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Interview

O2 und E-Plus vor Zusammenschluss

"Es gibt ein Risiko für höhere Preise"

Equinet-Analyst Adrian Pehl zufolge werden E-Plus und O2 von dem geplanten Zusammenschluss klar profitieren. Für Kunden kann die Netzabdeckung verbessert werden. Weniger Wettbewerb im deutschen Markt kann allerdings für Kunden auch zu steigenden Mobilfunk-Tarifen führen.

boerse.ARD.de: Herr Pehl, durch die Fusion von E-Plus mit O2 sollen Milliarden Euro an Synergien gehoben werden. Heißt das konkret, es wird in Zukunft nur noch eines der beiden Netze genutzt?

Pehl: Ich gehe davon aus, dass sich O2 und E-Plus sehr genau anschauen werden, wer in welcher Region die beste Abdeckung hat, bis hin zu einzelnen Sendemasten. Ziel dürfte es sein, das gemeinsam genutzte Netz optimal auszulegen. Am Ende dieses Prozesses dürfte aber sicher ein Netz stehen und nicht zwei.

boerse.ARD.de: Eine solche Integration wird aber auch erst einmal Kosten verursachen.

Pehl: Sicher. Vor allem in der Verwaltung wird aus meiner Sicht der Headcount deutlich zurückgefahren werden, damit sind auch Kosten verbunden.

boerse.ARD.de: Wird sich die Qualität aus Sicht der Nutzer beider Mobilfunk-Netze verbessern oder eher gleichbleiben?

Pehl: Besonders E-Plus-Kunden dürften künftig in den Genuss der etwas besseren Netzabdeckung durch O2 kommen. Wichtig ist auch, dass O2 sich 800 Megahertz-Lizenzen gesichert hat. Damit können nun beide vom Ausbau des neuen, schnelleren LTE-Mobilfunkstandards profitieren.

boerse.ARD.de: Weniger Wettbewerb im deutschen Mobilfunk-Markt, heißt das auch höhere Preise?

Pehl: Es gibt zumindest eine Tendenz in dieser Richtung, das sehen wir auch in anderen europäischen Märkten, in denen weniger Wettbewerber vertreten sind. Der Kursanstieg bei der Telekom-Aktie heute ist wohl auch auf diese Erwartung zurückzuführen.

Das Gespräch führte Andreas Braun.

Stand: 23.07.2013, 11:43 Uhr

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