Für 2010 rechnet Eon mit einem stagnierenden oder bestenfalls um drei Prozent steigenden Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Für das kommende Jahr sieht es ganz vage aus: "Ungewissheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen, währungsbezogenen, regulatorischen, technischen und wettbewerbsbezogenen Entwicklung" führt Eon dafür ins Feld, dass eine Prognose für 2011 gar nicht in Erwägung gezogen wurde.
Zusammen mit den leicht enttäuschenden Ergebnissen des Jahres 2009 war das nicht ganz das, was Analysten und Anleger erwartet hatten. Die Eon-Aktie verlor frühen Handel, schaffte es aber am späten Vormittag knapp ins Plus.
Gewinne und Umsätze schrumpfen
Die Bilanz 2009 konnte zwar mit einem rasanten Anstieg des Nettoüberschusses von 1,61 auf 8,65 Milliarden aufwarten. Doch der Vergleichszeitraum war durch milliardenschwere Abschreibungen auf Beteiligungen in Südeuropa und auf das US-Geschäft belastet gewesen. Unter Ausklammerung dieser Effekte lag der Gewinn im vergangenen Jahr bei 5,33 Milliarden Euro. Dies ist ein Rückgang um knapp fünf Prozent und erreicht gerade noch so die untere Spanne, die das Unternehmen zuletzt selbst genannt hatte. Experten hatten hier 5,43 Milliarden Euro erwartet.
Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag Eon mit einem Rückgang um 2,3 Prozent auf 9,65 Milliarden Euro ebenfalls unter den Analystenerwartungen. Sie hatten im Schnitt mit 9,84 Milliarden Euro gerechnet.
Gaslieferverträge als Ballast
Der Umsatz verfehlte schließlich die Experten-Prognosen um glatt eine Milliarde Euro. Er ging vor allem wegen schwachen Gasgeschäfts von 86,75 auf 81,82 Milliarden Euro zurück. Im Gasbereich hatte Eon im vergangenen Jahr mit einem gesunkenen Absatz und niedrigeren Verkaufspreisen zu kämpfen. Da es beim Einkauf aber an längerfristige Lieferverträge und Einkaufspreise mit dem russischen Gas-Riesen Gazprom gebunden war, konnte es diesen Preisdruck zunächst nicht weitergeben.
Ein zweites Feld für Unsicherheiten bleibt auch im laufenden Jahr die "Entflechtung" des globalen Konzerns Eon. Der Konzern will weitere Beteiligungen und Tochter-Unternehmen anstoßen, so etwa das Gasnetz in Italien oder das Endkundengeschäft im Mittleren Westen der USA. 2009 kamen bereits die Stadtwerke-Holding Thüga und das Höchstspannungsnetz in Deutschland unter den Hammer.
Aktie nur dank Dividende attraktiv
Die Eon-Aktie hat sich unter dem Druck der vielen Baustellen im laufenden Jahr schlechter als der Dax entwickelt. Seit Jahresbeginn liegt der Titel fast acht Prozent im Minus, der Vergleichsindex hat fast vier Prozent zugelegt. Immerhin versüßt Eon den Anlegern weiterhin das Leben mit einer überdurchschnittlichen Dividende. Sie soll stabil bei 1,50 Euro je Aktie bleiben, damit ergibt sich eine Dividendenrendite von fast sechs Prozent.
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