Seitenueberschrift
Börsentrend 9:20 Uhr
Positive Vorgaben aus Übersee
Anleger bleiben in Deckung
Nachdem erfreuliche US-Konjunkturdaten den Dax gestern ins Plus gehoben haben, wird der deutsche Leitindex am Morgen von guten Nachrichten aus China und Japan gestützt. Wirkliche Euphorie wie an der Tokioter Börse kommt aber nicht auf.
Der Dax legte zu Handelsbeginn 0,2 Prozent auf 7.750 Punkte zu, musste die Gewinne im weiteren Verlauf größtenteils aber wieder abgeben. Gestern war der deutsche Leitindex nach einer Rally am Nachmittag um knapp 0,6 Prozent gestiegen. Auch der Dow-Jones-Index ist am Abend mit einem Gewinn von fast 85 Punkten (0,63 Prozent) aus dem Handel gegangen bei 13.596 Punkten. Noch kräftiger bergauf ging es am Morgen mit Asiens Börsen.
Gestützt wird der Dax am Morgen von den guten Vorgaben aus Übersee. In Tokio hat die Hoffnung auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik die Börse um 2,86 Prozent in die Höhe getrieben auf 10.913 Punkte. Die japanischen Währungshüter wollen auf ihrer zweitägigen Sitzung in der kommenden Woche prüfen, ob sie sich verpflichten, so lange Staatsanleihen zu kaufen, bis das Inflationsziel von zwei Prozent in Sicht ist, hieß es. In Erwägung gezogen wird auch, die Zinsen, die die Zentralbank auf die Reserveeinlagen von Banken zahlt, aufzuheben.
Hilfe aus China
Unterstützung bekommen die Aktienmärkte auch aus China. Die dortige Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent gewachsen - und damit mehr als erwartet. Nach einem schwachen dritten Quartal erholte sich das Wachstum im vierten Quartal auf 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Wirtschaftswachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt lag damit 2012 über dem Ziel der Regierung von 7,5 Prozent.
Der Euro hält sich am Morgen knapp unter 1,34 US-Dollar und damit in der Nähe seines Elf-Monats-Hochs. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3385 Dollar. Zu Beginn der Woche hatte der Euro bei 1,3404 Dollar den höchsten Stand seit Februar 2012 erreicht.
Ab dem Mittag rückt wieder die US-Berichtssaison in den Fokus der Märkte. Zunächst legt der Mischkonzern General Electric (GE) Zahlen vor, gefolgt von Morgan Stanley. Auf Konjunkturseite könnte das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Bewegung sorgen.
Intel macht Anleger nervös
Der Chipkonzern Intel hat mit einem schwachen Ausblick und überraschend umfassenden Investitionsplänen enttäuscht. Im laufenden Jahr will Intel 13 Milliarden Dollar ausgeben und unter anderem in Zukunftstechnologien in der Produktion investieren - deutlich mehr als von Analysten erwartet. Nach dem Umsatz- und Gewinnminus im Schlussquartal machte diese Ankündigung Anleger nervös. Der Gewinn fiel im vierten Quartal um rund 26 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar und die Erlöse gaben knapp drei Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar nach. Der Aktie des deutschen Chipherstellers Infineon können die düsteren Aussichten von Intel aber nichts anhaben. Die Papiere legen am Morgen sogar rund ein Prozent zu.
Commerzbank vor massivem Stellenabbau?
Stärkster Wert im Dax ist gleich zu Handelsbeginn die Aktie der Commerzbank. Das teilverstaatlichte Institut könnte beim geplanten Konzernumbau einem Bericht zufolge zwischen 4.000 und 6.500 Arbeitsplätze streichen. Im deutschen Geschäft der Bank sollen zehn bis 15 Prozent der zuletzt rund 43.400 Stellen abgebaut werden, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Finanzkreise berichtete. Bei der Zahl handele es sich nur um eine vorläufige Größenordnung, bevor im Februar die Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen werden.
ThyssenKrupp vor turbulenter Hauptversammlung
Der Stahlkonzern steht am Morgen vor einer der spannendsten Hauptversammlungen seiner jüngeren Geschichte. Das Traditionsunternehmen musste Milliardenverluste bekanntgeben, vor allem wegen Fehlinvestitionen und Abschreibungen bei seinen Stahlwerken in den USA und Brasilien. Hinzu kamen Enthüllungen über die Beteiligung an einem Schienenherstellerkartell und Einladungen von Journalisten und einem Gewerkschaftsmitglied zu teuren Reisen. Aktionärsvertreter forderten deshalb im Vorfeld den Rücktritt des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme.
Credit Suisse senkt Daumen über Metro
Im MDax gerät die Aktie von Metro unter Druck. Die Credit Suisse hat das Handelsunternehmen von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel auf 21,00 Euro belassen. Die Aktien des Handelskonzerns hätten eine Erholungsrally geschafft und nun impliziere das unveränderte Kursziel rund zehn Prozent Kursrisiko, schreibt Analyst Xavier Le Mene. Aus Sicht der Schweizer Bank bleiben die aktuellen Analystenerwartungen anfällig für Korrekturen. Zudem seien die Gewinnziele 2012 durch unerwartet hohe Einkünfte bei Immobilien zustande gekommen, die sich 2013 womöglich nicht wiederholen ließen.
Puma ganz vorn
Dagegen ist die Aktie des Sportartikelherstellers Puma ganz oben auf der Liste der stärksten MDax-Werte. Grund ist eine Heraufstufung durch die Bank HSBC. Die Analysten haben das Kursziel auf 275 Euro angehoben. Derzeit notieren die Papiere bei 235 Euro.
Praktiker im Höhenflug
Im SDax liegt die Praktiker-Aktie vorn. Analysten trauen dem Papier viel zu. Die Deutsche Bank hat das Papier von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 1,70 auf 2,60 Euro angehoben. Die Baumarktkette werde sich erheblich verändern, mit neuem Management, neuer Strategie und neuer Finanzstruktur, schrieb Analyst Michael Kuhn in einer Studie vom Freitag. Dies sollte dem Unternehmen den Weg zurück zur Profitabilität ebnen, meinte Kuhn. Ungeachtet der Risiken überwögen die Chancen.
Accor gut im Geschäft
Der französische Hotelkonzern Accor hat im Schlussquartal dank höherer Zimmerpreise und Lizenzgebühren mehr Umsatz gemacht als noch vor einem Jahr. Die Erlöse seien im vierten Quartal bereinigt um neu eröffnete Hotels und um Währungsschwankungen um 2,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Prognose. Danach soll das operative Ergebnis (Ebit) 510 bis 530 Millionen Euro betragen.
Glencore und Xstrata brauchen mehr Zeit
Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore nimmt sich für den Abschluss der geplanten Übernahme des schweizerisch-britischen Bergbaukonzerns Xstrata erneut mehr Zeit. Da noch die Genehmigung der Behörden in China und Südafrika ausstehe, werde der Abschluss nun bis zum 15. März erwartet, teilte Glencore am Freitag mit. Glencore wollte die Milliardenübernahme ursprünglich im Vorjahr perfekt machen. Die EU-Kommission hatte die Milliardenübernahme des Bergbaukonzerns Xstrata durch Glencore im November genehmigt.
Stand: 18.01.2013, 09:20 Uhr