Seitenueberschrift

Marktbericht 20:10 Uhr

Rekordquartal für den Dax

Atempause am Aktienmarkt

Stand: 31.03.2015, 20:10 Uhr

Nach einem tollen Quartal gab es heute an der Börse eine Atempause. Die Anleger strichen einen Teil ihrer stattlichen Gewinne ein und drückten den Dax unter die Marke von 12.000 Punkten. Zunächst hatte es anders ausgesehen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11966.17
Differenz absolut
-119.84
Differenz relativ
-0.99%

Denn der deutsche Leitindex war am Morgen mit viel Schwung in den letzten Handelstag des ersten Quartals gestartet. Bis auf 12.119 Punkte ging es in der Spitze bergauf. Aber der Index konnte seine Gewinne in der Folge nicht verteidigen und bröckelte ab. Er ging am Ende bei 11.966 Zählern aus dem Handel, ein Tagesverlust von 0,99 Prozent. Im Späthandel ging es leicht bergauf, der L/E-Dax schloss bei 11.975 Punkten, etwas über Xetra-Schluss.

Insgesamt können sich die Dax-Investoren aber im ersten Vierteljahr über Kursgewinne von genau 22 Prozent freuen. Das war die stärkste Wertentwicklung seit dem Frühjahr 2003, als die Folgen der geplatzten Tech-Blase ausgestanden waren und es wieder kräftig bergauf ging. Bester Dax-Wert war Volkswagen mit einem Plus von rund 34 Prozent, auch Merck waren ähnlich stark gefragt. Lediglich drei Aktien wiesen negative Wertentwicklungen auf: Eon, Lufthansa und Schlusslicht RWE mit einem Abschlag von 7,3 Prozent.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.78
Differenz absolut
-0.47
Differenz relativ
-1.94%
Audio allgemein - Startbild

Börse 19.00 Uhr

Vor allem die ultralockere Geldpolitik der EZB, die auch den Euro kräftig drückte, hat den Dividendenpapieren geholfen. Aber kann das so weitergehen? "Investoren sind zuversichtlich, dass mit dem schwächeren Euro und den Staatsanleihekäufen der EZB die Konjunktur in der Euro-Zone angekurbelt wird", schrieb Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. "Und das sollte letztlich auch die Unternehmensgewinne nach oben schrauben."

Trotzdem, so mancher Experte bekommt langsam aber sicher Bauchschmerzen. "Die Kursrally am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund", erklärte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler schon vor zwei Wochen, hob aber im gleichen Atemzug sein Jahresziel für den Dax an. Es gibt eben zu Aktien weiterhin keine vernünftige Renditealternative.

Kaum Gewinner im Dax

Lediglich HeidelbergCement nach einem positiven Analystenkommentar und SAP lagen am Ende im Plus, alle anderen Dax-Werte wiesen rote Pfeile auf. Schlusslicht war, wie auch im ganzen Quartal, Versorger RWE mit einem Minus von knapp zwei Prozent, gefolgt von ThyssenKrupp, die ebenfalls unter Druck standen.

Der Euro steht bei 1,0751 Dollar zwar etwas über Tagestief, bleibt aber unter Abgabedruck. die EZB legte den Referenzkurs bei 1,0759 Dollar fest. "Die jüngste Zwischenerholung beim Euro scheint vorbei zu sein", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank.

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.44
Differenz absolut
-0.47
Differenz relativ
-1.89%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0781
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.38%

New Yorker Börse über Tagestief leichter

An der Wall Street, die wegen der Sommerzeit nun wieder um 15:30 Uhr MEZ eröffnet, geht es aktuell ebenfalls bergab, wenn auch nicht ganz so stark wie in Frankfurt. Der Leitindex Dow Jones verliert rund 0,5 Prozent, hat sich aber von seinem bisherigen Tagestief entfernt.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
17776.12
Differenz absolut
-200.19
Differenz relativ
-1.11%

Das wichtige Verbrauchervertrauen stieg im März auf 101,3 Punkte, wie das private Institut Conference Board mitteilte. Experten hatten nur mit einem Wert von 96,0 Punkten gerechnet. Der private Konsum gilt als die entscheidende Stütze des US-Wirtschaft, er macht rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA aus. An der Börse kamen die Zahlen entsprechend gut an und drängten Sorgen um eine früher als erwartet stattfindende Zinserhöhung in den Hintergrund. Auch am Hausmarkt geht der Preisanstieg weiter. Der Case-Shiller-Index, der dies misst, stieg im Januar um 4,56 Prozent. US-Notenbanker Jeffrey Lacker, Chef der Notenbank des Bezirks Richmond, erwartet bereits im Juni erste Zinsschritte.

Beiersdorf rüstet auf

Der Kosmetikhersteller rüstet sich für geplante Übernahmen. Firmenchef Ulrich Schmidt begründete die auf der heutigen Hauptversammlung beantragten Kapitalmaßnahmen damit, dass der Konzern bereit sein müsse, wenn sich Gelegenheiten ergeben.

