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Marktbericht 20:10 Uhr

Marktbericht negativ

Dax und Dow auf Tauchstation

Börsenparty jäh beendet

Enttäuschende Bilanzen großer Konzerne wie Siemens und Microsoft haben den Anlegern gründlich die Kauflaune verdorben. Der Dax musste seiner rasanten Rekordjagd Tribut zollen und schloss im Minus. Auch an der Wall Street purzelten die Kurse.

An der Börse ist es wie im Sport: Jede Serie geht einmal zu Ende. Acht Tage lang war der Dax stetig nach oben geklettert und hatte mehrere neue Rekorde markiert. Am Dienstag ging dem Dax die Puste aus. Nachdem er am Morgen noch abermals ein neues Allzeithoch von 10.810 Punkte geschafft hatte, sackte er deutlich ab. Erstmals seit fast zwei Wochen schloss der Dax im Minus – und das ziemlich um fast 1,6 Prozent. Auch der EuroStoxx50 verlor 1,2 Prozent und beendete seine achttägige Gewinnserie.

"Gesunde Korrektur"

Mehrere Börsianer zeigten sich erleichtert über den längst überfälligen Rücksetzer. "Die Schwerkraft holt die Märkte wieder auf den Boden", schrieb Analyst Jasper Lawler von CMC Markets. Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk sei eine Korrektur gesund und gerechtfertigt, meinte auch IG-Analyst Christian Henke. Helaba-Analyst Markus Reinwand rechnet mit Kursverlusten im Laufe des Jahres. "Nach einer ersten Welle der Euphorie dürften die insgesamt eher verhaltenen Wachstums- und Gewinnperspektiven dafür sorgen, dass eine gewisse Ernüchterung einsetzt", warnte Reinwand.

Konjunkturdämpfer in den USA

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Börse 18.00 Uhr

Besonders an der Wall Street trübt sich die Stimmung ein. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsschluss 1,3 Prozent im Minus und fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Januar zurück. An der Nasdaq ging es um zwei Prozent abwärts. Schwache Firmenergebnisse und Konjunktursorgen setzen die US-Börsen unter Druck. Überraschend sank der Auftragseingang für langlebige Güter im Dezember um 3,4 Prozent. Volkswirte hatten mit einem kleinen Anstieg gerechnet. Da konnte auch nicht helfen, dass sich das US-Verbrauchervertrauen im Januar deutlich stärker aufhellte als erwartet - um 9,8 Punkte auf 102,9 Punkte.

Schwache Bilanzen der US-Schwergewichte

Hinzu kamen ernüchternde Quartalsbilanzen und trübe Ausblicke mehrerer US-Konzerne. Besonders Microsoft enttäuschte: die Schwäche des Windows-Kerngeschäfts hinterlierß tiefe Spuren in der Bilanz. Auch der Ausblick war erschreckend schwach. Zeitweise stürzte die Microsoft-Aktie um über zehn Prozent ab. Ähnlich hart erwischte es Caterpillar. Die Aktie sackte um sieben Prozent ab. Wegen des starken Dollars warnte der Baumaschinenhersteller vor einem Umsatzrückgang von knapp zehn Prozent im laufenden Jahr. Der Gewinn je Aktie soll nur noch bei 4,75 Dollar liegen – fast zwei Dollar weniger als erwartet.

Euro rappelt sich auf

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die schwachen Auftragseingangs-Daten aus den USA lösten Diskussionen aus, ob die Fed wie bislang erwartet an ihrer Zinserhöhung im Spätsommer festhalten wird. Das stärkte den Euro. Er setzte seinen Erholungskurs fort und kletterte zeitweise auf über 1,14 Dollar. Händler sprachen von einer Gegenreaktion auf vorangegangene Verluste.

Euro in Schweizer Franken: Kursverlauf am Börsenplatz XRATE für den Zeitraum Intraday
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Auch gegenüber dem Schweizer Franken machte der Euro etwas Boden gut. Die Gemeinschaftswährung zog in der Spitze um mehr als zwei Prozent auf 1,038 Franken an. Händler nannten mögliche Interventionen der Schweizer Notenbank als Grund.

Kupfer auf Fünfeinhalb-Jahrestief

Ein Alarmsignal sendete "Dr. Copper": Nach den enttäuschenden US-Konjunkturdaten rutschte der Kupferpreis um bis zu drei Prozent ab und verbilligte sich auf 5.4125 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit fünfeinhalb Jahren. Seit Jahresbeginn ist der Kupferpreis um elf Prozent gefallen.

