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Marktbericht 20:00

Dax auf Rekordstand

Anleger träumen wieder von 10.000 Punkten

Der Dax hat bereits zum Wochenstart ein neues Rekordhoch erreicht, aber viele Investoren sind in Gedanken schon eine Runde weiter: Die 10.000er Marke ist zum Greifen nah.

Der Dax schloss mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 9.892,82 Punkten und erreichte damit ein frisches Allzeithoch. Besonders die Tatsache, dass der deutsche Leitindex fast auf seinem Höchststand aus dem Handel ging, könnte auf weitere Kursgewinne hindeuten. Der Late-Dax schloss 1,2 Prozent fester auf 9.877,90 Punkten.

Für die Experten von IG Markets ist die trendlose Marktphase damit beendet. "Als charttechnisches Kursziel fungiert dann die zuletzt oft zitierte psychologisch wichtige Marke bei 10.000 Zählern", schreiben sie in einem Marktkommentar. Auch andere Experten und soziale Netzwerke halten einen Angriff auf die runde Marke in nächster Zukunft für plausibel. Kornelius Barczynski vom Brokerhaus GKFX hält den Sprung über die 10.000-Punkte-Marke binnen Wochenfrist für möglich

It's the liquidity, stupid!

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
9598.17
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In Europa legen die Börsen auf recht breiter Front zu. Als Gründe für das heutige Kursplus geben Fachleute Erleichterung über den Ausgang der Wahlen in der EU und der Ukraine an. Hilfreich dürfte aber vor allem gewesen sein, dass EZB-Chef Mario Draghi erneut Hoffnungen auf weiter sinkende Zinsen und ein Anleihe-Kaufprogramm geschürt habe. Die EZB wird auf der kommenden Sitzung am 5. Juni über den geldpolitischen Kurs entscheiden.

"Ein Rückgang der politischen Unsicherheiten, eine weitere geldpolitische Stimulierung - das hört sich in den Ohren eines Bullen schon fast wie die beste aller Welten an. Dennoch will der Funke nicht so recht auf die Anleger überspringen. Die Grundüberzeugung liegt noch immer darnieder; von echter Kaufbereitschaft ist nichts zu spüren", schreibt Sentix-Analyst Manfred Hübner in einer aktuellen Studie. Hübners Ansicht nach könnte die jüngste Rally noch den Juni überdauern.

Keine Stärke sondern Torschluss-Panik?

Für Jens Klatt, Marktexperte bei DailyFX scheint die Jagd auf neue Höchststände von Torschluss-Panik unter den Investoren geprägt zu sein, welche die Party bis zum jetzigen Zeitpunkt verpasst und auch noch mitfeiern wollen: "Das Marktumfeld am heutigen Tag ist dafür außerordentlich günstig, die Umsätze durch den US-Feiertag Memorial Day halten sich in Grenzen. Wer hier allerdings Stärke sieht, der könnte schnell eines besseren belehrt werden", so der Fachmann.

Anlegern, die diese Gewinnserie mitnehmen, dürfte es allerdings gleichgültig sein, ob der Dax aus Stärke oder aus Panik steigt - wenn sie den richtigen Ausstiegszeitpunkt treffen. In den USA und Großbritannnien fand am Montag wegen eines Feiertages kein Handel statt.

Commerzbank schließt auf Position eins

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.18
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Kein einziger Dax-Wert schloss in der Verlustzone. Unter den Einzelwerten im Dax ragt die Commerzbank-Aktie positiv heraus, sie ist der größte Dax-Gewinner. Laut "Spiegel" will der Bund seine Anteile an dem Institut mindestens bis 2016 behalten. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte: "Die Bundesregierung plant momentan nicht, ihre Anteile zu veräußern."

Sonderschichten lassen Autobauer glänzen

Europaweit zählten Auto-Titel zu den größten Kursgewinnern. Auch im Dax können Aktien von Daimler, BMW und Volkswagen weit überproportionale Kursgewinne einfahren. Wegen der guten Nachfrage weltweit legen die großen deutschen Autobauer weiter Sonderschichten ein. Das ergab eine Umfrage der "Bild"-Zeitung (Samstag).

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
63.08
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
92.21
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
176.10
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Lufthansa: Anleger hoffen auf Tarifeinigung

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.41
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Für Lufthansa-Titel geht es nach den deutlichen Gewinnen am Freitag erneut nach oben, die Aktie schloss an zweiter Stelle im Dax. Im Tarifstreit mit den Piloten soll nun ein externer Moderator helfen, den Konflikt zwischen der Fluggesellschaft und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu lösen.

Conti: Anleger ignorieren Kartellamt

Das Bundeskartellamt nimmt die Übernahme des US-Kautschuk- und Kunststoffspezialisten Veyance durch Conti unter die Lupe. Das Kartellamt leitet eine vertiefte Prüfung der Pläne ein und untersucht die Auswirkungen der Transaktion auf die betroffenen Märkte. Conti will Veyance für rund 1,4 Milliarden Euro vom US-Finanzinvestor Carlyle übernehmen. Trotzdem war die Aktie gefragt.

Alstom: Siemens soll 7 Milliarden bieten

Das Siemens -Bargebot für die Alstom-Energiesparte dürfte Insidern zufolge niedriger ausfallen als von den Franzosen erhofft. Demnach planen die Münchner, weniger als sieben Milliarden Euro und die Mehrheit an ihrem Zuggeschäft anzubieten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Siemens bereite womöglich schon für Mittwoch ein sehr ausgefeiltes Angebot vor, das auch einige Bereiche der bestehenden Alstom-Energietechnik ausschließe. Im Umfeld der Franzosen wurde klargemacht, dass Alstom sich angesichts des gut zwölf Milliarden Euro schweren GE -Angebots nicht unter Wert verkaufen wolle.

Deutsche Post plant Führungsrolle

Etwas stärker als der Markt legte auch die Aktie der Deutschen Post zu. Der gelbe Riese will künftig auch im Ausland am boomenden Online-Handel kräftig mitverdienen. "Wir wollen in der E-Commerce bezogenen Logistik in der Tat weltweit führend sein", sagte Post-Chef Frank Appel zu "Euro am Sonntag". "Wir wissen, dass wir dafür einen langen Atem brauchen, aber den haben wir."

Erfolg für Qiagen

Im TecDax machte Qiagen bereits am späten Freitagabend mit einer positiven Nachricht auf sich aufmerksam. Das Biotechnologie-Unternehmen hat für einen Gentest grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA bekommen. Mit diesem Begleittest sollen die Patienten ermittelt werden, bei denen das Krebsmittel Vectibix des US-Biotechkonzerns Amgen wirkt. Experten sehen die so genannte personalisierte Medizin als einen der größten Wachstumsmärkte der Branche.

Gesco senkt Dividende

Kurz vor Börsenschluss teilte die im SDax gelistete Beteiligungsgesellschaft Gesco mit, dass sie ihre Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14 um 30 Cent auf 2,20 Euro je Aktie senkt. Die auf Maschinen- und Fahrzeugbau spezialisierte Beteiligungsfirma ließ ferner wissen, dass sie einen Jahresumsatz von 453,3 Millionen Euro erzielte. Im Jahr zuvor waren es nur 440,4 Millionen Euro. Der Gewinn sank wegen hoher Kosten bei Unternehmenskäufen und technischer Probleme bei zwei Projekten auf 18 Millionen Euro von 20,9 Millionen Euro im Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr will Gesco Umsatz und Ergebnis steigern

Air Berlin vor der Aufspaltung?

Im SDax stand einmal mehr die Air-Berlin-Aktie im Mittelpunkt der Gerüchteküche. Laut "Focus" gibt es innerhalb des Managements offenbar Pläne, den Konzern in zwei Teile aufzuspalten. Dabei solle eine Sparte für touristische Ziele und eine für klassische Linienflüge entstehen. Das Unternehmen selbst wollte keinerlei Spekulationen kommentieren. Die Aktie stieg dennoch um fast vier Prozent.

Pfizer bläst Astrazeneca-Übernahme ab

Pfizer gibt sich im Übernahmepoker um den Rivalen Astrazeneca vorerst geschlagen. Der Viagra-Hersteller teilte mit, dass man nach der Absage der Briten an die jüngste Offerte keine weiteren Schritte unternehmen werde. Pfizer muss nach britischem Recht nun mindestens sechs Monate lang warten. Allerdings hatte die "Financial Times" unlängst berichtet, dass unter anderem der Vermögensverwalter Blackrock als größter Investor bei Astrazeneca eine Rückkehr an den Verhandlungstisch forciert. Es könnte bald also wieder losgehen.

Weniger Gewinn bei Vienna Insurance

Der österreichische Versicherer Vienna Insurance hat im ersten Quartal weniger Gewinn gemacht. Vor Steuern sei das Ergebnis um 4,7 Prozent auf 152 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Bereinigt um Sonderfaktoren ergebe sich ein Zuwachs von 2,8 Prozent. Die Prämieneinnahmen seien um ein Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen.

Übernahmespekulationen treiben Accor

Im Pariser CAC 40 standen die Papiere der Hotelkette Accor weit oben. Sie profitierten von Übernahmespekulationen im Hotelsektor. Der Nachrichtensender Sky hatte am Sonntag mit Verweis auf Insider berichtet, dass die weltgrößte Hotelgruppe InterContinental Hotels ein Übernahmeangebot aus den USA über zehn Milliarden Dollar abgelehnt habe. Es sei angeblich als "zu niedrig" zurückgewiesen worden, hieß es.

ts

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Was die Kurse treibt

Anlagestrategie

US-Leitzins vs Dax 1999-2014

Historisch beispiellose Geldflut

Darüber sind sich alle Börsenkenner einig: Die Hausse am Aktienmarkt ist vor allem der Geldpolitik der großen Notenbanken zu verdanken. Insbesondere die amerikanische Fed und die europäische EZB öffneten seit Ende 2007 die Schleusen, um die Folgen der schweren Banken- und Staatsschuldenkrise zu mildern. Die Flut billigen Geldes treibt die Anleger in den Aktienmarkt. Und zwar in historischer Dimension: Noch nie zuvor war die Geldpolitik der großen Zentralbanken auch nur annähernd so expansiv wie heute.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf obige Grafik. Selbst nachdem die Fed den Leitzins Mitte 1999 von 5,0 (!) Prozent (bis auf 6,5 Prozent im Jahr 2000) zu erhöhen begann, stieg der Dax noch mehrere Monate weiter. Das zeigt: Selbst wenn Fed und EZB ab dem nächsten Frühjahr ihre Leitzinsen erhöhen würden, wäre 1. das Zinsniveau immer noch historisch niedrig und 2. ließe sich daraus keine unmittelbare Gefahr für die Aktienmärkte ableiten. Denn wohin sollte das Kapital aus den Aktienmärkten fließen? Schließlich bringen die rekordniedrigen Zinsen einen akuten Anlagenotstand mit sich. Wer auch nur eine einigermaßen akzeptable Rendite erwirtschaften will, für den ist der Aktienmarkt gleichsam alternativlos.

Wohlgemerkt ist die amerikanische Notenbank derzeit lediglich dabei, ihr exzessives Anleihekaufprogramm ("QE 3") zurückzufahren, während die EZB nach ihrer massiven weiteren Lockerung am 5. Juni ankündigte, dass ihre Zinssätze noch "für eine längere Zeit auf den aktuellen Niveaus bleiben" werden.
Mehr zum Thema: Zinsentscheid wirbelt Märkte durcheinander

Der große Bruder macht's vor: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 10 Jahre

Der große Bruder macht's vor

Dax-Kursindex noch weit unter Rekordstand: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Dax-Kursindex noch weit unter Rekordstand

Stand: 26.05.2014, 20:00 Uhr

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Ryanair - Auf dem Weg zum Klassenprimus?

Tagestermine am Dienstag, 29. Juli

Unternehmen:
UBS: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Deutsche Bank: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Linde: Q2-Zahlen 7:30 Uhr
Aixtron: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Renault: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Orange: Halbjahreszahlen Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Puma: Q2-Zahlen, 8:00 Uhr
Pfizer: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Merck & Co: Q2-Zahlen 13:00 Uhr
UPS: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
Twitter: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Amex: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Qiagen Bank: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Mediaset: Halbjahreszahlen
Honda: Q2-Zahlen
Amgen: Q2-Zahlen Uhr
New York Times: Q2-Zahlen

Konjunktur:
USA: Case-Shiller-Index 05/14, 15 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 07/14, 15 Uhr

Darstellung: