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Marktbericht 20:07 Uhr

Marktbericht negativ

Dax und Dow rutschen ab

Börsentalfahrt geht nach Ostern weiter

Stand: 18.04.2017, 20:07 Uhr

Die Weltpolitik hat die Börsen fest im Griff. Der Atom-Streit zwischen den USA und Nordkorea, die Spannungen in Syrien und die nahenden Frankreich-Wahlen machen die Anleger zunehmend nervös. Der Dax sackte weiter ab.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weltweit standen die Börsenampeln am Dienstag auf rot. Die Wall Street startete mit deutlichen Verlusten in den Tag. Zwei Stunden vor Handelsschluss notierte der Dow gut 0,5 Prozent tiefer. Im Sog der schwachen US-Börsen ging es auch an den europäischen Aktienmärkten abwärts. Der Dax konnte seine anfänglichen Gewinne nicht halten und schloss 0,9 Prozent im Minus. Immerhin behauptete er sich gerade noch oberhalb der runden Marke von 12.000 Punkten.

Frankreich-Wahl sorgt für Verunsicherung

Markus Gürne

Frankreich-Wahl lässt die Anleger zittern

Vor allem die bevorstehenden französischen Präsidentschaftswahlen überschatteten die Märkte. Neue Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Die vier wichtigsten Kandidaten trennen nur drei bis vier Prozentpunkte. Für die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April sehen Demoskopen weiterhin den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron sowie Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National vorne. Allerdings rückt der Linke Jean-Luc Mélenchon den beiden immer näher. Käme er in die Stichwahl am 7. Mai gegen Marine Le Pen, müssten die französischen Wähler sich zwischen zwei Extremen entscheiden. Ein Sieg der Euro-Kritikerin Le Pen würde die Börsen Experten zufolge ins Chaos stürzen und die Gemeinschaftswährung auf Talfahrt schicken.

"Keine Gründe, Aktien zu kaufen"

"Es gibt derzeit keine wirklichen Gründe, Aktien zu kaufen", meinte ein Händler am Dienstag. Neben Frankreich beunruhigen auch die Nordkorea-Krise und die Lage in Syrien die Investoren. Für weitere Verunsicherung sorgte die überraschende Ankündigung vorgezogener Neuwahlen Anfang Juni in Großbritannien. Die britische Premierministerin Theresa May will sich für die Brexit-Verhandlungen Rückendeckung sichern. Der britische Aktienindex FTSE 100 rutschte auf den tiefsten Stand seit Ende Februar ab.

Pfund und Euro legen zu

Das Pfund Sterling verteuerte sich dagegen um etwa einen US-Cent auf 1,2667 Dollar. Der Euro legte ebenfalls zu und kletterte auf über 1,07 Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 1,0640 Dollar notiert.

Goldman Sachs scheitert an zu hohen Erwartungen

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Börse 19.00 Uhr: US-Banken verdienen Milliarden

Eine mögliche Verzögerung der Steuersenkungspläne von US-Präsident Trump und schwache Quartalsbilanzen belasteten die Wall Street. Zwar konnte Goldman Sachs den Gewinn im ersten Quartal auf 2,3 Milliarden US-Dollar verdoppeln, im Handelsgeschäft lief es dagegen so schlecht wie seit fünf Quartalen nicht mehr. Die Einnahmen gingen hier um gut zwei Prozent zurück. Die Goldman-Aktien fielen um über vier Prozent.

Dagegen übertraf die Bank of America die Erwartungen. Das Geldinstitut steigerte den Gewinn um 40 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Die Erträge wuchsen um sieben Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar. Die Aktie gab dennoch im Sog der schwachen Bankenwerte leicht nach.

Türkei-Referendum stützt Lira

ARD-Börsenstudio: Dieter Reeg

Die Türkei nach dem Referendum

Die türkische Lira profitierte vom Sieg von Präsident Recep Tayyip Erdogan im Verfassungsreferendum. Die Währung legte zuletzt um knapp zwei Prozent zum Dollar zu, zwischenzeitlich hatte sie allerdings noch deutlicher gewonnen. Im Januar hatte die türkische Währung ihr jüngstes Rekordtief markiert, damals kostete ein US-Dollar noch 3,9415 Lira.

