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Marktbericht 20:05 Uhr

Dax legt kräftig zu

Börse auf Erholungskurs

Beflügelt durch solide Konjunkturdaten aus China sowie eine bisher gut verlaufenden Berichtssaison in Amerika haben die Anleger wieder Vertrauen gefasst. Sie greifen zu und treiben den Dax über 9.800 Punkte.

Am Ende legt der deutsche Leitindex um 1,44 Prozent deutlich zu und schloss bei 9.859 Zählern, das sind mehr als 100 Punkte über dem Tagestief bei 9.747 Zählern. Im Tageshoch notierte der Index bei 9.871 Punkten. im späthandel stieg der L/E-Dax im Gefolge einer freundlichen Tendenz in New York weiter an und schloss bei 9.970 Punkten.

Insgesamt setzt sich mit dem heutigen Handelstag die volatile Entwicklung am Aktienmarkt fort. Sie ist der Tatsache geschuldet, dass sich der Markt zwischen der Aussicht auf eine globale Konjunkturerholung und zunehmenden Zinsängsten in Amerika befindet.

Gute China-Daten

Die Konjunkturoptimisten haben jedenfalls heute mit den robusten chinesischen BIP-Daten für das zweite Quartal Rückenwind erhalten. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt war die Wirtschaftsleistung offiziell um 7,5 Prozent gestiegen, etwas mehr als erwartet.

"Die guten China-Daten bestätigen uns in der Ansicht, dass sich die Weltwirtschaft weiter erholt", sagte ein Börsianer. Nach Einschätzung der Analysten der NordLB bleibt das Wachstumsziel des Riesenreichs von 7,5 Prozent in diesem Jahr greifbar.

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Anderseits könnte in Amerika die Zinswende schneller kommen als erwartet und die Börsianer auf dem falschen Fuß erwischen. Deshalb könnte es nach Meinung von Kapitalmarktanalyst Tilman Galler von JP Morgan Asset Management an den globalen Aktienmärkten zukünftig unruhiger werden.

"Anleger sollten mit einigen Korrekturen rechnen", sagte der Experte am Mittwoch in Frankfurt. Erste Warnschüsse hatte überraschend Fed-Chefin Janet Yellen abgegeben, die sich am Vorabend kritisch zur Entwicklung im Technologiesektor geäußert hatte.

Solche Zinsanhebungs-Fantasien in den USA setzen derweil den Euro unter Druck, der nachgibt und aktuell bei 1,3525 Dollar am Tagestief notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3520 (Dienstag: 1,3613) Dollar fest.

Dow Jones wieder über 17.000 Punkte

Auch an der New Yorker Börse stehen die Ampeln derzeit auf Grün. Der Dow-Jones-Index steht aktuell wieder über der Marke von 17.000 Punkten und hat zwischenzeitlich bei 17.138 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Gestützt wird der Markt von positiv aufgenommenen Konjunkturdaten. Dabei hat sich die Stimmung am Häusermarkt stärker als erwartet aufgehellt, während die Produktion amerikanischer Industrieunternehmen etwas weniger zugelegt hatte als gedacht.

Zusätzlich sorgen positive Nachrichten von Unternehmensseite für eine gute Stimmung am Aktienmarkt, sagte ein Börsianer. So dreht sich das Übernahmekarussell in den USA weiter und die Quartalsberichtssaison verläuft weiterhin ordentlich. Am Abend wird noch das Beige Book erwartet, der Konjunkturausblick der Fed.

Mega-Milliarden-Deal um Time Warner

Die Börsianer sind aber auch durch einen Artikel der "New York Times" elektrisiert, nach der Medienzar Rupert Murdoch in der jüngsten Vergangenheit 80 Milliarden Dollar für den Medienkonzern Time Warner geboten hat.

Allerdings sei die über Twentyfirst Century Fox in den vergangenen Wochen abgegebene Übernahmeofferte abgelehnt worden, schreibt das Blatt weiter und beruft sich auf Insider. Der Fernsehsender Fox hat das Angebot mittlerweile bestätigt. Die im S&P-500-Index notierten Time-Warner-Papiere liegt aktuell mehr als 15 Prozent im Plus.

Bank of America besser als erwartet

Gleichzeitig hat mit der Bank of America eine der größten Banken des Landes ihre Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Das Ergebnis ist weiter von den Belastungen der Bank aus Hypothekenrisiken bestimmt, fiel aber besser aus als erwartet. Die Aktie ist nach ersten Kursgewinnen aber mittlerweile deutlicher ins Minus gerutscht und verliert fast zwei Prozent.

Intel beflügelt

Gute Nachrichten kommen vom weltgrößten Chiphersteller Intel. Ein guter Quartalsbericht des Riesen beflügelt die Fantasie der Anleger.

Die Aktie legt aktuell kräftig um über sieben Prozent zu.

Infineon an der Dax-Spitze

Am heimischen Markt standen Infineon an der Dax-Spitze nach den guten Intel-Zahlen. Auch Lufthansa waren ohne neuen Nachrichten gefragt, ebenso wie die Papiere aus der Fresenius-Familie. Auf der Verliererseite fanden sich lediglich K+S und Merck.

BMW in China groß im Geschäft

BMW haben sich am Nachmittag noch in die Dax-Spitze geschoben und legten drei Prozent zu. Der Münchener Autobauer will zukünftig im Reich der Mitte seine Produktpalette erweitern. Die Zahl der in China hergestellten Modelle soll dazu von drei auf sechs steigen. Neben dem 3er, 5er und X1 will der Konzern dann auch ein Einstiegsmodell unterhalb des kompakten 3ers, ein Familienfahrzeug und eine spezielle Variante des Geländewagens X3 in China fertigen. Die Fertigungskapazität in den beiden chinesischen Werken soll von 300.000 auf 400.000 Fahrzeuge ausgebaut werden.

Gleichzeitig werden weltweit 1,6 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit dem Airbag zurückgerufen. Betroffen sind 3er Modelle der Baujahre 1999 bis 2006, bei denen Airbags verbaut wurden, die auch bei Konkurrenten verwendet wurden und mit denen es Probleme gab.

Telekom braucht in Amerika mehr Geduld

Der geplante Verkauf der US-Tochtergesellschaft T-Mobile US an den Konkurrenten Sprint dürfte sich nach Aussagen von Insidern verzögern und nicht vor Ende August besiegelt sein, hieß es aus Insider-Kreisen. Bisher war Ende Juli angepeilt.

Die Telekom, die rund zwei Drittel hält, verhandelt seit Monaten über den Verkauf des viertgrößten Anbieters an Sprint, die Nummer drei der Branche. Dabei steht ein Gesamtwert für T-Mobile US von 32 Milliarden Dollar im Raum. Knackpunkt bleibt aber die Reaktion der Kartellwächter, die höhere Preise befürchten und dem Geschäft skeptisch gegenüberstehen.

Metro vor Spin-off?

Eine Titelgeschichte im "Handelsblatt" verhalf der Aktie des Einzelhandels-Konzerns zu einem Kursplus von einem Prozent. Dem Blatt zufolge wird eine Ausgliederung oder gar ein Börsengang der Elektronik-Sparte Media-Saturn immer wahrscheinlicher. Saturn-Gründer Erich Kellerhals will nach eigener Aussage seinen Einfluss in dem Bereich behalten.

Neuer Kunde für Airbus

Die Fluglinie Air Mauritius will vier Maschinen der Standardversion des A350-900 kaufen und zwei weitere bei einem Flugzeugfinanzierer leasen, wie beide Unternehmen am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough mitteilten. Der Vertrag mit Air Mauritius ist der erste, den Airbus auf der Messe für die A350 abschließen konnte. Die 350 war zuvor in die Negativ-Schlagzeilen geraten, weil die Golf-Airline Emirates eine Bestellung über 70 Maschinen dieses Typs storniert und sich stattdessen für die Boeing 777-X entschieden hatte.

Software-AG-Aktie und kein Ende

Beim TecDax-Schwergewicht Software AG war am Mittwoch Wundenlecken angesagt, die Aktie gab weitere 2,73 Prozent nach. Nach der Gewinnwarnung und dem anschließenden Kurssturz um fast 20 Prozent senken Analysten den Daumen für die Aktie. So hat die Deutsche Bank den Titel von "buy" auf "hold" abgestuft und ihr Kursziel von 30 auf 23 Euro gesenkt.

Yahoo schafft die Wende nicht

Das US-Internet-Unternehmen litt unter geringeren Werbeeinnahmen und verbuchte einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar, wie Yahoo am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn fiel sogar um19 Prozent auf 270 Millionen Dollar. Yahoo will nach dem Börsengang der Beteiligung Alibaba einen Teil der Erlöse an die Anleger ausschütten. Die Aktie verliert an der Nasdaq deutlich über vier Prozent.

Noch eine Milliardenübernahme

Der italienische Glücksspielbetreiber Gtec übernimmt für 4,7 Milliarden Dollar den Spielautomatenhersteller International Game Technology (IGT). Inklusive Schulden hat der Deal ein Volumen von 6,4 Milliarden Euro, mehr als der Börsenwert von Gtec, der bei rund 4,4 Milliarden Dollar liegt. Mit der Übernahme stärkt der von zwei reichen italienischen Familien beherrschte Konzern sein Geschäft im Wachtsumsmarkt USA.

"Das fusionierte Unternehmen wird führende Positionen in allen Bereichen der Glücksspiel-Landschaft einnehmen", sagte Gtech-Chef Marco Sala, der auch den neuen Konzern führen soll. Bezahlt werden soll in bar und eigenen Aktien. An der Börse kommt das Geschäft gut an, beide Aktien legen zu.

rm

Stand: 16.07.2014, 20:05 Uhr

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Unternehmen:
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Aixtron: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
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Orange: Halbjahreszahlen Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
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Qiagen Bank: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Mediaset: Halbjahreszahlen
Honda: Q2-Zahlen
Amgen: Q2-Zahlen Uhr
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Konjunktur:
USA: Case-Shiller-Index 05/14, 15 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 07/14, 15 Uhr

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