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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Dax springt kurz über 11.000 Punkte

Börsen im Höhenrausch

Die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine und eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland haben den Aktienmärkten am Freitag weiter Auftrieb gebracht. Der Dax schaffte sogar ein neues Allzeithoch. Auch in New York sind die Märkte wieder auf Rekordkurs.

Nachdem der deutsche Leitindex am Freitagvormittag kurz auf ein Rekordhoch von 11.013,85 Punkten geklettert war, verloren die Anleger aber den Mut und Gewinnmitnahmen setzten ein. Dennoch schafft der Dax am Ende ein Plus von 0,4 Prozent auf 10.963 Punkte - der höchste Schlusskurs seiner Geschichte. Damit verbucht der Dax trotz des Absturzes am Montag um gut 200 Punkte auf Wochensicht einen Zuwachs von gut einem Prozent.

Auch der Dow und der S&P 500 befinden sich wieder auf Rekordkurs. Erstmals in diesem Jahr gelang dem US-Leitindex am Freitag der Sprung über die 18.000 Punkte-Marke. Der Index für die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen stieg ebenfalls in Rekordhöhen. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend sind die Gewinne aber wieder abgeschmlozen. Der Dow notiert nahezu unverändert bei 17.978 Zählern. Der Rekord von Ende Dezember bei 18.103 Punkte ist damit wieder in die Nähe gerückt. Wegen dem Börsenfeiertag am Montag, scheuten viele Anleger aber Zukäufe. Wie in Frankfurt kam der Auftrieb von der Hoffnung auf Annäherung im griechischen Schuldenstreit.

Notenbankgeld bleibt wichtigster Treiber

Die griechische Regierung hatte sich am Dienstagabend zu Gesprächen mit ihren Gläubigern auf Expertenebene bereit erklärt. Sie sollen als Vorbereitung auf das nächste und entscheidende Treffen der Euro-Finanzminister an diesem Montag dienen. Dass die griechischen Sparer derzeit mehrere Hundert Millionen Euro pro Tag von ihren Konten abheben, interessierte die Anleger nicht.

Auch die überraschend verschlechterte Stimmung der US-Verbraucher hinterließ an den Märkten nur eine kurze Delle. Das Barometer für die Konsumlaune fiel auf 93,6 Punkte von 98,1 Zählern im Januar, wie die am Freitag veröffentlichte Umfrage der University of Michigan auf Basis vorläufiger Daten ergab. Experten hatten mit einer unveränderten Stimmung unter den Konsumenten gerechnet. Im Januar war sie so gut wie seit elf Jahren nicht mehr.

Wichtigster Treiber der Börsen bleibt natürlich die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, ab März 60 Milliarden Euro in den Ankauf von Staatsanleihen zu stecken. Diese Geldflut sowie die anhaltende Nullzinspolitik befeuert die derzeitige Rally bereits seit Wochen. Da es zur Aktie derzeit keine klare Anlagealternative gebe, jagten die Börsen weiterhin von einem Rekord zum nächsten, so ein Händler.

Euro pendelt um 1,14 Dollar

Der Euro pendelt am Freitag um die Marke von 1,14 Dollar. Nachdem er am Nachmittag zunächst unter die Marke von 1,14 Dollar gerutscht war, kann er sich im späteren Verlauf wieder erholen und notiert bei Börsenschluss am Freitagabend bei 1,1392 Dollar. Grund für den Wiederanstieg ist das schlechter als erwartet ausgefallene Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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Banken profitieren von Griechenland-Hoffnung

Im Dax hat die Hoffnung auf einen Kompromiss im Schuldenstreit mit Griechenland die Bankenwerte an die Spitze katapultiert. Commerzbank-Aktien verteuerten sich bis zum Nachmittag um knapp drei Prozent auf 11,56 Euro. Die Papiere der Deutschen Bank gewannen zuletzt zwei Prozent. Mit der Hoffnung um Griechenland verbessere sich auch die Stimmung für die Bankenwerte, sagte Experte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Diese hätten nach ihrer zuletzt enttäuschenden Kursentwicklung zudem Nachholpotenzial.

Beiersdorf fährt Achterbahnfahrt

Beiersdorf hat bei Anlegern für ein Wechselbad der Gefühle gesorgt. Während sich wegen der unveränderten Dividende des Nivea-Herstellers Ernüchterung breit machte, kamen die Jahreszahlen gut an. Die Folge war eine Berg- und Talfahrt für die Aktie. Nachdem das Papier im frühen Handel einem Abschlag von bis zu 1,63 Prozent ans Indexende gerutscht war erfolgte danach eine heftige Gegenreaktion. Am Ende dreht die Aktie dann doch wieder ins Minus und rutscht um mehr als drei Prozent ab.

ThyssenKrupp enttäuscht

Der größte Verlierer im Dax ist dagegen die Aktie von ThyssenKrupp. Dabei hat der Konzern in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2014/2015 (30.9.) mit einem Gewinn von 50 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen gschrieben. Für das Gesamtjahr kündigte Kerkhoff weiter eine "deutliche Verbesserung" des Jahresüberschusses an. Trotzdem kann Thyssen die Anleger nicht überzeigen. Die Zahlen seien zwar solide, aber nicht in allen Details überzeugend, sagte ein Händler. Auch gehen den Anlegern die Fortschritte beim Umbau nicht schnell genug.

VW-Absatz steigt nur noch moderat

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ins Minus gedreht ist auch die VW-Aktie. Der Konzern hat mit seinen zwölf Marken im Januar den Absatz nur noch um bescheidene 0,7 Prozent auf 817.600 Fahrzeuge gesteigert. Vor allem auf dem größten Markt, in China, lag das Wachstum nur noch bei 2,0 Prozent. Ins Reich der Mitte gehen immerhin ein Drittel der gesamten Auslieferungen. Weiterhin laufen Tochtergesellschaften wie Audi, Skoda oder Seat besser als die Kernmarke. Vertriebschef Christian Klinger sprach von einem "herausfordernden Jahr".

Franzosen pushen RIB Software

Im TecDax haben die Aktien von RIB Software mit 12,75 Euro den höchsten Stand seit vergangenen Juli erklommen. Zuletzt notieren die Papiere des Softwarespezialisten für den Bau-, Anlagenbau- und Infrastrukturbereich noch gut fünf Prozent im Plus und sind damit die Abstand größten Gewinner im TecDax. RIB kann die Zusammenarbeit mit dem Anlagenbaukonzern Technip ausbauen. Die Franzosen setzen auf die iTWO-Projektsteuerungslösung von RIB und wollen sie nun unter anderem in weiteren Geschäftsniederlassungen in Kanada und Norwegen einsetzen.

Aurubis mit kräftigem Start

Nur mäßig zulegen kann die Aktie der im MDax notierten Kupferhütte Aurubis. Dabei ist das Unternehmen mit einer kräftigen Gewinnsteigerung ins neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal stieg das Ebit von 4,0 auf 49 Millionen Euro.

Kion-Platzierung wird gut aufgenommen

Stärkster Wert im MDax ist die Kion-Aktie. Das Papier legt um 6,6 Prozent zu. Damit reagieren die Anleger auf die efrolgreiche Platzierung von insgesamt 4,8 Millionen Aktien aus dem Besitz der Holding Superlift. Diese gehört dem Finanzinvestor KKR und Goldman Sachs, deren Anteil an Kion von zuvor knapp 19 auf 13,9 Prozent sinkt. Der Platzierungspreis hat nach Händlerangaben bei 32,40 Euro gelegen. Marktteilnehmer begrüßten vor allem den höheren Streubesitz, der das Gewicht der Aktie im MDax erhöht. Erst am Vortag hatte Kion für das abgelaufene Jahr Rekordzahlen vermeldet.

Patrizia kauft zu

Patrizia: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im SDax sorgt das Immobilienunternehmen Patrizia für Enttäuschung. Das Unternehmen hat für 286 Millionen Euro ein Portfolio von 107 Einzelhandelsimmobilien erworben. Die Objekte sind mehrheitlich an bekannte Supermarktketten vermietet und im ganzen Bundesgebiet verteilt. Die gesamte Mietfläche beträgt 229.000 qm. Das verwaltete Immobilienvermögen von Patrizia im Einzelhandel stiegt nach Angaben von Firmenchef Wolfgang Egger auf ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro.

Biotest mit Umsatzzuwachs

Zu den Gewinnern im SDax gehört der Blutplasma- und Therapiespezialist Biotest aus dem hessischen Dreieich. Die Firma hat 2014 Eden Umsatz um 16,2 Prozent auf 582 Millionen Euro kräftig gesteigert. Insbesondere im Nahen und Mittleren Osten konnte Biotest erfolgreich Marktanteile gewinnen. Wegen gestiegener Forschungs- und Entwicklungskosten lag das operative Ergebnis (Ebit) aber leicht unter Vorjahr bei 53,4 Millionen Euro. Die im SDax enthaltene Vorzugsaktie steigt über zwei Prozent und gehört zu den größten Gewinnern.

Rocket Internet macht Anleger skeptisch

Rocket Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Enttäuscht reagieren die Anleger von Rocket Internet auf eine überraschende Kapitalerhöhung. Die seit Oktober börsennotierte Berliner Startup-Schmiede hat 12 Millionen neue Aktien zu 49 Euro an institutionellen Anleger verkauft. Mit dem Erlös soll das weitere Wachstum finanziert werden. Zudem will das Management finanziell flexibel bleiben.

Arcelor mit Quartalsverlust

Der Stahlriese hat im vierten Quartal netto einen Verlust von 995 Millionen Dollar gemacht, damit aber besser abgeschnitten als im Vorjahr. Der Umsatz lag im Quartal bei 18,7 Milliarden Dollar. Operativ (Ebitda) betrug das Ergebnis1,82 Milliarden Dollar, das war etwas höher als von Analysten erwartet. Die Dividende für 2014 soll bei 0,20 Dollar liegen. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Ebitda von 6,5 bis 7,0 Milliarden Dollar. Die Aktie legt zu.

GM bittet Banken um Hilfe

Der Autobauer hat die beiden Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley angeheuert, um sich gegen milliardenschwere Forderungen von Hedgefonds zu wehren. Aktionäre um den Investor Harry Wilson halten rund 1,9 Prozent des Aktienkapitals.

King Digital hui, Zynga pfui

Licht und Schatten in der Welt der Onlinespiele: Während der "Farmville"-Entwickler Zynga ohne einen neuen Hit weiter kriselt, konnte der Rivale King Digital an seinen Erfolgsbringer "Candy Crush" anknüpfen. King verdiente im vierten Quartal 141 Millionen Dollar (124 Mio Euro). Das war zwar etwas weniger als im Vorjahreszeitraum, aber erheblich mehr als Analysten angenommen hatten. Im Gesamtjahr 2014 blieben 575 Millionen Dollar in der Kasse hängen. Zynga-Aktien verlieren zweistellig.

Groupon trotz Quartalsgewinn wenig gefragt

Das Schnäppchenportal hat im vierten Quartal nach langer Durststrecke zwar wieder einen Gewinn von 8,8 Millionen Dollar erwirtschaftet, die Anleger haben der Aktie an der Nasdaq aber trotzdem die kalte Schulter gezeigt. Erste Kursgewinne gingen schnell wieder verloren, nachbörslich lag das Minus bei 2,2 Prozent. Gegenwind gab es für Groupon vor allem durch den starken Dollar, im Gesamtjahr fiel ein Verlust von gut 73 Millionen Dollar an.

Berlusconi sagt Ciao

Mediaset: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Verkauf von Anteilen durch den Großaktionär Silvio Berlusconi hat die Aktien der TV-Sendergruppe Mediaset zum Schlusslicht des Leitindex der Mailänder Börse gemacht. Die Papiere rutschen um bis zu 6,2 Prozent auf vier Euro ab. Die Holding Fininvest des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten hatte ein 7,8-prozentiges Mediaset-Paket zum Preis von 4,10 Euro je Aktie verkauft. Dadurch verringert sich die Beteiligung auf ein Drittel.

lg

Stand: 13.02.2015, 20:02 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 27. Februar

Unternehmen:
Airbus: Quartalszahlen Q4, 7 Uhr
BASF: Quartalszahlen Q4, 7 Uhr
Rhön-Klinikum: Quartalszahlen Q4, 7 Uhr
DAB Bank: Quartalszahlen Q4, 7:15 Uhr
Erste Group: Quartalszahlen Q4, 7:30 Uhr
Nordex: Q4-Zahlen 7:30 Uhr
Salzgitter: Q4-Zahlen, 7:30 Uhr
RHI: Q4-Zahlen, 8 Uhr
IAG: Q4-Zahlen, 8 Uhr
Novartis: Generalversammlung, 10 Uhr
Borussia Dortmund: H1-Zahlen, 10 Uhr
Wienerberger: Q4-Zahlen
Volkswagen: Q4-Zahlen
Vivendi: Q4-Zahlen, 17:45 Uhr

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion, 1/15, 0:50 Uhr
Deutschland: Verbraucherpreise 2/15, 1. Schätzung, 14 Uhr
USA: BIP Q4, 2. Schätzung, 14:30 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Chicago, 2/15, 15:45 Uhr
USA: Uni Michigan Verbraucherstimmung 2/15, 16 Uhr

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