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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht neutral

Die 10.000 bleibt in Reichweite

Anleger drücken Pause-Taste

Die imposante Gewinnserie im Dax ging nach zwölf Handelstagen ziemlich unspektakulär zu Ende. Für das Spektakel des Tages sorgte an der Wall Street dagegen die Apple-Aktie.

Der Dax gab um 0,2 Prozent auf 9.963,51 Punkte nach. In den vergangenen zwölf Handelstagen hatte er in der Spitze rund 800 Punkte zugelegt. Der deutsche Leitindex verfehlte dabei die Marke von 10.000 Punkten nur denkbar knapp um weniger als acht Zähler. Der Late-Dax sank um 0,1 Prozent auf 9.955,60 Punkte

Von Korrektur oder Konsolidierung kann man also auch heute nicht sprechen. Schwache Konjunkturdaten sorgten für die leichte Zurückhaltung. Sowohl in China als auch in der Euro-Zone verlor die Industrie im November an Schwung. Investoren interpretierten das als Beleg für die fehlende Dynamik der Weltwirtschaft.

Wichtiger Termin am Donnerstag

Übergeordnet stünden die Börsenampeln nach wie vor auf Grün, kommentiert Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG das Tagesgeschäft. Angesichts einer noch möglichen Jahresendrally und der starken Dynamik des jüngsten Kursaufschwungs sei die Eroberung neuer Rekordhochs jenseits der Marke von 10.050 Punkten durchaus noch im laufenden Kalenderjahr möglich.

EZB-Präsident Mario Draghi

EZB-Präsident Mario Draghi. | Quelle: picture-alliance/dpa

Wie es weitergehen wird, hängt auch von der EZB-Sitzung am Donnerstag ab. Zuletzt hatten die Märkte wieder verstärkt über den Kauf von Staatsanleihen durch die Notenbank spekuliert. Enttäusche EZB-Chef Mario Draghi und ersticke diese QE-Spekulationen zumindest zunächst, werde es auch im Dax schnell zu einem Rückschlag in Richtung 9.500 Punkten kommen, meint Jens Klatt, Marktstarege bei DailyFX.

Rubel auf Rekordtief

Die russische Währung gab zum Wochenstart massiv nach. Ein Dollar kostete erstmals mehr als 50 Rubel, für einen Euro waren erstmalig mehr as 65 Rubel zu zahlen. "Solange der Ölpreis weiter fällt, bleiben russische Anlagen unter Druck", sagte Tatiana Orlova von der RBS.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz New York Mercantile Exchange für den Zeitraum 1 Woche
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+1.63%

Anleger fürchten einen deutlichen Rücksetzer für die russische Konjunktur, weil das Land rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht. Nach eigener Auskunft gehen Russland bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich durch den fallenden Ölpreis verloren.

40 Milliarden Börsenwert kurzzeitig verpufft

Der Dow Jones lag am Abend nur leicht im Minus. Alles andere als ruhig verlief dagegen der Handel mit der Apple-Aktie. Der iPhone- und iPad-Hersteller Apple hat ohne ersichtlichen Grund rund 40 Milliarden Dollar an Wert verloren. Die Aktien des gemessen am Börsenwert teuersten Unternehmens der Welt verloren in der Spitze 6,4 Prozent. Allein die Hälfte dieses Verlustes verzeichnete die Aktie kurz nach Börseneröffnung binnen einer Minute.

Händler spekulierten über automatische Aktien-Verkaufsprogramme von Börsenprofis. "Wenn man solche Kursverläufe sieht, ist es klar, das Algorithmen im Spiel sind", sagte etwa der auf Hochfrequenzhandel spezialisierte Börsenexperte Steve Hammer. Für diese Ursache bei dem Apple-Kursrutsch spreche auch das hohe Handelsvolumen in der fraglichen Zeit, sagte Hammer.

Anleger feiern heute Eon

Größtes Gesprächsthema am deutschen Aktienmarkt war die angekündigte Radikalkur von Eon: Künftig will sich der Energieriese auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Das frühere Brot- und Butter-Geschäft mit Atom, Kohle und Gas will Eon hingegen loswerden. Die Eon-Aktie blieb größter Dax-Gewinner. Im Eon-Sog zieht auch die RWE-Aktie deutlich an.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Fresenius auf Rekordhoch

Fresenius-Aktien haben bei 44,16 Euro ein Rekordhoch erreicht. Seit dem Zwischentief im Oktober stieg der Kurs um rund 22 Prozent. Am Wochenende hatte es in einem Bericht geheißen, dass Fresenius sich aus dem milliardenschweren Bieter-Gefecht um das Danone-Geschäft mit medizinischer Ernährung zurückzieht.

Lufthansa: Schon wieder Streik...

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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-3.32%

... aber trotzdem gibts Analystenlob. UBS hat die Aktie von der "Least Preferred List" des europäischen Transportsektors gestrichen und auf die "Most Preferred List" gesetzt. Die Einstufung laute weiterhin "Buy", hieß es in der Studie. Zu Wochenbeginn streiken die Piloten der Lufthansa erneut, die Fluglinie hat 1.350 Flüge gestrichen. Zuletzt war im Oktober gestreikt worden. Die Kosten für alle Streiks seit Jahresbeginn bezifferte Lufthansa auf bislang rund 170 Millionen Euro.

Klare Worte von Munich-Re-Tochter Ergo

Der Versicherungskonzern Ergo rechnet wegen der allgemeinen Niedrigzinsen auch bei den Lebensversicherungen mit weiter sinkenden Renditen. "Zehnjährige Bundesanleihen bringen aktuell nur noch knapp 0,7 Prozent Rendite", sagte der Chef der Munich-Re-Tochter, Torsten Oletzky, dem "Tagesspiegel". "Wenn das so bleibt ist doch klar, dass die Überschussbeteiligungen in der Branche weiter zurückgehen werden."

Deutsche Börse: Umsatzdynamik lässt nach

Der Aufwärtstrend beim Handel an der Deutschen Börse hat sich im November deutlich abgeschwächt. Der Orderbuchumsatz auf dem Computersystem Xetra, im Parketthandel in Frankfurt und bei der Berliner Börse Tradegate legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 12 Prozent auf 103,9 Milliarden Euro zu. Die Unsicherheiten über die Wirtschaftsentwicklung hatten im Oktober noch für einen Sprung um mehr als 40 Prozent gesorgt.

Deutsche Annington bietet für Gagfah

Im MDax sorgt die Deutsche Annington für Furore: Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern will den Konkurrenten Gagfah für rund 3,9 Milliarden Euro übernehmen. Den Gagfah-Aktionären bietet der Konzern 18,00 Euro je Anteilsschein in bar und in Aktien. Das entspricht einem Aufschlag von 16 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Auch Wirecard markiert Allzeithoch

Die Wirecard-Aktie schnellt bis auf 35,36 Euro empor und erobert damit nicht nur den Spitzenplatz im TecDax, sondern wie Fresenius ein Rekordhoch. Seit Ende Oktober legte das Papier wegen einer Reihe guter Nachrichten rund 22 Prozent zu. Seit Ende 2008 summiert sich das Plus auf rund 735 Prozent.

Neuer Auftrag für Airbus

Der Flugzeugbauer Airbus hat aus Brasilien einen weiteren Auftrag für seine modernisierten Mittelstreckenjets erhalten. Die Fluglinie Azul hat 35 Maschinen aus der A320neo-Modellfamilie bestellt. Unterdessen berichtete der "Spiegel", dass Airbus von der Bundeswehr 514 Millionen Euro fordert wegen abbestellter Kampfjets vom Typ "Eurofighter".

Zalando vor dem Aufstieg

Rund zwei Monate nach dem Börsendebüt steht der Online-Modehändler Zalando Börsianern zufolge vor dem Aufstieg in die zweite deutsche Börsenliga. "Nachdem bei Sky Deutschland der Streubesitz unter die Schwelle von zehn Prozent gesunken ist, wird Zalando wohl den Bezahlsender im MDax ersetzen", sagte LBBW-Experte Uwe Streich. Ein Streubesitz von mindestens zehn Prozent ist die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in einem der großen deutschen Börsenindizes.

BVB: Horror und kein Ende in Sicht

Im SDax gerät die BVB-Aktie mächtig unter Druck. Der Vizemeister kassierte am Sonntag mit dem 0:2 bei Eintracht Frankfurt bereits die achte Niederlage im 13. Saisonspiel und muss sich als Tabellenletzter jetzt wohl tatsächlich für den Abstiegskampf wappnen.

Vodafone noch immer hungrig

Nach der Übernahme von Kabel Deutschland ist der Hunger von Vodafone noch immer nicht gestillt. Laut Kreisen lotet der britische Telekom-Riese eine Übernahme des Kabel-Konzerns Liberty Global aus, mit der ein neues europäisches Schwergewicht entstehen könnte. Zu Liberty Global gehört die in Deutschland starke Unitymedia.

Sony schaltet FBI ein

Nachdem drei wichtige Filme noch vor ihrem Kinostart im Internet aufgetaucht sind, hat der Sony-Konzern laut der "Financial Times" das FBI eingeschaltet. Die Filme gelangten wenige Tage nach einem groß angelegten Hacker-Angriff auf die Computersysteme von Sony Pictures ins Netz. Darunter ist der Familienfilm "Annie", auf den Sony große Hoffnungen im Weihnachtsgeschäft setzt.

Mehr Geld für Flughafen-Wien-Aktionäre?

Der australische Pensionsfonds IFM will sein Angebot für einen Minderheitsanteil am Flughafen Wien auf 82 von zuvor 80 Euro je Aktie erhöhen. Zudem will IFM auf die Mindestannahmeschwelle von 20 Prozent verzichten, um die gesetzlich vorgeschriebene Nachfrist von drei Monaten zu vermeiden. Die Angebotsfrist soll nun bis zum 18. Dezember laufen.

Club Med: Neues Höchstgebot

Das Übernahmerennen um den französischen Reiseanbieter Club Med geht weiter. Der chinesische Mischkonzern Fosun legte nach und erhöhte seine Offerte auf 23,50 Euro je Aktie, wie die französische Börsenaufsicht AMF bekanntgab. Nun hat der italienische Konkurrent, Wirtschaftsmagnat Andrea Bonomi, bis zum 17. Dezember Zeit, eventuell noch nachzuziehen. Bislang hat Bonomi 23 Euro je Aktie geboten. Das Tauziehen ist damit das bislang längste Bietergefecht in Frankreich. Es begann schon im Mai 2013.

Chinesicher Milliardär will Hollywood

Das Hollywood-Studio hinter der Filmreihe "Die Tribute von Panem" hat einen Kaufinteressenten aus China. Milliardär Wang Jianlin sagte zu "Bloomberg", er würde gern die Kontrolle beim Lionsgate-Studio übernehmen, die aktuellen Besitzer seien aber nur zum Verkauf eines Minderheitsanteils bereit. Er spreche auch über einen Einstieg beim traditionsreichen Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), das unter anderem die James-Bond-Filme produziert, sagte Wang.

IBM erhält Milliardenauftrag

Der IT-Konzern IBM hat von der niederländischen Großbank ABN Amro einen milliardenschweren Auftrag erhalten. Die Amerikaner sollen künftig die IT-Infrastruktur für die internetbasierten Dienstleistungen der Bank stellen. Der Vertrag läuft über zehn Jahre, der Auftragswert liegt bei mehreren Milliarden Dollar.

ts

Stand: 01.12.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 19. Dezember

Unternehmen:
Zalando: Aufnahme in den SDax
Analytik Jena: Jahreszahlen
Blackberry: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank von Japan
Japan: Frühindikatoren für Oktober, 06:00 Uhr
Deutschland: Gfk-Konsumklimaindex für Januar, 08:00 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im November, 08:00 Uhr
Deutschland: Leistungsbilanz Euro-Zone im Oktober, 10:00 Uhr

Sonstiges:
Deutsche Börse: Großer Verfallstag an der Börse (Hexensabbat)
EU: Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel

Darstellung: