Seitenueberschrift

Marktbericht 14:47 Uhr

Gute Wirtschaftsdaten aus Deutschland

Anleger wagen sich aus der Deckung

Ermutigende Konjunkturdaten aus Deutschland haben den Anlegern am Frankfurter Aktienmarkt wieder etwas Mut gemacht. Dabei ist die Stimmung in den Unternehmen nicht wirklich gut...

Marktbericht positiv Hase

Marktbericht positiv Hase. | Montage: boerse.ARD.de, colourbox

... aber eben auch nicht so pessimistisch wie befürchtet. So fiel der Einkaufsmanagerindex für die hiesige Industrie nur um 0,4 auf 52,0 Punkte - Ökonomen hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Das genügte, um die Anleger aus der Deckung zu locken, nachdem der Dax zunächst ins Minus gerutscht war auf 9.278 Punkte. Am Nachmittag kann der deutsche Leitindex seine Kursgewinne sogar noch etwas ausbauen und klettert bis auf 9.375 Zähler, 0,65 Prozent oder 60 Punkte mehr als gestern.

Schwache China-Daten und unklares Fed-Protokoll

Ein eher schwacher Einkaufsmanagerindex aus China hatte die Märkte am Morgen belastet. Für Verunsicherung sorgte auch die Veröffentlichung der Fed-Protokolle der jüngsten Zinssitzung von Ende Juli. Daraus geht zwar hervor, dass die meisten Führungsmitglieder der US-Notenbank mit einer Zinserhöhung noch abwarten wollen, bis sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt gefestigt hat. Das heißt laut Commerzbank aber auch: "Die Zinsen könnten früher steigen, wenn der Arbeitsmarkt und die Teuerung sich weiterhin so kräftig entwickeln wie bisher."

Neue Impulse könnten die um 16 Uhr unserer Zeit erwarteten US-Konjunkturdaten bringen, darunter der Philly Fed Index und die neuesten Zahlen zum Verkauf bestehender Häuser. Die zuvor veröffentlichten Erstanträge zur US-Arbeitslosenhilfe aus der vergangenen Woche ließen die Anleger dagegen kalt. Sie waren mit 298.000 etwas niedriger ausgefallen als erwartet.

Euro-Kurs leicht erholt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.3126
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Der Euro hat sich am Donnerstag ein wenig von seinen deutlichen Vortagesverlusten erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung wird am Nachmittag mit 1,3266 Dollar gehandelt. In der Nacht zum Donnerstag war der Euro noch zeitweise bis auf 1,3242 Dollar gesunken und hatte so den niedrigsten Stand seit elf Monaten erreicht.

Siemens führt an

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96.09
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0.51
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+0.53%
Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.04
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0.07
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+0.27%

Angeführt wird der Dax von Siemens. Kursrelevante Nachrichten aus dem Unternehmen gibt es keine. Händlern zufolge wirke die Kaufempfehlung von Goldman Sachs nach, die gestern den fairen Preis für die Siemens-Aktie von 115 auf 118 Euro angehoben hatte und die Aktie weiter zum Kauf empfiehlt. Auch hat Siemens einen Auftrag zum Bau von 67 Windturbinen im Volumen von 650 Millionen Euro erhalten. Auch Deutsche Bank-Aktien sind gefragt. Erstmals seit drei Wochen notiert das Papier wieder über 25 Euro.

Infineon-Zukauf: Sinnvoll, aber teuer

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.98
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0.07
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+0.75%

Wenig begeistert reagieren dagegen die Aktionäre auf den von Infineon beabsichtigten Kauf des US-Chipherstellers International Rectifier. Die Analysten betrachten die Übernahme als strategisch sinnvoll, aber teuer. Der Kaufpreis von drei Milliarden Dollar sei "hoch", wie etwa Harald Schnitzer von der DZ Bank konstatiert.

RTL-Aktie fällt durch

RTL Group: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71.58
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Im MDax kann sich die RTL-Aktie auch am Nachmittag nicht von den enttäuschenden Quartalszahlen der Sendergruppe erholen. Die Aktie verliert mehr als sechs Prozent. Das Unternehmen leidet unter schwachen Werbeeinnahmen in Frankreich und Steuerbelastungen in Ungarn und erwartet im Gesamtjahr einen Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis. Im ersten Halbjahr gingen die Erlöse um 2,5 Prozent auf 2,69 Milliarden Euro zurück, der Überschuss halbierte sich auf 202 Millionen Euro.

Gea will kräftig sparen

Kräftig zulegen kann dagegen die Aktie des Mischkonzerns Gea. Der MDax-Konzern hat eine Neustrukturierung angekündigt. Künftig soll das operative Geschäft in zwei neuen Bereichen "Equipment" und "Solutions" gebündelt werden. Jährliche Einsparungen von 100 Millionen Euro sind das Ziel. Gea zufolge sind einmalige Ausgaben in gleicher Höhe dafür geplant.

Indus kann vorerst nichts erschüttern

Im SDax kommen die Zahlen der Industriebeteiligungs-Gesellschaft Indus aus Bergisch-Gladbach gut an. Das Unternehmen steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz von 569 Millionen auf 600 Millionen Euro und den Gewinn von 26,4 auf 28,1 Millionen Euro. Politische Krisen können dem Ausblick bislang nichts anhaben: Weiterhin sind für 2014 höhere Werte bei Umsatz und Ergebnis geplant.

BVB braucht Kapital

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
4.75
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-0.56%

Auf und ab geht es mit der Aktie von Borussia Dortmund, nach der Ankündigung einer Kaptialerhöhung im Volumen von bis zu 110 Millionen Euro. Der Sportartikel-Hersteller Puma will bis zu fünf Prozent am Kapital des Bundesligisten erwerben. Auch der Versicherer Signal Iduna sowie der im Juli mit 9,06 Prozent eingestiegene Hauptsponsor Evonik sind bereit, weitere neue Aktien zu zeichnen.

Air Berlin geht es besser

Air Berlin: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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1.34
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Um mehr als acht Prozent aufwärts geht es mit der Aktie von Air Berlin. Die zweitgrößte deutsche Airline hat erstmals seit fünf Jahren wieder einen Nettogewinn in einem Quartal bilanziert. Er lag bei 8,6 Millonen Euro, ging aber vor allem auf ein besseres Finanzergebnis zurück. Operativ schrieb das Unternehmen weiter rote Zahlen. Der Umsatz kletterte um 2,9 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro.

Ahold verkauft weniger

Der niederländische Einzelhandelskonzern hat vor allem in den USA und im Heimatmarkt Geschäft verloren. Die Umsätze sanken deutlich um vier Prozent auf 7,42 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Beim Nettogewinn ging es wegen eines Preisverfalls bei vielen Produkten sogar um 30 Prozent auf 147 Millionen Euro abwärts.

RBI stemmt die Ukraine-Krise

Kein leichtes Unterfangen: Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI), die ein Standbein in Osteuropa hat, konnte mit einem Quartalsgewinn von 183 Millionen Euro den Markt überraschen. Sparmaßnahmen haben dabei geholfen. Das Geschäft in Russland und der Ukraine war im Quartal allerdings rückläufig.

HP liefert solides Zahlenwerk

Aus den USA kamen am Abend noch Nachrichten von zwei US-Großkonzernen. Der Computer-Hersteller Hewlett-Packard hat im dritten Quartal (bis Juli) dank anziehender PC-Verkäufe seinen Umsatz um 1,3 Prozent auf 27,6 Milliarden Dollar gesteigert. Allerdings sank der Nettogewinn um rund ein Viertel auf 985 Millionen Dollar. Die Aktie verlor leicht im nachbörslichen Handel.

Und sonst?

USU Software aus Möglingen hat im zweiten Quartal 2014 den positiven Trend der Vorquartale fortgesetzt und den Umsatz um gut 16 Prozent auf 14,3 Millionen Euro gesteigert. Das bereinigte Ebit wurde sogar versiebenfacht auf 1,51 Millionen.

lg

Stand: 21.08.2014, 14:47 Uhr

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Die Eurozone hat die Rezession hinter sich gelassen, allmählich gibt es wieder leichtes Wachstum. In den USA läuft die Konjunktur deutlich besser, wie die jüngsten Arbeitsmarktzahlen zeigen. Die Frage ist nun, was macht die Notenbank?

Tagestermine am Mittwoch, 3. September

Unternehmen:
International Airlines Group (IAG): Verkehrszahlen August, 08:00 Uhr.

Konjunktur:
EU: BIP Q2 (vorläufig), 11:00 Uhr ;
Einzelhandelsumsatz Juli, 11:00 Uhr
USA: Auftragseingang Industrie Juli, 16:00 Uhr; Fed Beige Book, 20:00 Uhr;
KfZ-Absatz August.

Sonstiges:
Deutsche Börse: Überprüfung der Aktienindizes;
Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt.

Darstellung: