Marktbericht 18:00 Uhr

Marktbericht positiv

Dax erreicht 11.300 Punkte Anlauf zu neuen Höhen

Stand: 13.12.2016, 18:00 Uhr

Die Börse hat sich heute in Rekordlaune präsentiert. Die Erholung der Finanzwerte, allen voran denen aus Italien, hebt die Stimmung der Investoren. Reichlich Gesprächsstoff gibt es auch an der Wall Street.

Der deutsche Leitindex Dax hat sich heute ausgesprochen robust präsentiert und dabei im Handelsverlauf bei genau 11.300 Punkten ein neues Jahreshoch markiert.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.165,19
Differenz relativ
-0,31%

Am Nachmittag folgten die Anleger dabei der freundlichen Tendenz an der Wall Street. Zum Handelsschluss stand ein Tagesgewinn von 0,84 Prozent bei 11.284 Punkten an der Anzeigetafel. Das Tageshoch, gleichzeitig ein neues Jahreshoch, lag dabei bei genau 11.300 Zählern, im Tagestief notierte der deutsche Leitindex bei 11.191 Punkten.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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3.446,03
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-0,46%

Investoren hätten derzeit offenbar keine Angst vor größeren Rückschlägen, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Ein Rücksetzer sei aber überfällig. Dax und EuroStoxx50 haben in den vergangenen zehn Tagen jeweils etwa sieben Prozent zugelegt. Das ist für beide Indizes die größte Rally seit etwa fünf Monaten. Der europäische Auswahlindex legte heute mit 1,3 Prozent kräftiger zu als der Dax. Der stagnierende ZEW-Index für den Dezember, der am Vormittag veröffentlicht wurde, hatte kaum Einfluss auf das Marktgeschehen

Hoffnung für Italiens Banken

Geholfen hat auch, dass in der italienischen Bankenkrise um die Kapitalerhöhung der Großbank Unicredit eine Lösung konkreter wird. Italiens neuer Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat den mit Kapitalproblemen kämpfenden Banken zudem die Unterstützung seiner Regierung zugesichert. Diese sei zum Eingreifen bereit, um die Stabilität der Geldhäuser sichern und die Spareinlagen der Bürger zu schützen, sagte der bisherige Außenminister am Dienstag in seiner Antrittsrede vor dem Abgeordnetenhaus in Rom. Der europäische Stoxx-600-Bankenindex legte 1,2 Prozent zu.

Wall Street-Aufschwung nicht zu bremsen

Noch kräftiger als in Europa geht es derzeit in Amerika zur Sache, wo auf breiter Front immer neue Rekordstände zu vermelden sind. Der Leitindex Dow Jones marschiert stramm in Richtung 20.000 Punkte. Er erreichte im frühen Geschäft bei 19.915 Punkten sein bisheriges Rekordhoch und notierte aktuell nur leicht darunter. Ähnlich das Bild beim breiter aufgestellten S&P-500-Index, der mit 2.272 Punkten ebenfalls eine neue Bestmarke markierte. Mittlerweile zieht sogar die Technologiebörse Nasdaq mit, wo sowohl der Auswahlindex Nasdaq 100 (derzeit bei 4.950 Punkten) als auch der Composite-Index (bei 5.468 Punkten) auf Allzeithoch notieren.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.674,51
Differenz relativ
-0,35%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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2.425,55
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Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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5.790,91
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ARD-Börsenstudio: Ulla Hermann

Börse 17.00 Uhr

Nicht nur dass sich die Trump-Rally damit fortsetzt, auch die heute beginnenden Zinssitzung der Fed wirft ihre Schatten voraus. Dies, obwohl auch am langen Ende der Zinsstrukturkurve die Renditen anziehen und zehnjährige Staatsanleihen immerhin knapp 2,5 Prozent Rendite abwerfen. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte am Mittwoch gilt zwar als sicher, Börsianer warten aber gespannt auf die begleitenden Kommentare von Fed-Chefin Janet Yellen.

"Die Sitzung kann bedeutsamer sein, als es den Anschein macht", betonte Francois Rimeu, leitender Portfoliomanager beim Vermögensverwalter La Francaise. Die große Frage sei, ob Yellen für 2017 mehr als die allgemein erwarteten zwei Zinserhöhungen signalisiert.

Ölpreise konsolidieren auf hohem Niveau

Die Ölpreise schwankten heute lange auf erhöhtem Niveau um ihre Schlusskurse, um dann im späten Handel um rund ein Prozent ins Minus zu rutschen. Hintergrund des stabilen Marktes bleibt die Tatsache, dass zahlreiche Förderländer dem Ölkartell Opec folgen und Produktionskürzungen angekündigt haben. Experten bleiben aber skeptisch, ob die Förderdisziplin der politisch oft hoffnungslos zerstrittenen Länder letztlich durchgehalten werden kann. Zudem führen steigende Ölpreise regelmäßig auch zu einer höheren Ölförderung in den USA, was dann wieder dämpfend auf die Preise wirkt. Am Markt ist von solcher Skepsis aber derzeit nichts zu sehen. In Deutschland kosten Benzin und Heizöl so viel wie zuletzt im Juli 2015.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,66
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+3,47%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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48,44
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+2,98%

Euro behauptet die Marke von 1,06 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1762
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Die Gemeinschaftswährung hat die Marke von 1,06 Dollar heute verteidigt unmd notiert aktuell bei 1,0643 etwa auf dem Niveau zur Eröffnung am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0610 (Montag: 1,0596) US-Dollar fest. Auch der Devisenmarkt blickt auf die Fed-Sitzung, so dass es keine markanten Kursbewegungen gab.

Barclays drückt RWE, Tagessieger Merck

Schwächster Wert im Dax waren die Aktien von RWE. Da nun die Innogy-Beteiligung rund 70 Prozent des Unternehmenswertes von RWE ausmache, sei der Haupttreiber für das Rumpfgeschäft des Versorgers die konventionelle Stromerzeugung, schreibt Analyst Mark Lewis. 2017 und 2018 dürften die Gewinne sinken. Zudem lasse sich die Dividende nicht gut prognostizieren und es fehle an Klarheit im Hinblick auf die Unternehmensstrategie.

Auf der Gewinnerseite führten Merck am Ende das Feld der Dax-Mitglieder an, ohne das es neue Nachrichten gab. Die Gewinne gingen quer durch alle Branchen, auch Vonovia und VW Vorzüge legten zu. Bankaktien tendierten uneinheitlich.

Bayer: Monsanto-Aktionäre sind am Zug

Die Bayer-Aktie stieg 1,27 Prozent und damit stärker als der Markt. Nachdem das Management von Monsanto bereits im September seinen Widerstand gegen die Übernahme-Avancen aus Leverkusen aufgab und der verbesserten Offerte zustimmte, stimmten heute die Monsanto-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem Deal zu mit großer Mehrheit zu. Dies war so erwartet worden.

Allianz löst Ergo bei HVB ab

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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182,70
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Die Münchener HypoVereinsbank (HVB) vertreibt von 2018 an Versicherungen der Allianz. Der deutsche Marktführer löst damit nach 17 Jahren die zur Münchener Rück-Gruppe gehörende Düsseldorfer Ergo als Vertriebspartner der Bank ab, wie die neuen Partner am Dienstag mitteilten. "Ziel der Allianz ist es, mit dieser Kooperation unsere starke Marktposition weiter auszubauen", sagte Allianz-Deutschland-Chef Manfred Knof. Beide versprächen sich starkes Wachstumspotenzial im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Die HVB ist eine Tochter der italienischen Unicredit. Im Zuge des Sanierung der italienischen Bank sollen weitere 1.500 Stellen bei der Münchener Bank abgebaut werden, um die Kosten zu senken.

Easyjet zieht es in die EU

Der britische Billigflieger Easyjet will Anfang nächsten Jahres entscheiden, in welchem EU-Land er eine Fluglizenz beantragt. Dies sagte Deutschland-Chef Thomas Haagensen am Dienstag. Der Austritt Großbritanniens aus der EU berge die Gefahr, dass sich die Flugrechte ändern könnten, erklärte der Manager. So können britische Gesellschaften nach einem Brexit keine direkten Flüge mehr in der EU anbieten, ohne über Großbritannien zu fliegen. Wo man sich niederlassen werde, sagte er nicht.

Südzucker: Jetzt einsteigen?

Im MDax waren die Aktien von Südzucker gefragt und gingen mit einem Aufschlag von 4,91 Prozent als Tagessieger aus dem Handel. Das war der höchste Stand seit knapp sechs Wochen. Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe sah durch den jüngsten Kursrückschlag eine gute Einstiegschance. Südzucker-Papiere waren seit ihrem Hoch vom Oktober bei knapp 26 Euro bis Anfang des Monats um fast 20 Prozent zurückgefallen. Gabriel vermutet, dass bei den am 12. Januar anstehenden Ergebnissen für das dritte Geschäftsquartal die erhöhten Zuckerpreise erstmals positiv durchschlagen werden.

Scout 24: Aktionäre machen Kasse

Die Großaktionäre von Scout24 haben kurz vor Weihnachten noch einmal Kasse gemacht. Der Finanzinvestor Hellman & Friedman und die Deutsche Telekom verkauften zusammen mit einigen Managern der Online-Kleinanzeigenbörse über Nacht sieben Millionen Scout24-Aktien zu einem Preis von je 32 Euro, wie die beteiligten Banken am Morgen mitteilten. Damit nehmen sie insgesamt 224 Millionen Euro ein. Hellman & Friedman bleibt auch nach dem Verkauf größter Aktionär von Scout24. Der Streubesitz steigt mit der Platzierung auf mehr als 60 Prozent. Die im SDax notierte Aktie verlor rund sechs Prozent.

Neuer Verdacht gegen Wells Fargo

In Kalifornien wollen die Behörden neue Vorwürfe gegen die Großbank Wells Fargo prüfen, wonach Mitarbeiter des Instituts ohne Wissen von Kunden in deren Namen Versicherungsverträge mit Prudential Financial abgeschlossen. Die Versicherungsaufsicht Kaliforniens übernehme die Ermittlungen, erklärte deren Chef Dave Jones. Zuvor hatte Prudential Financial den Vertrieb von Lebensversicherungen durch Wells Fargo ausgesetzt, bis die Angelegenheit geklärt sei. Wells Fargo ist bereits wegen Phantomkonten in die Kritik geraten.

Google gibt Auto-Projekt auf

Die Google-Mutter Alphabet will laut einem Medienbericht die Entwicklung des eigenen selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale vorerst nicht weiter vorantreiben. Stattdessen solle es verstärkt um Kooperationen mit Autoherstellern bei traditionelleren Fahrzeugen gehen, schrieb der Silicon-Valley-Branchendienst "The Information" am Dienstag. Dadurch mache man sich Hoffnungen, bereits Ende 2017 einen kommerziellen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos an den Start zu bringen.

rm

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