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Marktbericht 20:00 Uhr

Dax stürzt unter 9.700 Punkte

Brexit lehrt Anleger das Fürchten

Stand: 13.06.2016, 20:00 Uhr

Wenn das bis zum Brexit-Entscheid in zehn Tagen so weiter geht, ist der Dax bald ziemlich dünne. Zum Wochenstart war die Stimmung jedenfalls finster.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.337,50
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62,57
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+0,61%

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 1,8 Prozent auf 9.657,44 Punkten. Damit setzt sich die Schwächephase fort. Seit Dienstag vergangener Woche hat der deutsche Leitindex mehr als 600 Punkte verloren. Allein am Freitag war der Dax um über zwei Prozent eingeknickt. Experten erwarten in der laufenden Woche kaum Besserung, wie sie in unserem Marktausblick lesen können. Der L-Dax verlor zwei Prozent auf 9.627,93 Punkte.

Auch andere europäische Börsen gaben nach. Der EuroStoxx 50 büßte zwei Prozent auf 2.853,52 Punkte ein und fiel damit auf das Niveau von Ende Februar zurück. Der CAC 40 in Paris sackte um 1,9 Prozent auf 4.227,02 Punkte. Der Londoner FTSE 100 sank nur um 1,2 Prozent auf 6.044,97 Zähler. Der Dow Jones lag am Abend knapp ein halbes Prozent im Minus.

CAC 40: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
4.437,35
Differenz absolut
-11,90
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-0,27%
FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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6.727,18
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-5,26
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-0,08%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.990,76
Differenz absolut
24,66
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+0,83%

"Risiko wird eingepreist"

Gregor Kuhn, Marktbeobachter bei IG Markets, fasst die Situation zusammen: "Nach wie vor herrscht im Vorfeld des ungewissen Ausgangs der Brexit-Abstimmung sowie einer möglichen Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank im Juni hohe Nervosität unter den Marktakteuren. Dieses Risiko wird an den Märkten nun zusehends eingepreist."

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Börse 19.00 Uhr

Einer aktuellen Sentix-Stimmungsumfrage zufolge müsse bis zum Referendum mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden, da die Stimmung bis dato noch keine negativen Extrema erreicht habe. "Die aktuelle Gemengelage bewegt Anleger dazu, eher Gewinne mitzunehmen und ihr Kapital in Sicherheit zu bringen", kommentiert Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Aktienmärkte befänden sich laut Stanzl jetzt vollends im Klammergriff der Angst vor einem Brexit.

Der Chart zeigt nichts Gutes

Aus charttechnischer Sicht spricht auch einiges dafür, dass der Dax weiterhin unter Druck stehen wird. "Die nächsten Kursziele liegen nun im Bereich der Zwischentiefs von März und April um 9.500 Punkte, schreiben die Marktbeobachter von Index-Radar. Auf längere Sicht bestehe Spielraum nach unten bis rund 9.340, wo sich ebenfalls viele Zwischentiefs der zurückliegenden zwölf Monate befinden, oder im Extremfall sogar bis 8.699 an das absolute Jahrestief, lautet ihre Einschätzung: "Fakt ist, dass Anleger nun eher auf fallende, als auf steigende Notierungen setzen sollten."

Lufthansa empfohlen

Besser als der Markt hielt sich die Lufthansa-Aktie. Equinet hat die Einstufung für den Wert nach der Präsentation der Eurowings-Strategie auf "Buy" mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass die Strategie der Lufthansa-Billigtochter Sinn mache, schrieb Analyst Jochen Rothenbacher in einer Studie vom Montag. Eurowings könnte eine bedeutende Rolle beim bevorstehenden Zusammenwachsen der Branche in Europa spielen.

Bayer einsame Spitze

Bayer-Aktien verbuchten als einzige solide Gewinne. Die Verhandlungen zwischen dem Konzern und Monsanto über einen Zusammenschluss kommen laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht voran. Der US-Saatgutriese habe rund zwei Wochen nach der Ablehnung der 62 Milliarden Dollar schweren Bayer-Offerte noch nicht seine Bücher für die Leverkusener geöffnet, sagten demnach Insider. "Alles, was den Prozess verzögert, ist positiv für die Bayer-Aktie", sagte ein Frankfurter Aktienhändler.

BMW sieht Probleme in Amerika

Vom Konkurrenten BMW gibt es Neuigkeiten zum wichtigen US-Markt. Hier stellt sich der Konzern bis zum Jahresende auf ein hartes Geschäft ein. Es stünden dort derzeit viele Autos bei den Händlern, sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson dem Branchenblatt "Automobilwoche". "Der US-Markt wird 2016 bestenfalls stagnieren. Wir selbst arbeiten daran, die Lagerbestände bei unseren Händlern deutlich zu reduzieren."

Auch insgesamt hat die Autobranche Sorgen. Als Belastungsfaktoren für die Autobranche generell nannten Börsianer die Angst vor einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, sowie die oben zitierten Aussagen des BMW-Vertriebsvorstands. Ein Händler verwies in diesem Zusammenhang auf den derzeit hohen Preisdruck im amerikanischen Automarkt. Vor allen die Japaner machten dank ihrer abgewerteten Landeswährung den Europäern in den USA das Leben schwer. Der US-Markt liegt volumenseitig zwar auf einem hohen Niveau, doch die Verkaufsrabatte ebenfalls, resümierte der Experte.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
125,80
Differenz absolut
2,10
Differenz relativ
+1,70%

Sartorius mit Aktiensplit

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius macht seine Aktien optisch billiger. Das Unternehmen hat einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 durchgeführt. Das heißt, jeder Aktionär hat nun die vierfache Aktienanzahl im Depot. Der Aktienkurs hat sich entsprechend in etwa geviertelt.

Manz kann's nicht

Die Manz-Aktie bricht um fast 20 Prozent ein. Der angeschlagene Maschinenbauer muss einen Rückschlag verkraften. Ausgerechnet bei seinem Hoffnungsträger, dem Batteriegeschäft, hat ein Kunde habe ein Großprojekt gestoppt. Vorstandschef Dieter Manz befürchtet nun, die Jahresziele nicht zu erreichen. Man will nun kurzfristig mit dem Kunden Gespräche führen, ob dieser Auftrag noch zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt wird. Erst danach könne man eine endgültige Aussage über die Auswirkungen auf die Jahresziele treffen, teilte Manz mit.

Microsoft kauft LinkedIn

Microsoft will für 26,2 Milliarden Dollar das Online-Karrierenetzwerk LinkedIn übernehmen. LinkedIn soll eine eigene, unabhängige Marke bleiben und Unternehmenschef Jeff Weiner soll seinen Posten behalten. Microsofts Offerte beläuft sich auf 196 Dollar je LinkedIn-Aktie. Das ist ein Aufschlag von rund 49,5 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag.

Nokia: Big in China?

Der finnische Telekomausrüster Nokia hat sich ein Milliardengeschäft in China gesichert. Mit seinem dortigen größten Kunden China Mobile sei eine Rahmenvereinbarung über ein Jahr im Wert von 1,36 Milliarden Euro geschlossen worden, teilte das Unternehmen mit. Nokia hat den bisherigen Konkurrenten Alcatel-Lucent für fast 16 Milliarden Euro geschluckt. Der Konzern hofft, dadurch im Wettbewerb mit Ericsson aus Schweden sowie den chinesischen Firmen ZTE und Huawei besser bestehen zu können. Im Zuge der Milliarden-Übernahme sollen weltweit zwischen 10.000 und 15.000 Stellen gestrichen werden.

Symantec kauft ein

Der IT-Sicherheitsanbieter Symantec kauft sich für 4,65 Milliarden Dollar (gut 4,1 Milliarden Euro) einen neuen Chef. Die bei Verbrauchern vor allem mit der Marke "Norton" bekannte US-Firma übernimmt dabei den Rivalen Blue Coat und holt dessen Lenker Greg Clark zu sich an die Spitze. Der Deal soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Aveva im Aufwind

Wieder aufgeflammte Spekulationen auf eine Übernahme durch den Elektrotechnik-Konzern Schneider hat Aveva-Titel auf ein Sechs-Monats-Hoch gehievt. Die Aktien des britischen Anbieters von Industrie-Software stiegen um bis zu zehn Prozent. Schneider gaben in Paris dagegen nach. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge nimmt Schneider einen zweiten Anlauf, nachdem die ursprünglichen Pläne Ende 2015 geplatzt waren. Die Gespräche seien bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Bereits Ende Juni sei eine Einigung möglich.

KTG Agrar legten zu

Am Montag stiegen die Titel des in der vergangenen Woche wegen einer verzögerten Zinszahlung aufgefallenen Landwirtschaftskonzerns zeitweise um mehr als 20 Prozent. Offenbar setzten einige Investoren darauf, dass KTG Agrar die Probleme in den Griff bekommen wird.

ts

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Tagestermine am Montag, 1. August

Unternehmen:
Fuchs Petrolub: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Morphosys: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Air Liquide: Halbjahreszahlen, 7.20 Uhr
Veolia: Halbjahreszahlen, 7.30 Uhr
Porsche: Halbjahreszahlen,
Heineken: Halbjahreszahlen,

Konjunktur:
Deutschland/EU: Einkaufsmanager Juli, 9.55 Uhr
EU: EZB-Monatsbericht, 15:45 Uhr
USA: Bauausgaben/ Einkaufsmanager, 16 Uhr

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