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Marktbericht 11:45 Uhr

Marktbericht neutral

Standardwerte verringern Minus

Dax: Achtung, Schere am Anschlag!

von Angela Göpfert

Stand: 09.03.2015, 11:45 Uhr

Die Schere zwischen der Wall Street und dem Dax geht immer weiter auseinander. Wie lange kann dieses Experiment noch gut gehen?

Wie von uns prophezeit, waren die anfänglichen Verluste im Dax von bis zu 0,8 Prozent auf 11.461 Punkte nicht von Dauer. Rasch traten buy-the-dip-Käufer auf den Plan, die den Dax wieder in die Nähe seines Vortagesschlusskurses beförderten.

Beängstigende Größenordnung

Die deutschen Standardwerte zeigen damit am ersten Tag des milliardenschweren EZB-Anleihenkaufprogramms erneut Steherqualitäten. Mal wieder haben die Bullen die schwachen Vorgaben von der Wall Street einfach "weggeatmet".

Die seit Wochen extrem weit auseinander klaffende Performance-Schere zwischen der Wall Street und dem Dax hat mittlerweile eine nachgerade beängstigende Größenordnung erreicht.

Dax: 18 Prozent, Dow: 0 Prozent

In der vergangenen Woche legte der Dax 1,3 Prozent zu. Seit Jahresbeginn konnten die 30 deutschen Standardwerte knapp 18 Prozent hinzugewinnen.

Ein ganz anderes Bild bietet sich den Anlegern in den USA: Der Dow Jones verlor in der vergangenen Woche 1,5 Prozent. Das ließ den Zuwachs für 2015 auf magere 0,2 Prozent zusammenschmelzen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
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12060.72
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192.39
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+1.62%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
17976.74
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264.08
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+1.49%

Keine Bestätigung von den Transportwerten

Hinzu kommen diverse technische Warnsignale: So hat der Dow Transportation zuletzt eine Divergenz zu den Industriewerten gebildet, da er kein neues Verlaufshoch erreichen konnte.

Nicht zuletzt mahnen auch die zahlreichen Hindenburg-Omen aus dem Dezember 2014 zur Vorsicht. In der Vergangenheit hat dieser Crash-Indikator seine Wirkung häufig erst mit einiger zeitlicher Verzögerung entfaltet.

Wall Street: Handel schon ab 14:30 Uhr

Einen ersten Fingerzeig, ob es sich bei der Umkehr am vergangenen Freitag tatsächlich um den Startpunkt einer mehrwöchigen Korrekturphase handelt, erhalten Anleger heute bereits um 14:30 Uhr. In den USA hat der Wechsel von der Winter- zur Sommerzeit nämlich schon am 9. März stattgefunden. In Europa findet die Zeitumstellung dagegen erst am 29. März statt. Drei Wochen lang öffnet die Wall Street somit bereits um 14:30 MEZ.

EZB-Käufe zeigen schon Wirkung

Am Rentenmarkt legen im Zuge des milliardenschweren Anleihenkaufprogramms der EZB die Kurse europäischer Staatsanleihen auf breiter Basis zu. Im Gegenzug fallen die Renditen. Am Markt hieß es, die EZB habe am Vormittag damit begonnen, französische, niederländische, belgische und deutsche Staatsanleihen zu kaufen.

»Wir sind seit heute Vormittag am Markt aktiv.«

Sprecher der Bundesbank

Gewaltige Euro-Schrumpfkur

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0838
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-0.46%

Ausschlaggebend sei nun die Frage, wie knapp Europas Staatsanleihen durch die EZB-Käufe würden, so Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Die Antwort auf diese Frage bestimmt, wie stark die Renditen in Europa durch das QE-Programm der EZB sinken und damit, wie sehr der Euro unter QE leiden wird."

Die Gemeinschaftswährung fiel im frühen Handel bis auf 1,0824 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit September 2003.

Deutsche Telekom: Gewinnmitnahmen und Kritik

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17.30
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+1.64%

Im Dax gehört die T-Aktie nach ihrem Neun-Jahres-Hoch vom vergangenen Freitag zu den schwächsten Werten. Die Bundesnetzagentur kritisiert laut "Tagesspiegel" die Telekom-Pläne, bis zum Jahr 2018 zusätzliche 5,9 Millionen Haushalte über die so genannte Vectoring-Technologie ans schnelle Internet anzuschließen. Konkurrenten wie Vodafone und Telefonica würden dadurch benachteiligt.

Deutsche Börse: EuGH bekräftigt Fusionsverbot

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
76.80
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1.71
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+2.28%

Die Deutsche Börse hat vor dem Europäischen Gerichtshof eine Schlappe erlitten. Das Fusionsverbot für die Deutsche Börse und die New Yorker NYSE Euronext ist nach einem Urteil des EU-Gerichts rechtens. Die Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2012 steht damit, wie die Richter am Montag entschieden.

Deutsche Bank: Verhöre im Zins-Skandal

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
32.36
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+2.31%

Im Skandal um Zinsmanipulationen will die britische Betrugsbekämpfungsbehörde SFO laut der "Financial Times" frühere Händler von Deutsche Bank und Barclays verhören. Die Ermittler wollten herausfinden, ob der Referenzzinssatz Euribor manipuliert worden sei, um Handelsgewinne einzustreichen.

Audi kann nicht überzeugen

Die VW-Tochter Audi hat im Februar ein Absatzplus von 4,2 Prozent auf 122.550 Fahrzeuge verbucht. Modellwechsel beim Kleinwagen A1 und dem Kompakt-SUV Q3 in Europa begrenzten die Verkaufszahlen. Zum Vergleich: Die Daimler-Hausmarke Mercedes-Benz konnte im Februar 14,6 Prozent mehr Wagen losschlagen.

Smart-Chefin setzt auf China

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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90.46
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Unterdessen rechnet die Daimler-Tochter Smart mit einem deutlichen Wachstum im China. "China ist auf dem besten Weg, der weltweit größte Markt für Smart zu werden. Das könnte vielleicht schon in zwei bis drei Jahren der Fall sein", sagte Smart-Chefin Annette Winkler dem Online-Magazin "Autogazette".

Lufthansa: Flugpreise vor neuem Anstieg

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.10
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Mit Abstand größter Dax-Gewinner ist die Lufthansa-Aktie. Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht laut "Bild" davon aus, dass es in den Osterferien keine neuen Pilotenstreiks geben wird. Zudem neigen sich nach seinen Worten die Zeiten sinkender Flugpreise dem Ende zu.

Fraport: Nur falscher Alarm?

Am Flughafen Frankfurt klafft nach einem Zeitungsbericht eine Sicherheitslücke. Laut der "FAS" konnte ein Reporter binnen zehn Minuten mit einer großen Tasche unbehelligt von einer öffentlichen Straße bis zum Flugvorfeld vordringen. Deutschlands größter Airport hat den Vorwurf als "falschen Alarm" zurückgewiesen.

Dürr 2015 weniger profitabel

Die Dürr-Aktie ist mit Abstand größter Verlierer im MDax. Der Autozulieferer erwartet für das laufende Geschäftsjahr eine geringere Ebit-Marge von 7,0 bis 7,5 Prozent. 2014 hatte Dürr noch seine Ebit-Marge von 8,4 auf 8,6 Prozent steigern können.

Immo-Werte weiten Gewinnmitnahmen aus

Immobilienwerte präsentieren sich zu Wochenbeginn europaweit erneut sehr schwach. Der Branchenindex Stoxx 600 Europe Real Estate entfernt sich weiter von seinem jüngsten Höchststand seit 2007. Zu den schwächsten Werten gehören TAG Immobilien und Deutsche Annington. Auch Deutsche Wohnen verlieren deutlich.

Jungheinrich: Ukraine-Krise getrotzt

Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich ist im vergangenen Jahr glimpflich durch die politischen und wirtschaftlichen Krisen in Europa gekommen. "In Russland haben wir unser Umsatzniveau 2014 trotz eines schrumpfenden Marktes halten können", sagte Finanzchef Volker Hues der "Börsen-Zeitung".

Daumen hoch für Xing

Mit Abstand größter Gewinner im TecDax ist die Xing-Aktie. Papiere des Karrierenetzwerks profitieren von einer Kaufempfehlung. Das Analysehaus Jefferies hat laut Händlern Xing-Aktien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft.

Capital Stage weiter auf Höhenflug

Im SDax steigen Aktien von Capital Stage auf ein Rekordhoch. Der Hamburger Solar- und Windparkbetreiber hat nach vorläufigen Zahlen seinen Umsatz 2014 um 37 Prozent auf 77,8 Millionen Euro gesteigert. Das Jahresergebnis vor Steuern (EBT) schnellte um knapp 51 Prozent auf 23,8 Millionen Euro empor. Seit Mitte November befindet sich der SDax-Titel dank eines Deals mit der Gothaer Versicherung auf Höhenflug.

Details zur Apple Watch erwartet

Apple gibt heute Abend voraussichtlich neue Details zu seiner mit Spannung erwarteten ersten Computeruhr bekannt. Der iPhone-Konzern hat zu einer Neuheiten-Präsentation nach San Francisco eingeladen. Bereits bekannt ist, dass die Apple Watch im April zu einem Preis ab 349 Dollar auf den Markt kommen soll.

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Womit Apple sein Geld verdient

Viel mehr als iPhone und iPad

Apple-Logo am Sternenhimmel

Apple ist der Gigant unter den weltweit agierenden Technologieunternehmen: 74,6 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Quartal, 18 Milliarden Dollar Gewinn. Eine Nachsteuerrendite von rund 24 Prozent. Dabei macht das Unternehmen beileibe nicht nur Geld mit iPhone und iPad.

Tagestermine am Montag, 30. März

Unternehmen:
HHLA: Q4-Zahlen und Telefonkonferenz, 7:30 Uhr
Grammer: Analysten- und Bilanz-Pk
Ludwig Beck: Bilanz-Pk

Konjunktur:
Brüssel: Geschäftsklima Eurozone im März, 11 Uhr
Deutschland: Vorläufige Verbraucherpreise im März, 14 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum, Februar, 14:30 Uhr

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