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Marktbericht 20:02

Ukraine-Krise macht Angst

Dax auch zum Wochenauftakt im Rückwärtsgang

Am Frankfurter Aktienmarkt hat die neue Woche ähnlich begonnen wie die alte geendet hat: mit Verlusten. Dabei ist es nicht die Berichtssaison, sondern die Eskalation der Gewalt in der Ukraine, die den Anlegern zunehmend Sorge bereitet.

Der Dax verliert 1,11 Prozent oder 108 Punkte auf 9.612,05 Zaähler und schließt damit zum dritten Mal in Folge im Minus. Alle 30 im deutschen Leitindex notierten Werte müssen Einbußen hinnehmen. Nach einem schwachen Tagesstart hatte der Dax seine Verluste am Nachmittag immer weiter ausgeweitet und war zeitweise auf 9.597 Punkte gefallen, sein Tagestief.

Schärfere Sanktionen gegen Russland würden immer wahrscheinlicher und daher brächten viele Anleger ihre Gewinne in Sicherheit, sagte Chefanalyst Jens Klatt von DailyFX. "Für Käufe fehlt vor diesem Hintergrund die Argumentationsgrundlage." Bereits am Freitag hatten der mutmaßliche Abschuss einer Passagiermaschine der Malaysian Airlines über der Ostukraine und die Kämpfe zwischen Israel und Palästina die Stimmung an den Finanzmärkten belastet.

Am Montag weitet sich die Verunsicherung bis nach New York aus. An der Wall Street eröffnet der Dow Jones-Index schwächer und weitet seine Verluste zeitweise bis auf 0,7 Prozent aus auf 16.974. Danach erholen sich die Kurse etwas. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der US-Leitindex noch 0,18 Prozent oder 31 Punkte tiefer bei 17.069 Punkten.

Charttechnische Belastungen

Neben den Belastungen wegen der politischen Krisen hat sich inzwischen auch aus charttechnischer Sicht die Lage auf dem deutschen Aktienmarkt eingetrübt. Der zunehmende Abgabedruck wirke sich entsprechend negativ auf das charttechnische Bild aus, erklärt Gregor Kuhn von IG. Die technische Supportregion im Bereich von 9.800 Zählern sei nachhaltig unterschritten worden. Die nächstgelegene, signifikante Unterstützungszone befinde sich jetzt im Bereich von rund 9.450 Zählern. Bei besagter Marke verläuft die gleitende 200-Tageslinie.

Euro gibt weiter ab

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.3389
Differenz absolut
-0.00
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-0.05%

Der Euro hat am Montag anfängliche Gewinne nicht halten können. Bis zum Börsenschluss am Abend fällt die Gemeinschaftswährung auf 1,3519 Dollar, nach 1,3549 am Morgen. Starke Impulse blieben aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3518 (Freitag: 1,3525) Dollar fest.

Portugals Staatschef: BES ist sicher

Banco Espirito Santo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
0.20
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-0.16
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-43.84%

In Portugal wirbt Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva um Vertrauen. Er sagte, die Zentralbank habe erfolgreich dafür gesorgt, die kriselnde Großbank BES (Banco Espírito Santo) von den Problemen in der Unternehmensgruppe GES ihrer Gründerfamilie abzuschirmen. Die Portugiesen könnten der Bank BES vertrauen. Portugals Zentralbank habe erfolgreich dafür gesorgt, das Geldinstitut von den Problemen in der Unternehmensgruppe der Gründerfamilie abzuschirmen. Die musste am Wochenende Insolvenz beantragen.

Versorger etwas besser als der Gesamtmarkt

Im Dax können sich defensive Werte wie Eon und RWE zeitweise gegen den Abwärtstrend stemmen. Am Ende rutschen jedoch aus sie ins Minus. Trotzdem haben die Versorger auf Drei-Monats-Sicht die Nase vorn. Die RWE-Aktie war in diesem Zeitraum sogar mit einem Plus von 12,2 Prozent der größte Dax-Gewinner.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
30.06
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-0.66
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-2.16%
Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.13
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-0.30
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-2.05%

Commerzbank und Allianz unter Druck

Dagegen zählen Aktien der Commerzbank und der Allianz zu den größten Verlierern im Leitindex. Europaweit reagieren die Finanzwerte besonders sensibel auf die jüngsten Entwicklungen in Portugal. Dabei halten Analysten die Allianz-Aktie immer noch für einen Kauf. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für das Papier auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 130 Euro belassen. Für die Commerzbank hat die Allianz Potential bis auf 154 Euro zu stiegen.

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
124.90
Differenz absolut
-2.40
Differenz relativ
-1.89%

Analysten belasten Deutsche Post

Auch die Aktie der Deutschen Post verliert überdurchschnittlich. Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für den Titel vor Zahlen auf "Reduce" mit einem Kursziel von 24 Euro belassen. Der Logistikkonzern dürfte für das zweite Quartal eher verhaltene Ergebnisse vorlegen, hieß es zur Begründung.

