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Marktbericht 20:00 Uhr

Dax erobert 11.400er-Marke zurück

Anleger lassen sich nicht beunruhigen

Stand: 03.08.2015, 20:00 Uhr

Der Dax schloss zum Monatsstart mit soliden Aufschlägen. Weder die Lage in China noch der Einbruch der Athener Börse störte die Kauflaune. In den USA waren die Anleger nicht so froh gestimmt.

Der Dax schloss mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 11.443,72 Punkten. Den höchsten Stand des Tages erreichte der Leitindex bei 11.460,40 Zählern. Der L-Dax gab um 0,8 Prozent auf 11.396,46 Punkte nach. Marktteilnehmer gaben unter anderem den niedrigen Ölpreis und den vor allem in der ersten Handelshälfte schwachen Euro als Grund für die freundliche Stimmung an. Beides sind Faktoren, die der Wirtschaft in der Eurozone grundsätzlich nützen können.

London tanzt aus der europäischen Reihe

Aktuelle Stimmungsdaten aus der Eurozone wurden ebenfalls positiv gedeutet. Die Stimmung in den Industrieunternehmen hat sich im Juli weniger eingetrübt als erwartet. Der Index sank im Juli um 0,1 Punkte auf 52,4. Zähler. Im Vormonat Juni war das Stimmungsbarometer noch auf den höchsten Stand seit April 2014 gestiegen. Der Dow Jones lag am Abend rund ein Prozent im Minus.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der EuroStoxx 50 stieg am Montag um ein Prozent auf 3.635,40 Punkte. In Paris kletterte der CAC 40 um 0,8 Prozent auf 5.120,52 Punkte nach oben. Der britische FTSE 100-Index fiel hingegen um 0,1 Prozent auf 6.688,62 Punkte. Er litt unter der Schwäche von Bergbauwerten, denen der fortgesetzte Rohstoffpreisverfall zu schaffen machte.

China und Griechenland - alles halb so schlimm?

Von negativen Nachrichten aus China ließen sich die Anleger dagegen nicht aus der Ruhe bringen. "Sicherlich verunsichert die ungewohnt wenig dynamische Verfassung der chinesischen Konjunktur die allgemeine Aktienstimmung. Stützend wirkt jedoch, dass Peking vor keiner noch so planwirtschaftlichen Maßnahme zurückschreckt, um die Stabilität seiner Finanzmärkte zu gewährleisten", schrieb Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank bereits in seinem Wochenausblick.

Eine Frau öffnet eine Tür zur Börse in Athen

Athener Börse. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Börse in Athen knickte nach fünf Wochen Handelspause auf den tiefsten Stand seit drei Jahren ein. Auch das sorgte nicht für Unruhe, denn alle Welt hatte mit einem Einbruch gerechnet - wenn auch vielleicht nicht mit einer solchen Heftigkeit. "Wegen des vorangegangenen Gerangels zwischen Griechenland und seinen Geldgebern war aber Schlimmeres befürchtet worden", sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner.

Brent-Öl unter 50 Dollar

Die US-Industrie hat ihr Wachstumstempo im Juli überraschend verlangsamt. Der Einkaufsmanager-Index fiel um 0,8 Zähler auf 52,7 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten erwartet, dass das Barometer auf dem Vormonatswert von 53,5 stagnieren würde. Die eingetrübte Stimmung lege nahe, dass der exportorientierte Industriesektor an den Folgen des starken Dollars leide, schreiben Analysten des Londoner Forschungsunternehmens Capital Economics.

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Börse 19.00 Uhr

Auch die US-Konsumenten blieben zurückhaltend und steigerten ihren Verbrauch im Juni nur um erwartungsgemäße 0,2 Prozent. Das ist der schwächste Wert binnen vier Monaten. Noch im Mai lag das Plus bei mit 0,7 Prozent. Insbesondere Autos und andere langlebige Güter waren im Juni nicht mehr so gefragt wie im Vormonat. Allerdings legten die persönlichen Einkommen um 0,4 Prozent zu und damit einen Tick stärker als von Experten erwartet.

Die schwachen Daten aus China und den USA hatten Auswirkungen auf den Ölpreis. Am späten Montagnachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 49,90 US-Dollar. Das waren 2,31 Dollar weniger als am Freitag. Damit sank der Brent-Preis erstmals seit Ende Januar unter die Marke von 50 Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,28 auf 45,83 Dollar.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz New York Mercantile Exchange für den Zeitraum 1 Woche
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Woche
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Commerzbank überzeugt Investoren

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Commerzbank hat im zweiten Quartal einen Gewinn von 280 Millionen Euro ausgewiesen und diese Ergebnisgröße im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Analysten hatten im Schnitt mit 245 Millionen gerechnet. "Das deutlich gestiegene operative Ergebnis ist ein klarer Beweis für den erfolgreichen Turnaround der Commerzbank", erklärte Vorstandschef Martin Blessing.

Will BASF Syngenta kaufen?

Der Chemiekonzern BASF bereitet Insidern zufolge ein mögliches Gegengebot für den von Monsanto umworbenen schweizerischen Agrarchemieriesen Syngenta vor. BASF habe sich bei großen Banken ein Finanzierungspaket gesichert, das für einen Kauf von Syngenta ausreiche, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

BMW mit US-Sorgen...

Die einstigen Aushängeschilder von BMW werden in den USA zum Ladenhüter: Schwächelnde Verkäufe bei den Limousinen der 3er-, 4er und 5er-Reihen haben den US-Konzernabsatz im Juli um leicht sinken lassen. Insgesamt fielen die Verkäufe im Jahresvergleich um 0,2 Prozent auf 32 161 Autos. Bei den SUV-Geländewagen legte der Absatz zwar kräftig zu, die Schwäche zahlreicher anderer Modelle konnte das aber nicht ausgleichen.

...auch Daimler hat ein Minus

Sinkende Verkäufe bei der Kleinwagen-Tochter Smart haben Daimler in den USA im Juli ein Absatzminus eingebrockt. Die Verkäufe schrumpften im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 30.130 Autos. Bei der Marke Mercedes-Benz konnte die C-Klasse mit einem Verkaufsplus von 12 Prozent die Schwächen bei anderen Modellen zwar fast größtenteils ausgleichen. Doch der Absatz des meistverkauften Modells kletterte bei weitem nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. SUVs liefen dagegen glänzend.

Drillisch beliebtester Tech-Wert

Mit einem Aufschlag von mehr als neun Prozent stand führte Drillisch den TecDax an. Goldman Sachs hatte die Aktie nach der jüngst unterdurchschnittlichen Wertentwicklung von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft, und das Kursziel auf 46 Euro belassen. Es ergebe sich nun eine attraktive Einstiegsgelegenheit, schrieb Analyst Tim Boddy. Mit der Zeit dürfte der Mobilfunkkonzern zu den größten Nutznießern der Konsolidierung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und der Netzwerkverbesserung bei Telefonica Deutschland (O2/E-Plus) zählen.

Autobauer schlagen bei Nokia zu

Der Telekommunikationskonzern Nokia verkauft seinen Kartendienst Here für 2,8 Milliarden Euro an die deutschen Autokonzerne BMW, Daimler und die VW-Tochter Audi. Der Kaufpreis liegt inklusive der Übernahme von Schulden bei 2,8 Milliarden Euro. Die drei Partner übernehmen Here jeweils zu gleichen Teilen, keiner von ihnen strebt laut einer Mitteilung eine Mehrheit an.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Allianz & Co kaufen Tank & Rast

Die meisten Tankstellen, Raststätten und Hotels an den deutschen Autobahnen gehören künftig einem Konsortium um die Allianz. Der Münchener Versicherungsriese und seine drei Co-Investoren haben den Zuschlag für die Tank & Rast AG bekommen. Der Verkauf an Allianz Capital Partners, die Münchener-Rück -Tochter MEAG, den Staatsfonds von Abu Dhabi, ADIA, und Borealis wurde heute offiziell bestätigt. Insidern zufolge soll der Preis 3,5 Milliarden Euro betragen.

Porsche leidet unter VW-Kursrückgang

Die Beteiligungsgesellschaft Porsche Automobil Holding SE hat im ersten Halbjahr einen leichten Gewinnrückgang von 1,74 auf 1,65 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Belastend wirkte sich der Kursrückgang der VW-Stammaktien aus, an der Porsche die Mehrheit hält.

Porsche SE: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
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Wacker Chemie wächst

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat im zweiten Quartal seinen Umsatz um zehn Prozent auf 1,37 Milliarden Euro gesteigert. Der Gewinn kletterte sogar um 29 Prozent auf 108 Millionen Euro. Wacker profitierte dabei auch von einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen im Solarsiliziumgeschäft. Außerdem bestätigte das MDax-Mitglied seine Prognose für das Gesamtjahr.

Fuchs Petrolub kauft zu

Fuchs Petrolub hat am Wochenende den Kauf der Sparte Statoil Fuel & Retail Lubricants von der kanadischen Alimentation Couche-Tard bekanntgegeben. Über den Preis war Stillschweigen vereinbart worden. "Wir denken, die Übernahme könnte strategisch Sinn machen", sagte Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe, der die Aktien mit "sell" bewertet. DZ-Bank-Analyst Heinz Müller bekräftigte dagegen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 44 Euro. Durch die Übernahme könne Fuchs Petrolub sein Produktportfolio ergänzen.

Osram auf Rekordhoch

Die Aktie von Osram erreichte bei mehr als 54 Euro im MDax ein Rekordhoch. Am Morgen hatte Analyst Peter Reilly von Jefferies seine Kaufempfehlung für die Aktien bekräftigt. Er traut dem Papier bei einem Kursziel von 65 Euro auf Jahressicht noch mehr als 21 Prozent Kurspotenzial zu. Auch Analyst Sebastian Growe von der Commerzbank bleibt auf "Buy" mit einem Kursziel von 60 Euro.

Investoren feiern Capital Stage

Die Aktien des Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage sind auf den höchsten Stand seit knapp vierzehn Jahren gestiegen. Die Papiere kletterten um rund zehn Prozent auf 8,17 Euro. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht von "Euro am Sonntag", der jüngste Anteilsaufstockungen der Großaktionäre hervorhob. "Das zieht andere Anleger an, sie folgen wie die Lemminge", sagte der Händler. Mitte Juli hatte die Liedtke Vermögensverwaltung, die auch im Aufsichtsrat vertreten ist, Aktienkäufe bekanntgemacht. Liedtke hält nach Reuters-Daten mittlerweile etwas über zehn Prozent an der Firma.

Hypoport schreitet voran

Der Finanzdienstleister Hypoport hat im ersten Halbjahr seinen Umsatz um 27 Prozent auf 67,5 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte von 4,3 auf 9,1 Millionen Euro verdoppelt werden.

Heineken-Zahlen gefallen den Investoren

Die in Amsterdam gelisteten Heineken-Papiere stiegen um bis zu 5,2 Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch von 75,44 Euro. Die Zahlen für das erste Quartal seien solide gewesen und hätten über den Erwartungen gelegen, stellten die Analysten der Credit Suisse fest. Vor allem in Mittel- und Osteuropa seien die Geschäfte besser als erwartet gelaufen und hätten die Schwächen im Afrika-Absatz mehr als ausgeglichen. Die Aktien der Konkurrenten SAB Miller und des Branchenführers Anheuser-Busch legten zwei und 1,5 Prozent zu.

HSBC verkauft Teilbereich

Die größte europäische Bank HSBC hat im ersten Halbjahr einen einprozentigen Gewinnrückgang auf 9,6 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Grund war neue Rückstellungen für Rechtsrisiken. Im operativen Geschäft ging es dagegen aufwärts. Der Vorsteuergewinn legte um zehn Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar zu. Außerdem verkauft die Bank ihr Brasilien-Geschäft für 5,2 Milliarden Dollar.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 4. August

Unternehmen:
Oerlikon: Q2-Zahlen, 06:45 Uhr
Fuchs Petrolub: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Evonik: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Credit Agricole: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Pfeiffer Vacuum: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Hugo Boss: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Axel Springer: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
BMW: Q2-Zahlen, 7:30
Wacker Neuson: Q2-Zahlen, 7:45 Uhr
Standard Life: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Toyota: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Conti: Q2-Zahlen, 8:30 Uhr
Sprint: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
Walt Disney: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
Eckert & Ziegler: Q2-Zahlen
Axa: Halbjahreszahlen Uhr
Mediobanca: Jahreszahlen
Moleskine: Halbjahreszahlen
First Solar: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Spanien: Arbeitslosenzahlen 06/15, 9 Uhr
EU: Erzeugerpreise 06/15, 11 Uhr
USA: Auftragseingang Industrie 06/15, 16 Uhr

Sonstiges:
D: Fortsetzung im Prozess gegen Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, und weitere Ex-Manager wegen versuchten Betrugs im Kirch-Verfahren, 9:30 Uhr

Darstellung: