Auf Jahressicht hätte jedes einzelne der zehn umsatzstärksten Merck-Produkte die Umsatz-Schwelle von einer Milliarde Dollar überschritten, unterstrich Clark bei Vorstellung. Damit waren alle diese zehn Produkte Blockbuster vom Asthmamittel Singulair über das Nasensprax Nasonex sowie die Cholesterinsenker Zetia und Vytorin bis hin zum Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff Gardasil.
Umsätze über Erwartungen
Insgesamt beliefen sich die Umsätze des US-Pharmariesen und Dow-Jones-Mitglied im vierten Quartal 2009 auf 10,1 Milliarden US-Dollar. Damit schlug sich Merck weit besser als am Markt erwartet, Analysten hatten lediglich Erlöse in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar auf ihren Zetteln.
Beim Gewinn vor Sonderposten unter anderem im Zusammenhang mit der Fusion mit Schering Plough traf Merck hingegen mit 79 Cent je Anteilsschein die Markterwartungen.
Gigantischer Schering-Plough-Effekt
Die Anfang November abgeschlossene 41 Milliarden Dollar schwere Übernahme tat der Bilanz sichtlich gut: Das Nettoergebnis inklusive Schering Plough schoss im vierten Quartal auf 6,5 Milliarden Dollar oder 2,35 Dollar je Aktie. Vor einem Jahr hatte Merck alleine nur einen Gewinn von 1,64 Milliarden Dollar verbucht.
Ob dieser Zahlen zieht die Merck-Aktie im vorbörslichen US-Handel kräftig an und notiert 1,6 Prozent über ihrem Vortagesschlusskurs von 36,92 Euro.
Wenn Hoffnungsbringer enttäuschen
So groß die Freude über die überraschend guten Zahlen am Markt auch sein mag: Ein genauerer Blick in die Bilanz offenbart auch weniger schöne Details. So schwächelte ausgerechnet der Merck-Hoffnungsbringer Gardasil.
Der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs kann an seine frühen Erfolge und rasant wachsenden Umsätze nicht mehr anknüpfen, im vierten Quartal gingen die Erlöse um drei Prozent zurück auf 277 Millionen Dollar.
Kostenreduktion statt organisches Wachstum
Zudem muss Merck in absehbarer Zeit den Patentablauf zweier Erfolgsmedikamente, des Blutdrucksenkers Cozaar und des Asthma-Medikaments Singulair, verkraften. Ein organisches Wachstum dürfte da schwer fallen.
Eine um so wichtigere Roll spielen daher Kostensenkungsprogramme: Hier konnte Merck die Anleger beruhigen, an den Sparzielen im Zuge der Übernahme wolle man festhalten, hieß es am Dienstag. Unter anderem will der Konzern bis Ende 2012 etwa 15 Prozent der Stellen abbauen.
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