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Marktbericht 20:00 Uhr

Daumen hoch für den Dax

Dax zurück auf Rekordkurs

Aktien bleiben des Investors Liebling

Stand: 09.04.2015, 20:00 Uhr

Nur noch rund 50 Punkte trennen den Dax vom Allzeithoch. Für den Aktienmarkt ist der Anlagenotstand der Investoren das wichtigste Antriebsmittel. Der wieder schwächere Euro weckt zudem die Hoffnung auf Konjunkturfortschritte, auch das schiebt den deutschen Leitindex kräftig an.

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Börse 19.00 Uhr

Der Dax schloss mit einem Plus von 1,1 Prozent auf dem Tageshöchststand von 12.166,44 Punkten - ein Stärkesignal. Der Late Dax stieg um 1,1 Prozent auf 12.175,51 Zähler. "Neue Allzeithochs jenseits der Marke von 12.219 Punkten sind weiter jederzeit möglich", meinen die technisch argumentierenden Fachleute von HSBC. "Gestützt wurde der Deutsche Aktienindex heute einzig von einem wieder schwächeren Euro, der zum ersten Mal seit dem 20. März wieder unter die Marke von 1,07 US-Dollar abtauchte", kommentiert Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets.

Bank of England bleibt großzügig

"Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Dax seine relative Stärke gegenüber den US-Indizes ausbauen", meint der Experte. Der Dow Jones pendelte am Abend entlang seines Vortagesniveaus. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 3.781,79 Punkten. In Paris kletterte der CAC 40 um 1,4 Prozent auf 5.208,95 Punkte auf den höchsten Stand seit Januar 2008.

FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Jahr
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Der Londoner FTSE 100 schaffte wieder den Sprung über die Marke von 7.000 Punkten. Er verabschiedete sich mit plus 1,1 Prozent auf 7.015,36 Punkte aus dem Handel. Die Geldpolitik im Vereinigten Königreich bleibt locker. Der Leitzins bleibe auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent, teilte die Bank of England mit. Dort liegt er seit März 2009.

Beklagenswerte Umlaufrendite

Die Fachleute von Metzler haben sich in einer aktuellen Studie mit dem Potenzial des deutschen und europäischen Aktienmarkts befasst: Das weitere niedrige Zinsumfeld in der Eurozone wirke sich mittel- bis langfristig zwar weiterhin günstig aus, doch deuteten die zurzeit stagnierenden Gewinnschätzungen gekoppelt mit einer ambitionierten Bewertung auf stärkere Schwankungen und mögliche Rückschläge hin, lautet ihre Einschätzung.

Aber soweit sind wir im Moment offenbar noch nicht. Schließlich hat der potentielle Krisenherd Griechenland heute fristgemäß einen Kredit von rund 450 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. Selbst der durchwachsene Start in die US-Berichtssaison hielt die Investoren nicht vom Aktienkauf ab. Was sollen sie auf mittlere Sicht auch sonst tun, wenn beispielsweise die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere heute bei 0,13 Prozent lag.

Umlaufrendite: Kursverlauf am Börsenplatz BUBA für den Zeitraum 1 Jahr
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Vor einem Jahr hatte sie noch rund 1,3 Prozent erreicht. Den Grundstock eines Vermögens hätte man damit natürlich auch nicht aufbauen können. Trotzdem zeigt der Vergleich, was das Wort Anlagenotstand bedeutet, wenn der Dax allein seit Jahresbeginn 23 Prozent zugelegt hat. Wie sich die Niedrigzinsen nach Berechnungen der DZ Bank für den Sparer auswirken, können Sie hier nachlesen.

Autowerte wieder obenauf

Besonders gefragt waren die Titel der Autobranche: BMW, Continental und Volkswagen gehörten zu den stärksten Titeln, nachdem sie gestern nicht gerade zu den Günstlingen der Anleger gezählt hatten.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Merck kommt in der Forschung voran

Merck: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat für das Krebsmedikament Avelumab die dritte klinische Erprobungsphase begonnen. Avelumab soll zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms getestet werden. Das Mittel gilt als ein sehr großer Hoffnungsträger für Merck.

SocGen sieht Deutsche Bank kritisch

Die französische Großbank Société Générale (SocGen) belässt Deutsche Bank auf "Sell" mit einem Kursziel von 23 Euro. Die Aktie gehörte zu den schwächeren Werten. Die schwache Kapitalausstattung des Geldhauses könnte eine weitere Kapitalerhöhung nach sich ziehen, schrieb Analyst Andrew Lim. Zudem könnten die Strafzahlungen aus Rechtsstreitigkeiten deutlich höher als erwartet ausfallen.

In der kommenden Woche werden übrigens die US-Banken in die Quartalssaison einsteigen, die ja für den deutschen Branchenprimus nach eigenen Aussagen der Vergleichsmaßstab sind. Den Auftakt machen am Dienstag JPMorgan und Wells Fargo. Am Mittwoch folgen die Quartalsbilanzen der Bank of America, am Donnerstag berichten Citigroup und Goldman Sachs. Morgan Stanley folgt am 20. April.

Rheinmetall: "Rüstungsgeschäft mit Überraschungspotenzial"

Rheinmetall-Aktien führten den MDax an. Seit Mitte November vergangenen Jahres entwickeln sich die Papiere besser als der Index. Während Rheinmetall-Papiere rund 55 Prozent zulegten, verbesserte sich der MDax um gut 31 Prozent. Gestern hatte Analyst Michael Raab von Kepler Cheuvreux mit 52 Euro noch Potenzial signalisiert und eine Kaufempfehlung ausgesprochen.

Raab hob vor allem das Überraschungspotenzial des in den vergangenen Jahren eher problematischen Rüstungsgeschäfts positiv hervor - für die Menschen, die in den zahlreichen Krisengebieten der Welt leben müssen, eine böse Überraschung.

Stada mit neuer Fantasie

Auch Aktien des Pharmaunternehmens Stada liefen im MDax deutlich überdurchschnittlich. Der amerikanische Generikahersteller Mylan will den irischen Konkurrenten Perrigo für 29 Milliarden Dollar übernehmen. Auch Stada gilt immer mal wieder als ein mögliches Übernahmeziel in der zersplitterten Branche.

Dividendenerhöhung bei Stratec

Stratec Biomedical: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Labor- und Biotechzulieferer Stratec Biomedical hebt seine Dividende an. Das im TecDax notierte Unternehmen schüttet für 2014 an seine Aktionäre 70 Cent je Aktie aus. Das sind 10 Cent mehr als im Vorjahr. Das ist die elfte Erhöhung der Ausschüttung in Folge.

Thieles Vossloh-Vorstoß versackt

Vossloh-Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele hat mit seiner Übernahmeofferte kaum Aktionäre gewonnen. Nach Ablauf der Annahmefristen halte er 30,21 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte, teilte seine Gesellschaft KB Holding mit. Der Knorr-Bremse-Eigner hatte im Januar den Vossloh-Aktionären ein Übernahmeangebot in Höhe von 48,50 Euro je Aktie unterbreitet. Damals hielt er 29,99 Prozent an dem Bahntechnikkonzern. Aktuell wird die im Kleinwerteindex SDax gelistete Aktie mit mehr als 57 Euro gehandelt - deutlich über der Offerte.

Patrizia ist gesucht

Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat Patrizia Immobilien auf "Kaufen" hochgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 19,00 Euro angehoben. Seine Kurszielerhöhung reflektiere das weiter gesunkene Zinsniveau sowie die gestiegenen Bewertungen vergleichbarer Unternehmen, schrieb Analyst Georg Kanders. Das neue Votum begründete er mit dem auf mehr als zehn Prozent gestiegenen Aufwärtspotenzial der Aktie.

