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Börsentrend 15:20 Uhr

Das Vertrauen ist zurück - vorerst

Dass die deutsche Wirtschaft im Unterschied zu den meisten anderen Euro-Ländern vor einem Aufschwung steht, hat auch die Gemüter der gestern noch so besorgten Anleger beruhigt. Der Dax hat am frühen Nachmittag seine Gewinne sogar weiter ausgebaut. Doch dann belasten enttäuschende Zahlen von Volkswagen den Index.

In der Spitze steigt der Leitindex um 1,29 Prozent auf 7.681 Zähler. Dieses Niveau kann er zwar im weiteren Verlauf nicht ganz halten, notiert dann aber immer noch 1,06 Prozent höher als gestern bei 7.663 Punkten. Im späteren Verlauf belasten enttäuschende Aussagen von Volkswagen zum laufenden Jahr und eine geringer als erwartet ausgefallene Dividende den Dax, dessen Gewinne auf 0,8 Prozent bei 7.642 Punkten zurückgehen.

Als Kurstreiber erweist sich neben beruhigenden Umfragen zum Ausgang der italienischen Parlamentswahlen am Wochenende ebenso die Nachricht, dass sich die Banken des Euroraums mit der Rückzahlung von Notkrediten an die Europäische Zentralbank (EZB) sichtlich zurückhalten.

Weiter reichlich Liquidität

Wie die EZB mitteilte, wollen insgesamt 356 Institute 61,1 Milliarden Euro vorzeitig tilgen und damit deutlich weniger als die vom Markt erwarteten etwa 120 Milliarden Euro. Was auf den ersten Blick gar nicht wie eine gute Nachricht aussieht, erfreut aber den Aktienmarkt, denn mit der Entscheidung der Banken bleibt mehr Liquidität im Markt. "Und das hilft den Aktien", erklärt Thilo Müller, Geschäftsführer bei der Beratungsgesellschaft MB Fund Advisory. Zudem deute die Nachricht auf weiter niedrige Zinsen hin, was die Dividendenpapiere noch attraktiver mache.

Die Aussicht auf weiter mit reichlich Liquidität geflutete Märkte hilft den Anlegern andere, weniger erfreuliche Nachrichten aus dem Euroraum zu verdrängen. So wurde am Vormittag bekannt, dass Frankreich voraussichtlich weder in diesem noch im kommenden Jahr die EU-Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einhalten werden kann.

Händlern zufolge hat diese Meldung der EU-Kommission zu Frankreich den Euro etwas unter Druck gebracht. Die Gemeinschaftswährung fällt zeitweise auf 1,316 Dollar. Sie kann sich danach zwar leicht erholen, bleibt aber bei 1,319 Dollar unter der noch am Morgen überschrittenen Marke von 1,32 Dollar.

VW enttäuscht trotz Rekordgewinn

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Eine geringer als erwartet ausgefallene Dividende hat VW am Nachmittag um zeitweise mehr als sechs Prozent ins Minus gedrückt. Die Ausschüttung liege mit 3,56 Euro je Vorzugsaktie zwar über dem Vorjahreswert von 3,06 Euro, sagte ein Händler. "Aber der Konsens war 3,86 Euro." Auch der Ausblick des Autobauers für das laufende Jahr enttäuschte. VW strebt 2013 ein operatives Ergebnis auf Höhe des Vorjahresniveaus an, also 25,5 Milliarden Euro.

Allianz-Chef redet Aktie hoch

Im Dax gehört die Allianz-Aktie zu den stärksten Werten. Grund sind Äußerungen von Konzernchef Michael Diekmann anlässlich eines Analystentreffens. Danach erwartet der Konzern auch künftig starke Geschäfte der Tochter Pimco. Er sei zuversichtlich, dass sich die Vermögensverwaltung weiter gut entwickele, sagte Diekmann. Pimco war zuletzt größter Wachstumstreiber des Finanzkonzerns. Mögliche Übernahmeziele in Asien hält der Chef des größten europäischen Versicherers für zu teuer, setzt statt dessen beim Vertrieb auf ihre Partnerschaft mit der britischen Bank HSBC.

Comerzbank macht Ernst

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schwächster Wert ist dagegen erneut die Commerzbank-Aktie. Das Institut streicht in seinem schwächelnden Privatkundengeschäft 1.800 Vollzeitstellen. Bis 2015 soll nach einem Beschluss des Vorstands somit etwa jede siebte der derzeit rund 13.000 Stellen in dem Bereich gestrichen werden. Die Bank werde "alles tun, um betriebsbedingte Beendigungskündigungen weitestgehend zu vermeiden", heißt es in einer heute veröffentlichten "Grundsatzerklärung" des Vorstands.

Fuchs begeistert

Im MDax sorgt die Aktie von Fuchs Petrolub für Begeisterung. Nach dem vierten Rekordjahr in Folge peilt der Mannheimer Schmierstoffproduzent auch 2013 Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) an. Allerdings warnte Fuchs am Vormittag bei Vorlage der vorläufigen Zahlen, das Unternehmen könne die hohen Wachstumsraten der Vorjahre nicht wiederholen. "Ein vorsichtiger Ausblick wie immer", sagte ein Börsianer dazu. Positiv bewertete Analyst Heinz Müller von der DZ Bank die vorgelegte Bilanz. Auch die Anleger freuen sich: die Aktie ist der stärkste Wert im MDax und legt zeitweise um fünf Prozent zu.

Rheinmetall unter Druck

Die rote Laterne im MDax hält dagegen Rheinmetall. Die britische Bank HSBC hat die Aktie von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft, das Kursziel aber von 47,00 auf 49,00 Euro angehoben. Nach dem jüngsten Lauf der Papiere habe das höhere Kursziel nicht mehr ausreichend Kurspotenzial für seine bisherige Empfehlung der Aktie zu bieten, schrieb Analyst Niels Fehre. Auch hat Rheinmetall keine Ambitionen, seine bereits zu den Akten gelegten Börsenpläne der Tochter Kolbenschmidt-Pierburg wieder hervorzuholen.

Nordex TecDax-Favorit

Im TecDax sind Nordex-Aktien mit einem Aufschlag von knapp zehn Prozent auch am Nachmittag unangefochtener Spitzenreiter. Das Börsenmagazin "Der Aktionär" empfehle den Titel, sagte ein Börsianer zur Begründung der Kursgewinne.

Air Berlin setzt Höhenflug fort

Im SDax setzt die Aktie von Air Berlin ihren Höhenflug fort. Die Fluggesellschaft ist dank des Verkaufs ihres Vielfliegerprogramms an ihren Großaktionär Etihad 2012 knapp in der Gewinnzone gelandet. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 6,8 Millionen Euro. Für das Vielfliegerprogramm "topbonus" hatte Etihad 184,4 Millionen Euro bezahlt.

Texas Instruments erhöht Dividende

Der US-Halbleiter-Experte Texas Instruments beglückt seine Aktionäre: Das Unternehmen erhöht seine Quartalsdividende kräftig und stockt sein Aktienrückkaufprogramm auf. Anteilseigner sollen je Texas-Papier 28 US-Cent erhalten, ein Plus von 33 Prozent. Das Programm wird um 5,0 Milliarden US-Dollar auf 8,4 Milliarden Dollar angehoben.

Hewlett-Packard fällt zurück

Hewlett-Packard: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die schwache Nachfrage nach Notebooks und Druckern bremst Hewlett-Packard weiterhin aus. Der weltgrößte Computerhersteller musste in seinem ersten Geschäftsquartal von November bis Januar einen Umsatzschwund von sechs Prozent auf 28,4 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Der Gewinn fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar.

AIG verliert Milliarden: Aktie steigt

Der in der Finanzkrise vom Staat gerettete US-Versicherer AIG hat im abgelaufenen Quartal vier Milliarden Dollar Verlust gemacht. AIG-Aktien verteuerten sich im nachbörslichen Handel trotzdem um mehr als vier Prozent. Der Grund: die operativen Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet.

Air France geht es etwas besser

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM hat 2012 von einer Rekord-Auslastung profitiert und ihren Verlust verringert. Der operative Verlust lag bei 300 Millionen Euro nach einem Minus von 353 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz stieg um 5,2 Prozent auf 25,63 Milliarden Euro.

Maersk spürt Erholung im Containergeschäft

Der dänische Schifffahrtskonzern A.P. Moeller-Maersk hat dank höherer Frachtraten für Container seinen Gewinn deutlich gesteigert. 2012 verdiente die Reederei 4,03 Milliarden Dollar, das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders gut laufe es derzeit im Containergeschäft. Dort ziehe die Nachfrage an.

Heinz hübsch für Buffett

Der Ketchup-Hersteller H.J. Heinz glänzt vor der Übernahme durch die Investorenlegende Warren Buffett mit einem überraschend hohen Gewinn. Dank florierender Nachfrage in Schwellenländern erzielte Heinz aus fortlaufenden Geschäften ein Quartalsergebnis je Aktie von 99 Cent. Analysten hatten durchschnittlich mit lediglich 90 Cent je Papier gerechnet. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 2,93 Milliarden Dollar. Buffett will Heinz gemeinsam mit dem Finanzinvestor 3G Capital für 23 Milliarden Dollar übernehmen.

Stand: 22.02.2013, 15:20 Uhr

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