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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Stillstand an den Aktienmärkten

Dax: Anleger warten auf die Frankreich-Wahl

Stand: 19.04.2017, 20:02 Uhr

Der Dax hat am Mittwoch nach drei Verlusttagen in Folge wieder im Plus geschlossen. Auch die Marke von 12.000 Punkten kann er verteidigen. Doch wirklich aus dem Fenster gelehnt haben sich die Anleger nicht.

Alles deutet daraufhin, dass kein Investor vor den Wahlen in Frankreich am kommenden Sonntag bereit ist, an den europäischen Börsen große Risiken einzugehen. Folflich pendelt der deutsche Leitindex den ganzen Mittwoch zwischen 12.001 und 12.040 Zählern. Am Ende geht er bei12.016 Punkten aus dem Handel, 0,13 Prozent oder 16 Zähler mehr als gestern. Damit schließt das deutsche Börsenbarometer nach drei Verlusttagen in Folge erstmals höher.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.619,46
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Für die Zukunft der Eurozone, des Euro und des gesamten Kontinents sind die Wahlen in Frankreich entscheidend und weit wichtiger als der Austritt Großbritanniens. Denn ohne Frankreich dürfte die Währungsunion zerfallen - mit entsprechenden Folgen an den Devisen- und Aktienmärkten.

Derzeit liegen vier Kandidaten (der Liberale Macron, der Konservative Fillon, der Linksradikale Mélenchon und die Rechtspopulistin Le Pen) eng beieinander, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass es in der entscheidenden zweiten Runde am 7. Mai zu einem Duell zwischen Le Pen und Mélenchon kommen kann. In diesem Fall dürfte die EU ins Wanken geraten und den Euro sowie die Aktienmärkte auf Talfahrt schicken.

ARD-Börsenstudio Radio Hörfunk Frankfurter Börse Dorothee Holz

Börse 20.15 Uhr: Zalando enttäuscht Anleger

Rein technisch sei das Bild solange intakt und die Markierung zeitnaher, neuer Allzeithochs realistisch, wie der deutsche Leitindex oberhalb von 11.850/900 Punkten notiert, erklärt Aktienexperte Jens Klatt. Doch sei ein Fall unter dieses Schlüsselniveau jederzeit möglich - besonders im Fall schlechter Nachrichten aus Frankreich, Großbritannien oder den Krisenregionen wie Korea oder Syrien.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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20.894,83
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In New York geht es nach anfänglichem Stillstand doch wieder bergab. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow 0,3 Prozent tiefer bei 20.462 Punkten. Neben den anhaltenden politischen Unsicherheiten bremst der Kursrutsch der IBM-Aktie, die nach enttäuschenden Quartalszahlen fast fünf Prozent einbüßt. Die Wall Street befinde sich im Spannungsfeld zwischen den jüngsten Bilanzdaten der Konzerne und den weltweiten geopolitischen Entwicklungen, sagten Aktienhändler. Seit seit seinem Hoch Anfang März bei 21.115 Punkten hat der US-Leitindex 2,6 Prozent, rund 650 Punkte, eingebüßt.

Euro etwas schwächer

Der Euro ist bis zum Abend auf exakt 1,0700 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0725 (Dienstag: 1,0682) Dollar fest. Marktbeobachter sprachen von einem eher impulsarmen Handel zur Wochenmitte. Am Vortag war der Dollar noch deutlich unter Druck geraten und der Euro im Gegenzug um etwa 0,8 Prozent gestiegen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1238
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Morgan Stanley glänzt im Handel

Morgan Stanley: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,06
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-1,08%

Ein gutes Handelsgeschäft treibt den Gewinn bei der US-Investmentbank Morgan Stanley in die Höhe. Mit 1,84 Milliarden Dollar verdiente das Institut im ersten Quartal 74 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Vor allem in Anlagegeschäft aber auch in der Vermögensverwaltung sowie im klassischen Investmentbanking (M&A) konnte Morgan Stanley kräftig zulegen. Die Aktie steigt im vorbörslichen Handel um vier Prozent.

Blackrock sahnt ab

Der weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock verdient dank höherer Gebühren und florierender Geschäfte mit Wertpapieren deutlich mehr. Der Gewinn stieg um fast ein Drittel auf 862 Millionen Dollar. Dabei sind die Einnahmen "nur" um acht Prozent auf 2,824 Milliarden Dollar gestiegen. Die Anleger können sich auf eine Quartalsdividende von 2,50 Dollar freuen, neun Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

ProSieben: Banken senken den Daumen

Größter Verlierer im Dax ist die Aktie von ProSiebenSat.1. Grund ist eine negative Studie der Deutschen Bank. Laurie Davison, Analystin des Instituts, sieht auf dem europäischen Werbemarkt unerwartete Schwächesignale für das zweite Quartal. Sie seien umso Besorgnis erregender, weil das traditionelle Fernsehgeschäft zuletzt nicht von der guten Verbraucherstimmung profitiert habe. Ihre Kaufempfehlung für die Papiere von ProSiebenSat.1 nahm sie daher zurück und sieht sie nur noch als Halteposition mit einem Kursziel von 46 Euro. Auch die DZ Bank stuft die ProSieben-Anteile ab, und zwar von "Halten" auf "Verkaufen" mit einem von 38 auf 36 Euro gesenkten fairen Wert.

