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Marktbericht 11:50 Uhr

Dax unter 10.300 Punkten

Anleger treten einen Schritt zurück

Im Schatten des EZB-Entscheids driftet der Dax leicht nach unten. Spätestens am Nachmittag dürfte sich der Aktienmarkt wieder heftig bewegen. Die Frage ist nur: in welche Richtung?

Der Dax notiert vor dem mit Spannung erwarteten EZB-Entscheid rund 0,2 Prozent im Minus bei 10.280 Punkten. Die Hoffnung auf den Kauf von Staatsanleihen hatte den deutschen Leitindex jüngst weit nach oben getrieben. Die Frage ist nun, was heute am frühen Nachmittag passieren wird. Rückschläge sind jedenfalls nicht ausgeschlossen.

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Börse 11.00 Uhr

"Die Latte, was den Umfang des Programms anbelangt, hängt inzwischen sehr hoch. So dürfte es Mario Draghi schwer fallen, die Börsianer positiv zu überraschen", warnte LBBW-Analyst Werner Bader. "Kurzfristig agierende Anleger müssen bis heute Nachmittag die Finger vom Markt lassen, es sei denn, sie möchten Börsen-Lotto spielen", raten die Marktbeobachter von Index-Radar. "Das wird die Stunde der Wahrheit", pflichten Händler bei. "Da sind starke Nerven gefragt."

Bringt Draghi hartgesottene Investoren zum Weinen?

Die Pressekonferenz wird um 14:30 Uhr beginnen. "Ob sie in einem Tränenmeer endet, dürfte letztlich von der Ausgestaltung des Programms abhängen. Als kleinster gemeinsamer Nenner dürfte die Konsensschätzung von einem Volumen von etwa 600 Milliarden Euro betrachtet werden, das sich auf mindestens zwölf Monate erstrecken dürfte", kommentieren die Experten der DZ Bank.

Mario Draghi EZB. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

"Bei der Pressekonferenz muss EZB-Präsident Draghi das Kunststück vollbringen, den Beschluss so zu verkaufen, dass er nicht als das politisch gerade noch Machbare erscheint, sondern als schlagkräftige Maßnahme", meinen die Fachleute der Commerzbank.

Lanxess ist Spitzenreiter

Auf der Gewinnerseite im Dax stehen die Titel von Lanxess an der Spitze, über die sich gestern Analysten kritisch geäußert hatten. Auch Volkswagen sind gefragt. Dabei belässt Barclays die Einstufung auf "Equal Weight". Sie wäre wegen der Markteinführung des neuen Passat und einer Flut an neuen Modellen im Jahr 2015 gern optimistischer für die VW-Aktie, schrieb Analystin Kristina Church. Church rechnet damit, dass der volle Vorteil der neuen Modelle sich erst ab 2016 bemerkbar machen werde.

Daimler: Anleger ignorieren Analystenlob

Goldman Sachs hat die Daimler-Aktie auf der "Conviction Buy List" belassen. Die Daimler-Aktie zähle zu den Werten, die vom Trend zu steigenden Verbraucherausgaben in Europa und den USA profitieren sollten und deren Bewertungen die damit einhergehenden Gewinnsteigerungen noch nicht widerspiegelten. Daimler dürfte beim Absatz von seiner starken Ausrichtung auf Westeuropa und die USA sowie vom neuen Produktzyklus bei Mercedes profitieren.

Analyse hilft Wacker

Wacker Chemie: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
91.89
Differenz absolut
-2.21
Differenz relativ
-2.35%

Die Deutsche Bank hat Titel von Wacker Chemie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel auf 105 Euro belassen. Die aktuelle Bewertung des Spezialchemie-Papiers aus dem MDax biete inzwischen einen attraktiven Einstiegszeitpunkt. In diesem Jahr dürften die durchschnittlichen Verkaufspreise für Polysilizium stabil bleiben und die Nachfrage steigen.

DMG Mori Seki gewinnt zweistellig

DMG Mori Seiki: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
29.30
Differenz absolut
0.82
Differenz relativ
+2.88%

Der Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki und sein gleichnamiger Partner aus Japan fusionieren. Die asiatische Firma plane ein freiwilliges Übernahmeangebot und strebe eine Beteiligung an der früheren Gildemeister von mehr als 50 Prozent an, teilte DMG mit. Allen Aktionären werden demnach 27,50 Euro je Anteilsschein des MDax-Konzerns geboten, was einem Aufschlag von 7,5 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Mittwoch entspricht.

Krones im Rückwärtsgang

Krones-Aktien sind um gut zwei Prozent von ihrem Rekordhoch zurückgefallen. "Verkaufen, wenn es am schönsten ist", empfiehlt Analyst Markus Turnwald von der DZ Bank in seiner aktuellen Studie. Nach einem Kursanstieg von 30 Prozent seit Mitte Oktober hält er die Aktie des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen nun für "sehr ambitioniert bewertet".

Suzlon verkauft Senvion

Der indische Windkraftanlagenkonzern Suzlon trennt sich von seiner deutschen Tochter Senvion. Für eine Milliarden Euro in bar soll die Investmentfirma Centerbridge Partners den Zuschlag für den ehemals unter dem Namen Repower bekannten Windanlagenbauer erhalten, wie Suzlon mitteilte. Die Inder sind wegen dem Nachfragerückgang bei Windturbinen und ihres Schuldenbergs unter Druck geraten.

Gewinnrückgang bei Hyundai

Trotz einer Absatzsteigerung hat der südkoreanische Autohersteller Hyundai 2014 deutlich weniger verdient. Der Überschuss fiel im Jahresvergleich um 14,9 Prozent auf 7,65 Billionen Won (6,1 Milliarden Euro). Den Rückgang führte Hyundai unter anderem auf Währungsschwankungen zurück. Hyundai ist zusammen mit der Schwester Kia Motors fünftgrößter Autobauer der Welt.

Ebay stark dank Paypal

Der Online-Händler Ebay hat dank des Bezahldiensts PayPal den Überschuss im vierten Quartal auf 936 Millionen Dollar von 850 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum gesteigert. Die Umsätze kletterten auf 4,92 Milliarden Dollar von 4,53 Milliarden Dollar. PayPal soll als eigenständiges Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2015 an die Börse gebracht werden. Ebay will vor der Abspaltung 2.400 Stellen streichen.

Auch American Express streicht Jobs

American Express will laut US-Medienberichten mehr als 4.000 Jobs in diesem Jahr streichen. Der Stellenabbau solle Teil eines Konzernumbaus sein, hieß es. Kurz zuvor hatte American Express seine Bilanz für das vierte Quartal veröffentlicht. Die Firma machte zum Jahresende bessere Geschäfte als erwartet: Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar.

Remy Cointreau mit Umsatzsorgen

Der Spirituosen-Hersteller Remy Cointreau hat wegen anhaltender Probleme in China weniger umgesetzt. Die Erlöse fielen im abgelaufenen Quartal auf vergleichbarer Basis um ein Prozent auf gut 269 Millionen Euro. Damit schnitt der Cognac- und Rum-Anbieter aber deutlich besser als von Analysten erwartet ab.

Uber sammelt 1,6 Milliarden Dollar ein

Uber setzt seine Finanzierungsoffensive Kreisen zufolge fort: Der Online-Fahrdienst-Vermittler habe weitere 1,6 Milliarden Dollar mit einer Wandelanleihe bei Kunden aus der Vermögensverwaltung der Investmentbank Goldman Sachs eingesammelt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Unternehmen wolle mit dem Geld seine internationale Expansion vorantreiben.

Einmal Tele Columbus für zehn Euro

Der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat seinen Ausgabepreis in der Mitte der Preisspanne von acht bis zwölf Euro je Aktie festgelegt. Mit zehn Euro je Papier sei das Angebot deutlich überzeichnet gewesen, teilte Tele Columbus mit.

ts

Stand: 22.01.2015, 11:50 Uhr

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