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Börsentrend 15:10 Uhr

Dax auf Jahrestief

Talfahrt beschleunigt sich

Die Nervosität an den Börsen ist zurück: Am frühen Nachmittag sind die europäischen Aktienmärkte binnen weniger Minuten deutlich nach unten gerutscht. Der Dax fiel auf den tiefsten Stand des Jahres. Charttechnische Signale lösten einen neuerlichen Kursrutsch aus.

Der Jahresanfang-Effekt ist verpufft. Am Mittwoch hat der Dax seine gesamten Jahresgewinne aufgezehrt. Erstmals seit Ende Dezember rutschte der deutsche Leitindex unter die Marke von 7.600 Punkten. Nachdem die charttechnische Unterstützungszone von 7.634 Zählern nachhaltig nach unten durchbrochen worden waren, ging es rasant nach unten. Am Nachmittag liegt der Dax 1,5 Prozent im Minus bei gut 7.550 Punkten.

Wieder einmal machte sich offenbar der hohe Anteil des "Algo-Trading" am Dax-Handel bemerkbar. Computerprogramme, die automatisch handeln, dürften erneut den Kursverfall beschleunigt haben. Das gleiche Phänomen konnten Anleger bereits beim Kurssturz am Montag beobachten.

Am Vormittag hatte alles noch nach einem ruhigen Tag ausgesehen. Der Dax pendelte richtungslos um den Vortagesschluss.

Volatilität auf Zweieinhalb-Monats-Hoch

Wie groß die Nervosität der Börsianer derzeit ist, zeigen die Volatilitäsindizes. Der VDax und der VStoxx, die die Volatilität messen, stiegen am Mittwoch auf ein Zweieinhalb-Monats-Hoch.

Anleger fürchten Berlusconi-Triumph

Fundamentale Gründe für die Kurstalfahrt gab es nicht. Neben charttechnischen Gründen verwies ein Händler auf Befürchtungen vor einem politischen Comeback des früheren italienischen Ministerporäsidenten Silvio Berlusconi. Ein Sieg Berlusconis bei den Wahlen Ende Februar könnte ein Rückschlag für die Reformpolitik in Italien sein. Weiterhin lasteten die Korruptionsvorwürfe gegen die spanische Regierung auf den Kursen. "Wir haben derzeit eine absolut politische Börse", sagte Fidel Helmer, Kapitalmarktexperte bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser.

Euro kämpft um die Marke von 1,35 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.2231
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Der Euro geriet ebenfalls unter Druck. Die Gemeinschaftswährung hält sich am Nachmittag nur noch knapp über 1,35 Dollar. Die Bundesregierung lehnte am Mittwoch die gestern von Frankreichs Präsident Francois Holland befürwortete aktive Wechselkurspolitik der Europäer ab. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, dass der Euro im historischen Vergleich nicht überbewertet sei.

Von der Wall Street ist ebenfalls kein Rückenwind zu erwarten. Die Futures deuten auf einen negativen Handelsbeginn hin. Der Dow-Future liegt 0,6 Prozent im Minus.

Lufthansa-Aktie im Aufwind

Im Dax gibt es am Nachmittag nur zwei Gewinner: die Lufthansa und Daimler. Die Lufthansa-Aktie legt zwei Prozent zu. Händler verwiesen auf charttechnische Gründe. Nachdem am Dienstag der Titel an der 50-Tage-Linie gestoppt worden sei, gehe es nun wieder voran. Bei Daimler spekulieren die Anleger offenbar auf eine gute Bilanz und einen positiven Ausblick am Donnerstag.

Versorger werden abgestraft

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.36
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RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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26.25
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Zu den größten Dax-Verlierern zählen die beiden Versorger-Aktien RWE und Eon. Nachdem sich beide Titel wegen der wieder schwindenden Streikgefahr gut erholt hatten, sorgt nun ein Kommentar der Berenberg Bank für Verdruss. Die Analysten haben Eon zum Verkauf empfohlen. Die Analysten von Credit Suisse stutzten das Kursziel von RWE.

Stahlaktien im ArcelorMittal-Sog

Stahlaktien in den Leitindizes präsentieren sich am Mittwoch in guter Verfassung. Die ThyssenKrupp-Aktie schlägt sich besser als der Gesamtmarkt, im MDax können sich Salzgitter und der Stahlhändler KlöCo besser behaupten. Die Jahresbilanz des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal macht Hoffnung auf eine Besserung an der Stahlfront.

Haniel reduziert Anteile an Metro

Größter MDax-Gewinner ist Metro mit einem Plus von 2,5 Prozent. Großaktionär Haniel hat seine Beteiligung an dem Einzelhandelskonzern Metro auf 30 Prozent reduziert und damit 300 Millionen Euro eingesammelt. "Endlich ist der Verkaufsdruck weg", meinte ein Händler erleichtert. Haniel werde aber auch in Zukunft ein "Ankerinvestor" bei dem ehemaligen Dax-Unternehmen bleiben, betonte Metro-Chef Stephan Gemkow.

Gea enttäuscht

Gea
Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
36.50
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-0.02
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-0.04%

Schlusslicht im MDax sind Aktien des Anlagenbauers Gea. Sie büßen bis zum Nachmittag rund fünf Prozent ein. Analysten sprachen in ersten Stellungnahmen von einem enttäuschenden Ausblick auf 2013 und einer zu niedrigen Dividende. Dabei lässt das Zahlenwerk von Gea eigentlich wenig zu wünschen übrig.

Grenkeleasing prüft Kapitalerhöhung

GrenkeLeasing: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
87.65
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-1.18
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-1.33%

Im SDax hat Grenkeleasing Zahlen vorgelegt. Der IT-Vermieter verdiente im abgelaufenen Jahr 42,5 Millionen Euro und traf damit genau die eigene Prognose. Für 2013 prophezeit das Unternehmen eine leichte Steigerung des Gewinns auf 44 bis 48 Millionen Euro. Zur weiteren Expansion erwägt der IT-Vermieter eine Kapitalerhöhung. Das verunsichert die Anleger. Die Aktie verliert 1,5 Prozent.

Bechle-Chef macht bis 2017 weiter

Im TecDax legt die Aktie des IT-Dienstleister Bechtle gut drei Prozent zu. Der Chef des Konzerns, Thomas Olemotz, wird Bechtle zumindest bis zum Jahr 2017 führen. So lange läuft der Vertrag des Managers, der am Mittwoch verlängert wurde.

Übernahmegerüchte treiben Morphosys

Die Aktie des Biotech-Unternehmens Morphosys war zeitweise größter TecDax-Gewinner. Am Nachmittag schwindet der Kursgewinn auf ein Prozent. Laut einer Studie der DZ Bank ist die Übernahme durch Novartis wahrscheinlicher geworden. Den "fairen" Wert hat der zuständige Analyst um zehn auf 40 Euro erhöht.

Vestas erzeugt keinen Rückenwind

Papiere des Windkraft-Spezialisten Nordex können von Geschäftsergebnissen des Branchenvertreters Vestas nicht profitieren - und liegen 2,5 Prozent im Minus. Aktien der dänischen Vestas legten zeitweise zweistellig zu, nachdem das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 2,26 auf 2,51 Milliarden Euro bekannt gegeben hatte.

Hamborner REIT gut im Geschäft

Der Immobilien-Konzern aus dem SDax hat seine Erlöse aus Vermietung und Verpachtung von 32,2 auf 37 Millionen Euro gesteigert. Die wichtige Ergebniskennziffer FFO (Funds from Operations) stieg um sieben Prozent auf 18,4 Millionen Euro. Mit dem Jahresüberschuss von 7,7 Millionen Euro liegt das Unternehmen leicht unter Vorjahr. Die Aktie notiert fester.

RBS muss kräftig blechen

Die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) hat sich im Libor-Skandal mit den Behörden auf eine hohe Strafe von 612 Millionen US-Dollar an amerikanische und britische Behörden geeinigt. Dies ist die bisher die zweithöchste Strafe im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen.

Time Warner steigert Gewinn deutlich

Der US-Medienkonzern Time Warner hat dank Einsparungen und Restrukturierungen 50 Prozent mehr verdient im abgelaufenen Quartal. Der Umsatz stagnierte bei 8,16 Milliarden Dollar. Während die TV-Sparte mit den Sendern CNN, TNT und HBO und Erfolgsserien wie "Game of Thrones" und "Boardwalk Empire" den Umsatz beflügelten, gingen die Erlöse im Verlagsgeschäft und dem Kinofilmsegment Warner Bros zurück. Vorbörslich gewinnt die Aktie fünf Prozent.

Stand: 06.02.2013, 15:10 Uhr

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