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Meldung


17.11.2009 08:23
Wird die Lufthansa zum Billigflieger?
Lufthansa-Vizechef Christoph Franz hat sich äußerst pessimistisch über die Verluste und schwachen Margen im Passagiergeschäft geäußert. Als Gegengift hält Franz zahlreiche Mittelchen aus dem Arzneischrank der Billigflieger parat.
(Quelle: picture alliance)

Um effektiver zu werden, werde die Lufthansa "in einigen Bereichen gezielt Elemente aus dem Geschäftsmodell der Low-Coster übernehmen", sagte der für das Passagiergeschäft zuständige Vorstand Christoph Franz der "Welt".

Dünnere Lehnen, weniger Essen?
Im Europaverkehr soll der Abstand zwischen den Sitzen verringert werden, um so mehr Menschen pro Flieger unterbringen zu können. Gleichzeitig sollen die Rückenlehnen der Sitze dünner werden. Dann sollte es auch für Großgewachsene nicht allzu eng werden, versucht Franz zu beschwichtigen.

Auch am Service und Essen könnte die Fluggesellschaft künftig knapsen, diese Bereiche stehen jedenfalls laut Franz auch auf dem Prüfstand. Dabei hat die Lufthansa bereits mit "Germanwings" einen eigenen Billigflieger im Angebot.

"Ein neuer Wettbewerbsgeist wird uns gut tun", sagte Franz. Dazu gehöre zum Beispiel auch, mit mehr Flugzeugen zu niedrigeren Kosten und attraktiven Preisen Marktanteile zu verteidigen oder neue Märkte zu schaffen.

Einfach "zu teuer"
Dass die Lufthansa nun auch öffentlich darüber nachdenkt, im gesamten Europa-Geschäft die Methoden der Billigflieger umzusetzen, hat seinen guten Grund. Laut Franz ist die Lufthansa im Europa-Verkehr schlicht "zu teuer". Dies habe bereits zu erheblichen Marktanteilsverlusten geführt.

Der Konzern schreibt derzeit im Bereich Passage Verluste. Hinter dieser Sparte, die seit Juni von Franz verantwortet wird, verbergen sich die Kernmarke Lufthansa sowie Regionaltöchter wie die Cityline. Nach Aussagen von Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber droht auch dem Gesamtkonzern in diesem Jahr ein Minus.

Essig mit nachhaltiger Erholung?
Selbst für das kommende Jahr scheint keine großartige Besserung in Sicht: 2010 werde eine Herausforderung, erklärte Franz in der "FTD". "Wir sind in der Lage, genügend Tickets abzusetzen, aber wir sind nicht in der Lage, dabei das Preisniveau zu heben." Er sehe auch keinerlei Tendenzen für eine nachhaltige Erholung.

Das durchschnittliche Erlösniveau – Umsatz je Ticket – früherer Jahre werde die Lufthansa nie wieder erreichen. Diese pessimistischen Aussagen könnten den Kurs der Lufthansa-Aktie zu Handelsbeginn leicht drücken, sie notiert vorbörslich mit dem Markt 0,3 Prozent niedriger.

ag
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