Commerzbank gewinnt viele Neukunden

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9,52
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Dagegen legt die Commerzbank-Aktie um über vier Prozent zu. Deutschlands zweitgrößte Bank sieht sich bei ihren Wachstumsplänen auf Kurs. Von Januar bis einschließlich März hat sie 151.000 neue Kunden hinzu gewonnen. "Was das Wachstum angeht, sind wir gut aus den Startlöchern gekommen“, sagte Privatkundenvorstand Michael Mandel auf einer Veranstaltung in Frankfurt. "Ich gehe davon aus, dass wir unser Ziel von 12,5 Millionen Kunden bis zum Jahresende 2017 erreichen werden.“ Bis 2020 will die Commerzbank zwei Millionen zusätzliche Kunden gewinnen. Gebühren am Geldautomaten soll es für Neu- und Bestandskunden nicht geben.

Deutsche Autokonzerne setzen weiter auf China

Die Automesse in Shanghai lässt die Autowerte ins Scheinwerferlicht rücken: So rechnet BMW in China im laufenden Jahr mit einem Absatzplus von etwa zehn Prozent. Weltweit dürfte das Plus zwischen 5,0 und 5,5 Prozent liegen. Derweil verhandelt Daimler mit dem chinesischen Mitfahrdienst Didi Chuxing und anderen über mögliche Kooperationen. Das Unternehmen ist in dem Land der wichtigste Anbieter von taxiähnlichen sogenannten Ride-Hailing-Diensten, die mit einer Smartphone-App bestellt und bezahlt werden können. Auch der Volkswagen-Konzern ist laut China-Chef Jochem Heizmann weiter "in intensiven Gesprächen" mit dem Dienst.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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67,74
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-0,22%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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85,90
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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138,45
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März-Rekord am europäischen Automarkt

Die Entwicklung des europäischen Automarkts hat sich im März – vor allem dank der späten Osterfeiertage – wieder beschleunigt. Die drei deutschen Autokonzerne Volkswagen, BMW und Daimler verkauften im März allesamt deutlich mehr Pkw als vor einem Jahr. Den stärksten Zuwachs erzielten die Stuttgarter mit einem Plus von 12,7 Prozent. BMW setzte 7,7 Prozent mehr Autos ab und Volkswagen 6,5 Prozent.

Stefan Wolff

März-Rekord auf Europas Automarkt

Zalando: Dynamik lässt nach

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Börse 14.00 Uhr: Zalando enttäuscht Anleger

Im MDax steht die Zalando-Aktie nach Vorlage von Eckdaten unter Druck. Europas größter Online-Modehändler steigerte laut vorläufigen Berechnungen seine Einnahmen von Januar bis März um 22 und 24 Prozent auf 971 bis 987 Millionen Euro. Damit schwächt sich die Wachstumsdynamik weiter ab: Vor einem Jahr hatte das Plus noch bei 24 Prozent gelegen, im vorangegangenen Quartal bei 26 Prozent.

Klöckner & Co. profitiert von Analystenstudie

Im SDax ist die Aktie von Klöckner & Co der stärkste Wert. Die DZ Bank hat die Titel des Stahlhändlers vor Zahlen von "Verkaufen" auf "Halten" hochgestuft und den fairen Wert auf 10,00 Euro belassen. Das erste Quartal sollte ohne größere Überraschungen verlaufen sein, schrieb Analyst Dirk Schlamp in einer Studie vom Mittwoch. Er rechnet damit, dass Klöckner & Co die ursprünglichen Jahresziele bestätigen wird.

Manz: Großauftrag kann beginnen

Jenseits der großen Indizes zieht die Manz-Aktie deutlich an. Der angeschlagene Maschinenbauer kann mit dem rettenden Großauftrag zur Herstellung von Anlagen für die Solarmodul-Produktion beginnen. Alle nötigen Genehmigungen für den Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 263 Millionen Euro liegen vor, wie das Reutlinger Unternehmen heute mitteilte.

Heineken: Mehr Bier zum Jahresstart

Der Bierdurst der Asiaten und eine solide Entwicklung in Europa haben dem weltweit zweitgrößten Bierbrauer Heineken zum Jahresauftakt ein Gewinnplus beschert. Im ersten Quartal setzten die Niederländer weltweit 44 Millionen Hektoliter Bier ab und damit 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei konnte der Bierbrauer seinen Überschuss um mehr als zehn Prozent auf 293 Millionen Euro steigern.

IBM schrumpft weiter

IBM
IBM: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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135,59
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Der IT-Riese IBM leidet weiter unter schwachen Verkäufen im Computer-Kerngeschäft. Im ersten Quartal sanken die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar. Es war bereits das zwanzigste Quartal mit einem Umsatzminus in Folge. Der Überschuss ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück.

Börse 7.00 Uhr: US-Unternehmen enttäuschen

L'Oreal profitiert von Luxus-Nachfrage in Asien

L'Oréal: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum Intraday
Kurs
187,05
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Ein gut laufendes Luxuswarengeschäft in Asien hat dem weltweit größten Kosmetikkonzern L'Oreal zum Jahresstart Rückenwind geliefert. Der Umsatz im ersten Quartal stieg konzernweit um 7,5 Prozent auf 7,04 Milliarden Euro. In der Luxussparte mit Marken wie Lancome und Yves Saint Laurent betrug das Plus 12,2 Prozent.

Yahoo-Umsatz steigt vor Übernahme durch Verizon

Das kriselnde Online-Urgestein Yahoo hat im letzten eigenständigen Quartal vor der Übernahme seines Kerngeschäfts durch Verizon bessere Geschäfte als erwartet gemacht. Verglichen mit dem Vorjahreswert legte der Umsatz um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich verdiente Yahoo 99,4 Millionen Dollar nach einem Verlust in etwa gleicher Größenordnung im Vorjahreszeitraum.

Spirituosen von Remy Cointreau gefragt

Französische Spirituosen von Remy Cointreau kommen in Asien und Amerika gut an. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert.

ASML auf Rekordhoch

Europas größter Chipzulieferer ASML bleibt dank der guten Lage der Halbleiterbranche und einer hohen Nachfrage auf Erfolgskurs. Nach einem starken Jahresauftakt rechnet Konzernchef Peter Wennink auch in den kommenden Monaten mit guten Geschäften. An der Börse kam das sehr gut an. Die im EuroStoxx 50 notierte Aktie kletterte in den ersten Handelsminuten um 2,46 Prozent auf das Rekordhoch von 124,95 Euro.

Akzo Nobel kämpft mit harten Bandagen

Der niederländische Farbenhersteller Akzo Nobel plant im Kampf gegen eine Übernahme durch den US-Rivalen PPG eine Abspaltung seiner Chemiesparte. Der Unternehmensteil solle verkauft oder an die Börse gebracht werden, teilte Akzo am Mittwoch bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen mit. Die Aktionäre sollten eine Sonderdividende von 1,6 Milliarden Euro erhalten.

TomTom: Anleger feiern Höchstmarge

Aktien von TomTom sind trotz eines Umsatzrückgangs des des Navi-Herstellers am Mittwoch durchgestartet. Die Papiere schossen um bis zu 6,3 Prozent nach oben auf 9,21 Euro und waren größter Gewinner an der Amsterdamer Börse. Damit notierten sie so hoch wie seit knapp fünfzehn Monaten nicht mehr und steuerten auf den größen Tagesgewinn seit vier Monaten hin. Zwar brockte die erdrückende Smartphone-Konkurrenz TomTom am Jahresanfang einen Umsatzrückgang ein. Bei den Brutto-Margen schnitt das Unternehmen mit rund 62 Prozent aber besser ab als von Analysten erwartet. Zudem konnte TomTom im Zukunftsgeschäft mit der Autoindustrie die Erlöse um knapp siebzehn Prozent steigern. Die Analysten von Morgan Stanley sahen darin ein "ermutigendes Zeichen".

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 22. Mai

Unternehmen:
KWS Saat: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Vienna Insurance Group: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Hugo Boss: HV, 10 Uhr
Evonik: HV, 10 Uhr
Fraport: HV, 10 Uhr
SMA Solar: HV, 10 Uhr
BayWa: HV, 10 Uhr
BNP Paribas: HV, 10 Uhr
Shell: HV, 10 Uhr
TLG Immobilien: HV, 10 Uhr
BayWa: HV, 10 Uhr
Swatch Group: HV, 10 Uhr
Norma: HV, 10 Uhr

Konjunktur:
D: BIP 1/17 endgültig, 8 Uhr
D: ifo-Geschäftsklima 05/17, 10 Uhr
EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 05/17 (1. Veröffentlichung), 10 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser 04/17, 16 Uhr
USA: Richmond Fed Herstellerindex 05/17, 16 Uhr

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