Mit einem Plus von mehr als 60 Prozent während der vergangenen sechs Monate gelang dem Titel eine deutliche Outperformance: Der Vergleichsindex MDax legte im gleichen Zeitraum lediglich knapp 15 Prozent zu. Für die Gerresheimer-Aktie zeigt der Trend weiter nach oben, notiert sie doch deutlich oberhalb der 200- wie der 38-Tage-Linie.
Die Aktie war Anfang Februar aus ihrem Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen und hatte damit ein technisches Kaufsignal gesandt, das sie bis auf 27,00 Euro in der Spitze getragen hatte. Dieses Verlaufshoch gilt es nun, erneut zu knacken.
Zahlen besser als erwartet
Doch am Dienstag reicht es nur für einen kleinen Aufschlag auf 25,75 Euro. Der Hersteller von Spezialverpackungen und Medizintechnik hatte am Nachmittag eine leicht besser als erwartet ausgefallene Jahresbilanz vorgelegt.
Danach erreicht der Konzernumsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr (per Ende November) die Marke von 1,0 Milliarde Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um knapp zehn Prozent auf 185,9 Millionen Euro zurück. Analysten hatten einen drastischeren Einbruch auf 179 Millionen Euro befürchtet.
aber Dividende gestrichen
Dank einer frühzeitigen Anpassung der Produktionskapazitäten und Kostensenkungen hatte es Gerresheimer geschafft, eine operative Marge von 19,2 Prozent zu erzielen und damit die eigene Prognose von rund 18,5 Prozent zu übertreffen.
Nicht zuletzt kletterte das Konzernergebnis wegen geringerer Einmalaufwendungen deutlich von 4,5 auf 7,0 Millionen Euro. Trotzdem sollen die Aktionäre auf eine Dividendenzahlung verzichten.
Tal schon durchschritten?
Die Deutsche Bank sprach bereits im Vorfeld der Zahlenvorlage von einem schwierigen Jahr 2009 für den Konzern: So hätten die Pharmahersteller ihre Läger stärker als erwartet geräumt, zudem sei die Nachfrage nach Kosmetik schwach gewesen, und es habe Reparaturbedarf an Anlagen und Verzögerungen beim Anlauf gegeben. Das Schlimmste dürfte der Konzern nun aber hinter sich haben.
Danach sieht es in der Tat aus vorausgesetzt, die zuversichtliche Unternehmensprognose trifft wirklich zu. "Die negativen Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise sollten allmählich abklingen und es ist mit einer Belebung der Nachfrage zu rechnen", so der MDax-Konzern.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzplus von zwei bis vier Prozent und einer leicht verbesserten operativen Marge von rund 19,5 Prozent.
Rochade an der Spitze
Darüber hinaus nahm der Konzern einen Führungswechsel vor. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Axel Herberg verzichtete auf eine Neubestellung und scheidet zum 22. Juni aus. Der Aufsichtsrat bedauert dies außerordentlich. Als Nachfolger wurde Uwe Röhrhoff nominiert.
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