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Marktbericht 20:15 Uhr

DAX wieder im Aufwind

Anleger atmen durch

Gute Nachrichten aus dem Unternehmenssektor haben dem Dax heute geholfen. Die Trendwende kam am Nachmittag mit den Zahlen der amerikanischen Banken. Trotzdem bleibt die Lage wackelig.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Es war heute mal wieder kein Tag für schwache Nerven. Nach einer Achterbahnfahrt, die den deutschen Leitindex im Tagestief bis auf 8.701 Punkte gedrückt hat, dominierten im Anschluss wieder grüne Pfeile. Der Leitindex eroberte am Ende die Marke von 8.800 Punkten zurück und schloss bei 8.825 Zählern um 0,15 Prozent höher. Im Späthandel legt der L/E-Dax leicht auf 8.835 Zähler zu.

Das Tageshoch bei 8.854 Punkten, das der Index im späten Geschäft zwischenzeitlich erreicht hatte, konnte er aber nicht halten. Trotzdem macht sich am Markt wieder vorsichtiger Optimismus breit. Kurzfristig stünden die Chancen nicht schlecht, dass die Talfahrt der vergangenen Wochen zumindest vorläufig gestoppt werden könnte, sagte Analyst Jens Klatt von DailyFX.

Wall Street-Banken führen den Dax nach oben

Wieder einmal kamen die Impulse für den nachmittäglichen Trendwechsel aus Amerika - und zwar in Form guter Quartalsdaten aus dem Bankensektor. Dort haben die Geldhäuser die hochgesteckten Markterwartungen erfüllt.

Zudem legte auch der Gesundheitsriese Johnson & Johnson aus dem Dow-Jones-Index solide Zahlen vor. Vor allem das Geschäft mit Arzneimitteln läuft bei J&J gut, so dass der Konzern seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr angehoben hat. Operativ wurden 4,3 Milliarden Dollar im Quartal verdient, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

JP Morgan verdiente zwischen Juni und September netto 5,57 Milliarden Dollar, bleibt allerdings von hohen Rechtskosten in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar belastet. Die Markterwartungen wurden daher leicht verfehlt. Die Aktie, die zuvor schon gut gelaufen war, bewegt sich aktuell kaum.

Star des Nachmittages ist bisher die Citigroup, deren Nettoergebnis im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar kletterte. Die Aktie steigt aktuell 2,7 Prozent.

Wells Fargo, die dritte US-Großbank die heute Zahlen präsentierte, lag mit einem Nettoertrag von 5,6 Milliarden Dollar im Rahmen der Erwartungen. Offensichtlich hatten die Anleger aber mit mehr gerechnet, die Aktie gibt nach. Insgesamt zeigen die Zahlenaber deutlich, dass sich der US-Bankensektor weiter auf kräftigem Erholungskurs befindet. Eine Entwicklung, von der die europäische Konkurrenz derzeit wohl nur träumen kann. Der Dow-Jones-Index steht aktuell gut ein halbes Prozent im Plus.

Daimler mit starken Eckdaten

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am Vormittag hatte bereits der Daimler-Konzern mit vorläufigen Eckdaten für das dritte Quartal für Begeisterung an der Börse gesorgt. Anleger reagierten entzückt ob des von 1,6 auf 5,4 Milliarden Euro gestiegenen Free Cash Flows im Industriegeschäft. Der Free Cash Flow ist mit Blick auf die künftige Dividendenpolitik eines Konzerns die wohl wichtigste Kennziffer. Die Daimler-Aktie schnellte nach oben und ging mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent als Klassenbester durchs Ziel.

Markt muss sich austarieren

Die Märkte befinden sich derzeit an einer entscheidenden Stelle. Zwar hat sich gerade in Deutschland das fundamentale Umfeld zuletzt erheblich eingetrübt, wie auch der schwache ZEW-Index von heute bestätigt, eine Rezession ist aber unmittelbar auch nicht zu erwarten. Daher könnte auch in den kommenden Handelstagen angesichts der einsetzenden Berichtssaison ein volatiler Handelsverlauf bevorstehen. Die Daten aus Amerika und Daimler haben es heute vorgemacht.

Euro nach ZEW auf Talfahrt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro hat sich vom schwachen ZEW-Index den Tag über kaum erholt und steht bei aktuell 1,2663 Euro leicht über dem Tagestief, das bei 1,2640 Dollar lag. "Die Fallgeschwindigkeit wichtiger Frühindikatoren überrascht mittlerweile selbst Dauerpessimisten", kommentierte Experte Thomas Gitzel von der VP Bank. Außerdem war die Industrieproduktion der Eurozone im August unerwartet schwach ausgefallen und hatte den Euro ebenfalls unter Druck gesetzt.

Henkel: Merrill Lynch senkt den Daumen

Schwächster Wert im Dax war die Henkel-Aktie. Eine Abstufung durch Merrill Lynch lastete auf dem Aktienkurs. Die US-Investmentbank hat den Klebstoff-Titel von "Buy" gleich um zwei Stufen auf "Underperform" gesenkt. Das von 87 auf 73 Euro reduzierte Kursziel signalisiert ein Rückschlagpotenzial von rund fünf Prozent. Die Risiken aus dem Wirtschaftsumfeld seien nicht angemessen eingepreist, heißt es zur Begründung.

Telekom vergrault Käufer

Die T-Aktie verlor ebenfalls rund ein Prozent. Der französische Internet- und Telefonkonzern Iliad will T-Mobile US doch nicht mehr übernehmen. Die deutsche Konzernmutter und der Vorstand von T-Mobile US hatten das jüngste Iliad-Angebot von 36 Dollar je Aktie für 67 Prozent der Anteile abgelehnt.

Autowerte trotzen China-News

Autowerte und Zulieferer waren nach den Daimler-Zahlen die Gewinner des Tages. Und das obwohl Chinas Automarkt im September mit einem Plus von 2,5 Prozent so langsam gewachsen ist wie seit gut eineinhalb Jahren nicht mehr. Bei den Pkw gab es zwar 6,4 Prozent Wachstum – das lag aber deutlich unter dem bisherigen Jahresschnitt von gut 10 Prozent. Auch Infineon waren nach dem jüngsten Ausverkauf wieder gefragt und gehörten zu den besten Aktien im Leitindex.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Allianz: Alles neu macht der Dan

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Allianz-Tochter Pimco hat seit dem Weggang von Bill Gross damit zu kämpfen, dass Kunden ihr Geld abziehen. Der neue Investmentchef von Pimco Dan Ivascyn hat sich nun von seinem Vorgänger klar distanziert: Er bevorzuge einen Konsens bei Entscheidungen im Investmentausschuss der Allianz-Tochter. Gross hält dagegen von einem solchen "Mischmasch in der Mitte", einem "Konsens-Portfolio" überhaupt nichts.

Leoni rappelt sich auf

Im MDax war die Leoni-Aktie bester Wert. Damit schüttelten die Papiere eine Gewinnwarnung vom Vorabend ab, nachdem einige Analysten mögliche Sorgen in puncto künftiger Geschäftsentwicklung beiseite gewischt hatten. Der Autozulieferer kämpft mit Anlaufschwierigkeiten bei neuen Projekten seiner wichtigen Bordnetz-Sparte und muss sein Ergebnisziel zusammenstreichen. Statt 200 Millionen Euro erwartet der Vorstand vor Zinsen und Steuern (Ebit) nur noch mindestens 180 Millionen Euro.

Fuchs Petrolub: Verlierer der Euro-Schwäche?

Die Aktie von Fuchs Petrolub gehörte hingegen zu den Verlierern im MDax, auch wenn sich das Papier im Handelsverlauf vom Tagestief erholte. Die Privatbank Berenberg hat den Titel wegen des starken Dollar von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 31 auf 28 Euro gesenkt. Die durch den schwächeren Euro höheren Kosten für Rohstoffe dürften auf die Margen im zweiten Halbjahr und kommenden Jahr drücken, hieß es zur Begründung.

Analystenlob für United Internet

Auch im TecDax machten Analysten Kurse. Dort gehörte die Aktie von United Internet zu den besten Werten. Die Investmentbank Equinet hat den Titel nach der jüngsten Kursschwäche von "Accumulate" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel bei 38 Euro belassen. Der Internetdienstleister sei nach wie vor auf gutem Weg, seine Jahresziele zu erreichen oder diese sogar etwas zu übertreffen.

TLG Immobilien kommt wie geplant an die Börse

Damit will die auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Berliner Gesellschaft dem gegenwärtrig schwachen Börsentrend trotzen. Am Abend gab es Details der Transaktion, die schon morgen beginnen soll.

Geberit vor Milliardenübernahme

In der Schweiz plant der Sanitärtechnikkonzern Geberit eine Milliardenübernahme. Geberit will den finnischen Konkurrenten Sanitec für um gerechnet knapp 1,1 Milliarden Euro kaufen. Der Sanitec-Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären, das Angebot von 97 Kronen je Aktie anzunehmen. Die beiden Sanitec-Großaktionäre Sofia IV und Zeres Public Market Fund wollen das Angebot annehmen.

Luxus-Aktien im Ausverkauf

Die Mulberry-Aktie brach nach der zweiten Prognosesenkung innerhalb weniger Monate um knapp 25 Prozent ein und fiel auf ein Vier-Jahres-Tief. Mulberry hatte zuvor gewarnt, dass der Vorsteuergewinn des laufenden Geschäftsjahres deutlich geringer ausfallen werde als bislang erwartet. Der Versuch, sich auf höherpreisige Produkte zu konzentrieren, muss als gescheitert gelten.

Im Sog des Mulberry-Kurssturzes gaben Aktien des Konkurrenten LVMH nach. Die Gucci-Mutter Kering büßte gut ein Prozent ein.

Und auch um diese Luxus-Aktie war es nicht gut bestellt: Die Burberry-Aktie übernahm einem Minus von zeitweise 6,2 Prozent die rote Laterne im Londoner Auswahlindex FTSE. Die 158 Jahre alte und für ihre Karo-Muster bekannte Luxusgüterfirma hat vor rückläufigen Umsätzen gewarnt. Am Ende stand ein Minus von 3,8 Prozent.

Unterdessen setzte der überraschende Rücktritt des Firmenchefs Enrico Cavatorta Luxottica-Papieren erneut heftig zu. Die Aktien des weltgrößten Brillen-Herstellers, zu dessen Marken unter anderem Ray Ban gehört, fielen um mehr als acht Prozent auf ein Zehn-Monats-Tief.

rm

Stand: 14.10.2014, 20:15 Uhr

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