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Marktbericht 15:45 Uhr

Marktbericht negativ

Unter 11.800 Punkte

Achterbahnfahrt ins Minus

Stand: 19.03.2015, 15:45 Uhr

Die Aussage von Fed-Chefin Janet Yellen, den Leitzins frühestens im Sommer und vor allem ganz behutsam zu erhöhen, kann die Anleger in Frankfurt auch am Nachmittag nicht beeindrucken.

Der Dax markiert am Nachmittag ein neues Tagestief bei 11.801 Punkten und damit gut 120 Punkte unter den Schlusskurs vom Vortag. Zwischenzeitlich kommt es immer wieder zu Erholungsphasen, doch verharrt der Leitindex deutlich im Minus. Am Morgen war das Börsenbarometer mit Kursgewinnen in den Handel gestartet und hatte kurz die Schallmauer von 12.000 Punkten übersprungen.

Offenbar haben die Anleger in der Eurozone nach der geschickten Verbal-Akrobatik von Fed-Chefin Janet Yellen ihre Orientierung verloren. Die Notenbankerin hat zwar den Weg für eine Leitzinsanhebung im Juni frei gemacht, sich jedoch jegliche Option für eine spätere Zinswende offen gelassen. Gleichzeitig bremste sie die Erwartungen an das Tempo und das Ausmaß der geldpolitischen Straffung. Dazu passt der Hinweis auf die zuletzt schwächer als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten sowie die nach unten revidierten Inflationserwartungen.

Wall Street etwas leichter

Nach der freudigen Reaktion gestern tendiert der Dow-Jones-Index heute etwas schwächer, zulezt bei 17.982 Zählern, ein Minus von 0,5 Prozent. Für Aufmerksamkeit dürften im weiteren Verlauf die diversen Wirtschaftsdaten aus den USA sorgen. Dazu gehört die Leistungsbilanz für das vierte Quartal, der Philly Fed Index für März sowie Frühindikatoren für den Monat Februar. Die bereits veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind mit 291.000 in etwa wie erwartet ausgefallen.

In New York reagieren die Anleger vor allem enttäuscht auf den erneuten Rückgang der Ölpreise reagieren. US-Leichtöl der Sorte WTI rutscht um bis zu 4,3 Prozent auf 42,75 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. Das richtungsweisende Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 2,5 Prozent auf 54,49 Dollar. Händler verwiesen auf Aussagen des kuwaitischen Ölministers, wonach die Opec keine andere Wahl habe, als die Ölproduktion stabil zu halten.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz New York Mercantile Exchange für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
48.78
Differenz absolut
-0.43
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-0.87%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
57.69
Differenz absolut
-1.38
Differenz relativ
-2.34%

Euro fällt zurück

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0864
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.14%

Nach dem stärksten Kurssprung seit sechs Jahren hat der Euro am Donnerstag wieder deutlich nachgegeben. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0685 Dollar. Am Vorabend war sie um vier Cent bis auf 1,1043 Dollar gestiegen. Ausschlaggebend war die US-Notenbank, die eine deutlich langsamere Straffung ihrer Geldpolitik signalisierte.

Ölpreis bremst Siemens

Bei den Einzelwerten ist die Siemens-Aktie einer der größten Verlierer im Dax. Der Konzern leidet unter dem Ölpreis-Verfall. Dadurch seien viele Investitionen in neue Anlagen verschoben worden, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Noch stärker seien allerdings die Sekundäreffekte, dass nämlich die ölexportierenden Länder weniger Mittel für die Infrastruktur ausgeben würden. Für das zweite Quartal rechnet Kaeser deshalb mit einem moderaten Umsatzrückgang.

K+S stolpert über Kalipreise

K+S
K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
30.36
Differenz absolut
0.42
Differenz relativ
+1.42%

Einer der schwächsten Werte im Dax ist auch die Aktie von K+S. Grund ist die Enttäuschung über ausgehandelte Lieferpreise für Kali-Düngemittel des Produzenten Weißrussland. Dieses Land liefert eigenen Angaben zufolge an China im ersten Halbjahr 2015 Kali-Düngemittel zu einem Preis von 315 Dollar je Tonne. Das sei deutlich weniger als erwartet, teilte der russische K+S-Rivale Uralkali mit.

Lanxess enttäuscht mit Stabilität

Lanxess: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
49.48
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0.05
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+0.10%

Enttäuscht reagieren die Anleger auch auf die Aussagen von Lanxess-Chef Matthias Zachert. Danach dürfte der Leverkusener Chemiekonzern in diesem Jahr ein unveränderters Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von etwa 808 Millionen Euro erreichen. In dem für das Unternehmen besonders wichtigen Kautschukgeschäft könnte sich die Nachfrage zwar leicht verbessern, doch der Preisdruck dürfte gleichzeitig anhalten. Die Dividende bleibt stabil bei 50 Cent je Aktie.

HeidelbergCement erhöht die Dividende

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement zahlt für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von 75 Cent je Aktie. Das ist ein Viertel mehr als für 2013, allerdings etwas weniger als erwartet. Der Jahresüberschuss sank um 26 Prozent auf 687 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatten allerdings ein Beteiligungsverkauf und ein positiver Gerichtsentscheid dem Konzern Sondergewinne beschert.

Lufthansa-Aktionäre unbeeindruckt

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.09
Differenz absolut
0.10
Differenz relativ
+0.81%

Die Aktionäre der Lufthansa zeigen sich von dem aktuellen Piloten-Streik unbeeindruckt. Dabei soll der Ausstand auch am Freitag weitergehen - dann sollen Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden. Die Papiere der Fluggesellschaft verteuern sich heute dennoch um zuletzt 1,85 Prozent und gehören damit zu den stärksten Werten im Dax. Für den bisherigen Jahresverlauf bedeutet das zwar noch immer ein kleines Minus und den drittletzten Platz im Dax, allerdings haben sich die Aktien der Kranichlinie seit Januar mittlerweile mittlerweile schon besser entwickelt als die Papiere der Energiekonzerne Eon und RWE.

Rheinmetall setzt auf Rüstung

Im MDax kann Rheinmetall punkten. Der Panzer- und Autoteilehersteller will im laufenden Jahr Umsatz und Ergebnis über das Niveau von 2014 heben. Der Umsatz soll 4,8 bis 5,0 Milliarden Euro und die Ebit-Marge rund 5,0 Prozent erreichen. Treiber soll die Rüstungssparte sein. Im vergangenen Jahr hatten die Erlöse bei 4,7 Milliarden und die Ebit-Marge vor Sondereffekten bei 3,4 Prozent gelegen.

Krones begeistert nur kurz

Ins Minus gerutscht sind inzwischen die Papiere von Krones. Am Morgen hatte der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen die Anleger mit seinen Geschäftszahlen noch überzeugt. Die im MDax notierten Papiere verteuerten sich zunächst um mehr alszwei Prozent. Krones hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um fast fünf Prozent auf 2,95 Milliarden Euro verbessert.

Fraport setzt auf Frankfurt

Fraport: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
56.00
Differenz absolut
-0.08
Differenz relativ
-0.14%

Leicht zulegen kann dagegen die ebenfalls im MDax notierte Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Der Konzern rechnet für 2015 trotz der vielen Streiks der Lufthansa-Piloten mit mehr Fluggästen. Die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen soll um zwei bis drei Prozent zulegen. An den anderen Konzernflughäfen wie im türkischen Antalya soll das Wachstum stärker ausfallen. Im vergangenen Jahr waren in Frankfurt mit 59,6 Millionen Passagieren 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr abgefertigt worden.

Kion: Ausblick belastet

Kion: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
38.80
Differenz absolut
0.65
Differenz relativ
+1.70%

Kion-Aktien sind dagegen nach dem Geschäftsausblick an das MDax-Ende gerutscht. Zwar rechnet der Wiesbadener Gabelstapler-Hersteller nach dem Rekordjahr 2014 mit weiterem Wachstum - Auftragseingang, Konzernumsatz und das bereinigte operative Ergebnis sollen im laufenden Jahr leicht zulegen. Analyst Sebastian Growe von der Commerzbank bezeichnete den Ausblick dennoch als enttäuschend.

Deutz mit Problemen

Im SDax sind die Papiere des Motorenherstellers Deutz unter Druck geraten. Die Firma hat im vergangenen Jahr einen heftigen Gewinneinbruch um fast die Hälfte auf 19,5 Millionen Euro hinnehmen müssen. Grund waren hohe Rückstellungen für die Reparatur defekter Motoren. Im laufenden Jahr rechnet das SDax-Unternehmen mit einem Umsatzrückgang um zehn Prozent.

Delticom muss Übernahme verdauen

Unbeeindruckt reagieren die Anleger auf die rückläufigen Zahlen von Delticom. Der Online-Autoteilehändler hat im vergangenen Jahr einen Rückgang beim Umsatz um 0,8 Prozent auf 502 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das Ebitda sank um 31 Prozent auf 493 Millionen Euro. Trotz unsicherer Geschäftsaussichten peilt das Unternehmen ein stabiles Ergebnis an.

BVB abgestraft

Um fast fünf Prozent abwärts geht es mit der Aktie von Borussia Dortmund. Grund ist das gestrige Aus in der Champions League. Nach vier Spielzeiten muss der Fußball-Bundesligist vorerst ohne die üppigen Zusatzeinnahmen aus der Fußball-Königsklasse auskommen.

Rational startet weiter durch

Der Großküchen-Ausrüster Rational ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Der Umsatz zog um acht Prozent auf 497 Millionen Euro an. Das Ebit kletterte um 13 Prozent auf 145 Millionen Euro. Das SDax-Mitglied erhöht die Dividende von 6,00 auf 6,80 Euro je Aktie. Rational profitierte von einem Sondereffekt in Großbritannien, wo inzwischen jedem Schulkind in der ersten und zweiten Klasse ein warmes Mittagessen garantiert wird.

lg

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Tagestermine am Freitag, 27. März

Unternehmen:
Hella KGaA: Q3-Zahlen und Telefonkonferenz
Salzgitter: endgültige Jahreszahlen, 07:30 Uhr, Bilanz-PK, 11:00 Uhr
Manz: endgültige Jahreszahlen, 07:30 Uhr
Villeroy & Boch: Hauptversammlung
Erste Group: endgültige Jahreszahlen
Blackberry: Q4- und Jahreszahlen, 12:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise und Arbeitsmarktdaten im Februar, 00:30 Uhr
Deutschland: Außenhandelspreise im Februar, 08:00 Uhr
USA: BIP Q4, endgültig, 13:30 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im März, endgültig, 15:00 Uhr

Sonstiges:
Bafin: Offizielle Einführungszeremonie für den neuen Chef Hufeld, 15:00 Uhr
Fed: Rede von Präsidentin Yellen über die Geldpolitik bei Konferenz der Fed von San Francisco, 20:45 Uhr

Darstellung: