man kreativ nennen – oder verzweifelt.

SAP und Software AG: Die Luft ist raus!

Am Wochenende hat der Walldorfer Softwareriese SAP ein ihm häufig nachgesagtes Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Software AG ausdrücklich dementiert. Er sehe nicht, dass die Software AG ins Portfolio der SAP passe, sagte der neue SAP-Finanzvorstand Luka Mucic der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".

Jegliche Übernahmefantasie entweicht damit schlagartig aus der Aktie der Software AG. Sie ist einer der schlechtesten Werte im TecDax. Die SAP-Aktie findet sich sogar ganz am Ende des Dax wieder. Das dürfte aber weniger auf die Software-Aussagen, denn auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Die SAP-Aktie war mit einem Kursplus von 5,5 Prozent in der vergangenen Woche der größte Dax-Gewinner gewesen.

Software AG: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19.68
Differenz absolut
0.18
Differenz relativ
+0.95%

Sky Deutschland bald britisch?

Im MDax ist die Sky-Aktie zu Handelsbeginn der mit Abstand größte Gewinner. Laut "Sunday Times" könnte der britische Bezahlsender BSkyB in den nächsten zwei Wochen eine Vereinbarung über eine Übernahme der Bezahlsender Sky Deutschland und Sky Italia von Rupert Murdoch treffen. Der Coup stehe offenbar kurz bevor, berichtete auch die "FAZ".

Airbus: Positive Farnborough-Bilanz

Airbus kann eine positive Bilanz der Luftfahrtmesse in Farnborough ziehen. Vor allem die spritsparenden Neuauflagen der Mittel- und Langstreckenjets A320 und A330 mit dem Beinamen "neo" liefen hervorragend, über 500 Maschinen wurden Verträge oder Vorverträge abgeschlossen. Rivale Boeing kam nur auf gut 200 Flugzeuge. Trotzdem liegen die Amerikaner in der Auftragsbilanz für dieses Jahr weiter vorn.

Julius Bär besser als gedacht

Unter den ausländischen Werten kann Julius Bär auftrumpfen. Die Schweizer Privatbank ist im ersten Halbjahr kräftig gewachsen. Die verwalteten Vermögen kletterten seit Ende 2013 um acht Prozent auf 274 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg um zehn Prozent auf 288 Millionen Franken. Analysten hatten dem einzigen reinen Schweizer Vermögensverwalter klar weniger zugetraut. Die Julius-Bär-Aktie steigt zu Börsenbeginn in der Schweiz um 6,7 Prozent.

Roche mag's nicht so groß

Roche Gs.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
219.05
Differenz absolut
-0.05
Differenz relativ
-0.02%

Im großen Übernahmekarussell der Pharmabranche mag Roche nicht so recht mitfahren. Die Schweizer schließen große Zukäufe aus. "Wir halten an unserer bisherigen Strategie fest", sagte Roche-Chef Severin Schwan der Zeitung "Finanz und Wirtschaft". Dazu gehörten gezielte kleinere Übernahmen und Partnerschaften.

Camel-Hersteller soll blechen

Gelassen fällt die Reaktion der Reynolds-Aktie auf diese Hiobsbotschaft aus: Ein Gericht in Florida hat den Tabakkonzern zur Zahlung von mehr als 23 Milliarden Dollar an die Witwe eines Kettenrauchers verurteilt. Die Strafe ist eine der höchsten, die jemals in einem Prozess mit einem einzelnen Kläger gegen ein Tabakunternehmen verhängt worden ist. Der Camel-Hersteller kündigte an, das Urteil anzufechten.

Stand: 21.07.2014, 10:08 Uhr

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Tagestermine am Mittwoch, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Stratec Biomedical: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
ABB: Q2-Zahlen, 06:00 Uhr
Syngenta: Halbjahres-Zahlen 07:00 Uhr
Akzo Nobel: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
STMicroelectronics: Q2-Zahlen
Iberdrola: Q2-Zahlen
OMV: Q2-Zahlen
Mifa: Versammlung der Anleihengläubiger, ab 11:00 Uhr
GlaxoSmithKline: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Dow Chemical: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Boeing: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
PepsiCo: Q2-Zahlen
Delta Airlines: Q2-Zahlen
Biogen: Q2-Zahlen
Facebook: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
AT&T: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr

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