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Marktbericht 20:00 Uhr

Dax bleibt auf Kurs

Anleger genießen Früchte der Hellas-Einigung

Stand: 20.07.2015, 20:00 Uhr

Seit sich die Lage in Griechenland entspannt hat, entspannen sich auch die Investoren. Der Dax kletterte zeitweise sogar über die Marke von 11.800 Punkten. Die Bahn für höhere Ziele scheint frei zu sein, aber ganz ohne Risiko ist der Aktienmarkt ja nie.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax gewinnt zum Wochenstart 0,5 Prozent auf 11.735,72 Punkte. Den höchsten Stand des Tages markierte er bei 11.802,37 Zählern. Der L-Dax rückte um 0,7 Prozent auf 11.753,38 Punkte vor. Für den MDax ging es um 0,6 Prozent auf 21.117,54 Punkte nach oben. Der TecDax zog um 1,5 Prozent auf 1.828,11 Punkte an. Der SDax, erklomm mit 9.144,71 Punkten ein weiteres Rekordhoch. Der Dow Jones lag am Abend rund 0,2 Prozent im Plus. Die große Anspannung der letzten Monate sei nun erst einmal weg, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Der deutsche Aktienmarkt befinde sich nun im Entspannungsmodus.

Bilanzsaison und Konjunkturdaten

So ähnlich sieht das auch Christian Henke von IG Markets: "In der Hellas-Krise kehrt ein wenig Ruhe ein. Nun rücken makro- und mikroökonomischen Daten wieder in den Mittelpunkt des Interesses." Der Dax könnte laut Henke auf absehbare Zeit seine Rekordstände von April dieses Jahres bei etwa 12.400 Punkten ansteuern. "Die expansive Geldpolitik der EZB, die niedrigen Zinsen sowie der schwache Euro spielen den Bullen in die Karten."

Trotzdem gibt es noch Risiken für die Finanzmärkte: "Auf der anderen Seite könnten die Sorgen um die Situation China, aber auch im Hinblick auf eine baldige US-Zinserhöhung wieder zunehmen", meint Helaba-Analyst Christian Schmidt.

Die Fed rückt ins Blickfeld.

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Börse 19.00 Uhr

Die US-Notenbank wird nach Ansicht ihres Führungsmitglieds James Bullard wahrscheinlich im September die Zinsen erhöhen. "Ich sehe derzeit eine Wahrscheinlichkeit, die größer als 50 Prozent ist", sagte der Chef der Federal Reserve von St. Louis dem Sender Fox Business. Bullard ist dieses Jahr im Zinsausschuss nicht stimmberechtigt. In der vergangenen Woche hatte US-Notenbankchefin Janet Yellen erklärt, dass sie im laufenden Jahr mit einer Zinsanhebung rechnet.

Schlechte Nachrichten müssen heute die Gold-Freunde verkraften. Der Goldpreis ist zu Wochenbeginn ziemlich eingebrochen. Er fiel auf den tiefsten Stand seit gut fünf Jahren. Da Gold in Dollar gehandelt wird, drückt der stärkere Dollar die Goldnachfrage außerhalb der USA. "Wir wissen, dass die US-Zinserhöhung naht, und Inflation ist nicht in Sicht", sagte Analyst Robin Bhar von der Société Générale. "Daher gibt es keinen Anreiz, Gold zu halten, während sich andere Märkte besser entwickeln."

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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VW: China-Motor schwächelt

Die VW-Aktie zählte zu den größten Dax-Verlierern. Der Konzernabsatz ist im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent ins Minus getrudelt. Im Juni fielen die Verkäufe um 4,3 Prozent. Damit reißt bei Volkswagen eine rund fünfeinhalb Jahre lange Erfolgsgeschichte. Die Gründe sind vor allem in der schwachen chinesischen Autokonjunktur zu suchen.

Deutsche Börse wegen Eurex lahm

Auch die Deutsche Börse präsentierte sich trotz eines starken Gesamtmarktes schwach. Die Derivate-Tochter der Deutschen Börse, Eurex, hatte am Morgen mitgeteilt, dass eine technische Störung den Handel mit allen Futures und Optionen lahm gelegt habe. Mittlerweile läuft der Handel wieder.

ThyssenKrupp setzt Erholung fort

Die Titel von ThyssenKrupp legten überdurchschnittlich zu. Credit Suisse hat ThyssenKrupp auf "Neutral" mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Die jüngsten Marktdaten stützten unverändert seine Einschätzung einer Erholung der Stahlindustrie in den USA und Europa, schrieb Analyst Michael Shillaker. Ein globaler Preisanstieg sei wegen anhaltend hoher chinesischer Stahlexporte jedoch unwahrscheinlich. Besser seien hingegen die Aussichten für Edelstahl.

Osram nach Hochstufung an MDax-Spitze

Ein positiver Analystenkommentar schob die Aktie von Osram an die Spitze im MDax. Die Anteile an dem Lichtkonzern erreichten mit 48,58 Euro den höchsten Kurs seit Anfang Juni. Das Bankhaus Metzler hat seine Verkaufsempfehlung gestrichen und stuft den Titel nun mit Hold und Kursziel 45,60 (alt: 39,50) Euro ein.

Wincor Nixdorf: Neue Übernahmefantasie?

Aktien von Wincor Nixdorf zählten ebenfalls zu den besten Werten im MDax. Einem Medienbericht zufolge könnte der Finanzinvestor Thoma Bravo den Geldautomatenhersteller NCR übernehmen. Das könnte auch die Übernahmefantasie rund um Wincor Nixdorf wieder etwas anheizen.

ProSiebenSat.1 vor Zukauf?

ProSiebenSat.1 Media: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat einem Zeitungsbericht zufolge Interesse an einem Einstieg bei den Internetportalen der Scout24-Gruppe. Die Münchner seien in Gesprächen mit dem Mehrheitseigner, dem US-Finanzinvestor Hellman & Friedman, berichtet das "Handelsblatt" (Dienstag) unter Berufung auf Bankenkreise. Möglich sei sowohl, dass die Sendergruppe die Mehrheit übernehme als auch der Kauf eines Minderheitsanteils bei einem möglichen Börsengang.

Lockheed kommt Airbus zuvor

Der MDax-Konzern Airbus hat das Nachsehen. Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin erwirbt den amerikanischen Hubschrauber-Hersteller Sikorsky für mehr als acht Milliarden Dollar. Auch Airbus hatte mehrfach ein Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten angedeutet.

Manz macht Riesensatz

Im TecDax kann sich Manz über Großaufträge im Wert von rund 50 Millionen Euro aus der Konsumelektronikbranche freuen. Umsatz- und ertragswirksam werden die Aufträge zum Teil noch im laufenden Geschäftsjahr 2015 sowie im ersten Halbjahr 2016. Das trieb die zuletzt arg geprügelte Manz-Aktie prozentual zweistellig in die Höhe.

Telekom übernimmt Telefonica-Mobilfunkstandorte

Der Mobilfunknetzbetreiber Telefonica Deutschland macht bei den geplanten Einsparungen in seinem Mobilfunknetz einen großen Schritt. 7.700 Mobilfunkstandorte würden vom Konkurrenten Deutsche Telekom übernommen, teilte das TecDax-Unternehmen mit.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Villeroy & Boch nach Zahlen gefragt

Im SDax gehörte die Aktie von Villeroy & Boch zu den größten Kursgewinnern. Der Keramikhersteller hat vor allem dank guter Geschäfte im Ausland Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert und seine Prognose bekräftigt. Die Entwicklung in Russland beobachte man allerdings "kritisch".

SGL verkauft Sorgenkind

Der Spezialgrafithersteller SGL Group hat seine US-Tochter Hitco an den kanadischen Flugzeugteilebauer Avcorp abgegeben und dabei 47 Millionen Dollar drauflegen müssen. Anleger reagieren erleichtert über den Verkauf des chronischen Verlustbringers, zumal SGL im gleichen Atemzug die Prognosen für 2014 bekräftigte.

Morgan Stanley sehr gefragt

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat wegen höherer Kosten und Steuerbelastungen im zweiten Quartal weniger verdient. Der Nettogewinn im fortgeführten Geschäft fiel um knapp neun Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatten allerdings positive Steuereffekte das Ergebnis nach oben getrieben.

Yahoo-Plan zum Scheitern verurteilt?

Der Plan von Yahoo, die mehr als 30 Milliarden Dollar teure Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba an die eigenen Aktionäre weiterzureichen, könnte noch an den Steuerbehörden scheitern. Die Ämter in den USA und China hätten noch nicht bestätigt, dass die Trennung von dem 15-Prozent-Anteil an Alibaba steuerfrei über die Bühne gehen könne, räumte Yahoo am späten Freitag ein.

Barclays vor Stellenabbau

Die britische Großbank Barclays will nach dem überraschenden Chefwechsel laut "The Times" den Sparkurs forcieren und in den nächsten zwei Jahren mehr als 30.000 Stellen streichen. Dies werde als einzige Möglichkeit erachtet, das Geldhaus wieder auf Vordermann zu bringen und den Aktienkurs anzuschieben.

Steuerstreit brockt Julius Bär Gewinneinbruch ein

Altlasten haben der Schweizer Privatbank Julius Bär einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal von fast zwei Dritteln auf 108,8 Millionen Franken beschert. Im Vormonat hatte das Zürcher Institut 350 Millionen Dollar zur Seite gelegt, um sich für eine US-Busse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu wappnen.

Alstom profitiert von Zugaufträgen

Der französische Elektrokonzern und Siemens-Konkurrent Alstom macht in der verbleibenden Zugsparte dank einer guten Nachfrage aus Europa bessere Geschäfte. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Ende Juni kletterten die Erlöse um 8 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte.

Iran-Profiteur McDonald's

Der amerikanische Fast-Food-Konzern McDonald's plant nach der Atom-Einigung, Filialen im Iran zu eröffnen. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, soll sich McDonald's um eine Lizenz im Iran beworben haben. McDonald's ist bei Iranern sehr beliebt und gilt bei Auslandbesuchen meist als erste Station.

Unilever: Geiz ist gar nicht sooo geil

Der Konsumgüterhersteller Unilever (Langnese, Knorr, Axe) ärgert sich über den aggressiven Preiskampf und die zahlreichen Sonderangebote im deutschen Einzelhandel. "Der Wahnsinn muss ein Ende haben", sagte Deutschland-Chef Ulli Gritzuhn der "Welt". Die Preiskämpfe auf Kosten der Markenhersteller könnten die Unternehmen auf Dauer nicht verkraften. "Wir als Industrie und auch der Handel müssen eine Weg finden, wie wir die Wertvernichtung bei den Markenartikeln beenden können", verlangte Gritzuhn.

Schneider und die Industrie-Software

Der französische Konzern Schneider Electric will mit einem Zukauf in Großbritannien ein führendes Unternehmen für Industrie-Software schaffen. Dafür übernimmt Schneider die Firma Aveva, deren Software beim Bau von Schiffen, Chemiefabriken oder Atomkraftwerken eingesetzt wird. Der Konzern wird künftig 53,5 Prozent der Anteile besitzen. Die Übernahme soll mit Hilfe einer Kapitalerhöhung bei Aveva ermöglicht werden. Schneider zeichnet in diesem Zusammenhang neue Aktien im Wert von 550 Millionen Pfund (792 Millionen Euro).

Gewinneinbruch bei Halliburton

Der Ölpreis-Verfall setzt dem Industriedienstleister Halliburton massiv zu. Der Nettogewinn brach im abgelaufenen Quartal um 93 Prozent auf 53 Millionen Dollar ein, wie das US-Unternehmen am Montag mitteilte. Der Umsatz fiel um mehr als ein Viertel auf 5,92 Milliarden Dollar. Vor allem in Nordamerika gab es deutliche Rückgänge. Dank Kostensenkungen fiel das Ergebnis aber zumindest besser als von Analysten erwartet aus.

KKR kümmert sich um deutsches Glasfasernetz

Der US-Finanzinvestor KKR will mit einem niederländischen Partner die ländlichen Regionen Deutschlands über Glasfasernetze mit schnellem Internet versorgen. Dazu steigt KKR über seinen Infrastrukturfonds mit einem Mehrheitsanteil bei der Deutsche Glasfaser ein. Die von dem niederländischen Infrastruktur-Investor Reggeborgh gegründete Deutsche Glasfaser hat seit 2012 nach eigenen Angaben 100.000 Haushalte und Firmen auf dem flachen Land an das Breitbandnetz angeschlossen. Für die Deutsche Telekom und die Kabelbetreiber lohnt sich der Ausbau dort häufig nicht.

Ado will Börsengang doch durchziehen

Der Berliner Wohnimmobilieninvestor Ado Properties holt seinen vor drei Wochen abgesagten Börsengang im Eilverfahren nach. Seit Montag und noch bis Mittwoch werden die Aktien erneut angeboten, zu den ursprünglichen Konditionen, aber nur institutionellen Investoren. Das IPO steht für Donnerstag auf der Agenda.

ts

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Auf diese IPOs dürfen wir uns freuen

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Frau lässt Drachen steigen

Chorus Clean Energy

Der bayerische Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy muss seine Börsenpläne fürs erste begraben. Wenige Stunden vor dem Ende der Zeichnungsfrist am 16.7. verschob das Unternehmen aus Neubiberg seinen Börsengang auf unbestimmte Zeit. Der Absturz der chinesischen Börsen habe die Lage verschärft, einige Investoren seien deswegen abgesprungen, begründete Vorstandschef Holger Götze die Absage. "Aber das ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben", betonte er.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 3. August

Unternehmen:
Commerzbank: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr und Presse-Telefonkonferenz, 10:30 Uhr
Wacker Chemie: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Porsche Automobil Holding SE: Halbjahreszahlen
Alstria Office: Q2-Zahlen, 18:00 Uhr
HSBC: Q2-Zahlen, 06:00 Uhr
TNT Express: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Heineken: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Veolia Environnement: Q2-Zahlen
American International Group (AIG): Q2-Zahlen (nach Börsenschluss)

Konjunktur:
China: Caixin PMI Industrie im Juli, endgültig, 03:45 Uhr
EU: Markit Einkaufsmanagerindex Industrie für die Euro-Zone im Juli, 10:00 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum im Juni, 14:30 Uhr
USA: Bauausgaben im Juni, 16:00 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Industrie im Juli, 16:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Zahlen zum Autoabsatz im Juli

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