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Marktbericht 15:10 Uhr

Dax weiter ohne klare Richtung

Anleger bleiben im Hintergrund

Im Wochenschlussspurt sieht es nicht so aus, als könne der Dax entscheidend Boden gut machen. Konjunkturelle Unterstützung erhält der Markt zwar aus Amerika, dort läuft es aber sowieso besser als bei uns.

Der deutsche Leitindex hat sich am Mittag von seinen Tiefständen gelöst und pendelt aktuell um seinen Schlusskurs. Die Marke von 9.200 Punkten hat der Index zunächst zurückerobert, nachdem das Tagestief schon bei 9.184 Zählern gelegen hatte. Insgesamt aber bleibt der Handel richtungslos.

Nur kurzfristig geholfen haben besser als erwartet ausgefallene Einzelhandelsumsätze in Amerika, die im Oktober um 0,3 Prozent gestiegen sind. Erwartet war nur eine Rate von 0,2 Prozent. Ohne Pkw- und Benzinverkäufe ergibt sich ein Zuwachs von 0,6 % nach zuvor minus 0,1 Prozent. Hier wurde ein Plus von 0,4 % erwartet. Amerikas Konsumenten geben also (endlich) wieder mehr Geld aus.

"Die Indikation für den Konsum ist freundlich. Insofern wird das Wachstumsszenario untermauert", kommentierte Marktanalyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Wall Street leicht im Plus

Die Future auf die großen New Yorker Aktienindizes signalisieren aktuell eine freundliche Eröffnung. Anders als bei uns stehen die amerikanischen Aktienmärkte, gestützt durch ein zuversichtliches Konjunkturszenario, auf Rekordniveau.

In Europa hingegen verläuft die Konjunktur nur schleppend, das BIP in der EU stieg im dritten Quartal nur um schwache 0,2 Prozent und in Deutschland sogar nur um 0,1 Prozent. In Amerika wird für das Gesamtjahr eine Wachstumsrate von 2,2 und für das kommende Jahr von knapp über drei Prozent erwartet.

Euro fällt zurück

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro gibt nach den wichtigen US-Einzelhandelsumsätzen nach und liegt nur noch leicht über der Marke von 1,24 Dollar. Am grundsätzlichen Szenario ändert sich für die Gemeinschaftswährung nichts. Der Dollar ist im Zuge der erstarkenden US-Wirtschaft mit der Aussicht auf eine mehr oder weniger baldige Zinswende der Star. Euro und auch Yen fallen, was bei der EZB und der Bank of Japan aber durchaus gewollt ist. Denn durch die Abwertungen werden Exporte aus Europa und Japan für Dollar-Käufer billiger.

Weniger Dividende bei RWE?

RWE-Aktien setzen ihren Ausverkauf fort und bleiben Dax-Schlusslicht. Im bisherigen Wochenverlauf hat das Papier schon rund neun Prozent verloren. Den Aktionären des Energiekonzerns droht eine Kürzung der Dividende, berichtet die "Rheinische Post" und beruft sich auf Insider. "Wir halten an unserer Dividendenpolitik und Ausschüttungsquote fest. Wenn aber die Berechnungsgrundlage sinkt, kann die Dividende rein rechnerisch sinken", erklärte eine Sprecherin.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch das mögliche Aus für den fünf-Milliarden-Euro-schweren Verkauf der Mineralöltochter Dea an einen russischen Investor belastet. RWE braucht das Geld, um die hohe Schuldenlast von 30,7 Milliarden Euro zu drücken.

SAP und Oracle einigen sich

Die beiden Erzfeinde im Softwaregeschäft SAP und Oracle haben ihren erbitterten Rechtsstreit beigelegt. SAP zahlt Oracle einen Schadenersatz in Höhe von 356,7 Millionen Dollar. Die SAP-Tochter TomorrowNow hatte über das Internet unrechtmäßig Software von Oracle geladen. Ursprünglich hatte SAP sogar mehr als eine Milliarde Dollar zahlen sollen.

VW-Absatz so hoch wie nie

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Erstmals hat der VW-Konzern schon nach zehn Monaten über acht Millionen Autos verkauft. Im Oktober legten die Auslieferungen um drei Prozent zu, damit wurden seit Jahresanfang 8,24 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Größter Wachstumstreiber bleibt China, auch wenn Vorstand Jochem Heizmann erwartet, dass sich der Markt im Reich der Mitte im kommenden Jahr abkühlen wird. Besonders bei den Konzernmarken wie Skoda, Audi oder Seat lief es mit prozentual zweistelligen Zuwächsen gut, die Kernmarke VW, zudem margenschwächer, legte nur um 2,6 Prozent zu.

Springer kauft zu

Im MDax sind Axel Springer-Aktien gefragt, nachdem der Medienkonzern einen weiteren Zukauf in seiner Digitalsparte bekannt gegeben hat. Für einen nicht genannten Betrag erwerben die Hamburger 51 Prozent am niederländischen Online-Reiseportal @Leisure. Springer-Vorstand Andreas Wiele bezeichnete das 1980 gegründete Unternehmen mit rund 190 Mitarbeiter als hochprofitabel und als "hervorragende Ergänzung unserer digitalen Rubrikenangebote".

Marktspekulationen über einen Einstieg beim Unterhaltungskonzern deutsche Entertainment (DEAG) wies der Springer-Konzern zurück. "Da ist nichts dran", sagte eine Springer-Sprecherin am Freitag zu den Gerüchten. Diese hatten die DEAG-Aktie kräftig angetrieben.

Airbus: Passagierjets laufen gut

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat seinen Umsatz im dritten Quartal nicht steigern können. Der Umsatz lag bei 13,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und außerordentlichen Posten wuchs aber um 14 Prozent auf 744 Millionen Euro. Der Auftragsbestand des Konzerns lag Ende September zwölf Prozent über dem Wert zum Jahreswechsel - vielen neuen Aufträgen für Passagierflugzeuge sei Dank.

Viel Analystenlob für Salzgitter

Im MDax fallen zudem Salzgitter-Aktien mit deutlich überdurchschnittlichen Kursgewinnen auf. Sowohl die Credit Suisse als auch die Deutsche Bank haben den Wert hochgestuft. Beide haben nun ein Kursziel von 31 Euro. Die Analysten setzen auf Kostensenkungen bei dem Unternehmen.

MTU erhält Großauftrag

Der Triebwerksbauer, ebenfalls aus dem MDax, vermeldet einen fetten Wartungsauftrag für die kommenden Jahre. Als Partner des US-Herstellers General Electric werden die Münchener einen Teil des Triebwerks GEnx warten, das im Dreamliner und auch im neuesten Jumbo-Jet Boeing 747-8 eingesetzt wird. Über die Lebensdauer der Triebwerke gerechnet hat der Auftrag einen Wert von mehr als drei Milliarden Euro, erklärte das Unternehmen.

Drillisch-Zahlen kommen nicht an

Trotz Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis sind Drillisch-Aktien im TecDax nicht gefragt. Das Unternehmen will den Konkurrenten Yourfone von Telefonica Deutschland kaufen. Über die Transaktion des Unternehmens mit 235.000 aktiven Kunden werde momentan noch verhandelt, teilten beide Firmen am Freitag mit.

ProSieben-Tochter Maxdome gefragt

Der amerikanische Kabelfernsehen-Konzern Liberty Global ist laut "Handelsblatt" an einem Einstieg bei der Online-Videoplattform Maxdome, einer Tochter von ProSiebenSat.1, interessiert. Dem US-Konzern schwebe eine Beteiligung von etwa 50 Prozent vor.

Borussia Dortmund gut in Form

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Bundesligist ist gut in das erste Geschäftsquartal des Geschäftsjahres 2014/15 gestartet. Auch der Ausblick bleibt nach den Erfolgen im DFB-Pokal und vor allem in der Champions League rosig. Nur in der Meisterschaft dürfte für den BVB der Zug nach einem veritablen Fehlstart mit 17 Punkten Rückstand auf Bayern München schon abgefahren sein. Die Aktie bewegt sich im SDax kaum.

Bauer wird vorsichtiger

Der Spezialtiefbaukonzern Bauer wird pessimistischer. Der Gewinn wird demnach im Gesamtjahr nur am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 15 bis 20 Millionen Euro liegen. Das könne "nur durch einen nicht-operativen Sondergewinn", erreicht werden. Die Prognose für Umsatz und operatives Ergebnis bleibt dagegen unverändert.

Frischer Lack für Alno

Der Küchenhersteller Alno hat nach der Übernahme eines Konkurrenten seine Ergebnisprognose für 2014 erhöht. Das Ebitda soll bis zu 38 Millionen Euro. Bislang hatte die Zielmarke bei maximal 25 Millionen gelegen. Die Umsatzprognose blieb mit 580 Millionen Euro unverändert.

Nokia hebt den Ausblick an

Der nur noch als Netzwerkausrüster aktive, ehemalige Handy-Weltmarkführer rechnet zukünftig mit einer höheren Marge von bis zu elf Prozent. Auch der Umsatz werde im kommenden Jahr wachsen, erklärte das finnische Unternehmen in London. Die lange defizitäre Handy-Sparte hatte Nokia im April an Microsoft verkauft. Die neue Prognose ist aber offensichtlich nicht gut genug, die Aktie gibt nach.

Twitter auf Ramsch herabgestuft

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit des Kurznachrichtendienstes Twitter herabgestuft. Die Bonitätsnote liegt nur noch bei "BB-" und damit im sogenannten Ramsch-Bereich, mit dem Ratingunternehmen spekulative Anlagen kennzeichnen.

Milliarden-Fusion in der Ölbranche?

In den USA bahnt sich offenbar die nächst Multi-Milliarden-Dollar-Fusion an. Laut mehrerer Medienberichte verhandelt der zweitgrößte Öl-Dienstleister Halliburton mit der Nummer 3, Baker Hughes, über einen Zusammenschluss. Zusammen hätten beide einen Börsenwert von rund 67 Milliarden Dollar.

Halliburton: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Baker Hughes: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gazprom-Gewinn bricht ein

Der russische Gasmonopolist weist für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Gewinneinbruch von 92 Prozent aus. Der Überschuss lag bei 35,8 Milliarden Rubel, rund 618 Millionen Euro. Vor allem die offenen Schulden der Ukraine haben auf die Bilanz gedrückt, für die Gazprom hohe Reserven bilden musste. Die Ukraine muss bis Jahresende umgerechnet 2,5 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen.

rm

Stand: 14.11.2014, 15:10 Uhr

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Unternehmen:
Borussia Dortmund: Hauptversammlung
Telekom Austria: Bezugsfrist für Kapitalerhöhung endet

Konjunktur:
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USA:
CFNAI-Index, 14:30 Uhr

Sonstiges:
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Corporate Finance Outlook 2015, 09:30 Uhr
LBBW: Kapitalmarktausblick mit Chefvolkswirt Burkert, 10:00 Uhr
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