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Marktbericht 20:05 Uhr

Marktbericht neutral

Fast Stillstand an den Börsen

Anleger zurück im Warte-Modus

Vom Auftakt der närrischen Saison zum 11.11. war an den Börsen nichts zu spüren. An den Märkten herrschte weitgehend Lethargie, die Kurse traten auf der Stelle. Immerhin rettete sich der Dax mit einem kleinen Plus in den Feierabend.

Aus den USA fehlten am Dienstag echte Impulse. Denn wegen des Feiertags Veteran's Day, der an den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg erinnert, fehlten viele Anleger. Zudem war der Anleihemarkt geschlossen. Bei dünnen Umsätzen verharrte der Dow auf seinem Vortagesniveau bei knapp 17.600 Punkten. Kurz nach dem Handelsstart hatte er ein neues Rekordhoch von 17.638 Zählern erreicht.

Das beflügelte Europas Aktienmärkte. Der Dax schloss 0,2 Prozent höher bei 9.369 Punkten, der EuroStoxx50 legte 0,3 Prozent zu. Und auch die Börsen in London und Paris verzeichneten moderate Kursgewinne.

Jahresend-Rally (noch) nicht in Sicht

Insgesamt aber blieben die Anleger vorsichtig. Viele wollen abwarten, ob es noch zu einer Jahresend-Rally komme nicht, meinte ein Händler. "Im Moment fehlen dafür einfach die Impulse."

Experte warnt vor Rücksetzer

Jens Klatt, Aktienstratege von DailyFX, sprach von der "Ruhe vor dem Sturm". Es fehle wohl nur ein Funken, und der Dax werde auf unter 9.000 Punkte korrigieren, prophezeit er. Seit Mitte Oktober hat der deutsche Leitindex ohne große Rücksetzer um bis zu 1.100 Punkte zugelegt, getrieben von der Aussicht auf Geldgeschenke der Notenbanken. Das Versprechen von EZB-Präsident Mario Draghi könnte sich als Windbeutel entpuppen.

Henkel rettet den Dax

Zur positiven Stimmung im Dax trug Henkel bei. Der Konsumgüterkonzern hat mit seinen Quartalszahlen positiv überraschtDer Konsumgüterkonzern hat mit seinen Quartalszahlen positiv überrascht. Die Henkel-Aktie springt um fast fünf Prozent nach oben und führt die Dax-Gewinnerliste an. Der stark in Osteuropa engagierte Konzern steckt die Folgen der Ukraine-Krise weg und will seine Profitabilität 2014 stärker steigern als ursprünglich angekündigt. Henkel-Chef Kasper Rorsted hob am Dienstag die Prognose für die bereinigte Ebit-Marge etwas an auf "leicht unter 16,0 Prozent".

T-Aktie mit Vodafone-Bonus

Ebenfalls begehrt war die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Plus von über zwei Prozent. Die T-Aktie konnte die 200-Tage-Linie zurückerobern. Rückenwind kam aus Großbritannien: Die britische Vodafone hat ihre Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2014/15 leicht angehoben, die Aktie machte einen Satz nach oben.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.00
Differenz absolut
0.10
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+0.81%
Vodafone: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.84
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-0.42%

Streiks bremsen Lufthansa

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.24
Differenz absolut
0.05
Differenz relativ
+0.38%

Drittgrößter Gewinner war die Lufthansa. Im Oktober konnte die Airline deutlich mehr Tickets für Langstreckenflüge absetzen. In Europa bremsten aber die Streiks den Absatz. Insgesamt beförderte die Lifthansa 0,4 Prozent mehr Fluggäste. Im September war die Zahl der Passagiere noch um 3,5 Prozent gestiegen.

BMW rast Konkurrenz davon

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
84.90
Differenz absolut
0.15
Differenz relativ
+0.18%

Die Autowerte zeigten sich uneinheitlich. Während Daimler 0,7 Prozent und VW 0,3 Prozent nachgaben, zogen die BMW-Aktien um 0,5 Prozent an. Der Premium-Autobauer hat im Oktober weltweit knapp 184.300 Fahrzeuge seiner drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce abgesetzt - gut elf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit lag BMW erneut vor den Konkurrenten Audi (1,44 Millionen verkaufte Fahrzeuge) und Mercedes (1,34 Millionen). Besonders kräftig legten die Verkaufszahlen in Europa zu.

Conti-Aktie wird ausgebremst

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
158.25
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2.65
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+1.70%

Die rote Laterne im Dax ging an Conti. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Einstufung für Conti zwar auf "Buy" belassen, das Kursziel aber von 205 auf 195 Euro gesenkt. Das niedrigere Kursziel begründete der Goldman-Sachs-Analyst mit seinen gesenkten operativen Ergebnisschätzungen (Ebit).

Hella schafft Sprung an die Börse

Der westfälische Autozulieferer und MDax-Kandidat Hella ist mit einem Kursplus an der Frankfurter Börse gestartet. Die Aktie schloss bei 27,11 Euro und lag damit leicht über dem Ausgabekurs. Der erste Kurs war am Dienstagmorgen bei 27,50 Euro festgestellt worden. Ausgewählte Investoren hatten in den vergangenen Wochen bei Privatplatzierungen rund 11,1 Millionen Aktien für 25 Euro pro Stück und in einem zweiten Schritt 5,75 Millionen Papiere für 26,50 Euro pro Aktie gekauft.

Hochtief verdient mehr

Hochtief: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
60.00
Differenz absolut
0.04
Differenz relativ
+0.07%

Im MDax waren die Aktien von Hochtief gefragt. Florierende Geschäfte bei der Tochter Leighton haben Deutschlands größten Baukonzern Hochtief im dritten Quartal beflügelt. Der Gewinn nach Minderheiten legte von 56,9 auf 63,7 Millionen Euro zu. Allerdings ist diese Zahl bereinigt um Dekonsolidierungseffekte, Hochtief hatte sich in der Vergangenheit von mehreren Beteiligungen getrennt.

Bilfinger findet neuen Aufsichtsratschef

Bilfinger: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
48.63
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0.58
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+1.21%

Nicht zur Ruhe kommt Konkurrent Bilfinger. Die Finanzaufsicht Bafin hat Untersuchungen über Insiderhandel mit Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns eingeleitet. Es handele sich um eine Routineprüfung, meinte eine Sprecherin. Der Kurs von Bilfinger war zuletzt wegen mehrerer Gewinnwarnung in Folge eingebrochen. Immerhin hat Bilfinger nun einen neuen Aufsichtsratschef gefunden: Der frühere Metro-Chef Eckhard Cordes übernimmt den Posten. Damit vergrößert Großaktionär Cevian seinen Einfluss. Cordes ist Partner bei Cevian.

Anleger streichen bei Aareal Gewinne ein

Die Aareal Bank konnte die Anleger mit einem starken Quartal und einer Anhebung der Ergebnisprognose nicht begeistern. Die Aktie verlor fast ein Prozent. Der Immobilienfinanzierer will beim Betriebsergebnis jetzt im Gesamtjahr zwischen 420 und 430 Millionen Euro landen. Jüngst hatte das Management die Messlatte auf 380 bis 400 Millionen Euro gehoben. Der größere Optimismus des Immobilienfinanzierers sei keine Überraschung, betonte ein Börsianer. Daher machten Aareal-Aktionäre Kasse.

Kion unter Druck

Schlusslicht im MDax war die Kion-Aktie mit einem Minus von rund sieben Prozent. Goldman Sachs und KKR bauen ihren Anteil an dem Gabelstapler-Hersteller weiter ab. Die beiden Investoren platzieren über ihre gemeinsame Holding Superlift acht Millionen Anteile zu einem Preis zwischen 29,10 Euro und 30,95 Euro.

Wincor wird abgewatscht

Zweitgrößter MDax-Verlierer war die Wincor-Aktie. Die Gewinne von gestern, als die Aktie nach einer in Aussicht gestellten Dividendenerhöhung in die Höhe schnellte, sind schon wieder komplett aufgezehrt. Die Aktie nimmt wieder Kurs auf ihr Jahrestief, auf das sie in der Vorwoche abgerutscht war. Schuld sind negative Analystenstimmen von Kepler Cheuvreux, Deutsche Bank und Commerzbank.

Leoni leidet unter Produktionsproblemen in Mexiko

Ausgesprochen schwach präsentierte sich auch die Leoni-Aktie. Die endgültigen Zahlen des Autozulieferers kamen am Markt nicht gut an. Zumal der Kabelspezialist nach der Senkung der Ebit-Prognose Mitte Oktober nun auch noch die Prognose für den Free Cash Flow 2014 von zuletzt 30 Millionen Euro auf null Euro nach unten korrigiert. Als Grund wurde auf Kosten für die Produktionsprobleme in Mexiko verwiesen.

Rhön-Klinikum-Chef bleibt länger

Rhön-Klinikum: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.12
Differenz absolut
0.07
Differenz relativ
+0.30%

Auf Kontinuität und Stabilität setzt Rhön-Klinikum. Deshalb hat der Aufsichtsrat des Krankenhauzskonzerns den Vertrag von Vorstandschef Martin Siebert vorzeitig um vier weitere Jahre bis September 2019 verlängert. Der MDax-Konzern hat Anfang des Jahres zahlreiche Krankenhäuser an die Fresenius-Tochter Helios verkauft und muss sich nun neu ausrichten.

Bahn-Investitionsprogramm treibt Vossloh

Zum größten SDax-Gewinner schwang sich die Aktie von Vossloh mit einem Plus von über drei Prozent auf. Das milliardenschwere Investitionsprogramm für das deutsche Schienen-Netz schürt Hoffnungen auf gute Geschäfte. Einer der größten Auftragsgeber von Vossloh ist die Deutsche Bahn.

Patrizia wie erwartet

Größter Verlierer im SDax war die Patrizia-Aktie emit einem Minus von 1,6 Prozent. Die Quartalsergebnisse des Immobilienkonzerns seien erwartungsgemäß ausgefallen, schrieb Analyst Thomas Rothäusler in einer Studie vom Dienstag. Die Jahresziele seien bestätigt worden.

DIC Asset bestätigt Prognose

Die Aktie des Spezialisten für Gewerbeimmobilien, DIC Asset, reagierte kaum auf die Vorlage der Neunmonatszahlen. Die in der Branche viel beachtete Kennziffer FFO legte im Jahresvergleich um drei Prozent zu auf 35,4 Millionen Euro. Händler werteten auch die Bestätigung der FFO-Jahresprognose von 47 bis 49 Millionen Euro positiv.

Cancom im Cloud-Boom

An gute Zahlen von Cancom haben sich die Anleger schon gewöhnt. Zwar verdiente der IT-Dienstleister im dritten Quartal mit 5,16 Millionen Euro über ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum, doch an der Börse fällt die Reaktion nüchtern aus: Die im TecDax notierte Aktie schloss nahezu unverändert. Ende Oktober hatte Cancom bereits Eckdaten vorgelegt. Die Münchner profitieren von der zunehmenden Auslagerung von Speicher- und Rechendienstleistungen deutscher Kunden ins Internet.

Rocket Internet im Höhenflug

Jenseits der großen Indizes stand nach dem gestrigen Kurssprung um fast 13 Prozent erneut die Rocket-Internet-Aktie im Fokus der Anleger. Sie stieg um drei Prozent auf über 50 Euro. Am Montag hatte Goldman Sachs den Titel zum Kauf empfohlen, jetzt zog Berenberg nach. Die Privatbank startete Rocket Internet mit "Buy" und einem Kursziel von 53 Euro. Es gebe kaum Unternehmen, die Anlegern vergleichbare Chancen in böten. Morgan Stanley startete den Titel heute mit "Overweight" und Kursziel 55 Euro.

Epigenomics weitet Verlust aus

Das deutsch-amerikanische Krebsdiagnostik-Unternehmen Epigenomics ist in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der Periodenfehlbetrag schwoll von 5,2 auf 5,9 Millionen Euro an. Die Aktie schloss dennoch nahezu unverändert.

Gigaset hui, Seven Principles pfui

Aus der dritten Reihe meldete Gigaset vielversprechende Zahlen. Der Verlust verringerte sich auf 0,2 Millionen Euro - nach 3,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Aktien sprangen um rund 20 Prozent nach oben. Dagegen stürzten die Aktien von Seven Principles um fast zwölf Prozent ab. Das Unternehmen ist im dritten Quartal auch operativ in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen (Ebitda) lag bei minus 0,2 Millionen Euro. Unterm Strich fiel ein Verlust von 0,6 Millionen Euro aus. Die Jahresprognose sei daher nicht mehr erreichbar, warnte Seven Principles.

Unicredit steigert Gewinn deutlich

Aus dem Ausland gab die größte italienische Bank Unicredit ihre Quartalsbilanz bekannt. Demnach kletterte der Gewinn um 80 Prozent auf 722 Millionen Euro. Damit komme Unicredit dem anvisierten Jahresziel von zwei Milliarden Euro Überschuss nahe, sagte Bankchef Federico Ghizzoni. Die Unicredit-Aktie fiel trotzdem um über drei Prozent. Dagegen zog die Aktie der krisengeplagten Monte Paschi um sechs Prozent an. Händler sprachen von Übernahmefantasie. Angeblich hat die französische BNP Paribas ein Auge auf die Italiener geworfen.  Monte Paschi war jüngst beim europäischen Stresstest durchgefallen.

Pandora verliert an Glanz

Der dänische Schmuck-Hersteller Pandora konnte indes mit seinen Quartalszahlen nicht glänzen wie gewohnt. Das Betriebsergebnis stieg "nur" um 34 Prozent. Analysten hatten mit einem Plus von knapp 36 Prozent gerechnet. Die Aktien des "Charm"-Armbänder-Herstellers stürzten zeitweise um knapp sieben Prozent ab. Am Montag waren sie noch auf ein Rekordhoch geklettert.

Moeller-Maersk auf Kurs

Überschüsse aus dem Verkauf von Unternehmensteilen haben den Quartalsgewinn von Moeller-Maersk beflügelt. Die dänische Großreederei steigerte den Nettogewinn im Jahresvergleich überraschend deutlich um 25 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Die weltgrößte Containerschiff-Reederei hob außerdem ihr Ziel für das Gesamtjahres-Nettoergebnis auf mehr als zwei von "deutlich über" 1,5 Milliarden Dollar an.

nb

Stand: 11.11.2014, 20:05 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 20. November

Unternehmen:
ThyssenKrupp: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Raifeisenbank International: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Halloren: Q3-Zahlen
Axa: Investorentag
Intel: Investorentag
Best Buy: Q3-Zahlen

Konjunktur:
China: HSBC Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe November, 02:45 Uhr
Deutschland:
Erzeugerpreise Oktober, 08:00 Uhr;
Einkaufsmanagerindex Verabeitendes Gewerbe und Dienstleistungen Oktober, 09:30 Uhr
EU:
Einkaufsmanagerindex Verabeitendes Gewerbe und Dienstleistungen Oktober, 11:00 Uhr
USA:
Verbraucherpreise Oktober, 14:30 Uhr;
Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr;
Realeinkommen Oktober, 14:30 Uhr;
Philly Fed Index November, 16:00 Uhr;
Verkauf bestehender Häuser Oktober, 16:00 Uhr;
Frühindikatoren, 16:00 Uhr;
Verbrauchervertrauen November (vorab), 16:00 Uhr

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