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Marktbericht 20 Uhr

Marktbericht positiv Champagner perlt in einem Glas

Börsen von Euphoria befallen

Dax gewinnt drei Prozent

Stand: 10.07.2015, 20:00 Uhr

Der Optimismus ist zurück an den Aktienbörsen, zumindest an der europäiischen. Der Dax springt kräftig an. Die Amerikaner lehnen sich nicht so weit aus dem Fenster.

Drei Prozent Plus, das ist in der Börsensprache die Maßeinheit für Euphorie - oder auf griechisch Euphoria. Der Dax beendete den Freitagshandel im Freudenrausch ob einer sich abzeichnenden griechischen Lösung beim Stand von 11.316,63 Punkten, der Late-Dax schob sich weiter in die Höhe bis auf 11.323. Europaweit ein ähnliches Bild: EuroStoxx 50 und CAC 40 legte drei Prozent zu.

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Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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Auch der Euro stand hoch im Kurs. Er verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 1,1138 Dollar, er war im Tagesverlauf zeitweise sogar über 1,12 Dollar geklettert. Zur japanischen Währung gewann die europäische Währung sogar 2,3 Prozent auf 136,89 Yen und steuerte damit auf den größten Tagesgewinn seit mehr als zwei Jahren zu.

Reformen gegen Geld

Anleger feiern die neue griechische Reformliste, die nun auch alle strittigen Punkte enthält: Erhöhung der Mehrwertsteuer, Rentenreform, Privatisierungen und Kürzung der Militärausgaben. Im Gegenzug bittet Athen um neue Hilfen in Höhe von 53,5 Milliarden Euro.

Keine Börsen-Skepsis

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
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Vertreter anderer Euroländer äußerten vorsichtigen Optimismus. Es gibt aber auch zurückhaltende Stimmen. Nach Ansicht der litauischen Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite sind die Vorschläge unzureichend. Bei allem Glückstaumel ist daher durchaus eine Portion Skepsis angebracht. Erst am Samstag kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um die Streichliste aus Athen zu bewerten.

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Börse 17.00 Uhr

Die Frage ist zudem, ob Alexis Tsipras das Reformpaket beim griechischen Parlament durchbekommt? Wohl nicht mit einer Regierungsmehrheit, aber es sieht danach aus, als bekäme er genug Stimmen von den anderen Parteien. Fragt sich nur, wie gut sich danach noch regieren lässt. Ein viel gewichtigerer Unsicherheitsfaktor ist aber Griechenlands Glaubwürdigkeit: Steht das Land zu dem, was es sagt?

Griechenland bleibt Dauer-Thema

Und selbst wenn die Geldgeber den Weg für weitere Milliardenhilfen für Griechenland freimachten, längerfristig ist damit keine Erleichterungsrally programmiert. Aktienstratege Christian Jasperneite von MM Warburg: "Die echten Probleme sind damit noch lange nicht gelöst. Das Thema wird uns noch auf Jahre hinaus beschäftigen."

Yellen hat Griechenland im Visier

In Amerika sind Anleger denn auch skeptischer. Der Dow Jones liegt zur Stunde nur gut ein Prozent im Plus. Vielleicht ist das Thema Griechenland nicht so präsent wie bei uns. Anleger hatten dort auch Janet Yellens Rede im Blick: Die Chefin der US-Notenbank sagte, es sei wohl angemessen, den Leitzins noch in diesem Jahr anzuheben. Die Anhebung sei gleichwohl nicht sicher. "Ich möchte betonen, dass die künftige Wirtschafts- und Inflationsentwicklung unsicher ist und überraschende Entwicklungen zu einer früheren oder späteren Zinserhöhung führen können." Ein Risiko sei auch das noch "ungelöste" Griechenland-Problem.

Bundesanleihen fallen

Zu den wenigen Verlierern der sich anbahnenden Einigung mit Griechenland gehörten deutsche Staatsanleihen. Der für den deutschen Markt richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor 1,3 Prozent auf 150,71 Punkte, umgekehrt stieg die Rendite von 0,72 auf 0,89 Prozent. Das lag daran, dass Anleger nun wieder ihr Geld aus den als sicher geltenden, aber renditeschwachen Bundesanleihen abzogen, ...

Italien und Spanien gefragt

... um es in Anleihen Italiens und Spaniens zu stecken, die zuvor unter Spekulationen auf ein Überschwappen der Griechenland-Krise gelitten hatten. Die Käufe drückten die Renditen italienischer und spanischer zehnjähriger Titel um jeweils knapp 0,2 Prozentpunkte auf 2,017 beziehungsweise 2,014 Prozent. Noch drastischer war die Bewegung bei den vergleichbaren griechischen Bonds. Sie rentierten fast fünf Prozentpunkte niedriger bei 14,12 Prozent.

Kurse in China steigen

Rückenwind für den europäischen Aktienmarkt gab es auch durch die Erholung des chinesischen Aktienmarktes - nach allerdings massiven Staatseingriffen. Am Freitag gewann der Letindex der Börse in Shanghai 4,6 Prozent auf 3.878 Punkte.

Bank-Aktien haussieren

Investoren griffen bei den Dax-Titeln vor allem bei Finanzwerten zu, die besonders sensibel auf Nachrichten rund um Griechenland reagieren. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg um vier Prozent. Die Aktie der Deutschen Bank schaffte es mit über vier Prozent Plus in die Dax-Topriege. Auch die Papiere des kleineren Konkurrenten Commerzbank gehören zu den stärksten Werten im wichtigsten deutschen Aktienindex mit fast drei Prozent Kursgewinn.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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T-Aktie übertrumpft alle

Spitzenreiter im Dax ist aber die T-Aktie. Die Unsicherheit rund um die griechische Telekom-Tochter OTE hat sich gelegt dank der Aussicht auf eine Einigung im griechischen Schuldendrama. Entsprechende Sorgen hatten die T-Aktien Anfang der Woche belastet. Auch die positiven Nachrichten aus den USA vom Vortag wirken weiter. Die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom wächst bei den Kunden weiter kräftig.

Auto-Werte abgebremst

Auto-Aktien lahmen dagegen. Das liegt an etwas eigentlich schon Bekanntem, das die Vereinigung der chinesischen Autohersteller (CAAM) jetzt aber in eine Prognose fasste: Der Absatz auf dem weltgrößten Fahrzeugmarkt wächst schwächer als gedacht, im Gesamtjahr 2015 wird es statt eines Absatzplus' von sieben nur drei Prozent geben. "Der Aktienmarkt beeinträchtigt den Autoverkauf", sagte CAAM-Chef Dong Yang angesichts des jüngsten Börsen-Crashs.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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SMA hebt Prognose an

Die SMA-Aktie stieg um 24 Prozent. Der angeschlagene Solartechnikhersteller hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Jahr angehoben. Das TecDax-Mitglied rechnet nun mit einem Umsatz von bis zu 850 Millionen Euro nach bisher bis zu 770 Millionen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) könnte im günstigsten Fall nun positiv ausfallen. Bisher hatte SMA ein Minus von bis zu 60 Millionen Euro befürchtet.

United Internet kauft in Polen zu

Der Internet-Dienstleister United Internet übernimmt den polnischen Webhosting-Marktführer home.pl. Der Kaufpreis liegt bei 135 Millionen Euro in bar. Um weitere Zukäufe zu finanzieren prüft United Internet nun das Geschäft mit Anwendungen für Unternehmen ("Business Applications") an die Börse zu bringen. Bei einer positiven Entscheidung könnte der Börsengang in etwa zwei Jahren erfolgen. Auch die Aktie von United Internet gewinnt kräftig hinzu.

Aktien notieren "ex-Dividende"

Die Anteilsscheine von Fielmann und Hornbach Holding notieren am Freitag "ex-Dividende". Nach den gestrigen Hauptversammlungen hat der Brillenanbieter 1,60 je Aktie und die Baumarktkette 0,80 Euro je Vorzugsaktie ausgeschüttet.

Fraport begrüßt mehr Passagiere

Auf Rekordkurs fährt Fraport. Der Flughafenbetreiber hat an seinem wichtigsten Standort in Frankfurt am Main von Januar bis Juni 28,9 Millionen Passagiere abgefertigt, den Streiks bei der Lufthansa zum Trotz. In neuer Höchstwert. Im Juni waren es 5,7 Millionen Passagieren und damit 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Luftfrachtvolumen sank allerdings um 2,6 Prozent.

Schöner Auftrag für Daldrup

Der Bohrtechnik- und Geothermiespezialist Daldrup & Söhne hat ein Auftragspaket von fünf möglichen Geothermiebohrungen von dem belgischen Unternehmen Vito erhalten. Der Auftragswert aller fünf möglichen Bohrungen liegt bei rund 31 Millionen Euro. Die Daldrup-Aktie um rund vier Prozent.

Ryanair macht Kasse

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die Fluggesellschaft Ryanair will ihren knapp 30-prozentigen Anteil an der irischen Air Lingus verkaufen. Käufer soll die International Airlines Group (IAG) sein, die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia. Man werde damit einen "kleinen Gewinn" erzielen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Gigaset in der Arena des FC Bayern

Im sportlichen Rampenlicht stand heute Gigaset. Der Anbieter von Technologie und Verbraucherelektronik ist ab sofort offizieller Platinum Partner des FC Bayern München. Die Aktie war heute aber weniger glanzvoll.

Anleger checken bei InterContinental Hotels ein

Die Aussicht auf eine weitere Ausschüttung hat Anleger am Freitag zum Einstieg bei InterContinental Hotels animiert. Die Aktien des Hotelbetreibers stiegen an der Londoner Börse um fünf Prozent auf 2730 Pence. Genährt wurden diese Spekulationen vom Verkauf des InterConti Hongkong für 938 Millionen Dollar. Der Preis liege etwa 150 Millionen Dollar über ihren Erwartungen, schrieben die Analysten des Brokerhauses Numis.

Wieder Schub für Tesla-Aktie

Die zuletzt gebeutelten Aktien von Tesla erholen sich. Vor dem Wochenende sorgte das Unternehmen mit der Stärkung seines Vertriebs in Nordamerika für Schlagzeilen. Mit Ganesh Srivats soll ein ehemaliger Manager des Luxusmode-Herstellers Burberry Tesla dabei helfen, sein Image weltweit zu stärken, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Börsengeschichten vom Wal von London

Die britische Finanzaufsicht hat ihre Ermittlungen gegen den sogenannten "Wal von London" eingestellt. Bruno Iksil soll eine zentrale Rolle in dem Skandal von 2012 gespielt haben, bei dem waghalsige Geschäfte in der Londoner Investmentabteilung von JPMorgan einen Verlust von 6,2 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) verursacht hatten.

bs

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Tagestermine am Donnerstag, 30. Juli

Unternehmen:
Fresenius: Quartalszahlen Q2, 7 Uhr
FMC: Quartalszahlen Q2, 7 Uhr
Siemens: Quartalszahlen Q3, 7 Uhr
Nokia: Quartalszahlen Q2, 7 Uhr
Swiss Re: Quartalszahlen Q3, 7 Uhr
Celesio: Quartalszahlen Q2, 7 Uhr
Lufthansa: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Infineon: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Vossloh: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Takkt: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Dialog Semic.: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
DMG Mori Seiki: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Telefonica: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Sanofi: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Air Liquide: Quartalszahlen Q2, 7.30 Uhr
Deutsche Bank: Quartalszahlen Q2, 8 Uhr
ProSiebenSat.1: Quartalszahlen Q2, 8 Uhr
Repsol: Quartalszahlen Q2, 8 Uhr
Shell: Quartalszahlen Q2, 8 Uhr
Royal Bk. of Scotl.: Quartalszahlen Q2, 8 Uhr
Sony: Quartalszahlen Q2, 8 Uhr
Audi: Quartalszahlen Q2, 9 Uhr
Procter & Gamble: Quartalszahlen Q2, 13 Uhr
T-Mobile US: Quartalszahlen Q2, 13.30 Uhr
Mondelez: Quartalszahlen Q2, 14 Uhr
L'Oreal: Quartalszahlen Q2, 17.40 Uhr
Nordex: Halbjahreszahlen
Santander: Quartalszahlen Q2
Conoco Philips: Quartalszahlen Q2
Time Warner: Quartalszahlen Q2
Amgen: Quartalszahlen Q2
LinkedIn: Quartalszahlen Q2
Expedia: Quartalszahlen Q2
Colgate: Quartalszahlen Q2

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion, 1.50 Uhr
Deutschland: Arbeitsmarktbericht, 9.55 Uhr
D: VDMA Auftragseingang, 10 Uhr
EU: Wirtschaftsvertrauen, 11 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen, 11 Uhr
Italien: Anleihe-Auktion, 11 Uhr
USA: BIP Q2, 14.30 Uhr

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