Rekordwerte bei Mutares

Mutares hat nach vorläufigen Zahlen das Geschäftsjahr 2014 mit Rekordwerten bei Umsatz, operativem Ergebnis, liquiden Mitteln und Eigenkapital abgeschlossen. Der Umsatz sei um 86,7 Prozent auf den Rekordwert von 648,1 Millionen Euro gestiegen. Das operative Ergebnis (Ebitda) im Konzern stieg deutlich auf 30,9 Millionen nach 5,9 Millionen Euro im Vorjahr - laut Mitteilung der höchste Wert der Konzerngeschichte.

Zement-Hochzeit mit neuem Chef

Die Zementkonzerne Holcim und Lafarge haben sich nun auf einen gemeinsamen Chef geeinigt. Der gegenwärtige Lafarge-Manager Eric Olsen soll den Chefsessel nach der Fusion übernehmen. Die Schweizer Holcim hatte sich gegen den langjährigen Lafarge-Lenker Bruno Lafont als Boss ausgesprochen.

Holcim: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Lafarge: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Wird Burberry gekauft?

Die Aktie heute schon, aber die Frage ist, was aus dem Unternehmen wird. Die Aktien des Luxusgüterherstellers stiegen in London deutlich an und zäööhlten zu den stärksten Werten im Londoner FTSE 100. Die britische "Daily Mail" hatte berichtet, ein US-Rivale oder eine Fondsgesellschaft könnten für Burberry bieten. Burberry kommentierte die Spekulationen nicht. Der traditionsreiche Hersteller von Mänteln und Taschen wird in der nächsten Woche Geschäftszahlen veröffentlichen, was die Kauflaune eher etwas dämpfe, sagte ein Händler.

Intel und Altera brechen ab

Der US-Chiphersteller Intel lässt laut einem Medienbericht doch die Finger vom Wettbewerber Altera. Die Verhandlungen seien beendet worden, weil die Parteien sich nicht auf einen Preis hätten einigen können, berichtete der Sender CNBC unter Berufung auf Insider. Damit kommt der auf mehr als zehn Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) taxierte Deal wohl doch nicht zustande.

LinkedIn kauft zu

Das Karriere-Netzwerk LinkedIn will die Online-Schulungsplattform Lynda.com schlucken, wie LinkedIn mitteilte. Die Firmen hätten sich auf einen Kaufpreis von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar geeinigt. 52 Prozent des Preises werde LinkedIn in bar und den Rest in eigenen Aktien zahlen. Lynda.com wurde vor allem in den USA durch einfache Video-Lehrgänge zu zahlreichen Computerprogrammen bekannt. Lynda.com bietet dazu Sprachkurse und andere Lernprogramme im Internet. Zur Zielgruppe gehören auch Geschäftsleute und Unternehmen. Das Portal passt damit gut zu LinkedIn, dem nach eigenen Angaben mit 300 Millionen Mitgliedern größten Business-Netzwerk weltweit.

Übernahmespekulationen treiben Berlusconi-Firma

Mediaset sind auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen. Der vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Medienkonzern könnte nach Ansicht der Analysten von Mediobanca "eine interessante strategische Option" für Vivendi sein. Sie bekräftigten das "Outperform"-Rating. Am Mittwoch hatten Insider davon gesprochen, dass Vivendi zum Ausbau seines TV-Geschäfts ein Auge auf Sky geworfen habe und für eine Übernahme bis zu 38 Milliarden Euro zu zahlen bereit sei. Der Konzern wies ein Interesse an den Briten zuletzt jedoch zurück. Allerdings denke Vivendi über Geschäfte nach, die das Unternehmen neu ausrichten könnten, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine der "Financial Times".

ts

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Tagestermine am Montag, 27. April

Unternehmen:
Cat Oil:Jahresabschluss 2014 Uhr
Swiss Life: Generalversammlung
Canon: Q1-Zahlen
Apple: Q2-Zahlen, nach Börsenschluss
Konjunktur:
D: Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IM), 10:30 Uhr
GB: CBI-Umfrage Auftragseingang Industrie, April, 12 Uhr

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