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Marktbericht 9:20

Deutscher Leitindex startet im Plus

Dax: Achtung, anspruchsvolle Piste!

von Angela Göpfert

Der Start in die neue Börsenwoche ist gelungen. Doch der weitere Weg wird kein Kinderspiel, das zeigt die Streckenbesichtigung. Exzellente Techniker sind im Vorteil.

Aus charttechnischer Perspektive haben die Bullen ihre Stärke am Donnerstag und Freitag eindrücklich demonstriert. Vor allem der Sprung über die kurzfristige Abwärtstrendlinie (aktuell bei 9.206 Punkte) ist positiv zu werten.

Widerstände voraus

Die technische Erholung läuft auch am Montag zunächst weiter. Der Dax profitiert von guten Vorgaben aus Übersee und startet mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 9.329 Punkte.

Bei aller Freude über das Vollbrachte: Dies ändert nichts daran, dass der Dax die entscheidenden Widerstände in Form des Dezember-Hochs bei 9.425 Zählern und dem 20-Tage-Durchschnitt bei knapp 9.450 Punkten noch vor sich hat.

Noch keine echte Trendwende

Von einer echten Trendwende nach oben könnte man erst dann sprechen, wenn der Dax diese Widerstandszone auf Tagesschlusskursbasis überwunden hat. Bis dahin ist Vorsicht durchaus angebracht.

Zumal die Anlegerstimmung für einen nachhaltigen Aufwärtsimpuls eigentlich noch viel zu gut ist. Laut den jüngsten Daten des AAII sind die Bärenlager noch vergleichsweise spärlich gefüllt.

Fundamentale Bedenken

Hinzu kommt, dass sich Investoren vor der Antrittsrede der neuen Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress am Dienstag kaum allzu weit aus der Deckung wagen dürften.

Zu allem Überdruss schwebt das Damoklesschwert Zahlungsunfähigkeit mal wieder über den Märkten. Der Kongress hat laut Finanzminister Jack Lew nur noch bis zum 27. Februar Zeit, eine Zahlungsunfähigkeit der USA abzuwenden.

Daimler mit Analysten-Bonus

Zu den größten Dax-Gewinnern der ersten Handelsminuten zählen ohne Nachrichten die Anteilsscheine von K+S und Infineon. Auch Daimler-Papiere sind über die Maßen gefragt, hier hat die Citigroup das Kursziel von 64 auf 67 Euro erhöht und das Rating "Neutral" bestätigt.

Neues von der Deutschen (Skandal-)Bank

Auch Aktien der Deutschen Bank stehen auf den Kauflisten der Anleger. Laut einem Medienbericht denkt der deutsche Branchenprimus über einen Vergleich mit den Kirch-Erben nach. Das könnte zwar noch einmal teuer werden. Die Erben des Medienunternehmers fordern zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Ein Ende des lang andauernden Streits könnte aber die Stimmung gegenüber der Aktie verbessern, glauben Händler.

Commerzbank: Wer hat, der hat!?

Und noch ein Aufreger aus der Bankenbranche: Laut einem Zeitungsbericht will die Commerzbank ihren Mitarbeitern für das Jahr 2013 Boni von mehr als 300 Millionen Euro auszahlen. "Die Boni fallen damit höher aus als der Konzerngewinn", zitiert das "Handelsblatt" einen Insider.

Auch bei der Deutschen Bank haben die Aktionäre das Nachsehen: Hier sollen knapp drei Milliarden Euro im Bonus-Topf liegen – drei Mal so viel wie der Konzerngewinn und vier Mal so viel wie die geplante Dividendenausschüttung.

Telekom auf Osteuropa-Trip

Die Deutsche Telekom hat sich T-Mobile Czech Republic ganz einverleibt. Für die verbleibenden knapp 40 Prozent zahlen die Bonner 0,8 Milliarden Euro. Der Deal ist Teil der Strategie des neuen Vorstandschefs Timotheus Höttges, die Aktivitäten in Osteuropa zu festigen und auszubauen. Die Transaktion habe keine Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzern-Ebitda, so die Telekom.

Lufthansa: Zu Hülfe, zu Hülfe!

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Chefaufseher der Lufthansa ruft im harten Wettbewerb mit den expandierenden arabischen Airlines nach der Politik. "Dort werden Flughäfen, Flugsicherung und die Airlines aus einer Hand geführt und als strategisches Werkzeug benutzt, um anderswo Passagiere abzuziehen", sagte er dem "Spiegel". Man müsse sich überlegen, wie man gegen diesen ungleichen und unregulierten Wettbewerb vorgehe.

Solvency II kommt MüRü teuer zu stehen

Die Münchener Rück rechnet in den nächsten zwei Jahren mit weiteren Ausgaben für die strenere Regulierung. Die Kosten bis zur Einführung von "Solvency II" im Jahr 2016 schätzt der Finanzvorstand der Münchener Rück, Jörg Schneider "sehr grob" auf "noch einmal 100 Millionen Euro".

BMW, Conti und der Euro

Die Autobranche ist sich in der Bewertung des Euro-Kurses von aktuell rund 1,36 Dollar nicht einig. BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner erwartet 2014 "keine großen Belastungen durch den Euro", man habe sich zum großen Teil gegen Kurssteigerungen abgesichert.

So gut vorgesorgt hat Conti offenbar nicht. Dagegen rechnet Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer 2014 mit einem spürbaren Effekt des starken Euro auf den Konzernumsatz in Höhe von rund 700 Millionen Euro. Conti-Chef Elmar Degenhart forderte daher gar die EZB zum Handeln auf. Die Conti-Aktie ist zunächst größter Dax-Verlierer.

Täuschungsmanöver von Porsche?

Auch diese Auto-Titel sollten Anleger am Montag besser im Auge behalten: Volkswagen und Porsche SE. Das Stuttgarter Landgericht verhandelt nämlich heute die Klage von gleich zwei Dutzend US-Hedgefonds, die von der Porsche Automobil Holding SE Schadenersatz in Milliardenhöhe fordern.

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist der 2009 gescheiterte Versuch der Porsche SE, den viel größeren Volkswagen-Konzern zu übernehmen. Anleger fühlen sich rückblickend über die wahren Absichten der Holding getäuscht.

Fuchs Petrolub auf Einkaufstour

Im MDax macht derweil Fuchs Petrolub auf sich aufmerksam. Der Schmierstoffhersteller ist auf der Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten. Die Kasse sei prall gefüllt. Interessant seien Zukäufe in einem Volumen von bis zu 50 Millionen Euro, so Finanzchef Selent in der "Börsen-Zeitung".

Koenig & Bauer hat Ziele für 2016

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer will seine kurz vor Weihnachten bekannt gegebene Neuausrichtung zügig umsetzen und in zwei Jahren wieder eine Dividende an seine Aktionäre zahlen. "2016 wollen wir bei positivem Geschäftsverlauf wieder nachhaltig profitabel und damit dividendenfähig sein", so KBA-Chef Claus Bolza-Schünemann.

Will Nestlé weniger L'Oréal?

Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestlé erwägt Kreisen zufolge die Verringerung seiner 29-prozentigen Beteiligung am Kosmetikkonzern L'Oréal. Angesichts der Größe des Anteils und der Verknüpfungen beider Unternehmen untereinander sowie mit der Gründerfamilie Bettencourt, welche ihrerseits 31 Prozent an L'Oréal halte, dürfte aber jedwede Verringerung Jahre in Anspruch nehmen, berichtet Bloomberg.

Nokia und HTC: plötzlich Harmonie

Nach langer Zeit haben die Handy-Hersteller Nokia und HTC alle Patentklagen beigelegt. HTC wird an den finnischen Konzern für die Nutzung der Erfindungen zahlen, die genauen Konditionen des Deals bleiben aber geheim.

Darüber hinaus kündigte HTC an, künftig mehr Mobiltelefone der Mittelklasse für 150 bis 300 Dollar verkaufen zu wollen. Das ist eine Abkehr von der bisherigen Luxus-Strategie, mit der HTC gescheitert war.

Stand: 10.02.2014, 09:20 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 25. April

Unternehmen:
Continental: HV, 10:00 Uhr
Honda: Zahlen 2013, 8 Uhr
KPN: Q1-Zahlen, Umsatz 7:30 Uhr
SEB: Q1-Zahlen, 7 Uhr
Volvo: Q1-Zahlen, 7:20 Uhr, LKW-Absatz, 8:30 Uhr
Ford Motors: Q1-Zahlen, 13 Uhr
PSA (Peugeot-Citroen): Q1-Zahlen, 7:30 Uhr

Konjunkturdaten:
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen April, endgültig, 15:55 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

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