Bechtle dreht auf

Bechtle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
58.15
Differenz absolut
-2.53
Differenz relativ
-4.17%

Im TecDax haben Bechtle-Aktien positiv auf die am Mittag veröffentlichten Quartalszahlen reagiert. Die Anteile an dem IT-Dienstleister holten ihre vorhergehenden Kursverluste auf und notieren wieder über der Schwelle von 60 Euro. Ein Analyst sprach von starken Resultaten, die teils deutlich über den Markterwartungen lägen. Der Vorsteuergewinn kletterte im zweiten Quartal um 60 Prozent auf 23 Millionen Euro.

Software AG: SAP will nicht

Software AG: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18.77
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-0.44
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-2.32%
LPKF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.30
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-3.27%

Dagegen gibt die Aktie der Darmstädter Software Ag weiter nach. Am Wochenende hatte zudem der neue SAP-Finanzvorstand gegenüber "Euro am Sonntag" ein Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Software AG ausdrücklich dementiert. Jegliche Übernahmefantasie entweicht damit schlagartig aus der Aktie der Software AG. Schwächster Wert im TecDax ist allerdings die LPKF-Aktie.

Osram im Philips-Sog, Tui in der Ukraine-Krise

Im MDax ist der Leuchtenhersteller Osram einer der schwächsten Werte. "Die Zahlen von Philips lasten auf dem Osram-Kurs", sagte ein Händler. Die Niederländer haben im zweiten Quartal deutlich weniger umgesetzt und verdient. Schwächster Wert im MDax ist jedoch die Tui-Aktie. Die zahlreichen Krisen - nicht zuletzt auch im Nahen Osten - dürften das Geschäft mit Tourismus erschweren.

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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30.33
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-0.90
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-2.90%
Tui
Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.60
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Sky Deutschland entfacht Fantasie

Sky Deutschland: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.76
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0.01
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+0.10%

Größter Gewinner im MDax ist die Sky-Aktie. Laut "Sunday Times" könnte der britische Bezahlsender BSkyB in den nächsten zwei Wochen eine Vereinbarung über eine Übernahme der Bezahlsender Sky Deutschland und Sky Italia von Rupert Murdoch treffen. Der Coup stehe offenbar kurz bevor, berichtete auch die "FAZ".

Wacker Chemie: Analysten verleihen Flügel

Wacker Chemie: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
86.97
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-1.28
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-1.45%

Zweitbester MDax-Wert ist die Aktie von Wacker Chemie, die von einer kurzfristigen Handelsempfehlung der Deutschen Bank profitieren kann. Analyst Alexander Karnick glaubt, dass das Polysilizium-Geschäft dank einer anhaltend hohen Auslastung gut laufen sollte. Chemieanbietern sollte ohnehin eine saisonale Erholung im zweiten Quartal helfen. Fundamental stuft er das Papier allerdings weiterhin nur mit der neutralen Empfehlung "Hold" ein.

Aurelius hat jetzt auch Schuhe

Jenseits der großen Indizes sticht die Aurelius-Aktie mit einem Kursplus ins Auge. Die Beteiligungsgesellschaft übernimmt die Schuhsparte von Scholl von der britischen Reckitt Benckiser Group plc. Scholl Footwear ist bereits die vierte Akquisition von Aurelius im laufenden Geschäftsjahr. Über den Kaufpreis schwiegen sich die beteiligten Unternehmen aus.

Tesco: Hoffen auf den Neuanfang

Unter den ausländischen Werten sorgt der weltweit drittgrößte Einzelhändler Tesco für Aufmerksamkeit. Die Papiere reagieren mit leichten Kursgewinnen auf den geplanten Rücktritt des Tesco-Chefs Philip Clarke. Tesco hatte am Morgen zudem mitgeteilt, dass Umsatz und Gewinn des ersten Halbjahres hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Derweil hat das US-Analysehaus Bernstein die Einstufung für Tesco auf "Underperform" mit einem Kursziel von 275 Pence belassen.

Julius Bär besser als gedacht

In der Schweiz kann Julius Bär auftrumpfen. Die Privatbank ist im ersten Halbjahr kräftig gewachsen. Die verwalteten Vermögen kletterten seit Ende 2013 um acht Prozent auf 274 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg um zehn Prozent auf 288 Millionen Franken. Analysten hatten dem einzigen reinen Schweizer Vermögensverwalter klar weniger zugetraut. Die Julius-Bär-Aktie steigt zu Börsenbeginn in der Schweiz um 6,7 Prozent.

Roche mag's nicht so groß

Roche Gs.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
217.05
Differenz absolut
-2.15
Differenz relativ
-0.98%

Derweil mag Roche im großen Übernahmekarussell der Pharmabranche nicht so recht mitfahren. Die Schweizer schließen große Zukäufe aus. "Wir halten an unserer bisherigen Strategie fest", sagte Roche-Chef Severin Schwan der Zeitung "Finanz und Wirtschaft". Dazu gehörten gezielte kleinere Übernahmen und Partnerschaften.

lg

Stand: 21.07.2014, 20:02 Uhr

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Hochtief: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Alcatel-Lucent: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Celesio: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
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Deutsche Annington: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
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Erste Group: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
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Takkt: Q2-Zahlen Uhr, 07:30 Uhr
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Eni: halbjahreszahlen, 07:45 Uhr
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Deutschland: Arbeitslosenzahlen Juli, 09:55 Uhr
EU: Arbeitslosenzahlen und Verbraucherpreise Juli, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr ;
Chicagoer Einkaufsmanagerindex Juli, 15:45 Uhr

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