Analysten beflügeln K+S

Im Dax gab es nur drei Gewinner: die Deutsche Börse, Fresenius und K+S. Die Titel des Dünger- und Salzproduzenten profitierten von positiven Analysten-Kommentaren. Die UBS hat ihre Verkaufsempfehlung für K+S gestrichen und stuft sie nun bei einem neuen Kursziel von 28 Euro auf "Neutral" hoch. Das Management habe eine beeindruckende Kehrtwende eingeleitet, lobte der zuständige Analyst. Ebenso hob Merrill Lynch sein Kursziel auf 29 Euro an und bewertet die Titel nun mit "Neutral". Bisher lag das Votum bei "Underperform".

Bankaktien im Griechenland-Schlammassel

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auf der Verliererseite rangierten die Bank-Aktien, allen voran die Deutsche Bank mit einem Minus von 3,4 Prozent. Die Bankenwerte würden vor allem unter der Unsicherheit nach dem Machtwechsel in Griechenland leiden, meinen Händler. Es gebe Befürchtungen über Ausfälle von Schuldnern aus Griechenland, meinte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Siemens unter Beschuss

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Um fast drei Prozent ging es mit der Siemens-Aktie abwärts. Der Gewinn des Technologiekonzerns ist im vergangenen Quartal vor allem wegen Sondereffekten um ein Viertel eingebrochen auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Vor allem die hauseigene Vermögensverwaltung und die Sparte "Power & Gas" liefen schlecht. Auf der Hauptversammlung in München hagelte es Kritik am schleppenden Konzernumbau des größten deutschen Industriekonzerns.

Autoaktien im Rückwärtsgang

Mit einer negativen Branchenstudie setzte Goldman Sachs die Autoaktien unter Druck. BMW und Daimler gaben um rund drei Prozent, VW verlor 1,6 Prozent. Die US-Investmentbank stufte unter anderem die BMW-Aktie auf "Sell" ab und strich Daimler von ihrer Empfehlungsliste. Die Analysten von Exane BNP bliesen ins gleiche Horn und stuften die Aktien des schwäbischen Autobauers auf "Neutral" ab.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Linde kann Rekordhoch nicht halten

Den Aktien von Linde ging nach einem erreichten Rekordhoch von 173,50 Euro die Luft aus. Sie schlossen ein Prozent im Minus. Anleger gingen offenbar auf Nummer sicher und machten Kasse.

Sartorius wächst rasant

Im TecDax hat der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius nach vorläufigen Zahlen Umsatz und Auftrageingang prozentual zweistellig gesteigert und seine eigenen Jahresziele erreicht. Die Aktie gehörte zu den wenigen TecDax-Gewinnern.

SMA Solar kommt nicht aus der Krise

Die Aktie von SMA Solar brach dagegen um 17,5 Prozent ein und markierte bei 11,91 Euro ein neues Allzeittief. Der Solartechnikkonzern streicht wegen sinkender Umsätze deutlich mehr Arbeitsplätze als bislang geplant. Bis zum 30. Juni sollen weltweit 1.600 Jobs, rund ein Drittel der Gesamtbelegschaft, wegfallen.

Aktive Anleger treiben Comdirect-Gewinn

Im SDax überzeugte Comdirect mit seinen Jahreszahlen die Anleger. Die Aktie legte 1,3 Prozent zu. "Im Jahr 2014 haben unsere Kunden so viel gehandelt wie nie zuvor", sagte Holger Hohrein, Vorstand von Comdirect. Die Dividende pro Anteilsschein soll um vier Cent auf 40 Cent steigen.

Thiele bietet 48,50 Euro je Vossloh-Aktie

Vossloh: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am Abend nach Xetra-Schluss gab der Vossloh-Grossaktionär und -Aufsichtsratschef Heinz Hermann Thiele den Preis für die Übernahmeofferte für den Verkehrstechnik-Konzern bekannt. Er bietet den Vossloh-Aktionären 48,50 Euro je Aktie. Das entspricht dem von der Bafin gewichteten durchschnittlichen Kurs während der letzten drei Monate vor der Veröffentlichung des Angebots, liegt aber 16 Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Starkes Jahr für Syzygy

Aus der dritten Reihe meldete am Abend die Web-Agentur Syzygy gute Zahlen. Der Umsatz kletterte 2014 um 34 Prozent auf rund 47 Millionen Euro. Das operative Ergebnis konnte nahezu verdoppelt werden auf 3,8 Millionen Euro. Den Aktionären winkt eine 25 Prozent höhere Dividende von 0,35 Euro je Aktie. Die Syzygy-Aktie zog daraufhin im späten Handel an der Frankfurter Börse um sechs Prozent an und erreichte ein Mehrjahreshoch. Zuletzt war Syzygy-Chef Marco Seiler zum Agenturmann des Jahres gekürt worden.

Easyjet lockt mehr Businesskunden an

Der britische Billigflieger Easyjet bleibt auf Wachstumskurs - auch dank zunehmender Buchungen von Geschäftsreisenden. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 3,8 Prozent auf umgerechnet 1,2 Milliarden Euro. Nach dem Rekordgewinn des Vorjahres wagte Unternehmenschefin Carolyn McCall allerdings noch keine Gewinnprognose für das gesamte Jahr. Die Aktie zog um knapp zwei Prozent an.

Novartis verspricht mehr Wachstum

Auslaufende Patente und die starke Konzernwährung Dollar haben den Schweizer Pharmakonzern Novartis im vergangenen Jahr gebremst. Der Umsatz legte nur um ein Prozent auf 58 Milliarden Dollar zu. Der Reingewinn stieg auch dank Einsparungen um zwölf Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar. Künftig traut sich aber Novartis mehr Wachstum zu als in den letzten Jahren. Der positive Ausblicks beflügelte die Aktie.

Gewinnwarnung von Philips

Philips: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum Intraday
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Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat indes weiter zu kämpfen. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn um zwei Drittel auf 411 Millionen Euro ein. Die mittelfristigen Ziele für 2016 sollen nun jeweils um einen Prozentpunkt schwächer ausfallen als zunächst angekündigt, kündigte Vorstandschef Frans van Houten an.

Dollar-Stärke belastet US-Konzerne

In den USA legten neben Microsoft und Caterpillar weitere Konzerne ihre Zahlen vor. Viele litten unter dem starken US-Dollar. Procter & Gamble musste im vierten Quartal einen Gewinnrückgang von fast einem Drittel auf 2,4 Milliarden Dollar hinnehmen. Bei Pfizer sackte der Überschuss um mehr als die Hälfte auf 1,2 Milliarden Dollar ab.

E-Commerce treibt Visa an

Der rasant wachsende Online-Handel ließ bei Visa in Deutschland die Kassen klingeln. Die Ausgaben bei Internet-Käufen mit Visa-Karten erhöhten sich um ein Fünftel. Im staionären Ladengeschäft lag das Umsatzplus lediglich bei zehn Prozent. Künftig will der Kreditkartenanbieter das Bezahlen mit Smartphone durch neuartige Daten-Verschlüsselung attraktiver gemacht. Ab dem zweiten Quartal wird die Token-Technik eingeführt. Noch werden in Deutschland 80 Prozent der Transaktionen über Bargeld gemacht.

Kann Apple wieder positiv überraschen?

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Nun hoffen Anleger auf den "Apple-Effekt". Wenn der iPhone-Anbieter heute Abend nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das vergangene Quartal vorlegt, erwarten Branchenexperten Großes. Analysten rechnen nach dem Ansturm zum Start des iPhone 6 mit neuen Rekorden, ihre Schätzungen liegen zwischen gut 60 und über 70 Millionen verkauften iPhones. Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und macht über die Hälfte des Geschäfts aus.

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Womit Apple sein Geld verdient

Viel mehr als iPhone und iPad

Apple-Logo am Sternenhimmel

Apple ist der Gigant unter den weltweit agierenden Technologieunternehmen: 74,6 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Quartal, 18 Milliarden Dollar Gewinn. Eine Nachsteuerrendite von rund 24 Prozent. Dabei macht das Unternehmen beileibe nicht nur Geld mit iPhone und iPad.

nb

Stand: 27.01.2015, 20:10 Uhr

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Tagestermine am Donnertag, 29. Januar

Unternehmen:
Deutsche Bank: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Infineon: Quartalszahlen Q1
Jenoptik: vorl. Jahreszahlen
Samsung: Quartalszahlen Q4
LG Electronics: Quartalszahlen Q4
Shell: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Nokia: Jahreszahlen
Alibaba: Quartalszahlen Q4, 13.30 Uhr
Nasdaq: Quartalszahlen Q4, 14 Uhr
Ford: Jahreszahlen, 14.30 Uhr
Dow Chemical: Quartalszahlen Q4, 15 Uhr
Harley-Davidson: Quartalszahlen Q4, 15 Uhr
Colgate-Palmolive: Quartalsz. Q4, 17 Uhr
Google: Quartalszahlen Q4, 22.30 Uhr
Amazon: Quartalszahlen Q4, 23 Uhr
Visa: Quartalszahlen Q4, 23 Uhr
Zynga: Quartalszahlen Q4, 23 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitsmarktdaten Januar, 10 Uhr
Deutschland: Inflationsrate Januar (1. Schätzung)

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