VW schüttelt Abgas-Skandal ab

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Börse 20.15 Uhr: VW-Aktien sorgt für Begeisterung

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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140,00
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Spitzenreiter im Dax war VW. Die Aktie machte einen Sprung von über vier Prozent nach oben. Volkswagen kommt bei der Sanierung seiner Hauptmarke VW voran. Das operative Ergebnis des Konzerns legte im ersten Quartal um fast ein Drittel auf 4,4 Milliarden Euro zu. Grund für den überraschend hohen Gewinn war eine Verbesserung des Ergebnisses der Hauptmarke VW.

Stahlwerte unter Druck

Die Aktien deutscher Stahlkonzerne litten indes unter der Schwäche der Rohstoffpreise. Hinzu kam eine Studie von Barclays, die kurzfristig von deutlich nachgebenden Stahlpreisen in Europa ausgeht. Größter Verlierer im Dax war denn auch ThyssenKrupp, im MDax traf es Salzgitter und im SDax Kloeckner & Co.

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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21,46
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Klöckner & Co.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9,72
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Zu den Top-Verlierern im Dax gehörten auch die Bankenwerte - im Sog der Kursverluste von Goldman Sachs und anderer US-Großbanken. Die Aktien der Commerzbank büßten zwei Prozent, die Titel der Deutschen Bank knapp 1,5 Prozent ein. Sie setzten ihre Kursschwäche der vergangenen Wochen fort.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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15,56
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Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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8,32
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SocGen beflügelt Uniper

Positiv aus dem MDax ragte Uniper mit einem Plus von 1,3 Prozent heraus. Die französische Großbank Société Générale (SocGen) hat die Uniper-Aktie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 13,60 auf 18,50 Euro angehoben. Bei der ehemaligen Kraftwerks-Tochter von Eon bekämen die Anleger enorme Dividendensteigerungen zu einem attraktiven Preis, schrieb die Bank in einer Studie. Der Chef des Energiekonzerns RWE Rolf Schmitz hat am Wochenende die von ihm selbst zuletzt befeuerte Spekulationen über ein Interesse an dem Konkurrenten Uniper gedämpft. "Grundsätzlich kann man sich fragen: Was sollte RWE mit schwedischen Atomkraftwerken oder russischen Kohlekraftwerken, die zu Uniper gehören?", sagte er der "Rheinischen Post".

Airbus mit Dividende

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Airbus-Aktien wurden heute ex Dividende gehandelt. Der Flugzeugbauer hat 1,35 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet. Somit relativiert sich das Kursminus.

Aurelius wieder auf Talfahrt

Die Aktie von Aurelius sackte erneut um fast sieben Prozent ab. Anfang April war die Beteiligungsgesellschaft Opfer einer Short-Attacke von Gotham City geworden. Der Titel stürzte von über 67 Euro auf bis 34,55 Euro ab. Seither hatte sich das Papier etwas erholt.

Johnson & Johnson wächst kaum noch

Aus den USA meldete Johnson & Johnson Quartalszahlen. Ein verhaltenes Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bremste den US-Pharma- und Konsumgüterkonzern. Der Umsatz stieg im ersten Quartal unerwartet gering um 1,6 Prozent auf 17,77 Milliarden Dollar. Besonders das Pharmageschäft blieb hinter den Prognosen zurück. Der Gewinn des Herstellers von Produkten wie Penaten-Babypflege, o.b.-Tampons und Listerine-Mundwasser ging um 0,8 Prozent auf 4,42 Milliarden Dollar zurück. Die Johnson&Johnson-Aktien gaben deutlich nach.

Netflix lockt weniger Neukunden an

Der Streaming-Dienst Netflix bereits gestern seinen neuesten Quartalsbericht vorgelegt. Das Unternehmen hat zu Jahresbeginn überraschend wenig neue Nutzer hinzugewonnen. Im ersten Quartal stieg die Kundenzahl um 4,95 Millionen. Das unerwartet schwache Nutzerwachstum belastete die Aktie im frühen US-Handel. Sie verlor gut ein Prozent.

nb

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. April

Unternehmen:
Syngenta: Q1 Umsatz, 07:00 Uhr
Philips Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Anglo American: Q1 Production Report, 10:00 Uhr
Innogy: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Alcoa: Q1-Zahlen, 22:00 Uhr
Telekom Austria: Q1-Zahlen
Sartorius: Q1-Zahlen
Amadeus Fire: Q1-Zahlen
Halliburton: Q1-Zahlen

Konjunktur:
D: fo-Geschäftsklimaindex 04/17, 12:00 Uhr
D: Deutsche Bundesbank Monatsbericht 04/17, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index 03/17, 14:30 Uhr

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