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Börsentrend 15:19 Uhr

Dax trotzt der drohenden Fiskalklippe

Anleger geben die Hoffnung nicht auf

Der andauernde US-Haushaltsstreit hält die Anleger auch nach Weihnachten in Atem. Die Hoffnung auf eine Einigung in letzter Minute treibt den Dax in die Nähe seines Jahreshochs. Gefragt sind Banken-, Auto- und Versorger-Titel.

Die Zeit drängt. Nur noch fünf Tage bleiben, um den Absturz der USA über die "Fiskalklippe" zu verhindern. Demokraten und Republikaner kommen im Laufe des Donnerstags zusammen und starten den letzten Anlauf zu einer Einigung im erbitterten Haushaltsstreit. US-Präsident Barack Obama brach seinen Urlaub auf Hawaii ab. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat Harry Reid rief seine republikanischen Kollegen auf, ihre "reflexartige Blockadehaltung" aufzugeben.

Republikaner doch noch kompromissbereit?

Der Präsident des Repräsentantenhauses und Verhandlungsführer der Republikaner John Boehner schürte allerdings am Mittwoch Hoffnung auf eine Einigung. Er und andere Parteispitzen kündigten an, man würde sich auf jeden Fall mit einem Gesetzentwurf des Senats zur Lösung des Streits beschäftigen. Boehner war zuletzt mit einem Kompromissvorschlag am Widerstand in den eigenen Reihen gescheitert. Mehrere konservative Republikaner halten an ihrem kategorischen Nein zu jeglichen Steuererhöhungen fest und fordern stattdessen stärkere Ausgabenkürzungen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte am Donnerstag vor einem Scheitern der Verhandlungen. "Fallen die USA von der Fiskalklippe, hätte dies dramatische Konsequenzen. Für die USA, für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte", sagte der Chef der IWF-Geldmarkt- und Finanzabteilung, Jose Vinals, der Zeitung "Die Welt". Sollte es bis Jahresende im Kongress keinen Kompromiss geben, greifen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession stürzen könnten.

Geithner will Zeit gewinnen

Dann würde auch eine Ausgabensperre drohen, weil der Bund die vom Parlament erlaubte Schuldenobergrenze reißen dürfte. Immerhin kündigte Finanzminister Timothy Geithner an, sich einen kurzfristigen "Manövrierraum" von 200 Milliarden Dollar zu verschaffen, um das Land zahlungsfähig zu halten. Dadurch würden die USA zwei Monate Zeit gewinnen.

Jahreshoch in Sichtweite

Viele Börsianer gehen davon aus, dass sich die Politiker in letzter Minute doch noch annähern und einen Kompromiss aushandeln. Der Dax knüpft nach müdem Start wieder an seinen Aufwärtstrend der letzten fünf Wochen an und steigt bis zum frühen Nachmittag um 0,4 Prozent auf 7.665 Punkte. Damit liegt er nur knapp unter dem kurz vor Weihnachten erreichten Jahreshoch von fast 7.683 Zählern. Zusätzlichen Auftrieb geben Nachrichten aus China. Demnach peilt der Industrieminister Miao Wei für 2013 einen Anstieg der Industrieproduktion von zehn Prozent an.

Rückenwind dürfte es am Donnerstag von der Wall Street geben. Die Futures deuten auf eine freundliche Handelseröffnung hin. Unterstützung kommt von der Konjunkturfront. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken stärker als erwartet - um 12.000 auf 350.000. Volkswirte hatten mit 360.000 Anträgen gerechnet. Im Laufe des Nachmittags wird noch das Verbrauchervertrauen der Amerikaner für Dezember veröffentlicht.

Finanzwerte heiß begehrt

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.90
Differenz absolut
-0.75
Differenz relativ
-3.04%

Zu den Top-Gewinnern gehören am Tag nach Weihnachten die Finanztitel. Die Aktien der Deutschen Bank klettern mit einem Plus von fast zwei Prozent an die Dax-Spitze, die Aktien der Commerzbank legen gut ein Prozent zu. Händler begründeten die Kursgewinne der Deutschen Bank mit einer Aufholbewegung nach einer relativ enttäuschen Entwicklung in diesem Jahr.

Autoaktien vorne mit dabei

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
81.49
Differenz absolut
-1.18
Differenz relativ
-1.43%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
162.55
Differenz absolut
0.45
Differenz relativ
+0.28%

Auch Autowerte befinden sich auf der Überholspur. Die Aktien von BMW und VW steigen um über ein Prozent, die Titel von Daimler 0,9 Prozent. BMW hat 2012 rund 1,8 Millionen Autos verkauft und damit einen neuen Absatzrekord aufgestellt. Das Ziel sei erreicht worden, sagte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner. Auch beim Konzernergebnis zeigte er sich zuversichtlich, das Niveau von 2011 zu übertreffen.

Telekom glaubt an die Wolke

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.39
Differenz absolut
-0.24
Differenz relativ
-2.02%

Die T-Aktie notiert am Donnerstag etwas fester nach der überraschenden Ankündigung des Chefwechsels in der vergangenen Woche. Der Ex-Monopolist will massiv in den Ausbau der Datenwolke investieren und bis zum Jahr 2015 seine Umsätze mit Rechenleistungen für Unternehmen und Anwender auf eine Milliarde Euro verdoppeln. Das sagte Telekom-Vorstandsmitglied Reinhard Clemens.

Adidas-Chef konkretisiert Jahresprognose

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
56.30
Differenz absolut
-1.35
Differenz relativ
-2.34%

Dagegen kann die Adidas-Aktie von den Aussagen des Vorstandschefs Herbert Hainer kaum profiteren. Sie notiert nahezu unverändert. Hainer erwartet 2012 Umsätze von über 14,5 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von mehr als neun Prozent.  Hainer hat damit die im November leicht gesunkene Prognose bestätigt und gegenüber der "Süddeutsche Zeitung" erstmals einen konkreten Wert genannt.

Post leidet unter möglichem Staatsrückzug

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.74
Differenz absolut
-0.38
Differenz relativ
-1.60%

Leicht im Minus liegt die Post-Aktie mit 0,2 Prozent. Händler verweisen auf Medienbericht, wonach Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Verkauf von Staatsbeteiligungen fordert. Der Bund hält über die KfW noch 25,5 Prozent Anteile an der Post. Andererseits hat das US-Anlegermagazin "Barron's" die "Aktie Gelb" als möglichen Favoriten im europäischen Handel für 2013 hervorgehoben.

Sky und Gildemeister führen den MDax an

DMG Mori Seiki: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.00
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.02%

Im MDax schieben sich mit Gildemeister und dem Bezahlsender Sky zwei der stärksten Aktien des Jahres 2012 wieder einmal deutlich ins Plus - ohne fundamentale Nachrichten.

HannoverRück will Dividende anheben

Hannover Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
64.68
Differenz absolut
-0.38
Differenz relativ
-0.58%

Dagegen tritt die Aktie der ebenfalls prächtig gelaufenen Hannover Rück heute auf der Stelle. Dabei hat das Unternehmen eine höhere Dividende für das beinahe abgelaufene Jahr in Aussicht gestellt. Sie soll von 2,10 auf 2,40 Euro je Aktie angehoben werden. Damit wolle das Unternehmen das Eigenkapital vorsichtig zurückführen, erklärte Vorstandschef Ulrich Wallin gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen".

Escada lastet auf Hugo Boss

Hugo Boss NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
104.40
Differenz absolut
-1.25
Differenz relativ
-1.18%

Zu den größten MDax-Verlierern gehören die Papiere von Hugo Boss. Schuld sind offenbar Aussagen von Bruno Sälzer, Chef des Wettbewerbers Escada. Er warnte vor schwächeren Geschäften. Große Kunden hielten sich mit Bestellungen zurück. "Jeder ist im Moment vorsichtiger und stellt sich auf geringeres Wachstum ein."

Jenoptik rudert zurück

Aktien des TecDax-Unternehmens Jenoptik liegen am Nachmittag gut 0,5 Prozent im Minus. Zwar sollen die Umsätze  des Technologie-Unternehmens 2013 "mindestens stabil" bleiben, so Jenoptik-Chef Michael Mertin. Laut Händlern war aber bislang ein Umsatzplus erwartet worden. Die Geschäfte in der Kernsparte Optik könnten aber von der Euro-Krise beeinträchtigt werden, hatte Mertin in einem Interview gesagt.

MLP muss um Gewinnziel bangen

Fester trotz eher zaghafter Aussagen zum Geschäft präsentiert sich die Aktie des Finanzdienstleisters MLP. Laut Unternehmens-Chef Uwe Schröder-Wildberg spürt der SDax-Konzern wegen der Euro-Krise weiterhin "große Unsicherheit" bei Kunden".  Das Erreichen der operativen Marge von 15 Prozent stellte er infrage und dämpfte in einem Interview die Erwartungen an die Dividende.

Clariant macht sich konjunkturunabhängiger

Aktien des Schweizer Chemiekonzerns Clariant ziehen um über drei Prozent an. Das Unternehmen hat den Verkauf von drei kleineren Sparten angekündigt, darunter das Geschäft mit Textil- und Papierchemie, um konjunkturunabhängiger zu werden. Der Erlös liegt bei rund 500 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet 415 Millionen Euro.

Stand: 27.12.2012, 15:19 Uhr

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Börse 09.00 Uhr

Tagestermine am Donnerstag, 30. Oktober

Unternehmen:
Clariant: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Deutsche Annington: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Nemetschek: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Evonik: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Wacker Chemie: Q3-Zahlen, 07:15 Uhr
Alcatel-Lucent: Q3-Zahlen, 07:15 Uhr
Erste Group: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Linde: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Lufthansa: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Drägerwerk: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Eni: Q3-Zahlen, 07:45 Uhr
Barclays: Q3-Interim Statement, 08:00 Uhr
Shell: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
BT Group: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Altria: Q3-Zahlen, 12:00 Uhr
Teva Pharmaceuticals: Q3-Zahlen, 12:00 Uhr
Starbucks: Q4-Zahlen, 21:00 Uhr
Rhön Klinikum: Bekanntgabe zum Stand des freiwilligen Erwerbsangebotes
Volkswagen: Q3-Zahlen
Takkt: Q3-Zahlen
Vossloh: Q3-Zahlen
PSI: Q3-Zahlen
Schaltbau: 9-Monatszahlen
Novo Nordisk: Q3-Zahlen
Toshiba: Q2-Zahlen
Kellog: Q3-Zahlen
Linkedin: Q3-Zahlen
Conoco Philips: Q3-Zahlen
Mastercard: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitslosenzahlen, 09:55 Uhr
EU: Geschäftsklima und Wirtschaftsvertrauen Oktober, 11:00 Uhr;
Verbrauchervertrauen (endgültig), 11:00 Uhr
USA: BIP im 3. Quartal, 13:30 Uhr;
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (wöchentlich), 13:30 Uhr

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