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Marktbericht 17:57 Uhr

Dax & Co erholen sich

Börsen-Talfahrt gestoppt

Verkehrte Welt an den Börsen: Während das (Geschäfts-)Klima in deutschen Unternehmen immer schlechter wird, hat sich an den Aktienmärkten die Stimmung aufgehellt. Die Spekulation auf weitere Geldspritzen der EZB beflügelten die Märkte. Nur der Euro ging baden.

Negative Konjunkturdaten können durchaus etwas Positives haben: Diese Erfahrung machten am Mittwoch mal wieder die Anleger beim Ifo-Index. Zwar trübte sich das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft wegen der zahlreichen politischen Krisen überraschend stark auf 104,7 Punkte ein. Doch angesichts der zunehmenden Konjunktursorgen werde nun die Wahrscheinlichkeit eines umfangreichen Anleihen-Kaufprogramms durch die Europäische Zentralbank (EZB) größer, betonten Börsianer. Zumal EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch in einem Radio-Interview bekräftigte, dass bei Bedarf die Notenbank alle Mittel ausschöpfen werde, um die Konjunktur anzukurbeln.

Knalleffekt vom US-Häusermarkt

Die Aussicht auf die geldpolitische Lockerung in Europa trieb die Börsen an. Die Wall Street startete freundlich in den Tag. Der Dow lag zwei Stunden nach Handelsbeginn 0,5 Prozent höher. Der S&P 500 zog ähnlich stark an und näherte sich wieder der Marke von 2.000 Punkten. Für eine faustdicke Überraschung sorgten die neuesten August-Daten zum Häuserverkauf in den USA. Sie kletterten um 18 Prozent auf 504.000 Häuser. Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von rund vier Prozent gerechnet.

Im Sog der starken Wall Street nahm der Dax im Laufe des Nachmittags wieder Fahrt auf und schloss 0,7 Prozent höher bei knapp 9.6662 Punkten. Am Vormittag hatte der deutsche Leitindex noch knapp im Minus gependelt. Auch der EuroStoxx50 erholte sich von seinen Vortagesverlusten und zog um 1,2 Prozent an.

Verlierer des Tages: der Euro

Der schwache Ifo-Index und die Aussicht auf EZB-Hilfen drückten den Euro auf ein 14-Monats-Tief. Die Gemeinschaftswährung rutschte unter 1,28 Dollar und fiel auf bis 1,2774 Dollar. Auch Gold war nicht gefragt. Das gelbe Edelmetall verbilligte sich bis zum Abend auf 1.217 Dollar. Damit steht es wieder in etwa auf dem Niveau, wo es Anfang des Jahres notierte.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.2670
Differenz absolut
0.00
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+0.20%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1231.40
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-1.00
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-0.08%

T-Aktie im Aufwind

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.18
Differenz absolut
0.28
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+2.57%

Im Dax führte BMW die Pole Position an, dicht gefolgt von der Deutschen Telekom. Die T-Aktie gewann über zwei Prozent. Der Ex-Monopolist könnte von Regelungen profitieren, die die EU-Kommission erwägt. Danach sollen Preisobergrenzen für Dienste, die die Telekom-Konzerne an kleinere Konkurrenten verkaufen können, fallen. Auch die Abschaffung der Roaming-Gebühren für Handy-Gespräche in Europa könnte sich verschieben.

Kaufempfehlung treibt Merck

Lange Zeit ganz vorne lag die Aktie von Merck- dank der Commerzbank. Sie hat die Aktie des Pharma- und Spezialchemiekonzerns zum Kauf empfohlen. Die Experten haben eine "ausgeglichenere Gewinnschöpfung und ein verbessertes Wachstumsprofil" entdeckt und ihr Kursziel auf 87 Euro hochgesetzt.

TNT belastet Post

Der erstmalige Einsatz der Paketdrohnen konnte die Aktie der Deutschen Post nicht beflügeln. Eine Gewinnwarnung des niederländischen Paketdienst TNT Express machte der "Aktie Gelb" zu schaffen. Sie fiel um 0,2 Prozent. TNT hatte vor einem Rückgang der Gewinnmargen gewarnt. Die TNT-Aktien brachen um elf Prozent ein.

Infineon legt Streit mit Qimonda-Verwalter bei

Noch größere Kursverluste gab es für Infineon, die um 0,8 Prozent nachgaben. Der Chipkonzern zahlt den Gläubigern seiner insolventen Tochter Qimonda gut eine Viertel Milliarde Euro. Infineon und Insolvenzverwalter Michael Jaffe hätten sich auf einen Vergleich geeinigt. Demnach bringt Infineon 125 Millionen Euro für das Patentportfolio von Qimonda sowie 135 Millionen Euro für die Beilegung des Großteils der übrigen Streitigkeiten auf.

JPMorgan drückt K+S

Schlusslicht im Dax war K+S mit einem Abschlag von fast drei Prozent. Grund: Die US-Bank JPMorgan hat den Titel zwar auf "overweight" belassen, sieht das Unternehmen aber wegen der Produktionserhöhung durch den belgischen Tessenderlo-Konzern in Gefahr, Umsatz und Marktanteile zu verlieren.

GrafTech warnt, SGL leidet mit

Im SDax war Vossloh mit einem Plus von fast fünf Prozent der herrausragende Wert. Die rote Laterne ging an die Aktie des Wiesbadener Grafit-Spezialisten SGL Group. Die Aktie brach um fast neun Prozent ein. Börsianer verwiesen auf die Gewinnwarnung eines Konkurrenten. Das US-Unternehmen GrafTech hatte am Vortag seine Prognose gekürzt, die Aktien stürzten zweistellig ab.

Evotec erhält Fördermittel

Zu den größten TecDax-Gewinnern gehörte Evotec mit einem Plus von fast zweiProzent. Der zuletzt gebeutelte Titel reagierte positiv auf die Nachricht, dass drei Forschungsprojekte des Unternehmens Fördermittel vom Bundesforschungsministerium erhalten. Die Projekte untersuchen Wirkstoffkandidaten gegen Multiple Sklerose.

Verbio schafft die Gewinnwende

Trotz gesunkener Preise für seine Biodiesel- und Bioethanol-Produkte konnte der Biosprit-Hersteller Verbio seine Umsätze im Geschäftsjahr 2013/14 um vier Prozent auf 705,2 Millionen Euro steigern. Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) verzehnfachte sich nahezu auf 36,2 Millionen Euro. Unterm Strich schaffte Verbio einen Gewinn von 5,4 Millionen Euro. Die Aktie zog zunächst an, schloss dann aber deutlich tiefer.

Nanogate auf Expansionskurs

Auch das auf Nano-Partikel spezialisierte Unternehmen aus dem Entry Standard hat erfreuliche Geschäftsergebnisse vorgelegt. Im ersten Halbjahr legten die Umsätze um über 12 Prozent auf 27,2 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg noch stärker auf 3,5 Millionen Euro. Nanogate hatte durch die Übernahme des Oberfächen-Spezialisten Vogler das Geschäft weiter ausgeweitet, die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Plus von knapp drei Prozent.

Rocket-Internet-Aktie schon begehrt

Die Börsenpläne der Internet-Beteiligungs-Gesellschaft Rocket Internet sind sehr konkret geworden. Am 9. Oktober strebt das Unternehmen der Samwer-Brüder aufs Börsenparkett. Die Preisspanne für die Aktien liegt bei 35,50 bis 42,50 Euro. Bis zu 1,6 Milliarden könnten die Unternehmer damit zum Börsengang einsammeln. Nach Aussagen vom Mittwoch trifft das Angebot offenbar auf große Nachfrage.

nb

Stand: 24.09.2014, 15:23 Uhr

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Tagestermine am Montag, 27. Oktober

Unternehmen:
Deutsche Börse: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Twitter: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Amgen: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Merck & Co: Q3-Zahlen, 12 Uhr
Canon: Q3-Zahlen
TNT: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, Oktober,10 Uhr

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