Seitenueberschrift

Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ

Dax bröckelt wieder

Achterbahnfahrt dauert an

Der Dax ist auch am Mittwoch wieder an der 10.000-Punkte-Marke abgeprallt. Zwar schaffte er mit Rückendeckung des Europäischen Gerichtshofes ein Tageshoch von 9.963 Zählern, doch dann sorgten Konjunktursorgen für eine Rolle rückwärts.

Selbst die Aussicht auf mehr Liquidität und ein breitangelegtes Kaufprogramm durch die EZB konnte die Nervosität der Anleger nicht bremsen. Schlechter als erwartet ausgefallene Umsätze des US-Einzelhandels im Dezember schafften es den Dax binnen einer Stunde auf ein Tagestief von 9.768 Punkte zu drücken.

Dass der Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 0,9 Prozent im Kontext des robusten Vormonats und rückläufiger Benzinpreise gesehen und folglich relativiert werden muss, spielte dabei keine Rolle.

Sorgen um die Weltwirtschaft

Zu groß ist die Sorge um eine schwächelnde Weltwirtschaft. Glaubt man den Ökonomen der Weltbank, hat sich die Weltwirtschaft nämlich noch immer nicht vollständig von der Finanzkrise erholt. Für das laufende Jahr korrigierte die Organisation ihre Schätzung für das Wirtschaftswachstum von 3,4 auf 3,0 Prozent herunter. Im vergangenen Jahr hatte die Weltwirtschaft um 2,6 Prozent zugelegt, zuvor waren die Ökonomen noch von 2,8 Prozent ausgegangen. Damit setze sich ein "Muster enttäuschender Ergebnisse" fort, hieß es.

Hoffen auf die Quartalsberichtssaison

Nach der Enttäuschung über die schwachen US-Daten schöpfen die Anleger zwar wieder etwas Mut, so dass sich der Dax erholen kann. Zeitweise reduziert der Leitindex seine Verluste auf nur noch 40 Punkte. Doch erneut sinkende Kurse an der Wall Street schicken auch den deutschen Leitindex wieder auf Talfahrt. Am Ende geht der Dax bei 9.817 Zählern aus dem Handel, 1,25 Prozent oder 124 Zähler weniger als am Dienstag.

Schon warnen einige Analysten vor weiteren Rückschlägen. Vor allem die technische wichtige Marke von 9.600 Punkten sollte nicht unterschritten werden. Sonst drohe ein Rückgang auf 9.000 Punkte. Dabei hoffen sie auf die am Donnerstag anstehenden US-Konjunkturindikatoren wie den Empire State Index sowie auf eine robuste Quartalsberichtsaison.

Doch auch an der Wall Street ist die Zeit der Rekorde erst einmal vorbei. Aus Furcht vor einer schwächeren Weltkonjunktur verliert der Dow Jones Index bis zum Börsenschluss in Frankfurt am abend gut 300 Punkte (1,72 Prozent) und notiert bei 17.310 Zählern.

Euro auf tiefstem Stand seit neun Jahren

Auch der Euro fährt Achterbahn. Nach dem Start bei 1,1811 Dollar, ist die Gemeinschaftswährung nach Bekanntgabe der EuGH-Entscheidung auf 1,1726 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit rund neun Jahren. Danach kommt es zu einer Gegenbewegung über die Marke von 1,18 Dollar, bevor es am Nachmittag wieder bergab geht. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Euro bei 1,1780 Dollar.

Auch für den Ölpreis geht es weiter nach unten. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 2,1 Prozent auf 45,59 Dollar je Fass, US-Leichtöl WTI wurde mit 45,12 Dollar 1,7 Prozent niedriger gehandelt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.1287
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.36%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
52.64
Differenz absolut
3.50
Differenz relativ
+7.12%

JP Morgan und Wells Fargo mit durchwachsenen Zahlen

Die größte US-Bank JPMorgan schwächelt. Im vergangenen Jahr steigerte das Institut zwar seinen Überschuss um fast 22 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar. Im Schlussquartal blieb das Geldhaus aber deutlich hinter den Erwartungen zurück - die Aktie rutscht um drei Prozent ab. Dagegen hat der auf Privatkunden spezialisierte Wettbwerber Wells Fargo den Gewinn auch im vierten Quartal weiter steigern können. Das Institut meldete am Mittwoch einen Nettoprofit von 5,7 Milliarden Dollar für das Schlussquartal - zwei Prozent mehr als Vorjahreszeitraum.

Konjunktursensible Titel leiden

Im Dax setzt die Furcht vor einer schwächelnden Weltwirtschaft vor allem konjunktursensiblen Werten zu, allen voran dem Stahlhersteller ThyssenKrupp. Dabei sieht sich das Unternehmen weiter voll auf Kurs. Vorstandschef Heinrich Hiesinger sagte am Mittwoch in Berlin, ungeachtet der aktuellen Aktienkursentwicklung liege das Unternehmen sowohl für das erste Quartal als auch für das Gesamtjahr 2015 "voll auf Kurs". Im MDax verlieren die Aktien der Kupferhütte sowie der Stahlhändler Klöckner überdurchschnittlich. Aurubis leidet unter dem Verfall der Kupferpreise, die auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 5.353,25 Dollar je Tonne gesunken sind.

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.09
Differenz absolut
0.46
Differenz relativ
+2.06%

Commerzbank abgestuft

Auch die Commerzbank-Aktie muss überdurchschnittlich abgeben. Grund ist eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs. Die Debatte um die Kapitalausstattung der Bank werde sich intensivieren, hieß es in einem Kommentar. Das Kursziel senkte die Bank von 12,40 auf 10,30 Euro.

Deutsche Bank in den Miesen und bald ohne Privatkunden?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.80
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.02%

Zu den schwächsten Werten im Dax gehören auch die Titel der Deutschen Bank. Das Institut leidet unter negativen Analysteneinschätzungen, wonach der deutsche Branchenprimus im vergangenen Jahr in die Verlustzone gerutscht ist. Die Bank droht zudem, ihr Privatkundengeschäft auszulagern und an die Börse zu bringen, falls sich die Bundesregierung für eine harte Trennung zwischen Einlagengeschäft und Investmentbanking entscheidet.

BMW ausgebremst

Auch die BMW-Aktie wird heute ausgebremst. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat die Papiere auf "Underperform" heruntergestuft. Nach fünf Jahren Vormachtstellung bei Motoren und Modellen würden die Münchener nun durch den Konkurrenten Mercedes überholt. Außerdem gerieten die BMW-Preise damit zunehmend unter Druck, hieß es.

Ströer empfohlen

Im SDax profitiert die Aktien des Außenwerbespezialisten Ströer von Empfehlung. Goldman Sachs hat das Kursziel für Ströer von 25 auf 29 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die TV-Konzerne und Werbeunternehmen dürften 2015 von höheren Verbraucherausgaben profitieren, begünstigt durch gesunkene Rohstoffpreise und niedrige Zinsen, hieß es zur Begründung.

Apple belastet GoPro

Aktien des Actionkamera-Herstellers GoPro brachen am Dienstag um bis zu 15 Prozent ein. Apple hat von der US-Patent- und Markenbehörde ein Patent für ein Kamerasystem zugesprochen bekommen, das sich an Fahrradhelmen und Taucherbrillen anbringen lässt. Ebensolche Produkte bietet GoPro an.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
105.60
Differenz absolut
1.09
Differenz relativ
+1.05%

Tesla hat Großes vor

Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla will seine Produktion bis zum Jahr 2025 auf "mindestens einige Millionen pro Jahr" steigern, sagte Unternehmenschef Elon Musk am Dienstag auf der Detroit Motor Show. Tesla werde voraussichtlich bis 2020 keine Gewinne schreiben. "Wir könnten jetzt Geld verdienen, wenn wir nicht investieren würden", sagte Musk.

lg

Stand: 14.01.2015, 20:02 Uhr

Tagestermine am Montag, 2. Februar

Unternehmen:
Julius Bär: Jahreszahlen
Ryanair: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
ExxonMobil: Q4-Zahlen.

Konjunktur:
EU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (endgültig), 11:00 Uhr
USA: Private Einkommen und Ausgaben Dezember, 14:30 Uhr ;
ISM Verarbeitendes Gewerbe Januar, 16:00 Uhr:
Bauausgaben Dezember, 16:00 Uhr.

Darstellung: