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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht negativ Pfeil abwärts

Verpatzter Wochenstart

Anleger senken die Drehzahl

Der Dax büßte einige Punkte ein, hielt sich aber noch über 10.000 Punkten. Nach den jüngsten Rekorden nehmen die Anleger zwar eine Kaufpause, doch insgesamt bleiben die Voraussetzungen für weitere Kursaufschläge intakt.

Von einer Jahresendrally darf trotz der Gewinne seit Mitte November noch geträumt werden: Nach Ansicht von LBBW-Fachmann Berndt Fernow bleibe das Umfeld für Aktien aufgrund weit geöffneter Geldschleusen und unzureichender Anlagealternativen bis zum Jahresende voraussichtlich positiv.

Das weiter abgefallene Renditeniveau am Kapitalmarkt zwinge institutionelle Investoren laut Fernow regelrecht dazu, sich für das kommende Jahr rechtzeitig in Aktien zu positionieren. "Ein nochmaliger kräftiger Einbruch vor dem Jahreswechsel erscheint daher wenig wahrscheinlich", meint der Experte.

Europaweit rückwärts

Heute drückten allerdings schwache Konjunkturdaten aus Japan und Deutschland etwas auf die Stimmung. Daten aus der deutschen Industrie fielen schwächer als erwartet aus, Japan sendete Rezessionssignale. Der Dax büßte bei unterdurchschnittlichen Umsätzen 0,7 Prozent auf 10.014,99 Punkte ein. Der Late-Dax sank um 0,9 Prozent auf 9.974,63 Punkte. Nachdem der Dow Jones zunächst entlang seines Vortagesniveaus gependelt war, verlor er gegen Abend mehr als ein halbes Prozent.

Für den EuroStoxx 50 ging es zum Wochenauftakt um 0,9 Prozent auf 3.247,99 Punkte abwärts. Vor dem Wochenende hatten überraschend starke Zahlen vom US-Arbeitsmarkt dem europäischen Aktienbarometer noch auf den höchsten Schlusskurs seit fünf Monaten geholfen. In Paris fiel der Cac 40 um ein Prozent, der Londoner Leitindex FTSE 100 verlor 1,1 Prozent.

Euro und Öl in Bewegung

Ziemlich heftig erwischte es zeitweise den Euro, der bis auf ein neues 2-1/2-Jahres-Tief bei 1,2247 Dollar abrutschte. Österreichs Zentralbankchefs Ewald Nowotny hatte erklärt, massive Staatsanleihekäufe durch die EZB könnten ein probates Mittel im Kampf gegen die drohende Deflation sein. Außerdem wies der Notenbanker auf die "massive Abschwächung" der Euro-Zonen-Wirtschaft hin. Allerdings erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder von ihren Verlusten.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
61.86
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Auch der Ölpreis geriet unter Druck. Der Preis für in Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Januar rutschte am Vormittag auf 65,93 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009. Offenbar haben spekulativ ausgerichtete Investoren zuletzt wieder auf steigende Kurse gewettet, sagten Händler. Nach wie vor sorgten sich die Märkte über ein zu hohes Angebot auf dem Weltmarkt, sagten Händler.

Ratingagenturen sehen Banken kritisch

Standard & Poor's (S&P) und Moody's sagen europäischen Großbanken ein weiteres schwieriges Jahr voraus. Bei ihnen komme zur schwindenden staatlichen Unterstützung infolge der neuen EU-Bankenabwicklungsregeln noch eine schwache Konjunktur hinzu, die die Gewinne begrenze. "Der europäische Bankensektor bleibt strukturell anfällig", erklärte Moody's-Analystin Carola Schuler. S&P sieht im sich abzeichnenden Trennbankensystem in Europa einen weiteren Unsicherheitsfaktor.

Eon und RWE auf den Verkaufszetteln

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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14.38
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Unter den Einzeltiteln im Dax sorgten heute vor allem Analysten für Kursbewegungen. Die Eon-Aktie sank um fast zwei Prozent. Die Privatbank Berenberg sieht in den geplanten radikalen Veränderungen weniger Gründe für Optimismus als andere. Sie hat den Titel von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 14,50 auf 13,40 Euro gesenkt. RWE büßten noch stärker ein.

Luftfahrt-Titel im Abwärts-Sog

Die Lufthansa-Aktie litt ebenfalls unter einer negativen Analystenstimme. Auch Papiere von Air France, Easyjet und der British-Airways-Mutter IAG verzeichnen überproportionale Verluste. Die Bank of America/Merrill Lynch hat vor einem überzogenen Optimismus in der Luftfahrtbranche gewarnt. Sie rechnet im nächsten Sommer mit Gewinnwarnungen.

Lufthansa-Titel litten ferner unter Spekulationen über eine Kapitalerhöhung. Der "Spiegel" hatte berichtet, dass sich der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft gegen eine vom Vorstand geplante Wandelanleihe mit einem Volumen von gut einer halben Milliarde Euro ausgesprochen habe. Die frischen Mittel hätten in die Finanzierung von Flugzeugkäufen fließen sollen, hieß es. Stattdessen, so die Spekulationen, könnte die Lufthansa neue Aktien verkaufen, um sich frisches Geld zu besorgen.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.57
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0.04
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Goldman Sachs pessimistisch für K+S

Die K+S-Aktie war heute nicht gefragt. Goldman Sachs hat die Titel aus Bewertungsgründen von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 24 auf 23 Euro gesenkt. Die Aktie des Salz- und Düngemittelherstellers werde mit einem Aufschlag zum Sektor gehandelt, hieß es zur Begründung.

Equinet stuft Bayer ab

Auch die Bayer-Aktie gab wegen eines einem negativen Analystenkommentars nach. Equinet hat den Titel von "Hold" auf "Reduce" abgestuft, das Kursziel aber von 96 auf 111 Euro angehoben. Nach der guten Kursentwicklung der vergangenen Monate sei ein Rückschlag möglich, so die Analystin.

VW: Neue Ideen für den US-Markt

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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186.45
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1.20
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Volkswagen will mit sportlichen Geländewagen (SUV) verlorenes Terrain in den USA zurückgewinnen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Volkswagen fährt dort bislang weit hinter der Konkurrenz her, weil sich der für den US-Geschmack entwickelte Passat nicht mehr so gut verkauft. In den ersten elf Monaten schrumpfte der US-Absatz um elf Prozent auf 333.000 Fahrzeuge.

Merck-Aktie legt zu

Gegen den Markttrend stemmte sich die Aktie von Merck KGaA. Die Darmstädter haben einen wichtigen Etappensieg bei der geplanten Milliarden-Fusion mit Sigma Aldrich verbucht. Die Aktionäre des US-Konzerns haben dem geplanten Zusammenschluss auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung zu rund 78 Prozent zugestimmt.

Merck sammelt deshalb bei Anleihe-Investoren 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital für die geplante Übernahme ein. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern begab eine ultralanglaufende Euro-Hybrid-Anleihe in zwei Tranchen. Die Papiere haben jeweils eine Laufzeit von sechzig Jahren bis 2074, wie Merck mitteilte. Die Anleihe sei deutlich überzeichnet gewesen, vor allem Fonds, Versicherungen und Banken hätten Interesse gezeigt.

US-Merck vor Milliarden-Übernahme

Der US-Namensvetter Merck & Co. will den kleineren Pharmahersteller Cubist Pharmaceuticals übernehmen. Merck werde je Aktie 102 US-Dollar (83,20 Euro) in bar bezahlen, teilte der Pharmariese mit. Im Vergleich zum Schlusskurs von Freitag zahlt Merck damit einen Aufpreis von 37 Prozent. Inklusive der Schulden wird Cubist mit rund 9,5 Milliarden Dollar bewertet.

Aufatmen für Jain

Der Abschlussbericht der Finanzaufsicht BaFin wird den Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, in der Libor-Affäre entlasten, berichtet das "Handelsblatt". Die Behörde sei zum Ergebnis gekommen, dass es keine Belege dafür gebe, dass Vorstände an den Zinsmanipulationen beteiligt waren oder von ihnen wussten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Die BaFin werde daher keine "schwerwiegenden Maßnahmen" ergreifen.

Nachwehen bei Kuka

Im MDax zählte die Kuka-Aktie zu den größten Kursverlierern. Hier wirken noch die negativen Analystenkommentare der Vorwoche nach. Unterdessen informierte die Firma, dass bis zum Ablauf der Nachfrist am Freitag 90,9 Prozent der Swisslog-Aktionäre die Offerte angenommen hätten. Kuka kann die Schweizer Logistikfirma also komplett mittels Squeeze-out übernehmen.

Kuka: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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58.96
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-0.10%

Ein guter Tag für Springer

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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50.09
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Der angekündigte Ausbau des Anteils am Geschäft mit Online-Kleinanzeigen und eine Kaufempfehlung gefielen den Aktionären von Axel Springer. Der MDax-Konzern erhöht seine Beteiligung an der Axel Springer Digital Classifieds von 70 auf 85 Prozent und zahlt dafür 446 Millionen Euro an den Investor General Atlantic. Außerdem behält sich Springer eine Option für den Rest vor.

Analyst Marcus Silbe von der Investmentbank Close Brothers Seydler sieht die Anteilserhöhung wegen der großen Bedeutung des Digitalgeschäfts als Schritt in die richtige Richtung. Er stufte die Papiere auf "Kaufen" hoch und hob das Kursziel um 5 auf 50 Euro an.

Carl Zeiss Meditec wird letzter im TecDax

Im TecDax stand Carl Zeiss Meditec nach Zahlen unter Druck. Der Medizintechnik-Hersteller hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 von 906 auf 909 Millionen Euro leicht gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern betrug 120,7 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Umsatz von 914 Millionen Euro und einem Ebit von 126 Millionen Euro gerechnet.

Morphosys: Ermutigende Testergebnisse

Morphosys: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
78.15
Differenz absolut
1.13
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+1.47%

Dagegen kann Morphosys bei den Anlegern punkten. Das Biotech-Unternehmen meldet Fortschritte bei einem Wirkstoff gegen Blutkrebs. Die Ergebnisse einer Phase-1/2a-Studie zeigen laut Morphosys, dass die beteiligten Hochrisiko-Patienten mit lymphatischer Leukämie zum größten Teil auf den Antikörper MOR208 angesprochen haben.

Epigenomics: Big in China

Jenseits der großen Indizes sorgt Epigenomics für Furore. Die Aktie schnellt um mehr als 20 Prozent empor, nachdem die Biotechfirma gemeinsam mit BioChain, ein in China und den USA führendes Unternehmen der klinischen Diagnostik für onkologische und genetische Tests, bekannt gegeben hat, dass die chinesische Zulassungsbehörde CFDA EpiproColon(R) zur Vermarktung in China zugelassen hat.

Gewinnwarnung bei McDonald's

McDonald's schwächelt stärker als erwartet: Der amerikanische Fastfood-Riese hat die Börse mit einer Gewinnwarnung für das vierte Quartal erschreckt. Im November brachen die Verkäufe im Heimatmarkt um überraschend deutliche 4,6 Prozent zum Vorjahr ein, wie das Unternehmen mitteilte. Weltweit betrug der Rückgang 2,2 Prozent. Die Aktie fiel vorbörslich um knapp drei Prozent.

Überraschungscoup von Saint Gobain

Der französische Baustoffkonzern Saint Gobain greift nach dem Schweizer Bau-Chemiekonzern Sika. Saint Gobain will der Familie Burkard für 2,75 Milliarden Franken deren Sika-Paket von 16,1 Prozent abkaufen. Saint Gobain würde angesichts der Kapitalstruktur von Sika damit gleichzeitig die Stimmrechtsmehrheit von 52,4 Prozent erwerben. Bei den Sika-Aktionären sorgt der Überraschungscoup für Entsetzen, die Aktie bricht ein.

BP scheitert vor Gericht

Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat eine Berufungsklage des Ölkonzerns BP gegen eine Schadenersatzvereinbarung zur Ölkatastrophe im April 2010 im Golf von Mexiko abgewiesen. BP hatte das Gericht aufgefordert zu prüfen, ob unter den Antragstellern auf Schadenersatz auch Personen oder Unternehmen sind, die von der Ölkatastrophe gar nicht betroffen waren.

BP war davon ausgegangen, dass die Forderungen mit einer Gesamtsumme von 7,8 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) beglichen sein könnten. Mittlerweile sieht sich BP jedoch außerstande, noch eine verlässliche Schätzung darüber abzugeben, wie viel Geld die Vereinbarung letztlich kosten wird.

ts

Stand: 08.12.2014, 20:00 Uhr

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