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Börsentrend 11:40 Uhr
Nach der ESM-Entscheidung
Anleger sind zufrieden
Auch wenn die Mehrzahl der Markteilnehmer mit einer Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm gerechnet hatte: Der Dax baut nach der Verkündung seine Gewinne deutlich aus und springt zweitweise sogar über die nächste Hundertermarke.
Bis auf 7.410 Punkte ging es am späten Vormittag nach dem Richterspruch aus Karlsruhe hinauf. Am Mittag hat sich der Dax knapp ein Prozent über Vortagesschluss stabilisiert. Auch der Euro erhält weiter Rückenwind, die Gemeinschaftswährung kostet knapp 1,29 Dollar.
"Starkes Signal"
Das Bundesverfassungsgericht hat die Ablehnung der Eilanträge gegen den ESM mit der Auflage versehen, dass völkerrechtlich sichergestellt sein müsse, dass die Haftungsgrenze Deutschlands von 190 Milliarden Euro nur mit Zustimmung des Bundestages geändert werden kann. In ersten Reaktionen sprachen Experten von einem "starken Signal" für den Euro, nun könnten notwendige weitere Stabilisierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden.
Banken und Versicherer gefragt
Die größten Gewinne verbuchen nach der Gerichts-Entscheidung naturgemäß Papier der Banken und Versicherer im Dax. Spitzenreiter ist weiterhin die Aktie der Commerzbank, die mehr als fünf Prozent gewinnt. Papiere von Allianz und Münchener Rück sowie der Deutschen Börse gewinnen je knapp zwei Prozent. Die Deutsche Bank hinkt mit Plus einem Prozent ein wenig hinterher, allerdings hatten die Titel bereits am Vortag positiv auf die Verkündung der neuen Unternehmensstrategie reagiert.
Infineon-Aktien reagieren mit Verspätung auf eine Prognoseanhebung des US-Chip-Herstellers Texas Instruments.
Stahlwerte im Trend
Auch die Aktien von Thyssenkrupp im Dax und Salzgitter im MDax liegen klar in der Pluszone. Die Papiere nehmen den Schwung von Stahlaktien aus den USA und Japan auf, wo die Branchenvertreter US-Steel und Nippon Steel deutlich auf Analystenempfehlungen reagiert hatten.
Siemens fügt sich in Indien
Nur leicht im Plus und damit marktkonform werden Aktien des Münchener Elektronikkonzerns gehandelt. Siemens hat in Indien einen kleinen Teil seiner Tochtergesellschaft verkauft. Damit kommt das Unternehmen der Forderung nach, mindestens 25 Prozent der Firma in Streubesitz zu halten. Die verbleibende Dreiviertel-Mehrheit an Siemens Ltd. in Indien hat einen Wert von 2,5 Milliarden Euro.
Daimler mit Branchenmalus
Aktien des Autoherstellers liegen mit einem Prozent im Minus am Ende der Dax-Skala. Händler verweisen dazu auf Aussagen des US-LKW-Konzerns Paccar, der für Nordamerika mit einem Rückgang der Lastwagen-Produktion rechnet. Die Auftragslage für Nordamerika habe sich weiter verschlechtert.
Goldman mag FMC nicht mehr sehr
Weiter durch einen Analystenkommentar von Goldman Sachs belastet, tendiert die Aktie des Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care (FMC) leicht im Minus. Die Experten empfehlen die Anteilsscheine zwar noch zum Kauf "buy" bewertet, aber nicht mehr mit "conviction buy". Zudem wurde das Kursziel auf 67 Euro gekappt.
Fraport hui, Wacker pfui
Im MDax bilden die Aktien des Flughafenbetreibers und des Spezialchemiekonzerns die Extreme. Fraport-Papiere legen nach guten Verkehrszahlen um mehr als drei Prozent zu. Trotz des Streiks bei der Lufthansa hat der Flughafenbetreiber Fraport im August mit 5,6 Millionen Fluggästen einen neuen Passagierrekord in Frankfurt aufgestellt. Wacker-Aktien sinken um drei Prozent, nachdem sich Analysten nach einer Unternehmenspräsentation verhalten geäußert haben. In mehreren Geschäftsbereichen sehen die Experten nur mäßiges Wachstum.
Grammer freut sich über Auftrag
Papiere des Sitzherstellers aus dem SDax verbuchen Kursgewinne von mehr als vier Prozent. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen einen Auftrag der Bahn erhalten, bei dem in einem Zeitraum von drei Jahren 46.000 Sitze für Intercity-Züge geliefert werden sollen. Zahlen zum Auftragsvolumen nannte das Unternehmen aber nicht.
US-Daten und die Fed
Am Nachmittag könnten eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA den Börsenverlauf weiter bestimmen. Um 14.30 Uhr werden neue Im- und Exportpreise für den Monat August vermeldet, Lagerbestände und Umsätze aus dem Großhandel werden gegen 16 Uhr erwartet. Große Erwartungen richten sich aber weiterhin auf die Entscheidung der US-Notenbank am Donnerstag. Ein drittes Anleihe-Kaufprogramm zur Stimulierung der US-Wirtschaft (QE3) könnte dabei angekündigt werden.
Stand: 12.09.2012, 11:40 Uhr