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Marktbericht 20:04 Uhr

Dax und Dow fast unverändert

Anleger halten die Füße still

An den Aktienmärkten herrschte am Mittwoch weitgehend Stillstand. Die Börsen gönnten sich nach dem Höhenflug der letzten Tage eine kleine Pause. Das schwächere Konsumklima in Deutschland trübte die Stimmung. Während sich die Bankentitel weiter erholten, kamen Autoaktien ins Straucheln.

War's das schon mit dem "Draghi-Effekt"? Zwei Tage lang hatte die entschlossene Kampfansage des EZB-Präsidenten Mario Draghi gegen die zu niedrige Inflationen die Börsen beflügelt. "Super-Mario" schürte Spekulationen auf baldige Wertpapier-Käufe durch die Europäische Zentralbank. Doch am Mittwoch war es mit der kleinen Börsenparty schon wieder vorbei.

Rien ne va plus!

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Börse 19.00 Uhr

Der Dax bewegte sich kaum noch vom Fleck und konnte nur am Morgen kurz die 9.600 Punkte-Marke überwinden. Er beendete den Xetra-Handel 0,2 Prozent tiefer bei knapp 9.570 Zählern und dünnem Handelsvolumen. Auch an den anderen europäischen Börsenplätzen hielten sich die Anleger zurück. Der Pariser Cac40 stagnierte auf seinem Vortagesniveau, der EuroStoxx50 gab rund 0,1 Prozent nach.

Ebenfalls eine Verschnaufpause legte die Wall Street ein. Zwei Stunden vor Handelsschluss notierte der Dow nahezu unverändert bei 17.120 Punkten. Der S&P 500 verharrte bei über 2.000 Zählern. Am Dienstag hatte der S&P 500 erstmals diese psychologisch wichtige Marke geknackt.

Ging die Aufholjagd zu schnell?

Der Markt erscheine nun kurzfristig überhitzt, warnten technisch orientierte Experten. In den vergangenen zwei Wochen hat das deutsche Börsenbarometer eine starke Aufholjagd gestartet und gut sechs Prozent zugelegt und die stark beachtete 200-Tage-Linie zurückerobert. Anfang August war der Dax wegen der Furcht vor einer Eskalation der Ukraine-Krise noch unter die Schwelle von 9.000 Punkten gerutscht.

Deutsches Konsumklima kühlt ab

Anleger nutzen schlechte Konjunkturdaten aus Deutschland zu Gewinnmitnahmen. Überraschend trübte sich das von der GfK gemessene Konsum-Klima ein – auf 8,6 Zähler. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. "Die Krise in der Ukraine lässt die Deutschen vorsichtiger werden", meinte Christian Schulz, Ökonom bei der Berenberg Bank.

Ukraine-Krise bleibt der Partyschreck

Für Unsicherheit sorgte die Lage in der Ukraine. Die Nachricht, dass ein großer russischer Militärkonvoi in die Ostukraine eingedrungen sei, machte die Anleger nervös. Zuvor hatten die Präsidenten der Ukraine und Russlands bei einem Treffen in Minsk ihr Interesse an einer friedlichen Lösung versichert.

Wird die EZB noch lockerer?

Die Aussicht auf eine weitere Öffnung der Geldschleusen durch die EZB dürfte aber die Märkte weiter stützen. Ein schnelles Handeln der Notenbank sei unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, hieß es am Mittwoch aus Notenbank-Kreisen. Entscheidend für das Vorgehen von Draghi könnten die Inflationszahlen aus der Euro-Zone sein, die am Freitag veröffentlicht werden. Die nächste Sitzung des EZB-Rats findet am Donnerstag in einer Woche statt. Mehrere Volkswirte glauben an eine weitere Senkung der Leitzinsen.

Euro steigt, Run auf südeuropäische Anleihen hält an

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Spekulationen auf eine quantitative Lockerung der Geldpolitik durch Wertpapierkäufe der EZB trieben die Rally der Euro-Anleihen weiter an. Der Run auf Bundesanleihen sowie spanische und italienische Staatsanleihen setzte sich fort. Indes konnte der Euro seine Talfahrt stoppen. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,3189 Dollar, nachdem sie zuvor noch auf ein Elf-Monats-Tief von 1,3153 Dollar gerutscht war. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach den zuletzt deutlichen Verlusten. Der Euro sei einfach "überkauft", hieß es. Zudem schritt die Schweizer Notenbank ein, um ein Abgleiten des Euro unter die von ihr als Untergrenze festgelegte Marke von 1,20 Franken je Euro zu verhindern. Sie kaufe am Markt in Euro lautende Wertpapiere, meint Marktanalyst Jens Klatt von DailyFX.

Bank-Aktien stützen Dax

Angesichts der möglichen Notenbank-Geldflut zählten erneut die Bank-Aktien zu den Favoriten. Mit einem Kursplus von über zwei Prozent avancierte die Commerzbank zum Spitzenreiter im Dax. Die Titel der Deutschen Bank verteuerten sich um über ein Prozent.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Doch kein Streik bei der Lufthansa?

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Stark gefragt waren auch die Lufthansa-Aktien. Anleger setzten auf eine Einigung im Tarifstreit mit den Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zeigte sich bereit, ab morgen wieder mit der Fluggesellschaft zu verhandeln. Ganz vom Tisch ist ein Streik damit zwar noch nicht, doch die Aussichten auf eine friedliche Beilegung des Konflikts sind wieder gestiegen.

Ermittlungen gegen VW in China

Dagegen kamen die Autowerte ins Straucheln. BMW-Aktien gaben knapp ein Prozent nach, Daimler und VW über 0,5 Prozent. In Chinas Kampf gegen Korruption ist jetzt auch der Wolfsburger Konzern ins Visier geraten. Die oberste Anti-Korruptionsbehörde leitete Ermittlungen gegen einen ehemaligen sowie gegen einen amtierenden Manager des Gemeinschaftsunternehmens von VW und Chinas Staatskonzern FAW ein. Die Kartelluntersuchungen in China und auch Indien drückten derzeit die Stimmung für die Autobranche, meinte ein Händler.

Auftrieb für Stada

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im MDax war Stada zeitweise Spitzenreiter, bevor dann die Kursgewinne etwas abbröckelten. Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff hat das Kursziel des Arzneimittelherstellers von 39 auf 37 Euro gesenkt, empfiehlt die Aktie aber weiter zum Kauf. Seinen Schätzungen zufolge sei die Jahresprognose von Stada sicher, meinte er.

Applaus für CTS-Bilanz

CTS Eventim: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Während der Dax und der MDax stagnierten, legte der SDax um 0,9 Prozent zu. Vor allem dank guter Zahlen von CTS Eventim. Die Papiere waren Gewinner des Tages mit einem Plus von über sechs Prozent. CTS hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres seine Position als führender Ticket- und Konzertveranstalter in Deutschland weiter ausgebaut. Das Ebitda verbesserte sich um gut fünf Prozent auf 64,5 Millionen Euro, der Umsatz kletterte um rund neun Prozent auf 339,5 Millionen Euro.

Chinesen wollen mehr Anteile bei Tom Tailor

Die Papiere von Tom Tailor sausten um über vier Prozent nach oben. Grund: Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun hat in Aussicht gestellt, ihre Beteiligung am Modeunbternehmen von derzeit 23 Prozent weiter aufzustocken. Eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank trieb auch die Zooplus-Aktie um fast drei Prozent nach oben.

Morphosys rückt in den Stoxx 600

Der Aufstieg von Morphosys in den europäischen Aktienindex Stoxx Europe 600 konnte die Aktie nur eine Zeitlang beflügeln. Sie drehten im Tagesverlauf ins Minus. Verlassen müssen den Index aber gleich zwei Deutsche: Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf und der Spezialist für Unternehmenssoftware Software AG. Die Bedeutung deutscher Unternehmen im Stoxx Europe 600 wird also künftig geringer.

Morphosys: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Software AG: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Teure Belgien-Expansion für Halloren

Halloren: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Schokoladenfabrik Halloren hat im ersten Halbjahr auch wegen der Übernahme des belgischen Pralinenherstellers Bouchard den Umsatz um 22 Prozent steigern können auf 50,1 Millionen Euro. Allerdings entstand Halloren dadurch eine eine so hohe Belastung, dass im ersten Halbjahr ein Verlust vor Steuern von 3,35 Millionen Euro entstanden ist. Die Aktie schloss dennoch rund ein Prozent höher.

Chef von BWT will mehr

BWT
BWT: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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BWT-Chef Andreas Weißenbacher will seine Mehrheitsbeteiligung an dem österreichischen Wassertechnik-Unternehmen ausbauen. Dazu bietet er den übrigen Aktionären über seine Beteiligungsfirma Aqua Invest im Zuge einer freiwilligen Übernahmeofferte 17 Euro je BWT-Aktie. Die Aktie legte um rund sechs Prozent zu.

Tiffany's im "Bling-Bling"-Fieber

Tiffany: Kursverlauf am Börsenplatz Stuttgart für den Zeitraum Intraday
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In den USA glänzte am Mittwoch die Aktie von Tiffany's. Sie legt im S&P 500 knapp zwei Prozent zu. Der Edeljuwelier profierte im zweiten Quartal von der stark anziehenden Nachfrage in China und Australien. Der Umsatz mit Diamanten, Brillanten und anderem Edelschmuck kletterte um sieben Prozent auf 993 Millionen Dollar. Der Gewinn erhöhte sich noch stärker um 16 Prozent auf 124 Millionen Dollar. Angesichts der guten Entwicklung hob Tiffany's die Jahresprognose an. Der Gewinn je Aktie soll bei 4,20 bis 4,30 Dollar je Aktie liegen - fünf Cent als bisher vorausgesagt.  

Gerüchte um größeres iPad von Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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Um gut ein Prozent ging es für die Apple-Aktie aufwärts. Der Hightech-Konzern plant laut einem Medienbericht ein deutlich größeres Modell seiner iPad-Tablets. Das Gerät soll einen Bildschirm in Notebook-Größe mit einer Diagonale von 12,9 Zoll bekommen, hieß es bei Bloomberg. Apples Produktionspartner bereiteten einen Start der Fertigung im ersten Quartal 2015 vor.

Burger-King-Deal macht Ackman reicher

Burger King: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Derweil konnte sich der Investor Bill Ackman freuen. Dank der Übernahme der kanadischen Kaffeekette Tim Hortons durch Burger King ist der Wert seines Portfolios um 200 Millionen Dollar gestiegen. Denn die Aktie von Burger King kletterte zu Wochenbeginn um 20 Prozent. Ackmans knapp elfprozentiger Anteil am Burger-Konzern stieg so an nur einem Tag um 203 Millionen Dollar auf 1,24 Milliarden Dollar.

Alibaba topfit für den Börsengang

Der chinesische Internet-Riese Alibaba ist gut gerüstet für den mit Spannung erwarteten Börsengang in New York. Der Online-Händler steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz um 46 Prozent auf 2,54 Milliarden Dollar. Die Nutzerzahlen kletterten um die Hälfte auf 276 Millionen. Experten sprachen von einem positiven Zeichen vor dem Gang an die Börse. Das IPO wird für die nächste Woche erwartet.

nb

Stand: 27.08.2014, 20:04 Uhr

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Börse 14.00 Uhr

Tagestermine am Donnerstag, 28. August

Unternehmen:
Fielmann: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Catoil: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Bijou Brigitte: Halbjahres-Zahlen
Gesco: HV, ab 10:00 Uhr
S Immo: Q2-Zahlen
EVN: Q3-Zahlen
Baloise: Halbjahres-Zahlen, 07:00 Uhr
Givaudan: Halbjahres-Zahlen
Vivendi: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Buygues: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Veolia: Halbjahres-Zahlen, 08:30 Uhr
Pernod-Ricard: Jahreszahlen
Abercrombie & Fitch: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitsmarktdaten für August, 09:55 Uhr
EU: und Verbrauchervertrauen Euro-Zone für August, 11:00 Uhr
Spanien: BIP zweites Quartal, 11:00 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: BIP zweites Quartal (zweite Schätzung), 14:30 Uhr

Sonstiges:
EZB: Geldmenge M3 in der Euro-Zone im Juli, 10:00 Uhr
Italien: Auktion mittel-langfristiger Anleihe

Darstellung: