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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Nach Hexensabbat und vor dem Wochenende

Anleger halten erst mal inne

Bis auf 9.231 Punkte ist der Dax zu Beginn der Woche gefallen. Von diesem Tief hat sich der Leitindex deutlich erholt. Die am Donnerstag euphorisch gefeierte Weihnachtsrally ist am Freitag aber wieder ins Stocken geraten.

Der Dax hat am Freitag eine wahre Achterbahnfahrt hingelegt, die ihn zwischen 9.901 und 9.688 Punkten hin und her schwanken ließ. Am Ende ist der mit einem leichten Minus von 0,25 Prozent oder 24 Punkten aus dem Handel gegangen, bei 9.787 Punkten. Damit hat er in dieser Woche um 2,0 Prozent zugelegt.

Das Hoch am Morgen über die Schwelle von 9.900 Punkten ist dem aufgehellten Konsumklima in Deutschland zu verdanken. Der vom Forschungsunternehmen GfK für Januar erhobene Index stieg um 0,3 Punkte auf 9,0 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2006. Bankvolkswirte hatten nur mit 8,8 Punkten gerechnet. "Die fallenden Ölpreise und die damit rückläufige Inflation sowie die stabile Lage am Arbeitsmarkt stärken die Kaufkraft der Konsumenten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Attraktive Einstiegsmöglichkeiten

Trotzdem muss der Leitindex im weiteren Verlauf seine Gewinne wieder abgeben und fällt bis auf ein Tagestief von 9.688 Zählern, bevor er am Nachmittag wieder kurz ins Plus dreht und es über die Schwelle von 9.800 Punkten schafft. Doch dann verlässt die Anleger wieder der Mut und der Dax rutscht erneut ins Minus. "Übergeordnet ist der Aufwärtstrend aber nach wie vor intakt. Für nicht wenige Markteilnehmer dürften Rücksetzer wie der momentan zu beobachtende attraktive Einstiegsmöglichkeiten darstellen", meinen die Marktexperten von IG Markets.

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Börse 20.15 Uhr

Hauptgrund für die heftigen Schwankungen ist der "dreifache Hexensabbat", an dem an der Terminbörse Eurex Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig werden. Erfahrungsgemäß sind an solchen Handelstagen die Chancen auf eine überdurchschnittliche Volatilität besonders hoch. Profi-Anleger versuchen die Kurse daher in eine für sie angenehme Richtung zu schieben.

Generell bleibe die Lage an den Märkten aber schwankungsanfällig, wie Experte Daniel Saurenz von Feingold Research meinte. So lasse das Billiggeld der Notenbanken vielen Anlegern mangels Alternativen keine andere Wahl, als ihr Geld am Aktienmarkt anzulegen. Wirklich überzeugt von der Anlage scheinen sie aber nicht zu sein.

Nike enttäuscht

Auch die Wall Street kann den deutschen Aktienmarkt am Freitag nicht stärken. Zwar eröffnet der Leitindex Dow Jones mit leichten Kursgewinnen, doch im weiteren Verlauf tritt die New Yorker Börse auf der Stelle. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow unverändert bei 17.782 Punkten. Als größter Verlustbringer erweist sich die Aktie von Nike. Der Sportartikelhersteller hat im Ende November abgelaufenen Geschäftsjahr zwar Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, doch stellten die Aufträge zur späteren Auslieferung die Analysten nicht zufrieden. Die Bestellungen hatten unter einer geringeren Dynamik in Europa und den Schwellenländern gelitten.

Euro wieder schwächer

Der Euro hat sich am Freitag weiter abgeschwächt und kostet bei Börsenschluss am Abend 1,2227 Dollar, rund ein halber Cent weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2279 (Donnerstag: 1,2285) Dollar festgelegt. Damit bleibt der Dollar im Aufwind: Seit Wochenmitte hat er zu vielen Währungen spürbar zugelegt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.2231
Differenz absolut
-0.01
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-0.46%

Lufthansa: Droht wieder ein Arbeitskampf?

Bei den Einzelwerten im Dax ist die Lufthansa-Aktie der schwächste Wert. Die Zeichen bei der Airline stehen nämlich wieder auf Arbeitskampf. Das Unternehmen lehnt den Vorschlag der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ab, alle strittigen Themen in einer Gesamtschlichtung zu klären. Das sagte ein Konzernsprecher und bestätigte damit einen Bericht des Senders hr-iNFO. Die Lufthansa hatte eine Schlichtung zum Tarifstreit um die Übergangsversorgung der Piloten vorgeschlagen.

BASF macht Schluss mit Gazprom-Plänen

Auch die BASF-Aktien müssen kräftig abgeben. Der weltgrößte Chemiekonzern und der russische Energieriese Gazprom haben ein milliardenschweres Tauschgeschäft abgeblasen.

RWE: Scheitert der Dea-Verkauf?

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.25
Differenz absolut
-0.71
Differenz relativ
-2.63%

Die RWE-Aktien leiden ebenfalls unter dem abgeblasenen Geschäft zwischen BASF und Gazprom. befürchten Anleger auch das Scheitern des von RWE geplanten Verkaufs der Öl- und Gasfördertochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman, für 5,1 Milliarden Euro.

Commerzbank bald ohne "Bad Bank"?

Die Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter der Commerzbank ist womöglich schon 2016 endgültig Geschichte. Dann könnte die konzerneigene "Bad Bank", in der die frühere Eurohypo zusammen mit maroden Schiffskrediten lagert, eingeklappt werden, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die rund 600 Mitarbeiter sollen Abfindungsangebote erhalten.

VW will eisern sparen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
185.25
Differenz absolut
0.70
Differenz relativ
+0.38%

VW-Vorzugsaktien entwickeln sich besser als der Markt. Der Autobauer kommt bei seinem milliardenschweren Sparkurs offenbar voran, berichtet die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Es seien inzwischen Projekte im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro beschlossen worden, hieß es von Insidern des Konzerns.

Rückschlag für Roche und Morphosys

Im TecDax sind die Papiere von Morphosys mit über zehn Prozent die mit Abstand größten Verlierer. Grund ist die Nachricht, dass der Schweizer Pharmakonzern Roche die Entwicklung des Medikaments Gantenerumab zur Behandlung von Alzheimer im Frühstadium abgebrochen. Morphosys hatte den Wirkstoffkandidaten ursprünglich mal entwickelt.

Rocket Internet stockt auf

Die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet hat eine weitere Finanzierungsrunde bei der Beteiligung Home24 durchgeführt. Home24 ist ein Möbelversender. Durch das frische Kapital steigt der Portfolio-Wert von Home24 nach Angaben von Rocket Internet von 247 auf 406 Millionen Euro.

CropEnergies hat Probleme

Der Bioethanolhersteller CropEnergies hat seinen Umsatz in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2014/15 um knapp zehn Prozent auf 626 Millionen Euro verbessert. Wegen des Einbruchs der Bioethanolpreise fiel das operative Ergebnis aber von 38 auf minus 6 Millionen Euro. Die Südzucker-Tochter bestätigte die Gesamtjahresprognose.

Blackberry mit schwarzer Null

Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry kommt mit seiner Sanierung voran. Im abgelaufenen Quartal dämmte der kanadische Konzern nach Angaben vom Freitag seinen Nettoverlust auf 148 Millionen US-Dollar ein. Vor Jahresfrist hatte noch ein Minus von 4,4 Milliarden Dollar in den Büchern gestanden. Auf bereinigter Basis schreibt Blackberry sogar wieder schwarze Zahlen. Vor Sonderposten fiel in dem Vierteljahr ein Gewinn von einem Cent je Aktie an.

Club Med: Chinesen bieten mehr

Das Bieterrennen um den angeschlagenen Reiseveranstalter Club Mediterranee geht in die nächste Runde. Der chinesische Milliardär Guo Guangchang erhöhte kurz vor Ablauf der Frist am Freitag sein Angebot auf 24,60 Euro je Aktie. Damit übertrumpfte er abermals die Offerte des italienischen Geschäftsmanns Andrea Bonomi von zuletzt 24 Euro. Der Erfinder des All-Inclusive-Urlaubs wird nun mit 939 Millionen Euro bewertet.

Air France-KLM warnt erneut

Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat zum dritten Mal in diesem Jahr ihre Gewinnprognose gesenkt. Als Grund wurden Kosten für den wochenlangen Pilotenstreik genannt. Das Unternehmen rechnet nur noch mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreiben (Ebitda) von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Das sind 200 Millionen Euro weniger als zuletzt.

lg

Stand: 19.12.2014, 20:02 Uhr

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