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Marktbericht 20:10 Uhr

Marktbericht negativ, weißer Plüschbär hält sich die Augen zu

Dax bleibt im Korrekturmodus

Anleger fürchten Konjunkturschwäche

Stand: 23.04.2015, 20:10 Uhr

In dieser Woche hat es der Dax erneut schwer: Die Impulse von der US-Berichtssaison bleiben aus und Konjunktursorgen in den wichtigsten Wirtschaftszonen dämpfen die Stimmung beträchtlich. Wieder müssen die Investoren auf die Hilfe der Notenbanken hoffen.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 1,2 Prozent auf 11.723,58 Punkten. Der Late Dax büßte 1,1 Prozent auf 11.761,60 Punkte ein. "Neben der Unsicherheit um den Verbleib Griechenlands im Euro belasteten am Donnerstag Konjunkturzahlen den deutschen Leitindex", meint Jens Klatt von DailyFX. Frische Daten aus Europa, China und den USA fielen enttäuschend aus.

In Europa sank der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister im April überraschend, teilte das Forschungsinstitut Markit mit. Auch in China scheint es Probleme zu geben. Die Industrie entwickelte sich im April so schwach wie seit einem Jahr nicht mehr.

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Börse 20.15 Uhr

Aus den USA standen Zahlen vom Immobilienmarkt sowie der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes an. Die Stimmung in der US-Industrie hat sich überraschend eingetrübt. Der Index sei von 55,7 Punkten im Vormonat auf 54,2 Punkte gefallen, teilte das Markit-Institut mit. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet.

Was wird aus der Zinswende?

Aber nicht nur das: In den USA sind die Verkäufe neuer Häuser im März überraschend stark eingebrochen. Im Vergleich zum Vormonat fielen sie um 11,4 Prozent - ein deutlich höherer Rückgang, als Experten prognostiziert hatten. Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen ebenfalls schwächer aus als erwartet. Das hat Folgen für den Euro, der sich deutlich verteuerte.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Schließlich könnte eine anhaltende Konjunkturschwäche in den USA bedeuten, dass die Fed die Zinswende verschiebt. Vor allem die Stimmungsdaten in der Industrie und vom Immobilienmarkt würden wohl Hoffnungen schüren, dass die Zinswende noch etwas auf sich warten lassen dürfte, sagte ein Marktbeobachter.

Die US-Berichtssaison bot zudem Grund, nachdenklich zu werden. Eine ganze Reihe von Unternehmen leiden bereits an der Dollarstärke und haben demzufolge mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Außerdem müssen sie in der Bilanz bei der Umrechnung ihrer in Fremdwährungen wie dem Euro erzielten Gewinne Abschläge hinnehmen. Das könnte der US-Wirtschaft dauerhaft schaden. Der Dow Jones lag am Abend trotzdem rund 0,4 Prozent im Plus, nachdem er zuvor unter Vortagesniveau gehandelt wurde. Eventuell stützt die Hoffnung auf eine spätere Zinswende.

Volkswagen auf Platz 1

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Die Aktien von Volkswagen stemmten sich an der Dax-Spitze mit einem Plus von 0,8 Prozent gegen den schwachen Gesamtmarkt. Scheinbar rudert VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch im Machtkampf bei dem Autobauer zurück. Der VW-Patriarch wurde mit dem Satz zitiert: "Ich betreibe die Ablösung von Martin Winterkorn nicht." Neben Volkswagen schaffte nur BMW den Sprung in die Gewinnzone.

Anleger trennen sich von ThyssenKrupp

Die Aktie von ThyssenKrupp fiel zurück. Vor allem eine Prognosesenkung für das US-Geschäft der finnischen Outokumpu belaste Händlern zufolge die Stahlaktien in Europa. Outokumpu-Titel verloren mehr als zehn Prozent an Wert. Hinzu kämen schlechte Konjunkturdaten aus China, ergänzte Markus Huber vom Wertpapierhändler Peregrine & Black in London. Im MDax zählten die Anteile von Salzgitter und Klöckner & Co zu den größten Verlierern.

Deutsche Bank muss 2,5 Milliarden Dollar zahlen

Die Deutsche Bank muss im Skandal um Zinsmanipulationen abermals tief in die Tasche greifen. 2,5 Milliarden Dollar zahlt Deutschlands größtes Geldhaus in einem Vergleich mit den Regulierern in Großbritannien und den USA. Damit können die Frankfurter ihre größte Altlast unter den zahllosen Rechtsstreitigkeiten nun zu den Akten legen. Den Anlegern gefiel, dass dieses Thema jetzt gewissermaßen vom Tisch ist.

Conti profitiert von Konkurrenz

Die Conti-Aktie hielt sich stärker als der Schnittt. Der französische Wettbewerber Michelin hat im ersten Quartal seinen Umsatz um knapp sechs Prozent und damit überraschend stark verbessert. Hilfreich war der schwache Euro. In den kommenden 18 bis 24 Monaten will der Konzern zudem für 750 Millionen Euro eigene Aktien zurückkaufen.

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MüRü bleibt auf Kurs

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hält trotz des Sturms "Niklas" und des Germanwings-Absturzes an seiner Prognose fest. "Wir liegen gut auf Kurs", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Donnerstag bei der Hauptversammlung in München.

RWE vertröstet auf später

Der Energiekonzern RWE steckt weiter in einer tiefen Krise: "Die Krise ist bei weitem noch nicht ausgestanden. Die Zeiten werden sogar noch rauer werden", erklärte Vorstandschef Peter Terium auf der Hauptversammlung in Essen. Mittelfristig werde RWE aber wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren.

Daimler muss blechen

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Der Daimler-Konzern hat eine Strafe von umgerechnet 53 Millionen Euro in China aufgebrummt bekommen. Hintergrund waren Preisabsprachen von Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu.

Harter Tag für Bilfinger

Der im MDax notierte Baukonzern Bilfinger fiel an der Börse erneut in Ungnade. Grund ist eine Gewinnwarnung - fast schon Tagesgeschäft bei dem Unternehmen. Denn es ist die fünfte Warnung vor schlechter als erwarteten Zahlen innerhalb eines Jahres. Das Ergebnis wird erheblich unter dem des Vorjahres liegen, sowohl das Ebita als auch das bereinigte Konzernergebnis. Grund sei die rückläufige Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts. Das Papier stürzte ab.

Wincor Nixdorf geht es nicht gut

Der ebenfalls im MDax gelistete Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 einen Einbruch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) um 31 Prozent auf 47 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das MDax-Mitglied will bis zum Jahr 2017/18 rund 1.100 der zuletzt gut 9.200 Stellen abbauen.

Aixtron auf Mehrjahrestief

Die Aktien des kriselnden Spezialmaschinenbauers Aixtron fielen zeitweise bis auf den tiefsten Stand seit Mai 2009. Bereits zur Wochenmitte hatte sich die jüngste Talfahrt beschleunigt. Händler hatten da die negativ aufgenommene Bilanz und vor allem den Ausblick des US-amerikanischen LED-Herstellers Cree als wichtigste Belastungsfaktoren genannt. Ein Analyst hatte dagegen eher von Unsicherheit vor der Zahlenvorlage des TecDax-Konzerns gesprochen.

Neuer Finanzchef bei United Internet

Der Internetdienstleister United Internet bekommt einen neuen Finanzchef. Norbert Lang, verlasse auf eigenen Wunsch zum 30. Juni das Unternehmen, teilte die TecDax-Gesellschaft mit. Nach 21 Jahren im Konzern und davon 13 Jahren als Finanzvorstand habe Lang entschieden, sich künftig mehr Freiräume für private Themen und neue Projekte zu schaffen. Langs Nachfolger wird der Vodafone-Manager Frank Krause (50), der zuletzt für die Deutschlandtochter des Mobilfunkkonzerns das Strategie-Ressort leitete.

Zooplus wächst kräftig

Zooplus-Aktien stiegen auf ein Rekordhoch. Der Online-Tierbedarfshändler hat im ersten Quartal seine Gesamtleistung um 34 Prozent auf 169 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Im Gesamtjahr soll dieser Wert nun auf mindestens 725 Millionen Euro klettern. Bisher hatte das SDax-Mitglied 700 Millionen erwartet.

Auch Pernod Ricard auf Rekordhoch

Der französischen Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard hat mit einem unerwartet starken Umsatzplus im abgelaufenen Geschäftsquartal die Anleger erfreut. Die Aktien des Herstellers von Hochprozentigem stiegen in Paris auf ein Rekordhoch. Der Umsatz des Konzerns war dank des starken Geschäfts in China um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen.

Novartis merkt den starken Dollar

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis legt seine Geschäftszahlen traditionell in US-Dollar vor. Wegen dessen Stärke sank der Umsatz von Januar bis März um sieben Prozent auf 11,9 Milliarden. Bereinigt um Wechselkursveränderungen wäre er um drei Prozent gestiegen. Das bereinigte Ergebnis wuchs um neun Prozent auf 3,65 Milliarden Dollar.

Dow Chemical überzeugt

Der US-Chemiekonzern Dow Chemical ist mit einem überraschenden Gewinnplus ins Jahr gestartet. Dank gesunkener Rohstoffpreise stand unter dem Strich ein Gewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar und damit fast 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der BASF-Konkurrent mitteilte. Sondereffekte herausgerechnet, ging der Gewinn je Aktie von 79 auf 84 Cent nach oben. Analysten hatten einen Rückgang erwartet.

Umsatzrückgang bei Caterpillar

Der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar kämpft weiter mit Problemen in einigen wichtigen Abnehmerbranchen wie der Bergbauindustrie. Entsprechend ging der Umsatz zum Jahresauftakt erneut zurück. Beim Gewinn wirkten sich jedoch das eingeleitete Sparprogramm und der Verkauf von restlichen Anteilen an einem ehemaligen Konzernteil positiv aus. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal um ein Fünftel auf 1,11 Milliarden Dollar. Erlös ging um vier Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar zurück.

Starker Dollar belastet Procter & Gamble

Der Konsumgüterriese Procter & Gamble spürt die Auswirkungen des starken US-Dollar. Der Hersteller von Pampers-Windeln und Gillette-Rasierern macht den Großteil seines Geschäfts im Ausland. Durch die Währungsschwankungen sank der Umsatz in dem von Januar bis März reichenden dritten Geschäftsquartal um acht Prozent auf 18,1 Milliarden US-Dollar. Ohne die Effekte des Dollar und den Verkauf einiger kleinerer Marken wären die Erlöse um ein Prozent gestiegen. Der Gewinn fiel um 17 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Dollar.

Google betritt den Mobilfunk-Markt

Google ist mit einem Mobilfunk-Service in den USA gestartet. Dazu will der Internetkonzern aber kein eigenes Netz aufbauen, sondern das Netz anderer Anbieter nutzen. Angaben über eine Ausweitung des Services in andere Länder gibt es bisher nicht.

Ericsson ging es schon einmal besser

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson hat zu Jahresbeginn einen Gewinneinbruch um fast ein Fünftel auf umgerechnet rund 225 Millionen Euro hinnehmen müssen. Speziell das Geschäft in Nordamerika entwickelte sich schwach. Die Ericsson-Aktie brach ein.

Facebook hat hohe Kosten

Das Online-Netzwerk Facebook hat im ersten Quartal seinen Umsatz um 42 Prozent auf 3,54 Milliarden Dollar verbessert. Allerdings drückten hohe Expansionskosten auf den Gewinn. Dieser ging um ein Fünftel auf 512 Millionen Euro zurück.

Ebay dankt PayPal

Ebay hat von Januar bis März seinen Umsatz um vier Prozent 4,45 Milliarden Dollar verbessert. Der Gewinn betrug 626 Millionen Dollar, nachdem es vor Jahresfrist noch wegen Sonderbelastungen einen Verlust gegeben hatte. Der Online Bezahldienst PayPal wuchs um 14 Prozent, während das klassische Marktplatzgeschäft um vier Prozent schrumpfte. Die Ebay-Aktie stieg nachbörslich um sechs Prozent.

PepsiCo spart

Der Chips- und Getränkehersteller PepsiCo hat dank Kosteneinsparungen negative Währungseffekte wettmachen können. Obwohl der Umsatz in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres wegen des starken US-Dollars insgesamt um 3 Prozent auf 12,22 Milliarden Dollar zurückging, hielt der Konzern den Gewinn mit 1,22 Milliarden Dollar knapp stabil. Mit dem Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 83 Cent übertraf der Coca-Cola-Rivale die Schätzungen von Analysten.

GM reduziert Verluste in Europa und Aktienkurs

Die Opel-Mutter General Motors (GM) hat ihren Verlust in Europa eingegrenzt. Das operative Minus reduzierte sich im ersten Quartal auf 239 Millionen Dollar, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 284 Millionen waren. Dennoch stieg der Konzerngewinn insgesamt deutlich auf 945 Millionen Dollar. Das Quartalsergebnis fiel schwächer als am Markt erwartet aus. Zudem sank der Umsatz um 4,5 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar.

Renault steigert Umsatz

Europas drittgrößter Autokonzern Renault hat im ersten Quartal dank anziehender Verkäufe in Europa unerwartet viel Umsatz gemacht. In den ersten drei Monaten seien die Erlöse konzernweit um knapp 14 Prozent auf 9,39 Milliarden Euro gestiegen. Besonders gefragt bei den Europäern waren dem Konzern zufolge die Kompaktmodelle Clio und Twingo sowie der Geländewagen Captur.

ts

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Tagestermine am Donnerstag, 7. Mai

Unternehmen:
Alcatel-Lucent: Q1-Zahlen
Lafarge: Q1-Zahlen
ArcelorMittal: Q1-Zahlen
HeidelbergCement: Q1-Zahlen, 7 Uhr
Lanxess: Q1-Zahlen
Bilfinger: Q1-Zahlen und HV
Fraport: Q1-Zahlen
Kion: Q1-Zahlen
Klöckner: Q1-Zahlen
Rheinmetall: Q1-Zahlen
Stada: Q1-Zahlen
TAG Immobilien: Q1-Zahlen
Biotest: Q1-Zahlen und HV
Patrizia Immobilien: Q1-Zahlen
Freenet: Q1-Zahlen
Nintendo: Zahlen 2014
Sixt Leasing:Erstnotiz erwartet
Zurich Insurance: Q1-Zahlen
ING: Q1-Zahlen, 7 Uhr
Commerzbank: Q1-Zahlen vollständig, 7 Uhr
Siemens: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Aareal Bank:Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Munich Re: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Eon: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Henkel: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Q1-Zahlen, 8 Uhr
RTL: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Pro7Sat1: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Axel Springer:Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Continental: Q1-Zahlen, 8:30 Uhr

Konjunktur:
D: Auftragseingang Industrie, März vorläufig, 8 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 2. Mai, 14:30 Uhr

Darstellung: