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Börsentrend: 17:45 Uhr
Trotz leichtem Auftrieb aus Amerika
Auch heute kommt keine Kaufstimmung auf
Zur Wochenmitte bleiben die Anleger weiter in Deckung, dauert die Lethargie der vergangenen Tage an. Daran können auch die robusten Quartalszahlen großer US-Konzerne nur wenig ändern.
Immerhin schafft der Dax dank einer robusten Wall Street ein hauchdünnes Plus von 0,15 Prozent oder 11 Punkten und schließt bei 7.707 Zählern, nachdem er gestern noch leicht unter dieser Hürde von 7.700 Punkten aus dem Handel gegangen war.
Der Eurokurs ist deutlich unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung fällt am Nachmittag unter die Marke von 1,33 Dollar und notiert bei Börsenschluss bei 1,3289 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3330 Dollar festgesetzt. Experte Stephan Rieke von der BHF Bank macht vor allem die abgeschwächten Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die plötzliche Euro-Schwäche verantwortlich.
Dow auf Rekordkurs
Dagegen setzt der Dow Jones-Index seinen Rekordkurs fort - allerdings in Trippelschritten. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der US-Leitindex 0,36 Prozent höher bei 13.761, nachdem er am Dienstag auf dem höchsten Stand seit Ende 2007 geschlossen hatte. Die wichtigsten Kurstreiber waren dabei die Technologiewerte wie Google und IBM.
Dass die robusten US-Zahlen die Anleger in Deutschland wenig begeistern, wirft bei den hiesigen Experten die Frage auf, ob dem Dax nach der Rally zum Jahresende inzwischen die Puste ausgegangen ist. Nach dem rasanten Anstieg seit November 2012 zeigt der hiesige Bluechip-Index nach Ansicht von Charttechnikern erste Ermüdungserscheinungen.
"Es wirkt beinahe so, als ob alle Kursphantasie in der rasanten Entwicklung, kommend aus dem Bereich um 6.900 Punkte, bereits enthalten ist", meint Experte Gregor Bauer. Von der Hochstimmung Richtung 8.000 Zähler sei derzeit nichts mehr zu spüren, Rationalität kehre zurück an die Märkte. "Vieles deutet auf eine Konsolidierung im Dax."
McDonald's schmeckt immer noch
Bei den Einzelwerten sorgte die Fastfoodkette Mc Donald's am Nachmittag für eine positive Überraschung. Nach einem enttäuschenden Sommer hat das Unternehmen um Weihnachten herum wieder zulegen können.
SAP peilt höhere Marge an
Mit seiner Vorgabe, im laufenden Jahr ein operatives Ergebnis von 5,85 bis 5,95 Milliarden Euro ohne Sondereffekte hat es SAP den Großteil des Tages an die Dax-Spitze geschafft. Am Abend legt nur die Aktie des Darmstädter Pharmaunternehmens Merck etwas kräftiger zu. Das Unternehmen erwartet weiter steigende Umsätze und peilt bis 2015 eine operative Marge von 35 Prozent an.
Siemens-Führung unter Beschuss
Unverändert geht die Aktie von Siemens aus dem Handel. Der Konzern ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem blauen Auge davon gekommen, bleibt aber hinter dem Konkurrenten General Electric (GE) zurück, der im selben Quartal Umsatz, Gewinn und Auftragseingang gesteigert. Siemens will nun bis 2014 sechs Milliarden Euro einsparen. Auf der Hauptversammlung muss sich das Management teils herbe Kritik von den Aktionären anhören. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat ist aber nicht gefährdet.
Tui ist Schlusslicht
Im MDax bildet die Aktie des Reisekonzerns Tui das Schlusslicht. Das Unternehmen will vorerst keinen Zusammenschluss mit seiner britischen Tochter Tui Travel anleiern. Man werde kein Angebot für den Ableger aus Crawley bei London vorlegen, teilte Tui am Morgen mit. Das Unternehmen hat die Fusion mit seiner Reisetochter Tui Travel abgesagt.
Koch macht Bilfinger Hoffnung
Bilfinger -Chef Roland Koch rechnet entgegen der Prognosen von Analysten 2013 nicht mit einem Gewinnrückgang in seinem Unternehmen. Mit Blick auf eine entsprechende Umfrage sagte Koch in einem am Mittwoch veröffentlichen Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters: "Das habe ich mit gewissem Erstaunen gelesen. Wir gehen nach wie vor von einer positiven Unternehmensentwicklung aus, da gibt es nichts zu korrigieren. Die im MDax notierte Aktie legt leicht zu.
Gerry Weber und Wacker Chemie weit vorn
Zu den Favoriten im MDax gehört die Aktie der Modekette Gerry Weber. Das Unternehmen hat bei Ergebnis und Umsatz 2012 im Geschäftsjahr 2011/12 (bis Ende Oktober) Rekorde aufgestellt.
Größter Gewinner im MDax ist aber die Aktie von Wacker Chemie mit einem Plus von über vier Prozent. Ein Händler machte steigende Polysilizium-Preise sowie Äußerungen von US-Präsident Barack Obama zu Erneuerbaren Energien als Kurstreiber aus.
Drägerwerk zieht an, Aixtron bekommt Hilfe
Im TecDax ziehen die Aktien von Draegerwerk mit einem Plus von zuletzt 7,6 Prozent an die Index-Spitze. Der Medizintechnik-Hersteller hatte bereits am Vorabend seine Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr gemeldet.
Geschäftszahlen des Branchenkonkurrenten und US-LED-Herstellers Cree haben die Aktie von Aixtron befeuert, sie legt im fast sieben Prozent zu. Die Cree-Aktie sprang im nachbörslichen Handel an der Nasdaq um fast 15 Prozent nach oben. "Cree lässt positive Rückschlüsse für Aixtron zu und sollte die Aktien - die am Vortag etwas korrigiert haben - wieder aufs Neue beflügeln."
Delticom enttäuscht
Im SDax verliert die Aktie des Internet-Reifenhändlers Delticom mehr als ein Prozent. Das Unternehmen hat im vierten Quartal 2012 einen Umsatzrückgang um 3,5 Prozent auf 175,9 Millionen Euro hinnehmen müssen. Auch auf Jahressicht gingen die Erlöse zurück. Und mit 32,5 Millionen Euro ist auch das Ebit deutlich niedriger als der Vorjahreswert von 52,9 Millionen Euro.
Bayer-Manager geht zu Novartis
Der Schweizer Pharmariese machte am Morgen nicht nur mit Geschäftszahlen, sondern auch mit einer Personalie Schlagzeilen. Der Chef der Bayer-Gesundheitssparte, Jörg Reinhardt, verlässt den Leverkusener Pharmakonzern und wechselt zu Novartis. Rheinhardt soll Präsident des Verwaltungsrates des Schweizer Unternehmens. Der Gewinn von Novartis vor Sonderposten lag mit 12,8 Milliarden Franken zudem knapp über den Erwartungen.
Google und IBM überzeugen
Für gute Stimmung im High-Tech-Sektor sorgen Zahlen von Google und IBM. An der New Yorker Börse legen die Titel der beiden Firmen um bis zu 5,4 Prozent zu. Der Internet-Konzern Google überraschte mit einem Gewinn von 2,89 Milliarden Dollar im vierten Quartal und steigerte seinen Nettoumsatz im Internet-Geschäft deutlich. IBM profitierte von einem guten Software-Geschäft und erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn unterm Strich von 16,6 Milliarden Dollar, ein Plus von fünf Prozent.
Stand: 23.01.2013, 17:45 Uhr