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Marktbericht neutral

EZB und Berichtssaison lähmen Dax: Anleger gehen in die Defensive

Stand: 17.07.2017, 14:50 Uhr

Wegen des EZB-Entscheids am kommenden Donnerstag agieren die Investoren zumindest am Montag eher vorsichtig. Auch der starke Euro wirkt stimmungsdämpfend.

Der Dax notiert leicht im Minus mit einem Abschlag von rund 0,3 Prozent auf knapp unter 12.600 Zähler. Derzeit beschäftigen sich die Anleger vor allem mit zwei Dingen: der kommenden EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag und der langsam Fahrt aufnehmenden US-Berichtssaison. Solange ungewiss ist, wie beide Ereignisse verlaufen, halten sich die Investoren lieber zurück. Hier finden Sie unseren aktuellen Wochenausblick.

Derzeit kaum Schwungkraft

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Es herrscht derzeit eine enorme Unsicherheit rund um die EZB-Sitzung", kommentiert Jens Klatt für JFD Brokers. Zwar sei nicht damit zu rechnen, dass sich die EZB vor ihrer September-Sitzung am Donnerstag in die Karten schauen lasse. Aber die Marktteilnehmer würden genau hinhören, ob es zwischen den Zeilen nicht eventuell doch Andeutungen gibt, in welche Richtung es mit der EZB-Politik nach Dezember gehen wird.

"Offensichtlich wollten sich die Marktteilnehmer im Vorfeld der in den USA durchstartenden Quartalsberichtssaison nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", meinen die Fachleute der Helaba. Darüber hinaus dränge sich der Eindruck auf, dass die Schwungkraft, abgesehen von temporären Impulsbewegungen, derzeit nicht für die Entwicklung eines klaren, mittelfristigen Trends ausreiche.

Wenn Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, recht hat, müssen sich die Investoren allerdings keine Sorgen machen: "Die anlaufende Quartalszahlensaison dürfte größtenteils überzeugen – in Euroland noch mehr als in den USA." Falls Sie wissen möchten, wie die Situation aus charttechnischer Perspektive zu beurteilen ist, sollten Sie hier weiterlesen.

Dax am Eurohaken

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Auch die aktuelle Eurostärke dürfte dem Dax zu schafffen machen. Der Dax hänge in dieser Woche am Angelhaken des Devisenmarktes, erklärte Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets mit Blick auf die EZB-Sitzung. EZB-Präsident Mario Draghi dürfte kein Interesse daran haben, den Eurokurs auf den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit Jahren zu treiben, da dies über niedrigere Importpreise zu einer sinkenden Inflation führen würde. Ein starker Euro erschwert zudem die Exportaussichten europäischer Unternehmen.

In der vergangenen Woche hatten enttäuschende US-Konjunkturdaten den Dollar belastet. "Die Diskussion über den nächsten Zinsschritt der Fed wird wieder lauter werden", kommentierte Experte Dirk Gojny von der National-Bank. Der Experte erwartet nach wie vor eine erneute Zinserhöhung in den USA in diesem Jahr.

Deutsche Börse: Gewinnmitnahmen nach Abstufung

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Größter Dax-Verlierer ist die Aktie der Deutschen Börse. Die britische RBC Capital hat den Börsenbetreiber von "Outperform" auf "Sector Perform" herabgestuft und das Kursziel von 105 auf 102 Euro gesenkt. Die Aktie gehörte mit einem Kursplus von rund einem Drittel seit Jahresbeginn bislang zu den Outperformern im Dax.

Will VW Renk verkaufen?

Volkswagen denkt Insidern zufolge über einen Verkauf des Getriebeherstellers Renk nach. Europas größter Autokonzern habe die US-Investmentbank Citi beauftragt, Optionen für das zur Maschinensparte der Lkw-Tochter MAN gehörende Unternehmen zu prüfen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Überlegungen könnten in einen Verkauf münden. Citi lehnte einen Kommentar ab. MAN erklärte, man beteilige sich nicht an Spekulationen. Über einen möglichen Verkauf von Renk, an der die MAN SE 76 Prozent der Anteile hält, wird schon länger spekuliert. Experten schätzen den Firmenwert auf 600 bis 800 Millionen Euro.

Deutsche-Bank-Großaktionäre im Visier der EZB

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die EZB-Bankenaufseher erwägen laut "SZ" eine Überprüfung der beiden Großaktionäre der Deutschen Bank aus China und Katar. Es könne ein Inhaberkontrollverfahren geben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtskreise. Die beiden Teilhaber – die chinesische HNA und die Herrscherfamilie von Katar – würden womöglich erheblichen Einfluss ausüben.

Vonovia-Chef gibt sich ehrgeizig

Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia will jährlich etwa 2.000 neue Wohnungen in Eigenregie bauen. Er könne sich auch eine noch größere Zahl vorstellen, sagte Vorstandschef Buch der "WamS". "Aber erst mal müssen wir die entsprechenden Kapazitäten aufbauen." Er könne sich auch weitere Übernahmen vorstellen.

Unterdessen bestätigte die Privatbank Berenberg die Einstufung auf "Buy" mit einem Kursziel von 42 Euro. Die Deckelung des Mietpreisanstiegs bleibe ein Thema, schrieb Analyst Kai Klose. Derweil habe der Dax-Konzern sein Ziel für Neubauten bestätigt. In puncto Zukäufe gehe man selektiv vor.

Gea nach Prognosesenkung unter Druck

Im MDax steht die Gea-Aktie unter Druck. Der Anlagenbauer hat am Wochenende seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr wegen höherer Zusatzkosten heruntergeschraubt. Für 2017 rechnet Gea nun mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 600 bis 640 Millionen Euro. Bisher hatte Gea hier 620 bis 670 Millionen Euro angepeilt.

Gea Unternehmenszentrale

Börse 7.00 Uhr Gea senkt Gewinnerwartung

Aurubis profitiert von Kupfer-Rally

Im MDax gehört die Aktie von Aurubis zu den gefragtesten Werten. Die Papiere des Kupferproduzenten profitieren vom steigenden Kupferpreis. An der Londoner Warenterminbörse stieg der Preis für das Edelmetall auf den höchsten Stand seit Anfang März und handelte im Tageshoch von 5.991,75 US-Dollar nur noch knapp unter der Marke von 6.000 Dollar.

Axel Springer streicht 755 Millionen Euro ein

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der ebenfalls im MDax notierte Medienkonzern Axel Springer verkauft seinen Berliner Neubau und die nahegelegene Axel-Springer-Passage für insgesamt 755 Millionen Euro. Käufer des Neubaus mit 13 Stockwerken, der Ende 2019 fertig werden soll, ist der Norwegische Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management. Die Passage geht an einen Fonds der Finanzinvestoren Blackstone und Quincap Investment Partners.

Späte Genugtuung für Constantin Medien

Im jahrelangen Streit um den Bestechungsskandal bei der Formel 1 zahlt die BayernLB einem Medienbericht zufolge eine Millionensumme an Constantin Medien und die Erben des verstorbenen Unternehmers Leo Kirch. Ein Sprecher der staatlichen Bank bestätigte die Zahlung, ohne eine Summe zu nennen. Über die Details des Vergleichs sei Stillschweigen vereinbart worden.

Ceconomy umgarnt Aktionäre

Ceconomy ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Elektronik-Einzelhändler Ceconomy will perspektivisch den halben Jahresgewinn an seine Aktionäre ausschütten. "Wir planen mittelfristig, eine Dividende in Höhe von 45 bis 55 Prozent des Nettoergebnisses vor Sonderfaktoren zu zahlen", sagte Unternehmenschef Pieter Haas "Euro am Sonntag". "Wir behalten uns aber vor, davon bei Vorliegen profitabler Investitionsmöglichkeiten nach oben oder unten abzuweichen", schränkte der Manager ein.

Siltronic-Chef schürt Dividenden-Hoffnungen

Der Halbleiter-Grundstoff-Spezialist Siltronic könnte seine Aktionäre zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Ausschüttung erfreuen. "Langfristig sind Dividenden möglich", sagte Unternehmenschef Christoph von Plotho "Euro am Sonntag". Das kommt am Markt gut an. Zudem hat Kepler Cheuvreux das Kursziel für Siltronic von 84 auf 100 Euro angehoben und das "Buy"-Rating bestätigt.

SMA Solar sehr gefragt

Im TecDax laufen auch die Titel des Solarkonzerns glänzend. Erstmals seit September 2016 kletterten sie wieder über die Marke von 30 Euro und erreichten den höchsten Stand seit Mitte September vergangenen Jahres. Börsianer begründeten den Aufwind vor allem mit einem verbesserten Branchenumfeld. Solarwerte waren in den vergangenen Tagen weltweit wieder etwas gefragter, wie deutliche Kursgewinne bei großen Branchenwerten wie First Solar im bisherigen Juli-Verlauf zeigen. Händlern zufolge spielen auch charttechnische Faktoren ein Rolle.

Easyjet verliert seine Chefin

Der britische Billigflieger Easyjet verliert mitten im Brexit-Wirbel seine Chefin an den Fernsehsender ITV. Wie ITV ankündigte, soll Carolyn McCall ihren neuen Job am 8. Januar 2018 antreten. Für McCall ist der Posten an der Spitze der ITV-Gruppe nicht der erste Job in der Medienbranche. Vor ihrem Führungsjob bei Easyjet leitete sie den Zeitungsverlag Guardian Media Group.

SGS überspringt Umsatzmarke von drei Milliarden Franken

Die anziehende Nachfrage von Automobilherstellern hat die Geschäfte des Schweizer Inspektions- und Prüfkonzern SGS angeschoben. Der Umsatz des Weltmarktführers kletterte im ersten Halbjahr 2017 um 4,9 Prozent auf 3,05 Milliarden Franken. Der Konzerngewinn sei um sieben Prozent auf 276 Millionen Franken gestiegen und traf damit die Analystenerwartungen.

Renault gelingt Absatzrekord

Renault: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum Intraday
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Weltweit lieferte der französische Autobauer Renault von Januar bis Juni 1,88 Millionen Fahrzeuge aus, 10,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit wuchs Renault vier Mal so stark wie der weltweite Automarkt. Während sich der Absatz im wiedereröffneten Iran mehr als verdoppelte, verdreifachte er sich in China sogar. Dort profitierte Renault vor allem von dem neuen SUV Koleos. Anleger griffen nach den Zahlen zu. Die Aktie von Renault kletterte um rund zwei Prozent.

Tesla investiert in den USA

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Elektroauto-Hersteller Tesla plant für die kommenden Jahre zwei bis drei weitere große Fabriken allein in den USA. Teslas erste sogenannte "Gigafactory" im Wüsten-Staat Nevada wird derzeit schrittweise ausgebaut und produziert Batterien sowie Bauteile, die im kalifornischen Fremont in die Fahrzeuge eingebaut werden. Am Ende soll sie genug Batterien für eine Million Fahrzeuge im Jahr herstellen können. Musks Vision für die Milliarden Dollar teuren "Gigafactories" mit tausenden Beschäftigten ist, dass dort sowohl Batterien als auch die fertigen Autos gebaut werden sollen. Bisher stellte Tesla jeweils eine solches Werk in Asien und in Europa in Aussicht.

Buffetts nächster großer Deal?

Da die Fusionsbemühungen von T-Mobile US auf Eis liegen, lotet Sprint nun andere Möglichkeiten aus. Insidern zufolge prüfen die Gesellschaften Berkshire Hathaway von US-Starinvestor Warren Buffett sowie Liberty Media von US-Medienmogul John Malone Investitionen von 10 bis 20 Milliarden Dollar bei dem viertgrößten US-Mobilfunkanbieter.

Berkshire Hathaway A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Sprint: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Wer sind die Größten der Größten? Das Duell Apple gegen Google/Alphabet

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Apple

Apple bleibt Spitze. Der iPhone-Konzern hat seine Position als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt verteidigt. Laut einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft PwC, die den Börsenwert per Ende März heranzieht, bringt Apple 754 Milliarden Dollar auf die Börsen-Waage und ist damit auf Platz 1. Danach war es noch einiges mehr, doch dann warnte Goldman Sachs vor einem möglichen Platzen der Tech-Blase und minderte den Wert. Aktuell sind es aber immer noch 751 Milliarden Dollar Marktkapitalsierung. Das reicht weiterhin für den Spitzenplatz.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 21. September

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank von Japan
USA: Industrie index Philly Fed, September, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge auf arbeitslosenhilfe, Woche, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren August, 16 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen Eurozone, September, 16 Uhr

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