Es geht um die Erlaubnis für Kapitalerhöhungen, zur Ausgabe von Wandelanleihen sowie den Rückkauf eigener Aktien. Die Zustimmung dürfte nur Formsache sein, denn der Hauptaktionär, die Tchibo-Muttergesellschaft Maxingvest der Familie Herz, hält die Mehrheit. Beiersdorf gilt mit einer Kriegskasse von rund 2,5 Milliarden Euro als gut gerüstet für Zukäufe. Inklusive der Kapitalmaßnahmen könnten Zukäufe bis zu acht Milliarden Euro gestemmt werden.

Siemens hat Probleme mit der Energietechnik

Einem Insider zufolge ist der Bereich Energietechnik derzeit das größte Sorgenkind im Siemens-Konzern. Gegenüber der Konkurrenz habe man kräftig Boden verloren, so dass die Anlagen nur mit Preisabschlägen loszukriegen seien. Im Mai wird Firmenchef Joe Kaeser verkünden, was mit den Geschäftsbereichen geschehen soll, die keinen Gewinn abwerfen.

Des Weiteren hieß es, dass Siemens seine 2015er-Ziele trotz der Probleme mit der Energietechnik erreichen wird. Bei stagnierendem Umsatz werde die operative Rendite bei zehn bis elf Prozent liegen und das Ergebnis je Aktie um 15 Prozent steigen. Siemens-Aktien gaben 0,64 Prozent nach.

ElringKlinger will mehr

Der Autozulieferer ElringKlinger will seinen Umsatz im laufenden Jahr um fünf bis sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Euro in die Höhe schrauben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und vor Sondereffekten soll 170 bis 180 Millionen erreichen - nach gut 162 Millionen Euro im Vorjahr. ElringKlinger hebt die Dividende um 5 auf 55 Cent je Aktie an. Die Aktie bewegte sich nur wenig.

Neue Vorstände bei der Deutschen Annington

Der Immobilienkonzern aus dem MDax erweitert seinen Vorstand von drei auf fünf Personen. Neu in das Führungsgremium einziehen werden Thomas Zinnöcker und Gerald Klinck. Zinnöcker, Ex-Firmenchef bei Gagfah, wird die Umsetzung des Zusammenschlusses seines ehemaligen Unternehmens begleiten sowie für den Vertrieb und Akquisitionen zuständig sein. Klinck übernimmt das Controlling des größten deutschen Immobilienkonzerns. Aufsichtsratschef Wulf Bernotat zeigte sich zufrieden: "Mit der Bestellung von Thomas Zinnöcker und Gerald Klinck haben wir den Vorstand um zwei herausragende Kenner der Immobilienbranche erweitert."

Annington, das mittlerweile 88 Prozent an Gagfah hält, will deren Dividendenpläne nicht mittragen. Dies gab Gagfah überraschend bekannt, ohne Beweggründe zu nennen. Die Verschmelzung der beiden Unternehmen hat vor kurzem begonnen, künftig will der Konzern unter dem neuen Namen "Vonovia" auftreten.

RIB Software setzt sich hohe Ziele

Der Softwarehersteller RIB will seinen Umsatz im laufenden Jahr um mehr als 20 Prozent auf 85 bis 95 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis des TecDax-Mitglieds soll von knapp 26 Millionen Euro auf 29 bis 36 Millionen Euro zulegen. Die Dividende für 2014 steigt von 6 auf 16 Cent je Aktie.

Nemetschek traut sich mehr zu

Der Bausoftwarehersteller Nemetschek plant seinen Umsatz im laufenden Jahr um bis zu 23 Prozent auf 262 bis 269 Millionen Euro zu verbessern. Grund ist die im vergangenen Jahr übernommene US-Firma Bluebeam Software. Bereinigt um diese Übernahme soll der Zuwachs immer noch bei 6 bis 9 Prozent liegen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll von 57 auf 62 bis 65 Millionen wachsen.

Manz erhält wichtigen Auftrag

Die Manz-Aktie legt kräftig zu und ist mit Abstand größter Wert im TecDax. Das Maschinenbauunternehmen hat einen Auftrag aus den USA erhalten. "Dabei handelt es sich um eine Pilotanlage, bei der ein innovatives Laserschweißverfahren für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen zum Einsatz kommt", teilte Manz mit. Auftraggeber sei ein führendes US-Unternehmen der E-Mobility-Branche. Das könnte Tesla sein.

Großaktionär verkauft Jenoptik-Anteile

Die österreichische Industrieholdung ECE Industriebeteiligungen GmbH will im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens 10,5 Prozent oder sechs Millionen Aktien des im TecDax notierten Unternehmns platzieren. Die Transaktion soll am Mittwoch, 1. April, abgeschlosen sien.

Die von Mitgliedern der Familie Humer gehaltenen 935.000 Aktien sind nicht betroffen. Rund 14 Prozent der Aktien liegen bei der Humer-Stiftung, die mehrheitlich der ECE zugerechnet wird. Das Land Thüringen hält elf Prozent der Anteile.

Singulus mit Umsatzeinbruch

Der Spezialmaschinenbauer Singulus hat ein ganz schwaches Geschäftsjahr hinter sich gebracht. Der Umsatz brach von 135 auf nur noch knapp 67 Millionen Euro ein. Der Verlust explodiert von 0,7 auf 51,6 Millionen Euro. Grund waren extrem schwache Geschäfte mit Anlagen zur Produktion von Blu-Rays. Im laufenden Jahr will Singulus den Umsatz wieder verdoppeln. Helfen soll das Solar-Segment.

Capital Stage zahlt höhere Dividende

Der Betreiber von Solar- und Windparks erhöht die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr von 0,10 auf 0,15 Euro. Man gehe angesichts der aktuellen Lage auch weiterhin von einem Gewinnanstieg aus, verkündete das im SDax notierte Unternehmen am Abend nach Xetra-Schluss. So soll der Umsatz um 35 Prozent auf über 105 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) um fast 30 Prozent auf 43,2 Millionen Euro steigen.

Euromicron bestellt neue Vorstände

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat Bettina Meyer und Jürgen Hansjosten zu neuen Vorständen bestellt. Frau Meyer wird gleichzeitig Sprecherin. Sie übernehmen die Bereiche, die der nach einem Bilanzierungsskandal ausgeschiedene ehemalige Firmenchef Williblad Späth zuvor betreut hatte.

Beate Uhse mit Licht und Schatten

Der Erotikkonzern aus Flensburg hat 2014 den Umsatz leicht auf 142,9 Millionen Euro erhöht, erstmals seit dem Beginn der Umbauphase des Unternehmens. Das Ebit stieg von 3,4 auf 5,0 Millionen Euro. Nach Ansicht des Managements ist aber operativ noch viel Luft nach oben. Auch an der Börse sind die Anleger nicht zufrieden, die Aktie gibt deutlich nach. Das Papier ist allerdings nur ein Penny Stock.

Wüstenrot auf Rekordkurs

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) weist für 2014 einen Rekordüberschuss von 242 Millionen Euro aus nach 155 Millionen im Vorjahr. Enthalten sind allerdings auch Sondererträge aus Beteiligungsverkäufen. Wegen der Zinsflaute erwartet W&W 2015 einen geringeren Gewinn bei rund 200 Millionen Euro. Gleichzeitig ist man bei der Umsetzung des Sparprogramms, das im abgelaufenen Jahr 70 Millionen Euro zum Ergebnis beigetragen hat, weiter als erwartet. Die Digitalisierung des Finanzkonzerns ist das nächste Ziel um Firmenchef Alexander Erdland. Sie läuft unter dem klangvollen Namen W&W@2020.

GMT will mit Impreglon verschmelzen

Die Beteiligungsgesellschaft GMT hatt heute erklärt, dass sie 90,79 Prozent am Grundkapital der Lüneburger Impreglon, einem Spezialisten für Oberflächentechnik, hält. Nun will GMT mit Impreglon über einen Verschmelzungsvertrag verhandeln. Dieser solle die Angabe enthalten, dass Minderheitsaktionäre aus der Impreglon ausgeschlossen werden. Auf der Hauptversammlung der Impreglon soll über eine Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre gegen Barabfindung entschieden werden.

Philips verkauft Licht

Der niederländische Elektronikkonzern Philips verkauft 80,1 Prozent an seiner LED- und Autolicht-Sporte an ein Konsortium um den Fonds GO Scale Capital. Den restlichen Anteil will Philips behalten. Der Bruttoerlös aus der Transaktion liegt bei 2,8 Milliarden Dollar. Der Geschäftsbereich soll künftig unter dem Namen Lumileds auftreten.

Clariant will selbstständig bleiben

Der Präsident des Schweizer Spezialchemiekonzerns, Rudolf Wehrli, hat Übernahmegerüchten auf der heutigen Generalversammlung eine Absage erteilt. "Es ist eine feste Überzeugung, Clariant steht nicht zum Verkauf", antwortete Wehrli am Dienstag auf der Generalversammlung auf die Frage eines Aktionärs. Auch der deutsche Konkurrent Evonik aus dem MDax hat nach Insiderinformationen Interesse an Clariant.

rm

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Tagestermine am Mittwoch, 1. April

Unternehmen:
Barry Callebaut: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Gigaset: Telefon-Pk zu den Jahreszahlen, 10:00 Uhr
Daimler: Hauptversammlung in Berlin, 10:30 Uhr
Zurich Insurance: Hauptversammlung in Zürich, 14:15 Uhr
Monsanto: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Tankan-Bericht, 1.Quartal, 01:50 Uhr
China: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe und Dienste März, 03:00 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht März, 14:15 Uhr;
ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe März, 16:00 Uhr;
Bauausgaben Februar, 16:00 Uhr:
Energieministerium Ölbericht (wöchentlich), 16:30 Uhr,
PKW-Absatz März;

Darstellung: