Seitenueberschrift

Börsentrend 20:20 Uhr

Dax ohne klare Richtung

Banger Blick nach Italien

Der Dax ist im späten Geschäft mangels eigener Impulse der Wall Street gefolgt und nach einem trägen Handelsverlauf doch noch ins Minus gerutscht. Mit Sorge verfolgen die Anleger derweil die Lage vor den wichtigen Wahlen in Italien.

Denn nach jüngsten Umfragen hat dort Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zuletzt Boden gut machen können. Mit seiner Person verbunden sind aber große Sorgen der Anleger, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der EU ihren Konsolidierungskurs aufgeben wird.

Darauf deuten jedenfalls markige Wahlversprechen des schillernden Politikers hin. Das Damoklesschwert eines Comebacks von Berlusconi hängt also über den Märkten und lähmt die Anleger. Gewählt wird in Italien am Sonntag und Montag.

Dax gibt nach

Der Dax verlor vor allem im späten Geschäft im Zuge einer schwächeren Wall Street 0,3 Prozent und beendete den elektronischen Handel bei 7.728 Punkten. Im Tagestief stand der deutsche Leitindex bei 7.709, im Hoch bei 7.784 Zählern. Nachbörslich holte er gegenüber dem Xetra-Schluss wieder etwas auf, der L/E-Dax schloss bei 7.733 Punkten.

Sterling fällt zum Euro deutlich zurück

Auch der Euro konnte sein Tageshoch über der Marke von 1,34 Dollar nicht behaupten und fiel am Nachmittag zurück. Die EZB legte den Referenzkurs bei 1,3370 festgelegt. Aktuell fällt die Gemeinschaftswährung nach der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der letzten Fed-Ausschusssitzung, der sogenannten "Fed-Minutes", unter die Marke von 1,33 Dollar.

Das britische Pfund sank zum Euro auf den tiefsten Stand seit etwa 15 Monaten. Ausschlaggebend waren Hinweise auf zusätzliche Konjunkturstimuli der Bank of England. Die Geldpolitik der britischen Zentralbank ist im internationalen Vergleich mit am lockersten, weswegen das Pfund seit Monaten insbesondere zum Euro abwertet.

Gerüchte am Ölmarkt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.2628
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.02%

Auch am Ölmarkt kam es am Nachmittag innerhalb von Minuten zu einem Kurssturz von mehr als zwei Dollar. Gerüchten aus dem Handel zufolge könnte ein Hedgefonds hinter den massiven Ausschlägen stehen, der in großem Stil Positionen auflösen soll. Auch Edelmetalle wie Silber und Platin büßten kräftig ein. Brent-Öl kostete zuletzt 115,82 Dollar je Barrel, ein Minus von 1,73 Dollar zum Vortag. WTI-Texas lagen bei 94,52 Dollar, ein Minus von 2,14 Dollar.

Dow reagiert kaum auf "Fed-Minutes"

Aus dem von den Anlegern mit Spannung erwarteten Sitzungsprotokoll der Fed-Sitzung von Ende März, den sogenannten "Minutes", geht hervor, dass mehrere Mitglieder des Zinsausschusses der Fed mittlerweile von gesunkenen Risiken ausgehen. Die Kreditbedingungen hätten sich verbessert. Damit könnte die Fed das Tempo ihrer quantitativen Lockerungspolitik, im Fachjargon QE3 genannt, bremsen.

Der Leitindex Dow Jones reagiert kaum und liegt aktuell bei etwas über 14.000 Punkten. Er bleibt damit leicht im Minus. Die heutigen Konjunkturdaten vom Häusermarkt waren zwar nicht marktbewegend, signalisieren aber eine weitere Erholung des wichtigen US-Immobilienmarktes.

Tagessieger Infineon

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.00
Differenz absolut
0.09
Differenz relativ
+0.76%

An der Dax-Spitze standen am Ende Infineon mit einem Plus von 1,85 Prozent, gefolgt von der lange Zeit vorne liegenden Aktie des Baukonzerns HeidelbergCement.

Die HeidelCement-Aktie profitierte einerseits von einer Kurszielerhöhung durch die Citigroup, zudem verweisen Händler auf einen positiven Ausblick des französischen Konkurrenten Lafarge. Zu den Verlierern gehörte unter anderem die Deutsche Telekom nach schwachen Zahlen des Konkurrenten France Telekom. Auch die Versorger-Aktien und die Commerzbank gaben nach.

Lufthansa-Aktie im Luftloch

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.50
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.04%

Größter Verlierer im Dax war aber mit einem dicken Minus von 6,2 Prozent die Lufthansa-Aktie. Ein operativer Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr von 820 auf 525 Millionen Euro belastet ebenso wie die Ankündigung, die Dividende für 2012 zu streichen. Eine negative Überraschung, wie Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank konstatiert.

Deutsche Börse blickt nach Asien

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
53.33
Differenz absolut
-0.10
Differenz relativ
-0.19%

Denn dort liegt nach Meinung von Firmenchef Reto Francioni angesichts schrumpfender Finanzmärkte in Europa die Zukunft des Börsenbetreibers. Francioni äußerte sich auf der Bilanzpressekonferenz, auf der die endgültigen Geschäftszahlen für 2012 vorgestellt wurden.

Das Unternehmen hatte bereits vor zwei Wochen Eckdaten zu einem schwachen Geschäftsjahr 2012 veröffentlicht. Zu schaffen machen der Börse unter anderem die alternativen Handelsplattformen sowie die Zurückhaltung der Investoren. Die Aktie schloss 0,6 Prozent leichter.

Kabel Deutschland voll auf Empfang

Kabel Deutschland: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
107.60
Differenz absolut
2.25
Differenz relativ
+2.14%

Eine überraschend hohe Dividende und anschließend eine Kaufempfehlung durch die Commerzbank halfen der Aktie des Kabelnetzbetreibers 0,9 Prozent ins Plus. Das Papier schloss aber deutlich unter Tageshoch bei 68 Euro.

Kabel Deutschland will seine Dividende deutlich von 1,50 auf 2,50 Euro je Aktie anheben, nachdem die Übernahme von Tele Columbus nicht erreicht wurde. Am Morgen wurde auch noch ein Umsatzanstieg von 427,3 auf 464,8 Millionen Euro im abgelaufenen dritten Quartal bekannt gegeben. Der Nettogewinn stieg von 55 auf 72,7 Millionen Euro.

Aareal Bank setzt aufs Neugeschäft

Aareal Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
34.43
Differenz absolut
0.55
Differenz relativ
+1.62%

Tagessieger im MDax waren die Aktien des Immobilienfinanzierers Aareal Bank mit einem Aufschlag von 4,5 Prozent. Wegen des sehr guten Neugeschäfts in der zweiten Jahreshälfte ist das Unternehmen guter Dinge. Da stört es auch nicht, dass der Gewinn 2012 um neun Prozent auf 85 Millionen Euro gesunken ist.

Kontron und SMA im Lobesrausch

SMA Solar: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.90
Differenz absolut
-0.10
Differenz relativ
-0.48%

Aktien des Minicomputer-Herstellers Kontron und des Solar-Zulieferers SMA waren nach positiven Analystenkommentaren die Stars im TecDax. Während Kontron von der französischen Investmentbank Cheuvreux mit dem Anlageurteil "outperform" bedacht wurde, hat die Deutsche Bank SMA zum Kauf empfohlen. Kontron legten fast zehn, SMA immerhin noch 4,2 Prozent hinzu.

Dialog steigert sich

Dialog Semiconductor: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.24
Differenz absolut
0.37
Differenz relativ
+1.69%

Dagegen beendete die Aktie des Chip-Spezialisten Dialog Semiconductor den Handelstag über Tagestief im Minus. Dabei profitiert das Unternehmen weiter von der hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablet-PC. 2012 verdiente Dialog vor Steuern und Zinsen (Ebit) 2012 mit 91 Millionen Dollar zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze legten um 47 Prozent auf 774 Millionen Euro zu.

VTG gibt sich selbstbewusst

Wer kennt sie nicht, die Güterzüge des im SDax notierten Schienenlogistikers aus Hamburg. Dieser traut sich 2013 einiges zu und rechnet mit einer weiteren Auslastung seiner Waggons. Auch der Krise in Europa will man trotzen. In Zahlen umgemünzt klingt das dann schon vorsichtiger. Der Umsatz soll auf 780 bis 830 und das Betriebsergebnis (Ebitda) zwischen 180 und 190 Millionen Euro liegen. Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz um zwei Prozent auf 767 und das Ebitda um drei Prozent auf 174 Millionen Euro. Die VTG-Aktie schloss minimal im Plus.

Centrotec will Schulden tauschen

Das auf kleine und mittlere Dachanlagen spezialisierte Solarunternehmen geht radikal auf Sparkurs. Dazu soll die ausstehende Anleihe im Volumen von 50 Millionen Euro in Eigenkapital gewandelt werden. Damit würde Centrosolar rund die Hälfte seiner 90 Millionen Euro Schulden loswerden. Banken und Leasinggeber stehen hinter dem Plan, auch die Aktionäre sollen die Möglichkeit bekommen, neue Aktien zu kaufen.

2012 brach der Umsatz wegen des massiven Preisverfalls um 22 Prozent auf 228 Millionen Euro ein. Die Aktie kam mit einem Minus von 13,3 Prozent unter die Räder und schloss bei genau 1,00 Euro.

Data Modul mit Eckdaten

Das Münchener Technologieunternehmen hat nach vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Jahr einen Umsatz etwa auf Vorjahreshöhe von 140 Millionen Euro erreicht. Gleichzeitig berichtet das Unternehmen nach Börsenschluss über eine gute Auftragsentwicklung im vierten Quartal. Allerdings gibt es Verzögerungen beim Abruf von Kundenbestellungen, bedingt durch die unsichere Konjunkturentwicklung. Deshalb erwartet Data Modul im ersten Quartal einen geringeren Umsatz.

Die mittelfristigen Ziele bis zum Jahr 2015 wurden aber bestätigt. Endgültige Zahlen werden am 20. März veröffentlicht. Die im Prime Standard der Frankfurter Börse notierte Aktie gab heute 0,7 Prozent ab, war aber zuvor sehr gut gelaufen und steht auf dem höchsten Stand seit 2008.

Horrorverlust der Credit Agricole

Im abgelaufenen Jahr hat die französische Großbank unglaubliche 6,5 Milliarden Euro Verlust gemacht. Vor allem hohe Abschreibungen auf Beteiligungen in Südeuropa und Kredite in Italien haben heftig zu Buche geschlagen. Zu den bereits angekündigten 3,8 Milliarden Euro kamen noch einmal 838 Millionen Euro aus dem Verkauf der griechischen Beteiligung Emporiki hinzu. Dies, weil die Behörden den steuerlichen Verlust aus dem desaströsen Griechen-Abenteuer überraschend nicht anerkannt haben.

Ohne diesen fiskalischen Sondereffekt hätte die Bank allerdings 548 Millionen Euro verdient und damit mehr als erwartet. Deshalb liegt die Aktie in Paris auch über fünf Prozent im Plus. Seit August hat sich das Papier von gut drei auf sieben Euro mehr als verdoppelt.

Saint-Gobain enttäuscht

Der französische Baustoffkonzern hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als erwartet. Das Unternehmen gab nachbörslich einen Gewinneinbruch von 40 Prozent auf 766 Millionen Euro bekannt. Experten hatten mit 1,07 Milliarden Euro gerechnet. Saint-Gobain rechnet im ersten Halbjahr mit einer Erholung, gleichzeitig sollen die Kosten um 580 Millionen Euro reduziert werden. die Dividende bleibt bei 1,24 Euro. Die Aktie gab in Paris ein halbes Prozent nach.

BHP mit weniger Gewinn und ohne Chef

BHP Billiton: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.14
Differenz absolut
0.06
Differenz relativ
+0.27%

Der Bergbaukonzern hat wegen fallender Rohstoffpreise im zweiten Halbjahr 2012 einen Gewinneinbruch um 58 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Zudem verkündigte Firmenchef Marius Kloppers am Morgen in Sydney seinen Rückzug von der Unternehmensspitze, neuer BHP-Chef soll Andrew Mackenzie werden.

Stand: 20.02.2013, 20:20 Uhr

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Audio allgemein - Startbild

Börse 20.15 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Audio allgemein - Startbild

Börse 19.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Audio allgemein - Startbild

Börse 18.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Audio allgemein - Startbild

Börse 17.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Audio allgemein - Startbild

Börse 16.00 Uhr

Tagestermine am Mittwoch, 1. Oktober

Unternehmen:
Zalando: Erstnotiz erwartet
Klöckner & Co: Medientag mit Vorstandschef Rühl

Konjunktur:
Berlin: Markit Einkaufsmanegerindex für die Industrie im September, 9:55 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht September, 14:15 Uhr
USA: Bauausgaben August, 16 Uhr
USA: Einkaufsmanegerindex Industrie, September, 16 Uhr
USA: US-Autoabsatz, September (am Nachmittag)

Darstellung: