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Marktbericht 20:15 Uhr

Marktbericht neutral

Dax kommt nicht voran

Angst frisst Seele auf

Stand: 30.11.2016, 20:15 Uhr

Die heimischen Anleger sorgen sich um die Zukunft Europas. Wichtige Abstimmungen stehen am Wochenende bevor, vor allem in Italien. Bis dahin tut sich nichts. Auch Impulse von der Wall Street helfen nicht.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.733,41
Differenz relativ
-0,47%

Der deutsche Aktienmarkt koppelt sich weiter von den internationalen Märkten ab. Während vor allem in Amerika die Börsenampeln überwiegend auf Grün stehen, bewegt sich unser Dax konsequent seitwärts. So auch heute, denn wer endlich auf etwas Bewegung am Aktienmarkt gehofft hatte, wurde mal wieder enttäuscht.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.543,68
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-0,34%

Der Dax verharrte auch zur Wochenmitte im Seitwärtstrend und beendete den Handel bei 10.640 Punkten nur 0,19 Prozent höher als gestern. Der deutsche Leitindex tendierte dabei in einer überschaubaren Spanne zwischen 10.606 und 10.691 Punkten. Insgesamt hat sich der Index im November kaum von der Stelle bewegt, er verlor 0,2 Prozent und damit etwas mehr als der EuroStoxx50-Index, der 0,1 Prozent auf 3.051 Punkte abgab.

Ölpreis und Dow Jones im Aufwind

Dabei war und ist Einiges los am letzten Tag des Monats - denn das Ölkartell Opec einigte sich auf eine Deckelung der Förderung, was den Ölpreis deutlich beflügelte und wieder an die Marke von 50 Dollar je Fass trieb. Zudem geht die Rekordjagd der Wall Street weiter, begünstigt auch durch gute Konjunkturdaten. Der Leitindex Dow Jones markierte bei 10.225 Punkten bisher ein neues Rekordhoch, ebenso wie der breiter gefasste S&P-500-Index bei 2.214 Punkten.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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45,45
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+0,32%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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42,96
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Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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21.394,76
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Der designierte Präsident Donald Trump hat derweil den ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin als neuen Finanzminister berufen. Der Milliardär Wilbur Ross soll neuer Handelsminister werden. Ross erklärte bereits, er erwarte eine Zinserhöhung der Fed im Dezember. Er kündigte zudem eine umfassende Steuerreform an.

Politik voraus, sorgen um den Patienten Europa

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt

Börse 20.15 Uhr

Aber die Anleger hierzulande interessiert das wenig, ihnen ist das europäische Hemd wichtiger als die internationale Jacke. Sie werfen bange Blicke auf die Präsidentenwahl in Österreich und die Verfassungsabstimmung in Italien am Wochenende. Fakt ist, dass der Patient Europa in diesem Jahr schwer niederliegt - ein weiterer Sieg europafeindlicher und populistischer Kräfte in Italien und Österreich könnte der europäischen Einigung schweren Schaden zufügen oder sogar endgültig den Gar ausmachen - und davor fürchten sich die Investoren am meisten.

US-Märkte uneinheitlich

Die US-Märkte tendieren derzeit wieder mal zweigeteilt. Während die Standardwerte weiter zulegen, verliert die Technologiebörse Nasdaq über ein halbes Prozent. Nach der Wahl Trumps geht damit der Kursverfall der Tech-Werte weiter, die allgemein nicht zu den Gewinnern der Wahl gezählt werden. Bei den Standardwerten steigen Ölaktien, Papiere von Fluggesellschaften fallen hingegen.

Überwiegend gute Nachrichten gab es von der Konjunkturseite. Die jüngsten Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP lagen ebenso wie der Chicagoer PMI deutlich über Erwartungen. Die Konsumausgaben fielen im Oktober jedoch mit plus 0,3 Prozent etwas schwächer aus als erwartet. Das Beige Book, der Konjunkturausblick der Notenbank, bewegt die Märkte kaum. Die Fed stellte fest, dass der Ausblick für die wirtschaftliche Aktivität positiv bleibe, was kaum überraschen konnte. Bei den Presien hätten einige Bezirke einen leichten Aufwärtsruck festgestellt.

Euro rutscht nach US-Daten ab

Die Gemeinschaftswährung wechselte im europäischen Handel mehrfach das Vorzeichen und rutschte am Nachmittag dann doch noch unter die Marke von 1,06 Dollar, mit der sie den ganzen Tag gekämpft hatte. Die guten US-Konjunkturdaten beflügeln den Dollar, zudem hat der neue Handelsminister Ross erklärt, die Fed werde im Dezember die Zinsen erhöhen. Aktuell notiert der Euro bei 1,0591 Dollar wieder etwas über seinem Tagestief bei 1,055 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1194
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Die am Vormittag veröffentlichten Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone bewegten den Devisenmarkt kaum. Die Inflationsrate in der Eurozone hat im November zwar den höchsten Stand seit April 2014 erreicht. Der Anstieg der Jahresrate auf 0,6 Prozent war jedoch von Ökonomen erwartet worden.

"Der dämpfende Effekt des Ölpreisrückgangs läuft allmählich aus, dennoch ist der Preisdruck in der Eurozone als gering zu bezeichnen", kommentierte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Es gebe keinen Grund für die EZB, von ihrer ultralockeren Geldpolitik abzuweichen, so der Experte weiter.

Linde/Praxair: Kommt die Mega-Fusion doch noch?

Unter den Einzelwerten im Dax stand die Linde-Aktie an der Spitze. Der US-Industriegase-Hersteller Praxair nimmt einen neuen Anlauf zum Zusammenschluss mit dem deutschen Konkurrenten. Die Amerikaner hätten einen "modifizierten Vorschlag" für eine Fusion unter Gleichen vorgelegt, bestätigte Linde am Dienstagabend Informationen eines Insiders. Der Linde-Vorstand prüfe den Vorschlag.

Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
171,15
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Praxair: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
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132,80
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+0,25%

Neue Gesichter im Siemens-Vorstand

Siemens baut seinen Vorstand um und holt einen Spitzenmanager vom IT-Riesen Cisco. Cedrik Neike solle ab April die Digitialisierungskompetenz des Konzerns als Vorstandsmitglied stärken, teilten die Münchner am Mittwoch mit. Der 43-Jährige übernehme zudem die Zuständigkeit für den asiatischen Markt und die Division Energiemanagement von Roland Busch, der Technologievorstand wird.

Zum gleichen Zeitpunkt kehrt Michael Sen von E.On zurück und soll die Global Services übernehmen und den Börsengang der Medizintechnik betreuen. Sein Amtsvorgänger Siegfried Russwurm verlässt Siemens im Frühjahr. Energietechnik-Chefin Lisa Davis wird neben ihrem Vorstandsposten auch US-Landeschefin. Der bisherige USA-Chef Eric Spiegel scheidet aus dem Konzern aus.

Klagende Aktionäre verbuchen Etappensieg gegen Telekom

Mehr als 16 Jahre nach dem dritten Börsengang der Deutschen Telekom haben klagende Kleinaktionäre einen juristischen Etappensieg gegen den Bonner Konzern erzielt. Das Oberlandesgericht Frankfurt gab den rund 16.000 Klägern anhand einer Musterklage am Mittwoch grundsätzlich Recht. Bis zu einer endgültigen Entscheidung über möglichen Schadenersatz müssen sie sich aber voraussichtlich weiter gedulden, weil wahrscheinlich noch der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigt wird. Die T-Aktie legte trotzdem rund ein halbes Prozent zu.

Lufthansa: Das hat Folgen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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18,63
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Die Lufthansa bekommt die anhaltenden Streiks ihrer Piloten auch im operativen Geschäft zunehmend zu spüren. Laut der "Bild" gebe es Rückmeldungen aus dem Lufthansa-Management, wonach die Buchungsrückgänge "deutlich spürbar sind". Zugleich sei die Kapazitätsauslastung auf den trotz des Streiks bedienten Langstreckenflügen erheblich gesunken auf zum Teil unter zehn Prozent. Das LH-Papier war schwächster Dax-Wert innerhalb einer Branche, die unter den gestiegenen Ölpreisen litt.

Allianz-Infrastrukturfonds vor Kauf von Windparks von PNE Wind

Ein Investmentfonds der Allianz steht kurz vor dem Kauf eines rund 300 Millionen Euro schweren Portfolios von Windparks in Deutschland. Der Betreiber PNE Wind teilte mit, der Verkauf eines 80-Prozent-Anteils an den Windpark-Projekten mit einer Leistung von zusammen 142,5 Megawatt (MW) an den Energie- und Infrastrukturfonds Allianz Renewable Energy II sei in der Schlussphase.

Gleichzeitig hielt die Allianz heute einen Kapitalmarkttag ab. Vorstandschef Oliver Bäte bemängelte, dass die Digitalisierung im Konzern zu langsam in Bewegung komme, gleichwohl würden hohe Summen in den digitalen Umbau investiert. Bis 2018 wird eine Eigenkapitalrendite von 13 (Ende September: 12,4) Prozent angepeilt. Der Gewinn je Aktie soll in den nächsten Jahren im Schnitt jeweils um fünf (3,5) Prozent steigen. Damit stiege dann auch die Dividende, denn die Allianz schüttet traditionell die Hälfte ihres Gewinns an die Aktionäre aus. im Moment gibt es zudem eine ungenutzte Kriegskasse von 2,5 Milliarden Euro, die an die Aktionäre zurückgegeben werden sollen, wenn keine andere Verwendung gefunden werden kann. Der Aktie half das alles nicht, das Papier verlor am Ende 0,4 Prozent.

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
173,90
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-0,57%

Rocket Internet verringert Verlust bei wichtigen Beteiligungen

Die Startup-Schmiede Rocket Internet sieht ihre Beteiligungen auf dem Weg in die schwarzen Zahlen. Der Umsatz ausgewählter Unternehmen stieg in den ersten neun Monaten um 30,6 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Die Rendite für den bereinigten Verlust (Ebitda-Marge) halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeittraum auf minus 17,5 Prozent.

DEAG setzt auf das vierte Quartal

Der Konzertveranstalter aus dem Prime Standard hat Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres ausgewisen. Wegen der Verschiebung zahlreicher Veranstaltungen ins Schlussquartal sank der Umsatz im Jahresvergleich von 146,3 auf 98,0 Millionen Euro. Die Verschiebung begründet DEAG mit den Großereignissen wie der Fußball-EM und den Olympischen Spielen.

Deag: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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2,52
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+2,19%

Trotz eines negativen Währungseffektes wegen des Pfundsturzes von 1,65 Millionen Euro verbesserte sich das Ebit von minus 11,6 auf minus 6,8 Millionen Euro. Sehr optimistisch ist das Unternehmen für das Schlussquartal, so dass erwartet wird, dass Jahr 2016 mit einem positiven Ebit abzuschließen. Auch für 2017 zeigte sich der Vorstand zuversichtlich. Die Aktie, die zuletzt Boden gut gemacht hatte, gab heute nach.

Bewegung im Kampf um Haldex

Im Kampf um den schwedischen Bremsenhersteller Haldex hat der deutsche Anteilseigner ZF Friedrichshafen, der gut 20 Prozent hält, am Abend seine Absicht erklärt, sich von seinen Anteilen zu trennen und sie an Knorr-Bremse zu verkaufen. Knorr bietet derzeit 125 Kronen für Haldex, womit das Unternhemen mit umgerechnet 560 Millionen Euro bewertet wäre. Auch ZF Friedrichshafen wollte die Schweden ursprünglich übernehmen, ist aber aus dem Rennen ausgestigen. Für Knorr steigen damit die Chancen, mehr als 50 Prozent der Aktien zu bekommen. Haldex ist umkämpft, weil deutsche Autozulieferer um die führende Stellung als Anbieter von Bremssystemen für autonom fahrende Nutzfahrzeuge kämpfen. Das Angebot gilt noch bis zum 5.Dezember.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 26. Juni

Unternehmen:
Keine Termine absehbar
Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, Juni, 10 Uhr
USA: Auftragseingang Langlebige Güter, Mai, 14:30 Uhr

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